W.K.St.V.  UNITAS  RUHRANIA   Bochum - Duisburg - Essen - Dortmund


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Hier     eine Auswahl von UNITAS-Ruhrania betreffenden oder von Ruhranen     geschriebenen Beiträgen aus der Verbandszeitschrift "unitas" und     anderen Zeitungen

Zum Archiv: 
Auf KLICK die Seiten ab 1989 bis zum Frühjahr 2006!


aus: unitas 2/2008
Initiativkreis will Seligsprechung 
für Bbr. Pfarrer Joseph Müller
VON DR. CHRISTOF BECKMANN

GROSS DÜNGEN. Ein Initiativkreis in der Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian in Groß-Düngen / Niedersachsen, der letzten Pfarrstelle und Ruhestätte von Bbr. Pfarrer Joseph Müller (UNITAS Freiburg, UNITAS Sugambria Münster), bemüht sich um die Einleitung eines diözesanen Seligsprechungsprozesses. Der vom so genannten „Volksgerichtshof“ unter Vorsitz von Roland Freisler am 28. Juli 1944 zum Tode verurteilte Märtyrerpfarrer wurde am 11. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

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aus: unitas 2/2008

Aktiv gegen Rechts: Christen zeigen Gesicht

VON DR. CHRISTOF BECKMANN

LÜBECK, Weimar, jüngst Bonn und in vielen anderen Orten: Regelmäßig bringen in diesen Zeiten Demonstrationen in vielen Städten im Land bunte Koalitionen zusammen. Ende März folgten etwa rund 3.000 Menschen in der Hansestadt dem Aufruf des Bündnisses „Wir können sie stoppen“, um anlässlich eines Aufmarschs von 350 Rechtsextremisten ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsverfälschung zu setzen.

Das Bündnis aus Kirchen, Parteien, Jugendorganisationen, aber auch antifaschistischen, linken und linksradikalen Gruppen demonstrierten vor dem Holstentor gegen die Demo so genannter „Freier Nationalisten“, die sie als Gedenkmarsch für die Opfer der alliierten Bombenflüge im März 1942 deklariert und dazu mit der NPD bundesweit mobilisiert hatten. 1700 Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet hielten NPD-Anhänger und Gegendemonstranten auseinander.

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Bbr. Erzbischof Reinhard Marx im Porträt

Unter dem Titel „Mensch Marx“ ist soeben beim Herder-Verlag in Freiburg ein neues Buch erschienen, in dem der Bonner Journalist Martin Lohmann versucht, ein Porträt des Münchner Erzbischofs, Bbr. Reinhard Marx, zu zeichnen. Dabei versteht er laut Vorwort sein Werk als „keineswegs vollständige Skizze“. Entstanden ist eine von großer Sympathie des Autors getragene Nahaufnahme eines „etwas anderen Bischofs“, der in seinem Charakter Lebensfreude und Melancholie vereine, der keiner Diskussion ausweiche, gern auch mal die Faust balle, aber persönlichen Streit schlecht aushalte.

In 11 Kapiteln beschreibt Lohmann in verständlicher und gut lesbarer Sprache Reinhard Marx in seinen verschiedenen Funktionen, mit seiner Lebenslust und seiner theologischen Prägung, mit seiner Fähigkeit, Menschen zu begegnen und zu verstehen, Menschen zu faszinieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Autor kennt Reinhard Marx, Fachmann für christliche Soziallehre, seit Jahrzehnten. Er stellt Biografie, Profil und Positionen des Erzbischofs in Sachfragen vor. Auch die Mitgliedschaft im UNITAS-Verband findet Erwähnung; allerdings hätte Lohmann in diesem Punkt etwas ausführlicher sein können. Alles in allem ein informatives und unterhaltsames Buch, das jeder Unitarierin und jedem Unitarier zur Lektüre empfohlen sei. 
red

Martin Lohmann: Mensch Marx. Der Münchner Erzbischof im Porträt. 192 Seiten, mit einigen s/w-Fotos, gebunden, Verlag Herder, Freiburg i. Br. 2008, 14,95 Euro, ISBN 978-3-451-29896-7 .

 

aus: unitas 2/2008
Zu Besuch beim ZDF

AGV IM GESPRÄCH MIT DR. CLAUS KLEBER  

VON BBR. SEBASTIAN SASSE

Die Welt ist unübersichtlich. Trotzdem wollen wir die Übersicht behalten. Für viele Menschen ist das Tor zur Welt der Fernseher. Wenn irgendwo in der Welt etwas passiert, flimmern schon kurze Zeit später die Bilder zu dem Ereignis über den Bildschirm. So bekommt der Fernsehzuschauer einen authentischen Einblick in die Geschehnisse vor Ort. Zumindest wird ihm dies suggeriert. Weil so tagtäglich eine Unmenge an Informationen auf den Medienkonsumenten einströmt, wird es für ihn immer schwieriger einzuschätzen, was wirklich wichtig ist. Sicherlich schaut man sich lieber prachtvoll inszenierte Hochzeiten des europäischen Hochadels als Bilder von den Opfern eines Erdbebens an. Und bestimmt besitzen für einen Großteil der Bevölkerung die Eskapaden eines Party-Girls wie Paris Hilton einen größeren Unterhaltungswert als die Parlamentswahlen in Paraguay.

Aber kommt es wirklich nur darauf an, was den Zuschauern gefällt? Haben Medien nicht auch eine Informationspflicht? Nicht umsonst wird ihnen von Demokratie-Theoretikern die Rolle einer „Vierten Gewalt“ zugeschrieben. Durch ihre Berichterstattung sollen sie dem Staatsbürger dabei helfen, eine politische Meinung zu bilden. Eine Meinung eben, so die Idealvorstellung, die sich nicht aus Vorurteilen bildet, sondern sich an Fakten orientiert.

Darüber, inwieweit die Medien diesem Anspruch heute noch gerecht werden, diskutierten die Spitzen der katholischen Korporationsverbände im Rahmen des „Dialogprogramms“ der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Studentenverbände (AGV) mit einem, der es wissen muss: Claus Kleber (CV), dem Leiter der Redaktion des „Heute Journals“.

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aus: unitas 2/2008
UNITAS-Zirkel Lingen unterwegs
Auf den Spuren der "Lübecker Kapläne"

LINGEN. Der traditionelle Ausflug des UNITAS-Altherrenzirkels Lingen am Nachmittag des Fronleichnamstages wurde mit Rücksicht auf die an diesem Tag stattfindende Eröffnung des Katholikentages in Osnabrück auf den 6. Juni verschoben. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Zirkelmitglieder mit ihren Frauen in der St. Johanneskirche in Spelle.

Dieses erste Ziel wurde gewählt, da vor wenigen Wochen in der örtlichen Zeitung über zwei neue Kirchenfenster des Lünner Künstlers Volker Vismann berichtet wurde. Es handelt sich um ein Glasfenster, in dem Papst Johannes Paul II. in vier typischen Haltungen dargestellt ist, und um ein Fenster, das an die vier „Lübecker Martyrer“ erinnert. Die drei Kapläne Hermann Lange, Bbr. Johannes Prassek (Ff, M5) und Bbr. Eduard Müller (M5) sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink hatten in der Zeit der Nazi-Diktatur unerschrocken die Wahrheit von der Kanzel verkündet, die Sakramente gespendet und die berühmt gewordenen Predigten des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, verbreitet.

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aus: unitas 2/2008
UNITAS Ruhrania feierte Hauseröffnung
ERSTKLASSIGE TEAMLEISTUNG: „GRAND OPENING“ IM RUHRGEBIET

BORBECK. In einem zweitägigen Fest weihte die UNITAS Ruhrania am Wochenende 31.5./1.6. das neue UNITAS-Zentrum im „Feldschlößchen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck ein.

Über 200 Besucher aus Nah und Fern kamen zur feierlichen Segnung des Hauses, das der an den Ruhrgebietsuniversitäten tätige Verein damit offiziell in Betrieb nahm. Mit Hilfe des gesamten UNITAS-Verbandes und in großer Eigenarbeit war im Mai 2006 die Kernsanierung des gesamten Hauses begonnen worden, zum Wintersemester 2007/08 zogen im „UNITAS-Zentrum Ruhr“ die ersten Studenten ein und im April eröffnete im Erdgeschoss eine wunderbar wiedererstandene Gastronomie.

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ESSENER SILBERRÜCKEN
Bbr. Dr. Christof Beckmann erhielt als Dank und Anerkennung für sein Engagement für die UNITAS-Zeitschrift und das UNITAS-Zentrum an der Ruhr die Silberne UNITAS-Nadel

Bei der Eröffnungsfeier des neuen UNITAS-Zentrums Ruhr am 31. Mai in Essen überraschten Vorortspräsident Johannes Günther und Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll den Ehrensenior und Vorsitzenden des Hausbau-Vereins der UNITAS Ruhrania mit der Verleihung der UNITAS-Nadel in Silber. Dieter Krüll begründete die Ehrung mit der „Wahnsinnstat eines gewissen Daueroptimisten CB“ – gemeint ist Bbr. Christof Beckmann –, „einen ganzen Stadtteil von Essen samt seiner meist gut bürgerlichen und katholischen Bewohner, nämlich Essen-Borbeck, für die UNITAS zu requirieren und ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel mit Gastronomie zum nicht nur unitarischen Mittelpunkt der Welt im Ruhrgebiet zu machen.“ Mit viel Ausdauer und Risikobereitschaft sei Bbr. Beckmann als „Ideengeber, Überreder, Überzeuger, Mutmacher, Prügelknabe und ewiger Antreiber“ der Motor des Projekts gewesen. Mit ihm als spiritus rector verstehe sich die UNITAS Ruhrania als Plattform für alle Bemühungen, an den Ruhruniversitäten von Duisburg bis Dortmund unitarisches Leben zu entfalten.

Mit der Auszeichnung sollen aber auch die Verdienste um die UNITAS-Zeitschrift gewürdigt werden, deren Schriftleiter Christof Beckmann seit 1999 ist. „Du hast die Verbandszeitschrift in dieser Zeit zu einer höchst interessanten, farbigen und informativen Zeitschrift auf anerkannt hohem Niveau gemacht“, stellte Bbr. Krüll fest. Das Wichtigste an allem Engagement von Bbr. Beckmann aber sei die unbändige Freude und beeindruckende Begeisterung, die ihn antreibe und bewege. „Damit bist Du ein Vorbild für alle anderen Unitarierinnen und Unitarier“, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

hjg/hs

 

aus: unitas 2/2008, 149
Ruhranen beim Geistlichen Verbands-Beirat aktiv

KÖLN. Neu konstituierte sich bei der 131. Generalversammlung in Köln die Arbeit des Geistlichen Beirats: Der zum Vorsitzenden wiedergewählte Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann präsentierte seine Mannschaft mit dem zu seinem Stellvertreter bestimmten Alt-VOP Jörg Volpers (UNITAS Rhenania Bonn), mit AHB-XX Thomas Lohmann (UNITAS Salia, UNITAS Videlicia Augsburg), Rüdiger Duckheim, Christoph Weyer, Pater Benedikt Kisters (alle UNITAS Ruhrania) und Maria Schulze-Öchtering (UNITAS Clara Schumann Bonn).

Herzlich lud Helmut bereits zu einem Geistlichen Wochenende am letzten Septemberwochenende in der Nähe Magdeburgs auf der Huysburg bei Halberstadt ein. Zu dem Seminar unter dem Thema „Unser Katholischer Glaube in Vollzug und Umsetzung im Lebensalltag, ein Leben mit dem Sakrament der Eucharistie“ meldeten sich spontan bereits zahlreiche Teilnehmer – eine Erfahrung, die lange nicht mehr gemacht worden war.

aus: unitas 2/2008

 

In memoriam Bbr.Wolfram Rumpel

BERN/ESSEN. In jungem Alter, unfassbar für seine Bundesbrüder, die davon erst spät erfuhren, ist Bbr. Dipl.-Ing. Wolfram Rumpel aus Duisburg am 19.2.2008 verstorben. Rezipiert im Dezember 1989 bei UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund, gehörte er zur ersten Generation der Wiederbegründer der UNITAS im Ruhrgebiet und war in mehreren Chargen aktiv. Den Bundesbrüdern war lediglich bekannt, dass er bereits wegen eines Gehirntumors operiert worden war. 
Nach seiner Philistrierung zum 1.1.1996 lebte er zuletzt in Bern in der Schweiz und war dort beruflich tätig. Die UNITAS Ruhrania wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 

 

Bbr. Helmut Wiechmann mit neuen Aufgaben

ALTENA/DUISBURG. Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann (UNITAS Ruhrania Bochum-Duisburg-Essen-Bochum), Geistlicher Beirat des UNITAS-Verbandes, ist zum 1. Juli 2008 mit neuen Aufgaben betraut worden. Ruhrbischof Dr. Felix Genn entpflichtete den Kaplan der Pfarrei St. Matthäus in Altena-Nachrodt-Wiblingwerde von seiner Tätigkeit in der Gemeinde St. Theresia in Altena-Evingsen und ernannte ihn am 19. Mai 2008 zum vicarius paroecialis mit dem Titel Kaplan der Pfarrei Liebfrauen in Duisburg.  Er ist nun mit der Seelsorge an drei Krankenhäusern in der Stadt Duisburg beauftragt (Vinzenz-, Marien- und Bethesda-Krankenhaus).

Der ausgebildete Intensivpfleger und Widerbegründungssenior der UNITAS Ruhrania, der vor seinem Theologiestudium an der Ruhr-Universität Bochum lange Jahre in diesem Bereich beruflich tätig war, hatte im Januar 2008 das Amt des Altherrenvereins-Vorsitzenden der Ruhrgebiets-UNITAS übernommen. Nachfolger in seinem lange Jahre ausgeübten Amt als Geistlicher Beirat der UNITS Ruhrania ist Bbr. Pater Benedikt Kisters vom Kloster der Redemptoristen in Bottrop-Kirchhellen.

 

Priesterweihe für Bbr. Tobias Spittmann

PADERBORN/HERNE/WÜRZBURG. Mit fünf weiteren Diakonen ist Bbr. Tobias Spittmann (UNITAS Hetania Würzburg) am Pfingstsamstag, 10. Mai 2008, von Erzbischof Hans-Josef Becker im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht worden. Schon beim Einzug der künftigen Priester war durch Liturgie, Musik und Gesang die Dynamik verspürbar, welche sich über die gesamte Weiheliturgie und die Feier der Eucharistie ausbreitete. Am Vigiltag von Pfingsten wurde somit zugleich die Fülle und Kraft des Heiligen Geistes erfahrbar, die insbesondere das Charisma unseres Bundesbruders aufscheinen ließ. Erzbischof Hans-Josef Becker gab den jungen Klerikern anhand des Wunders der Brotvermehrung mit auf den Weg, dass es ihre Aufgabe sei, die Menschen satt zu machen, d. h. das Zeugnis Jesu weiterzugeben. Mit voller Inbrunst und entflammt im Sinn und Gemüt dankte das Volk Gottes den Neupriestern mit einem vielfach intonierten Hallaluja. So wie unser Verbandspatron Thomas von Aquin die tief verborgene Gottheit anbetete, so offenbarte sie sich in diesem Sakrament. Das Mysterium Christi verkündigte sich dabei selbst im Mysterium der Weihe.

Wer unseren Bundesbruder Tobias kennt, weiß, mit welcher Intensität er Leben, Licht und Glut des Heiligen Geistes verströmt und uns Kraft und Mut geben kann. Geboren 1976 in Wuppertal und zuletzt wohnhaft in Werl wurde er als v/o Speedy am 1. Juli 2001 bei UNITAS Ripuaria in Neuss rezipiert und trat 2003 zur UNITAS Hetania über, wo er sich 2006 philistrieren ließ. In Würzburg übernahm er die Chargen des Quaestors und des wissenschaftlichen Conseniors und engagierte sich für den Weltjugendtag als Ermutigung und Herausforderung, was er in einer WS über dessen Spiritualität zum Ausdruck brachte. Die Aktivitas mit ihrer Chargenabordnung und die Altherrenschaft von Hetania und Bavaria konnten im Paderborner Dom zugegen sein und dankten ihm mit dem Tiffany-Wappen der Hetania. Der zukünftige Einsatzort von Vikar Spittmann wird der Pastoralverbund Fredeburger Land sein. Bei Tobias Spittmann bin ich davon überzeugt, dass er mit dem göttlichen Charisma in Fülle gesegnet ist und im Weinberg des Herrn reiche Frucht bringt gemäß des Pauluswortes: „Wir wollen nicht Herren über euren Glauben sein, sondern Diener eurer Freude.“ (2 Kor 1,24).

Fritz Flach, AHVx Unitas-Würzburg

 

Pilgerkreuz in Gold für Bbr. Pastor Hermann Peters

DORTMUND/JERUSALEM. Mit dem von der Kustodie der Franziskaner verliehenen Pilgerkreuz in Gold erfuhr Bundesbruder Pastor Hermann Peters eine hohe Auszeichnung in Israel. Die von Guardian Petrus Pizzaballa OFM unterzeichnete Urkunde dankt ihm für ein langes Engagement für das Heilige Land. Dorthin führte und begleitete Pastor Hermann Peters über 25 Pilgergruppen, um den bedrängten Christen im Heiligen Land Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Neben dem Besuch der Heiligen Stätten war es ihm auch immer ein besonderes Anliegen, die christlichen Sozialeinrichtungen zu besuchen, so das Babyhospital und die „Créche“ in Bethlehem, die Schule der Salvatorianerinnen in Nazareth oder das Paulus-Haus in Jerusalem. Die Pilger wohnen im Charles Hospice bei den Borromäerinnen und im Pilgerhaus Tabgha am See Genesareth. 
Das Bild zeigt Bbr. Pastor Peters gemeinsam mit dem Patriarchen von Jerusalem Mihael Sabbah, der sich sehr über die Auszeichnung mitfreute und herzlich gratulierte. Bbr. Peters, Jahrgang 1932, war im Dezember 1955 bei der UNITAS in Paderborn aktiv geworden.

 

Alt-VOP Bbr. Rössler kehrt ins Rheinland zurück

BERGHEIM / ERFURT. Bbr. Ministerialrat Klaus-Hermann Rössler (UNITAS Stolzenfels Bonn, UNITAS Freiburg, UNITAS Ostfalia Erfurt), Referatsleiter Familie im Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit des Freistaats Thüringen, ist der neue Beigeordnete der Kreisstadt Bergheim/Erft. 
Der Rat der Stadt wählte ihn am 25. Juni mit 25 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Die SPD-Fraktion nahm nicht an der Abstimmung teil. Er wird sein Amt voraussichtlich nach der Sommerpause antreten und dann für Kinder, Jugend, Familie zuständig sein.

 

Erzbischof Marx und Sportprofessor Müller in Vatikanrat berufen

VATIKANSTADT. Der Münchner Erzbischof Bbr. Reinhard Marx und der Mainzer Sportwissenschaftler Norbert Müller sind vom Papst zu Mitgliedern des vatikanischen Laienrates berufen worden. Müller soll in der Vatikan-Behörde insbesondere die Arbeit der neugegründeten Sektion Sport unterstützen.
Bereits seit Jahren gehört dem Laien-Ministerium der Kölner Mediziner und Psychologe Manfred Lütz an, das vom polnischen Kurienkardinal Stanislaw Rylko geleitet wird. Sekretär und damit „zweiter Mann“ der Behörde ist der deutsche Kurienbischof Josef Clemens.

 

Hauseinweihung bei UNITAS Ruhrania
Katholische Studenten feierten mit vielen Gästen

BORBECK. Mit einem zweitägigen Fest weihte der Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania am Wochenende 31.5./1.6. sein neues Studentenheim im „Feldschlößchen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck ein. Über 200 Besucher kamen aus Nah und Fern zur feierlichen Segnung des Hauses, das der an den Ruhrgebietsuniversitäten tätige Verein damit offiziell in Betrieb nahm. (.... )

Hier zum ganzen Artikel in den BORBECKER NACHRICHTEN vom 5. Juni 2008
Hier zum ganzen Artikel in den WERDENER NACHRICHTEN vom 6. Juni 2008

Hier zum ganzen Artikel auf der Verbandshomepage des UNITAS-Verbandes

Eröffnungswochenende am Feldschlößchen

Zum Eröffnungswochenende im "Feldschlößchen" erschien in den BORBECKER NACHRICHTEN der folgende Artikel:

 

 

Radiobeitrag zur 131. Generalversammlung in Köln im Domradio:
Interview mit Bbr. OStD Karl-Heinz Wagner, UNITAS Landshut Köln. Länge 8:18 Min. Hier KLICKEN.

 

DEUTSCHE TAGESPOST, Donnerstag, 8. Mai 2008

 

Interreligiöser Dialog hebt Mission nicht auf
Die 131. Generalversammlung des Verbandes
der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas

 

VON STEFAN REHDER

Die Klischees, die in den Medien über Studenten und Akademiker kursieren, die sich Verbindungen anschließen, sind Legion. Mitunter wird dabei der Eindruck erweckt, als handele es sich bei den Korporierten stets um ausländer- und frauenfeindliche, faschistoide Saufbolde, die den kümmerlichen Restbestand ihrer noch nicht im Alkohol ertränkten Gehirnwindungen darauf verwendeten, sich in Wirtschaft und Verwaltung gegenseitig Karriereleitern zu zuwerfen. Dass ein solches Bild nicht einmal als böse Karikatur taugt, ließ sich am vergangenen Wochenende in Köln besichtigen, wo der "Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas“ zu seiner 131. Generalversammlung zusammentraf. Vier Tage lang beschäftigten sich dort die aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Delegierten des 1855 gegründeten Verbandes mit der Frage, wie ein „Dialog der Kulturen im Zeichen der Globalisierung“ gelingen könne.
 

Dabei waren sich die verschiedenen Akteure die in Vorträgen, Reden und einer großangelegten Podiumsdiskussion zahlreiche Facetten des Problems von unterschiedlichen Seiten beleuchteten, in vielen zentralen Punkten überraschend einig. So hoben etwa sowohl der Abtprimas des Benediktinerordens, Notker Wolf, als auch der Regensburger Psychologe Alexander Thomas, der auf dem Gebiet der kulturvergleichenden und interkulturellen Psychologie forscht, in ihren Beiträgen angesichts der angespannten Weltlage die „Unverzichtbarkeit“ eines interkulturellen Dialogs hervor. Während der oberste Repräsentant der Benediktiner die Notwendigkeit des Dialogs mit der Unmöglichkeit begründete, den Folgen heutiger Kriege Herr werden zu können, und dabei auch Präsident Bush wegen des Irak-Kriegs scharf kritisierte, nahm der Psychologe die Wirtschaft in den Blick. Ohne kulturelle Kompetenz ließe sich in einer globalisierten Welt kein Geld verdienen. Und weil diese keineswegs so säkularisiert sei wie das heutige Europa, gäbe es ohne den Erwerb von interreligiöser Kompetenz auch keine kulturelle. Dass Thomas damit keinesfalls einer Instrumentalisierung der Religion das Wort redete, machte er tags darauf auf einer von Christian Poplutz, Vorsitzender des Beirats für Gesellschaftspolitik des Unitas-Verbandes, grandios moderierten Podiumsdiskussion deutlich. Dort kritisierte der Psychologe, dass etwa die Europäer ihre erworbene interkulturelle Kompetenz missbraucht hätten, um die Kolonien in Afrika auszubeuten.

 

Den „Faktor Sünde“ beachten


Einigkeit
erzielten so gut wie alle Redner auch in der Frage, was als gelungener interreligiöser Dialog gelten könne. Am deutlichsten formulierte dies der Leiter des Referats ‚Dialog und Verkündigung“ des Erzbistums Köln, Werner Höbsch. Richtig verstanden, strebe der Dialog zwischen den Religionen weder eine „Welteinheitsreligion“ noch einen "Synkretismus“ an. Stattdessen ginge es darum, die „Lebensmelodien“ der anderen zu verstehen. Dazu müsse man jedoch zunächst Klarheit über die eigene „Lebensmelodie" haben und wissen, wer man selbst sei. Unterschiede dürften über die Entdeckung von Gemeinsamkeiten nicht unter den Tisch fallen. Auch könne der Dialog die Mission nicht ersetzen: „Der interreligiöse Dialog hebt nicht die Wahrheit des Glaubens auf, sondern basiert auf ihr.“ Daher sei ein interreligiöser Dialog ohne Beheimatung im eigenen Glauben und in der eigenen Tradition gar nicht möglich, so Höbsch, der den genius loci, den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, denn auch mit den Worten zitierte: „Unser Problem ist nicht die Stärke des lslams, sondern die Schwäche des Christentums.“
 

Wie ein gelungener Dialog in der Praxis aussehen könnte. schilderte ein Unitarier anhand eigener Erfahrungen. Bei einem längeren Arbeitsaufenthalt in Pakistan sei der Ingenieur von seinen muslimischen Partnern gefragt worden, ob er bereit sei, die während des Ramadans geltenden Fastenregeln zu beachten. Kaum habe er dies prinzipiell bejaht, habe sich ein Gespräch über den jeweiligen Glauben entwickelt, in dessen Folge pakistanische Muslime den deutschen Katholiken zu einer Kirche fuhren, damit dieser dort an katholischen Gottesdiensten teilnehmen konnte. Praktizierende Christen, sollte das wohl heißen, würde in islamischen Ländern durchaus auch mit Respekt begegnet.
 

Abtprimas Notker Wolf empfahl in seinem Vortrag beim Festakt zum Abschluss der Generalversammlung den Mitgliedern des ältesten katholischen Studentenverbandes, bei allen Bemühungen für eine menschenwürdigere Welt den „Faktor Sünde“ nicht aus den Augen zu verlieren. Dies sei der tiefere Grund dafür, dass viel zu oft versucht werde, das Böse mit aller Gewalt in den Griff zu bekommen. Was jedoch zum Scheitern verurteilt sei „Wir können vom Bösen nur erlöst werden, es aber nicht in den Griff bekommen“. Auch seien es nicht die Menschen, sondern „Gott selbst, der alles neu macht“, so Wolf.
 

Zuvor hatte Joachim Kardinal Meisner, der in Trier zur Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch weilte, in einem von dem Vorsitzenden des Altherrenbundes Heinrich Sudmann verlesenen Grußwort den Unitariern und Unitarierinnen für ihr "gelebtes christliches Zeugnis“ und ihren "unersetzlich Weltdienst“ gedankt. Als Mitglieder eines katholischen Studentenverbandes würden sich die Unitarierinnen und Unitarier „öffentlich zum christlichen Glauben und den daraus resultierenden Werten“ bekennen. Mit ihren „oft hochkarätig besetzten Veranstaltungen“ wirkten sie „in die Gesellschaft hinein“ und trügen so „zur Wertevermittlung - gerade auch an die jüngere Generation - bei“, so der Kardinal. Als Erzbischof von Köln wolle er die Unitarier und Unitarierinnen, von denen zeitweise mehr als 600 in der Domstadt erschienen waren, ermutigen, „auch weiterhin den Prinzipien des Unitas-Verbandes treu zu bleiben und - gelegen oder ungelegen - Zeichen im säkularen Raum zu setzen, die auf Jesus Christus hinweisen und Gott ins Gespräch bringen.“


Homepage des Bundesverbandes www.unitas.org:

Premieren-Party an der Ruhr: 
Das erste UNITAS-Haus mit Gastronomie

von Christof Beckmann
25. April 2008

ESSEN-BORBECK. Die öffentliche Gastronomie im UNITAS-Zentrum Ruhr ist eröffnet: Gut 150 geladene Gäste erlebten am Dienstagabend, 22. April 2008, die lang erwartete Premiere an der Flurstraße: Zur Eröffnung des „Feldschlösschens“ erstrahlten erstmals die Außenlampen an der Fassade, in warmes Licht getaucht präsentierten sich die Innenräume, und bald türmten sich Blumengestecke auf jedem freien Platz. Alle angetretenen Bundesbrüder der Ruhranenfamilie gratulierten der alten, grundüberholten „Dame Feldschlößchen“ und den neuen Betreibern der Gaststätte mit einem großen immergrünen Buxus und dem traditionellen Wunsch „Vivat, floreat, crescat!“ Betreiber Arnd Fidorra dankte mit Harold van Kranen für die Möglichkeit, in diesem „außergewöhnlichen Haus“ nach viel Arbeitseinsatz den Startschuss geben zu können und eröffnete gut gelaunt das Büffet.

Bis weit nach Mitternacht erlebten die angereisten Gäste und Bundesbrüder das Feldschlößchen aus einer völlig neuen Perspektive: Die seit Dezember 2003 in Agonie und Ruinenstaub liegende kapriziöse Madame mauserte sich in den vergangenen  Wochen und Tagen zu einer lebhaften kleinen Persönlichkeit, die zweifellos schnell Freunde finden wird. Dies bestätigten einstimmig die anwesenden Freunde aus dem Vorstand des CV-Zirkels Kohle, die Alten Herren UV-Zirkel Essen mit dem Vorsitzenden Bbr. Martin Gewiese. Auch der Vorsitzende des Altherrenvereins und Geistliche Verbandsbeirat Bbr. Helmut Wiechmann zeigte sich angetan und begeistert von der stimmigen Farbgebung. Senior Bbr. Rüdiger Duckheim überreichte für den Studentenverein ein repräsentatives Gästebuch.

Eine Veranstaltung, wie sie nicht zuletzt von den verantwortlichen Bundesbrüdern seit Jahren vor dem geistigen Auge immer wieder in allen Varianten durchgespielt worden war: Mit Spannung bis zur letzten Sekunde lebte mit dem nächtlichen munteren Treiben ein „Evergreen“ wieder auf, ein Haus erwacht nun zu ganz neuem Leben - mit dem Segen der am Nachmittag zur Konzessionierung angetretenen Mannschaft verschiedener Stellen der Stadt Essen. Mit den dabei anwesenden Architekt Bbr. Otfried Jäger und Bauleiter Reiner Schlenkermann war das Projekt auf den Weg gebracht worden und es sollte sich bald die Möglichkeit ergeben, mit allen am Bau Aktiven einfach zu genießen, was in den vergangenen fast zwei Jahren gemeinsam geschafft worden ist. Eins ist sicher: Die korsettfreie, komplett verjüngte Dame an der Flurstraße freut sich jetzt auf viele Gäste! Zum Wochenende wird der reguläre Betrieb aufgenommen.

Mehr von gestern, heute und morgen mit den dazu erscheinenden Presseberichten, auf der Homepage unter www.unitas-ruhrania.org.


24. April 2008
Aktuelle Berichte und Artikel in der „BORBECKER“

BORBECK. Mit einer ganzseitigen Anzeige in der aktuellen Ausgabe der BORBECKER NACHRICHTEN  machen die neuen Betreiber des „FELDSCHLÖSSCHENS“ Lust auf „fürstliches Feiern“ in „Borbecks neuem Treffpunkt“, einer „ganz besonderen Kneipe, die durch den historischen Charme und das geschmackvolle Interieur besticht“. Offizieller Eröffnungstermin ist Freitag, 25. April, ab 18 Uhr. Die ganze Familie könne sich „hier königlich freuen“ über eine Speisekarte, die für Alt und Jung das Richtige zu bieten habe, vermerkt die in den Borbecker Farben, royalem Rot und Gelb, gehaltene Seite und verweist auf das extra in Bayreuth gebraute „Feldschlößchen Hell“. Veltins Pils, Frankenheim Alt, Maisel´s Weise und alkoholfreies Bier sind am Zapfhahn, wechselnde Tagesangebote locken mit Tapas, Gulasch, Haxen und Hähnchen.

Im redaktionellen Teil würdigt die Zeitung das vierjährige Wirken von Bbr. Vikar Norbert Linden an St. Dionysius, der am Sonntag seine neue Aufgabe als Pastor in Bottrop-Fuhlenbrock antritt. Er gehe in der Erwartung, „als Partner im Sinne der Menschen und für sie wirken zu können“, so Norbert im Gespräch mit der Zeitung und warf einen dankbaren Rückblick auf viele gute Erfahrungen in seiner Borbecker Tätigkeit. Ein weiterer Artikel stellt das angelaufene Semesterprogramm der UNITAS Ruhrania vor. Die katholischen Studenten an der Flurstraße hofften nach der zweijährigen Kernsanierung des Feldschlösschens und der Eröffnung der Gastronomie im Erdgeschoss „auf eine gehörige Portion Neugier“, zitiert die BN den Aktivensenior Rüdiger Duckheim. „Wir sind sicher, dass das Haus unserer katholischen Studenteninitiative viele Freunde finden wird.“

HIER ZU DEN ARTIKELN:
"Ausgeprägte Geborgenheit im Glauben bemerkenswert. Norbert Linden wird Borbeck vermissen."

"Katholische Studenten starten ins Sommersemester. UNITAS lädt zu Vorträgen ein."

 

Die BORBECKER NACHRICHTEN vom 27. März 2008 titelten mit einem Artikel zur bevorstehenden Eröffnung:

 


„Große Bitterkeit“

Rom: Uni-Feierstunde an der „Sapienza“ im Zeichen des Papstes
DT vom 19.01.2008



Rom (DT/KNA) Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat die Proteste gegen die abgesagte Universitätsrede Papst Benedikts XVI. scharf verurteilt. Die Angriffe von laizistischer Seite, die zu dem Eklat führten, seien intolerant und „nicht hinnehmbar“, heißt in einem Brief vom Dienstag, den der Vatikan am Mittwoch in Auszügen veröffentlichte. Zugleich bekundet Napolitano sein „aufrichtiges, lebhaftes Bedauern“ über die Absage Benedikts XVI., der ursprünglich eine Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres an der römischen Universität „La Sapienza“ halten sollte. Wörtlich schreibt der Präsident: „Ich bin überzeugt, dass dieses Ereignis eine wertvolle Gelegenheit zur Reflexion über Themen geboten hätte, die von großer Bedeutung für die italienische Gesellschaft wie für alle Gesellschaften sind. Als nicht hinnehmbar betrachte ich die Bekundungen von Intoleranz und die verletzenden Ankündigungen, die ein Klima geschaffen haben, das in keiner Weise zu dem Anlass einer freien und ungezwungenen Begegnung passt.“

Ganz im Zeichen des abgesagten Papst-Besuchs eröffnete die römische Universität „La Sapienza“ am Donnerstag ihr akademisches Jahr. „Was geschehen ist, ist für einen Demokraten nicht hinnehmbar“, sagte Roms Bürgermeister Walter Veltroni italienischen Medienberichten zufolge unter Beifall in der traditionsreichen Hochschule. Rektor Renato Guarini sprach im Blick auf die Proteste der vergangenen Tage gegen Benedikt XVI. von „großer Bitterkeit“. Nun sei Nachdenken über den Zustand der Universität nötig. Die vorgesehene Rede des Papstes, die er nach dem Verzicht auf die Einladung schriftlich eingereicht hatte, wurde in der Aula der „Sapienza“ von einem Vertreter des Rektorats verlesen. Die Anwesenden antworteten mit stehendem Applaus. Den Berichten zufolge kam es nicht zu besonderen Zwischenfällen. Lediglich hätten sich mehrere Dutzend Studierender den Mund mit Papiertaschentüchern verstopft und Schilder mit der Aufschrift „Freiheit in der Universität – ... und sie bewegt sich doch“ hochgehalten. Im Umkreis des Campus fanden mehrere Kundgebungen statt, die sich vor allem gegen die italienische Hochschulpolitik richteten.

Veltroni nannte den Vortragstext des Papstes einen „sehr offenen“ Beitrag. Die Rede in der „Sapienza“ hätte ein bedeutendes Ereignis des Pontifikats sein können. Der Rektor der Universität unterstrich, ideologische Verbote gleich welcher Art seien nicht hinnehmbar: „Alle müssen Raum und Respekt haben, welcher Meinung sie auch immer sind.“ Er hoffe, dass Benedikt XVI. zu einer späteren Gelegenheit an die „Sapienza“ kommen werde. Das Diskussionsniveau an der Hochschule müsse hoch gehalten werden, so der Rektor laut den Berichten. Die Absage der Rede ist ein für Italien bislang einmaliger Vorgang.

Die Berliner Humboldt-Universität bekundete Interesse an einer Visite von Benedikt XIV.. Universitätspräsident Christoph Markschies erklärte am Donnerstag, seine Hochschule lade alljährlich große Wissenschaftler oder interessante Politiker zur Eröffnung des akademischen Jahres ein; der Papst sei in gewissem Sinne beides. „Ich würde Papst Benedikt XVI. gern einladen“, so Markschies. Mit „Unverständnis und Empörung“ nahm der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine „Unitas“ in Deutschland die Forderung eines Redeverbots für den Papst auf. Für den ältesten katholischen Akademikerverband in Deutschland ist die Absage Benedikts XVI. „eine nachvollziehbare Reaktion“. In einer Erklärung heißt es, die Proteste „erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt. Dass sich Papst Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist, unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in Italien und Rom von einer ,Schande‘ sprechen, sind nur zu verständlich.“

 

PAPSTBESUCH AN DER UNIVERSITÄT „LA SAPIENZA“ IN ROM
Freiheit für die Wissenschaft?

Was Mitte Januar in den bundesdeutschen Medien zunächst aus der Distanz begleitet wurde, beherrschte geradezu dramatisch die Wogen der Temperamente in Italien. Eine Geschichte von Revolution und Posse, ein Lehrstück über Triumph und späten Katzenjammer: Was war geschehen?

Papst Benedikt hätte auf Einladung der ältesten staatlichen Universität Roms und größten Europas, der 1303 von seinem Vorgänger Papst Bonifatius VIII. gegründeten La Sapienza-Universität, einen Festvortrag zur Eröffnung des Akademischen Jahres halten sollen. Bereits am 14. November 2007 veröffentlichten 67 von 4.500 Universitätsdozenten eine Erklärung, in der sie Benedikt XVI. zu einer im akademischen Raum unerwünschten Person erklärten.
Hier zum Offene Brief des Vorortspräsidenten, zum Vorgang und zur Rede von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut.

(aus: unitas 1/2008, 3-8)

 

UNITAS-ZENTRUM RUHR WIRD AM 31. MAI EINGEWEIHT :
Kommt zum „Grand Opening“ in Essen!


ESSEN-BORBECK.
Im Ruhrgebiet steigt die Fieberkurve: Beim Gedanken an das große Event schlägt jetzt schon den Aktiven das Herz bis zum Hals. Und auch der örtliche Hausbau- und Altherrenverein der UNITAS Ruhrania freut sich auf die große Eröffnungsfeier an der Borbecker Flurstraße. Sie soll am Wochenende 31. Mai / 1. Juni den Essener Stadtteil in Atem halten. „Es wird der Höhepunkt nach all den vielen Monaten handfester Plackerei“, verspricht der designierte Senior des Sommersemesters, Bbr. Rüdiger Duckheim.
Hier zum ganzen Text.

(aus: unitas 1/2008, 53)

 


 

PRESSEMITTEILUNG VOM 20. JANUAR 2008


BILDER:
Feierliche Neuaufnahmen bei der UNITAS Ruhrania (v.l.: Kommerspräside Rüdiger Duckheim, Christoph Weyer, Philipp Böcker); Dank an den langjährigen Vorsitzenden OStD a.D. Jörg Lahme: Der frisch gewählte Vorsitzende Kaplan Helmut Wiechmann und der neue Ehrenvorsitzende des Altherrenvereins, OStD a.D. Jörg Lahme.


97. Stiftungsfest bei UNITAS Ruhrania

Studenten feierten Festkommers im „Feldschlösschen“
 

BORBECK. Sein 97. Stiftungsfest feierte am Wochenende 19./20. Januar der wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas Ruhrania. Im bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal des Studentenheims im „Feldschlösschen“ erinnerte Theologiestudent Rüdiger Duckheim, Präside des Festkommerses, an die Grundlagen des 1855 gegründeten bundesweiten katholischen Akademikerverbandes. Auch die in Borbeck ansässige Vertretung des Verbandes an den Ruhr-Universitäten sei bis heute dem aktiven Einsatz in Kirche und Gesellschaft verpflichtet.

„Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia-Werk in Bochum schließt“, erklärte Duckheim. „Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.“ Nachdrücklich forderte er unter großem Beifall der Mitglieder und Gäste aus vielen Universitätsstädten die Firma auf, die Schließungspläne zu überdenken. Es werde in nicht hinnehmbarer Weise die Würde und das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, heißt es in der vom Ruhrania-Vorsitzenden Daniel Muschellik unterzeichneten Solidaritätserklärung. Der Mensch sei Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dass das Unternehmen Nokia den Dialog mit den Arbeitnehmern und den Vertretern der Politik verweigere, sei „nicht akzeptabel“ - zumal auf dem Hintergrund staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe: „Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog“, so die Unitas-Studenten. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünsche die Unitas „Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

Zum neuen Vorsitzenden des Altherrenvereins wählte die Mitgliederversammlung der Ruhr-UNITAS Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena. Sein Vorgänger OStD a.D. Jörg Lahme, ehemaliger Direktor des Emsland-Gymnasiums in Rheine, wurde nach 27 Jahren im Amt mit der höchsten Auszeichnung des Vereins verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Die offizielle Eröffnungsfeier des zum Wintersemester bezogenen UNITAS-Zentrums an der Flurstraße soll am ersten Juni-Wochenende stattfinden.

INFO: Der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS ist der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband in Deutschland. Er wurde 1855 von Studenten aus Essen, Borbeck und Werden in Bonn gegründet und zählt heute bundesweit rund 50 Studenten- und Studentinnenvereine an deutschen Hochschulen. Die 1911 ursprünglich in Münster entstandene UNITAS Ruhrania ist seit fast 20 Jahren an den Ruhr-Universitäten aktiv. 2004 erwarb der Verein das „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck und richtete dort ein Studentenheim ein, das nach einer Totalrenovierung zum laufenden Wintersemester bezogen wurde. Mehr im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

 

19. Januar 2008

UNITAS solidarisch mit den Nokia-Arbeitern

"Der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund erklärt seine Solidarität mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen des Nokia-Werkes in Bochum und mit allen von den Schließungsplänen betroffenen Menschen und ihren Familien.

Die UNITAS ist empört über das Vorgehen der Geschäftsführung des Unternehmens Nokia. Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia Werk in Bochum schließt. Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.

Es wird hier in nicht hinnehmbarer Weise das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, ja die menschliche Person an sich wird angegriffen. Die Menschen werden in existentielle Ängste und ins soziale Aus versetzt. Der Mensch, der Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns ist, wird durch so ein Unternehmerverhalten seiner Würde beraubt und wie Ware verdinglicht.

Das Unternehmen Nokia missachtet mit diesem Verhalten zutiefst die Würde der menschlichen Person. Es ist eine Schande und eine Zersetzung der menschlichen Kultur, wenn Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen als bloße Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Personen behandelt werden (Gaudium et Spes, 27).

Die Verweigerung des Dialogs seitens des Unternehmens Nokia mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Vertretern der Politik nicht akzeptabel - zumal auf dem Hintergrund der staatlichen Zuschüsse in Millionenhöhe. Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog.

Die UNITAS Ruhrania fordert die Unternehmensleitung auf, ihren Entschluss zu überdenken. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünscht die UNITAS Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

gez. Daniel Muschellik
Senior im Wintersemester 2007/08




 - DER VORORTSPRÄSIDENT -



Offener Brief 
zu den Vorgängen um den abgesagten Besuch 
von Papst Benedikt XVI. in der römischen Universität "La Sapienza"


16. Januar 2008

Mit Unverständnis und Empörung hat der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine UNITAS in Deutschland die Nachrichten um den für Donnerstag, 17. Januar 2008, vorgesehenen Besuch des Hl. Vaters Benedikt XVI. in der römischen Universität „La Sapienza“ aufgenommen.

Papst Benedikt war vom Rektor der größten römischen Universität als Nachfolger des Gründerbischofs zur Eröffnung des akademischen Jahres eingeladen worden. Dagegen hatten Studentengruppen massiv demonstriert, aber auch 67 Dozenten sprachen sich gegen die Einladung an den Papst aus und lehnten sie als Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche ab. Außerdem warfen sie mit Bezug auf ein falsch verstandenes Zitat Benedikt XVI. vor, als Kurienkardinal den kirchlichen Prozess gegen Galileo Galilei gebilligt zu haben.

Für den ältesten katholischen Akademikerverband in Deutschland ist die heute erfolgte Absage von Papst Benedikt XVI. eine nachvollziehbare Reaktion. Die UNITAS hält die erhobenen Forderungen nach einem Redeverbot und die angekündigten Störaktionen an einem Ort des Studiums und des Dialogs für unerhört. Sie erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt. 

Dass sich Papst Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist, unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in Italien und Rom von einer „Schande“ sprechen, sind nur zu verständlich.

gez.
Johannes Günther, Vorortspräsident


Der 1855 gegründete Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS zählt 6000 aktive und ehemalige Studentinnen und Studenten aller Fakultäten an deutschen Hochschulen. Sie sind als aktive katholische Christen sozialem Engagement verpflichtet, zu Toleranz und Zivilcourage, fächerübergreifender, wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Erweiterung des allgemeinen Wissens. Die UNITAS fördert zahlreiche soziale Projekte für Kinder und Jugendliche und zeichnet mit dem Heinrich-Pesch-Preis Persönlichkeiten aus, die sich um die Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre verdient gemacht haben. Der Verband ist Mitglied der Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands (KAD), der Aktivenverband ist Mitglied im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ). 



aus : unitas 3/4 2007

Kirche auf Sendung:
Eigener Kirchen-Kanal bald auf Sendung im TV?

von Bbr. Dr. Christof Beckmann


Noch Ende August hatte die mächtige WDR-Intendantin Monika Piel die Kirchen vor der Einrichtung eines eigenen Fernsehprogramm gewarnt. „Das Geld für solche Spartenprogramme wäre wahrscheinlich zum Fenster hinausgeworfen“, sagte sie am 29. August 2007 in einem Interview mit der Bonner Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“. Solche Pläne gefährdeten auch die Sendezeit der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Programm. Jetzt scheinen Dinge auf den Weg gebracht.

Mit ihrer damals geäußerten Haltung teilte die WDR-Chefin die Einschätzung der Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Dagmar Reim, bis 2006 Beraterin der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auch sie hatte erklärt, mit einem Kirchenkanal würde die katholische Kirche eine privilegierte Position im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufs Spiel setzen. „23 Stunden mit erhebenden Predigten eines Missionars des mittleren Westens reichen nicht aus“, hatte sie mit Blick auf religiöse Sender in den USA geäußert. Genau dort hielt sich zur selben Zeit der Trierer Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx auf. Vom 28. August bis zum 8. September unternahm er, von seinem Trierer Kommunikationsdirektor Monsignore Stephan Wahl begleitet, als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz eine Studien- und Informationsreise zu Gesprächen nach in Los Angeles, San Francisco und Washington D.C.. Auf der Agenda der Reise: Gucken, wie es dort die anderen machen … 

Katholische Christen müssten noch deutlicher und profilierter ihre Standpunkte in die öffentliche Diskussion einbringen, betonte Bbr. Marx. Deshalb sei es auch notwendig, das Engagement der Katholischen Kirche in den elektronischen Medien zu verstärken. Dazu führte er u.a. mehrere Gespräche mit amerikanischen Medienexperten. „Davon können auch wir in Europa eine Menge lernen, etwa wenn es darum geht, Inhalte der katholischen Soziallehre in den politischen Prozess der EU einzubringen“, so der Delegierte der deutschen Bischöfe bei der europäische Bischofskonferenz (COMECE).

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) Gebhard Fürst (Bild rechts) zeigte sich des „Spagats“ bewusst, den die deutschen Bischöfe im Falle einer Entscheidung für einen Spartenkanal wagen. Es wäre der Versuch, ein neues Angebot zu etablieren, „ohne die öffentlich-rechtlichen Anstalten zu vergrätzen“, äußerte er am 9. September. „Wir wollen nicht um jeden Preis auf die Showbühne“, unterstrich der katholische Medienbischof . 

Im Trend: Glaube in den Medien

Auf der aber muss sich die Kirche zunehmend behaupten: Denn Religion und Glaube nehmen einen deutlich prominenteren Raum in den Medien ein, wie u.a. Medienexperten am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin erörterten. Die Gründe scheinen vielfältig: Deutscher Papst und Weltjugendtag, Wertedebatte und Herausforderung des Islam. Das Fernseh-Publikum suche wieder mehr verbindliche Autoritäten, betonte hier der Medienwissenschaftler Jürgen Grimm. Zwar bleibe Verkündigung mit Anspruch auf absolute Wahrheit für das Medium Fernsehen weiter problematisch, doch dürften sich die Kirchen in den Medien dem Dialog mit anderen Weltanschauungen nicht verweigern. 

Noch vor wenigen Jahren wäre möglich gewesen, was Prominente heute in Talk-Shows über ihr Verhältnis zur Religion verraten: Ob Bundesminister Horst Seehofer (CSU) von stillen Tagen im Kloster berichtet oder sich Comedian Hape Kerkeling als Sinnsucher auf dem Jakobsweg präsentiert - Bekenntnisse wie diese könnten die Einstellungen eines Millionen-Publikums prägen, meint Ulrich Fischer, ZDF-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Von Religion hörten die meisten Deutschen zumeist nur noch en passant am Fernsehen. Auch Medienmacher erweisen sich zunehmend als Sinnsucher: Während etwa ZDF-Moderator Stephan Kulle über seine Konversion zur Katholischen Kirche berichtet, sprechen sich selbst bekennende Atheisten wie Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“, für ein offensiveres Zugehen der Kirchen auf die Menschen aus. Die mit ihrer Botschaft „eigentlich konkurrenzlosen“ Kirchen seien unverzichtbar in der Wertebildung und ethischen Ausbildung, erklärte er bei einer Diskussionsrunde des Fachverbands der Konfessionellen Presse im Rahmen der Jahrestagung des Verbands der deutschen Zeitschriftenverleger am 16. November in Berlin. Zudem gebe es außerhalb der Gotteshäuser eine Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnis, auf die die Kirchen reagieren könnten. Sie seien aber nicht vorne dabei, wenn es darum gehe, nach Sinn suchende Menschen abzuholen. 

Zum Thema „Kirche und TV“ war in den veröffentlichten Protokollen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 24. bis 27. September 2007 in Fulda noch wenig zu erkennen: In einem eigenen Tagesordnungspunkt unter „Gesellschaft und Soziales“ konzentrierte sich der Bericht von Medienbischof Dr. Gebhard Fürst im Wesentlichen auf die Neuordnung der Ausbildungsgänge des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp), das in München zusammengeführt werden soll. Die 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründete Journalistenschule bietet studienbegleitende Ausbildung, Volontärskurse für die kirchliche wie die säkulare Presse sowie spezielle Ausbildung für Theologinnen und Theologen an. Im veröffentlichten Bericht der Herbstvollversammlung spielte die Frage eines eigenen Fernsehkanal keine Rolle.

Nicht den Sekten überlassen

Ausgerechnet beim ifp-Jahrestreffen am 4. November 2007 in Ludwigshafen aber gab es neuen Zündstoff in der Frage: Vor mehr als 250 Absolventen der verschiedenen Ausbildungszweige empfahl der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) Jürgen Doetz den Kirchen, mit einem eigenen Sender in die digitale Fernsehwelt einzusteigen. „Überlassen Sie das Digitalfernsehen nicht dem Alpenverein, dem Anglerverein und den Sekten.“ Angesichts des zunehmenden Engagements nichtkirchlicher Glaubensgemeinschaften im Internet müssten sich die Kirchen verstärkt um ihre „mediale Auffindbarkeit“ bemühen, riet der Interessenvertreter des privaten Rundfunks. Er wisse auch, dass aus diesen Gründen Wirtschaftsunternehmen bereit seien, in ein kirchliches Fernsehangebot zu investieren, berichtete Doetz. 

Warnende Worte kamen bei der Veranstaltung allerdings aus der öffentlich-rechtlichen Ecke: Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und Claudia Nothelle, designierte Fernsehdirektorin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), rieten dazu, mögliche Konsequenzen eines eigenen Kirchenkanals für die Präsenz der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk genau zu prüfen und das bisher so gute Miteinander nicht zu gefährden. Ein eigenes Kirchenprogramm stehe in Konkurrenz zu den bisherigen Vereinbarungen, bekräftigte Raff die Position der öffentlich-rechtlichen Sender. Trotz persönlicher Sympathien für das Bestreben der Bischöfe, in der digitalen Welt in einer wie auch immer gearteten Form vertreten zu sein, halte er ein Vollprogramm jedoch für problematisch. „Ich kann nachvollziehen, dass die Kirchen den Markt nicht völlig den Sekten überlassen wollen“, meinte Claudia Nothelle. Die Frage eines kirchlichen Angebotes sei jedoch eine Frage der Qualität und des Umfangs. Ein eigener Kanal bedeute ein „anderes Miteinander“ von Kirche und öffentlich-rechtlichem Rundfunk, so Nothelle. Sie halte es weiterhin für wichtig, dass Kirche hier präsent sei. 

Bei der Herbsttagung der Katholischen Redakteure im Privatfunk (KAPRI) am 5. November in der Katholischen Akademie Stuttgart konkretisierte Medienbischof Gebhard Fürst, dass die Frage nach einem eigenen Fernsehkanal aber durchaus auf der Agenda bleibe und aktiv angegangen worden ist. Noch sei vor allem zu prüfen, wie ein 24-Stundenprogramm zu füllen sei, welchen Anspruch und welche Ausrichtung der Sender haben solle. Dazu sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und auf dem Weg. Nicht zuletzt scheine jetzt schon deutlich, dass man mit einem 3 Millionen-Euro-Etat pro Jahr nicht ganz auskommen werde: „Das dürfte auch ein bisschen teurer werden.“ Das Geld aber sei nicht das Problem, so der Bischof und erinnerte an die großen Gemeinschaftsleistungen der deutschen Diözesen der letzten Jahre - etwa bei der Entschuldung des Erzbistums Berlin. Im Mittelpunkt der Fragen stehe vor allem, wer die Verantwortung für das Programm und das betriebliche Management übernehme.

Kein Amtsblatt mit laufenden Bildern

Bei dem in der Diskussion stehenden TV-Spartenkanal dürfe es auf keinen Fall um ein „Amtsblatt mit laufenden Bildern gehen“, mahnte Bischof Fürst knapp zwei Wochen später in Berlin. Ziel sei ein katholisches Fernsehen „mit langer Leine“, ohne dass dies kirchliche Inhalte verwischen dürfe. Er wisse durchaus, dass dies auch Sprengstoff bergen könne. Kirche müsse aber „ein wenig die Nische verlassen“, in der sich die diözesanen Kirchenzeitungen gelegentlich gern aufhielten. Die Erstellung der Machbarkeitsstudie sei zu etwa 75 Prozent abgeschlossen. Der Kanal solle voraussichtlich ein zusätzliches Angebot zum bisherigen Medien-Engagement der katholischen Kirche sein. Derzeit noch immer völlig offen sei die Trägerstruktur eines solchen Fernsehens. Er hoffe auf eine Beteiligung möglichst vieler oder aller Diözesen. Bereits bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz Mitte Februar wolle er die Studie den anderen Bischöfen vorlegen, berichtete Deutschlandradio Kultur am 18. November. 

Zapp zur Kirche

Kirche auf Sendung mit eigenem Programm: Noch so eine Art „Verkaufssender“ mehr? Oder eine anderes „katholisches Phoenix“? Kirche auf Kanal 42 oder noch weiter hinten auf der Fernbedienung der Zapper-Republik? Unprofessionell dargebotene Erweckungstalks? Gnadenlos auf kalten Meeresboden versenkte Kirchensteuermittel? 

Trotz solcher Fragen und üblicher Drohszenarien der etablierten Programme ist eines klar: Die Kirche ist von Natur aus „auf Sendung“. Und ein gutes Programm, das viele erreicht, könnte auch vieles bewegen. Unter anderem nicht zuletzt die Einsicht, dass man nicht nur von einer „missionarischen Kirche“ reden darf. Man sollte auch mit den Menschen sprechen. Und in einer Medienwelt geht man am besten genau in die Welt, in der die Menschen sind. Es bleibt spannend.

aus: unitas 3/4 2007

Die Botschaft Jesu geht auch die Ungläubigen an

Christian Nürnberger: Jesus für Zweifler. 1. Auflage 2007, 272 Seiten, gebunden. 19,95 Euro, ISBN 978-3-579-06967-8.

Lange Jahre war der Journalist Christian Nürnberger der Meinung, dass das Christentum „nur noch Gerede und Geschwätz“ sei, eine von der Aufklärung widerlegte Religion, die sich selbst überlebt hat. In seinem Buch „Jesus für Zweifler“ kommt der Agnostiker Nürnberger zu dem Schluss, dass die Botschaft Jesu für die Menschen ein Segen ist.

Das Buch versteht sich als ein persönliches Zeugnis der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und anderen, vermeintlichen Heilsangeboten wie Kommunismus, New Economy und Komsumglaube. Christian Nürnberger, ein mit dem christlichen Glauben aufgewachsener Mensch, ist kein Atheist, er bezeichnet sich als Agnostiker, als jemand, der nicht weiß, was nach dem Tod passiert: „Ich bin ein radikaler Skeptiker, der allem misstraut.“ Seinen Glauben habe er als Theologiestudent verloren, doch ein ideologieloser „postmoderner Gewohnheits-Nihilist“ habe er nicht werden wollen. So befasste er sich aufs Neue mit der Botschaft Jesu und der Bibel. Herausgekommen ist das Buch „Jesus für Zweifler“, in dem Nürnberger aus der Perspektive eines Menschen schreibt, der auf die segensreichen Worte von Jesus Christus hofft, weil die Welt ohne Gott eine sinnlose Welt ist, in der das Leben eines jeden Menschen völlig gleichgültig ist.

Der globalisierten Welt des „Marktradikalismus“ etwa stellt Nürnberger einen anspruchsvollen Gott entgegen, der sagt: „Ich habe für euch ein anderes Gesetz, etwas Besseres als diese Konkurrenzgesellschaft, die beständig mehr Verlierer als Gewinner produziert“. „Teil- und Freizeitchristen“ genügen diesem Gott nicht, sagt Nürnberger. Die Botschaft Jesu sei ein Segen für die Welt, und habe auch den Ungläubigen viel zu sagen.

 

Die Nazarener und der Koran

Bbr. Prof. Dr. Joachim Gnilka: Die Nazarener und der Koran. Eine Spurensuche, Herder-Verlag, 176 Seiten, 14.90 €, ISBN 978-3-451-29668-0

Die Teilnehmer der AHB-/HDB-Tagung 2005 in Regensburg werden sich noch gut an Bbr. Prof. Gnilka und seinen Vortrag „Bibel und Koran - was sie verbindet, was sie trennt“ erinnern (vgl. UNITAS 4/2005, „Bibel und Koran“, Herder-Verlag, 6. Auflage 2007). Jetzt hat der international angesehene Bibelwissenschaftler Prof. Gnilka ein Buch über „Die Nazarener und der Koran“ veröffentlicht. Er geht von den Bibelzitaten des Alten und (hier vordringlich) des Neuen Testaments im Koran aus, und stellt zum einen fest, „dass der Koran keine unmittelbare Kenntnis kanonischer neutestamentlicher Schriften voraussetzt“ (S. 103). Zum anderen weist er nach, „dass matthäische Überlieferungen (im Koran) in Erscheinung treten, paulinische hingegen fehlen“ (S. 103). Woher bezieht also der Koran seine Ausführungen über den jüdischen und den christlichen Glauben? Warum gibt es diese eindeutige Fixierung auf judenchristliche Überlieferungen? Bbr. Gnilka beobachtet, dass die Christen im Koran unter dem Namen „Nasara“ erscheinen, was er bewusst mit „Nazarener“ und nicht mit „Christen“ übersetzt (vgl. S. 16). Die Nazarener waren aber eine stark an der jüdischen Gesetzgebung orientierte frühchristliche Gruppierung, die auch im Neuen Testament Erwähnung findet. Alle diese Spuren führen Bbr. Gnilka in die Frühzeit der Jerusalemer Christengemeinde, in die Auseinandersetzungen zwischen Juden- und Heidenchristentum, zwischen Petrus und Jakobus auf der einen und Paulus auf der anderen Seite. 
Bbr. Gnilka analysiert die unterschiedlichen Glaubensauffassungen der frühen Christen über den einen Gott und über Jesus Christus sowie ihre Einstellung zum jüdischen Gesetz. Er untersucht die Auseinandersetzungen mit dem Judentum in der Zeit bis zum Ausbruch des Jüdisch-Römischen Krieges und die überlieferten Zeugnisse danach. Sein äußerst informatives und spannend zu lesendes Buch endet mit einer aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die ältesten Inschriften des Jerusalemer Felsendoms aus dem letzten Jahrzehnt des siebten Jahrhunderts.

Thomas Lohmann

Konstantin und Europa

Bistum Trier (Hrsg.): Konstantin und Europa; 48 S. mit zahlr. farbigen Abb., ISBN 978-3-7902-0219-9, 9,90 Euro. Erhältlich beim Paulinus-Verlag, Tel. 0651 / 4608-121, Email: media@paulinus.de) und allen Buchhandlungen.

Zur Konstantinausstellung in Trier hat das Bistum Trier ein Magazin mit dem Titel „Konstantin und Europa“ herausgebracht, in dem Parallelen zwischen dem Römischen Reich zur Zeit Konstantins und dem heutigen Europa thematisiert werden. Prominente Politiker, wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kommen dabei genauso zu Wort, wie Theologen und Historiker oder der Trierer Bischof Bbr. Dr. Reinhard Marx. Zahlreiche farbige Abbildungen machen das Magazin zum idealen Begleiter der Konstantinausstellung, die einen wahren Besucheransturm verzeichnet.

Das Heft zeigt erstaunliche Parallelen zwischen der Zeit Konstantins und der heutigen Situation Europas auf. Die Nationalstaaten innerhalb EU sind – wie einst die römischen Teilreiche – auf ihren Vorteil bedacht, aus der Türkei, Osteuropa und Nordafrika drängen die Menschen in die EU. Gleichzeitig wird, ganz im Gegensatz zur Zeit Konstantins, das Christentum nicht gefördert, sondern die christlichen Wurzeln Europas bestritten. Angesichts dieser Parallelen geht das Buch der Frage nach: Können wir aus der Geschichte lernen? 

 

Vorschule des Betens von Bbr. Guardini

Romano Guardini: Klassiker des Christentums. Vorschule des Betens, 196 Seiten, gebunden, Weltbild, ISBN-10: 3828949460, ISBN-13: 9783828949461, 9.95 EUR

Ein Klassiker des Christentums ist neuaufgelegt: Die „Vorschule des Betens“ unseres Bundesbruders Romano Guardini (1885-1968), der zu den großen katholischen Religionsphilosophen und Theologen des 20. Jahrhunderts gehört. Als 33-Jähriger wurde Guardini mit einem Schlag berühmt, als 1918 sein schmales Werk „Vom Geist der Liturgie“ erschien. 1927 erschienen das kleine Werk „Von heiligen Zeichen“ und wurde für den geistigen Führer der liturgischen Erneuerung ein heute kaum mehr vorstellbarer Erfolg. Als diese Bewegung um die Jahre 1939 bis 1944 in eine Krise geriet veröffentlichte Romano Guardini auf Bitten des Mainzer Bischofs Albert Stohr eine Stellungnahme, in der er Liturgismus, Praktizismus, liturgischer Dilettantismus und Konservatismus als Gefahren für die Liturgie benannte. In dieses Umfeld reiht sich 1943 sein Werk „Vorschule des Betens“. Guardini fragte sich schon sehr früh, ob der heutige Mensch die überlieferten Texte des betenden gottesdienstlichen Feierns überhaupt noch verstehen könne, erläutert Kardinal Lehmann in seinem Nachwort zur aktuellen Neuauflage.

Bbr. Guardini zeigte in seinem Buch „Vom Geist der Liturgie“ und spätere Veröffentlichungen seine Überzeugung auf, nach der die Menschen durch die Gestaltung der liturgischen Handlungen und die Art des deutenden und bildenden Sprechens in das heilige Geschehen hineingeführt werden müssen. In seiner „Vorschule des Betens“ formuliert Guardini: „Beten ist eine innere Notwendigkeit, Gnade und Erfüllung – Beten ist aber auch Pflicht, Mühe und Überwindung. So gibt es das Erlebnis, aber auch seine Schule.“ Sein Weg ist der der einfachen Dinge: Vorbereitung und Ordnung des Gebetes (Übung, Sammlung, äußere Ordnung), die Wirklichkeit Gottes und Grundakte des Gebetes (Gott der Heilige, Anbetung, Lob, Bitte, Dank), die Heiligste Dreifaltigkeit und das Gebet (die Beziehung zu den göttlichen Personen), das mündliche Gebet (Wortformen im Gebet), das innerliche oder betrachtende Gebet (auch: das mystische Gebet), die Vorsehung (der Zusammenhang des Gebetslebens mit der Vorsehung), das Gebet zu den Heiligen und zur Mutter des Herrn, das Gebet in der Zeit des Unvermögens (Schwierigkeiten aus dem inneren Wandel des Lebens und aus Krisen des Glaubens), der Gesamtzusammenhang des christlichen Gebetslebens (das persönliche Gebet, die Liturgie, die Volksandacht).

Damit bleibt seine Arbeit eine wichtige Heranführung zum liturgischen Geschehen. Kardinal Lehmann: „Es ist ein tiefer Versuch, die anthropologischen, religiösen Grundvoraussetzungen zur Sprache zu bringen, die man früher, als sie einfach im Beten selbst lebten und funktionierten, weniger befragte, aber nun in der Krise ausdrücklich machen muss. … Die Sprache des Buches ist einfach, in der Art Guardinis: ruhig meditierend, ohne Hast, zielstrebig und sprachlich schön.“ Heute noch spricht sein vor über 60 Jahren geschriebenes Buch den Leser von heute noch unmittelbar und frisch an.

Bbr. Romano Guardinis Buch „Vorschule des Betens“ erscheint in der Reihe „Klassiker des Christentums“, die gemeinsam vom Rheinischen Merkur und dem Weltbild Verlag herausgegeben wird. Sie widmet sich neben Guardini bislang Paul Gerhardt, Thomas von Kempen, Thomas Morus, Martin Luther, Ignatius von Loyola und Dietrich Bonhoeffer.

CB

 

Artikel für "Rund um den Kirchturm" 3/2007:

Volles Haus an der Flurstraße
UNITAS-Studenten laden ein
 

BORBECK. „Volles Haus!“ meldet der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania an der Flurstraße. Zum Start des Wintersemesters 2007/08 sind neun Kommilitonen in das Studentenhaus des Vereins gezogen. „Wir hatten über das Internet inseriert und eine unerwartet große Nachfrage“, freut sich der derzeitige Vorsitzende Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über die neuen Mitbewohner aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen, Schwaben oder Hessen.

War es in den letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind die umfassenden Renovierungsarbeiten in dem im Sommer 2004 vom Verein erworbenen Haus nach anderthalb Jahren Umbauzeit nun im Wesentlichen abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und erschwinglichen Preisen scheinen die UNITAS-Studenten in eine Marktlücke gestoßen zu sein. Denn aktuell gestiegene Studentenzahlen machten für viele Studienanfänger die Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue Zimmer mit mehreren Bädern stehen nun in den beiden oberen Stockwerken des „Feldschlößchens“ zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im Trend. Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie Medizin, Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten in Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.

Der katholische Studentenverein will es den Neuankömmlingen in Borbeck leicht machen. Nicht nur in der Küche, sondern auch im großen Gemeinschaftssaal unter dem Dach, gibt es immer wieder spontane gesellige Treffen, bei denen sie den Stadtteil und die Gemeinde St. Dionysius vorstellen oder über die Grundlagen und Arbeit von Verein und UNITAS-Verband berichten, der vor über 150 Jahren von Studenten aus dem Ruhrgebiet in Bonn begründet wurde. Für die erst vor wenigen Jahren in Borbeck angedockte Ruhrania eine besondere Herausforderung: „Unsere jetzt noch kleine Gemeinschaft hat in ihrer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie ein eigenes Haus besessen“, so der Senior Daniel Muschellik. An diese Situation müsse sich der seit Anfang der 1990-er Jahre durch das Ruhrgebiet nomadisierende Verein auch erst gewöhnen. „Borbeck finden sie alle richtig gut“, sagt Daniel und freut sich auf gemeinsame Exkursionen.

Im Haus an der Flurstraße selbst sind noch größere Dinge geplant, denn im über 100 Jahre als Gaststätte genutzten Erdgeschoss soll zum Frühjahr 2008 eine völlig neue Gastronomie entstehen. Inzwischen habe der Hausbauverein hervorragend geeignete Partner aus der Region gefunden, die mit Hochdruck an den Ausbau gehen und auf ein erfolgreiches breites Angebot setzen. „Ein Umstand, der unser Haus noch attraktiver machen wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die sich jetzt schon auf viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird das in Borbeck nicht zu übersehen sein!“

Ihr inhaltliches Profil zeigt die UNITAS-Ortsvereinigung im Ruhrgebiet in diesen Monaten nicht nur durch gemeinsame Gottesdienste und Feiern zu den Festen ihrer Verbandspatrone Maria Immaculata im Dezember und Thomas von Aquin im Januar. So begleitet neben wissenschaftlichen Sitzungen eine Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen Bundesbrüdern den gemeinsamen Weg durch den Advent. Besonders Studenten, die mehr zur UNITAS erfahren wollen, sind hier immer herzlich willkommen. Auch, wer noch bei der Ausstattung des Hauses helfen kann: „Nicht nur schöne alte Kronleuchter bekommen hier einen Ehrenplatz.“ Zum Stand der Dinge am „Feldschlösschen“ und zu den laufenden Aktivitäten gibt es auch zahlreiche und immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

Termine bis Jahresende:

Mi 28.11., 19.30 Uhr: „Johannes, der Wegbereiter". Gemeinsam in den Advent mit Bbr. P. Benedikt Kisters CSsR, Redemptoristen-Kloster Bottrop-Kirchhellen, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

Mi 05.12., 19.30 Uhr: Wissenschaftliche Sitzung: „Armenien - Das erste christliche Land“, Ref.: Bbr. Gregor Heinrichs, gemeinsam mit dem UNITAS-Zirkel Essen im „Istra“, Essen-Rüttenscheid

Mi 12.12., 19.30 Uhr: „Maria, die im Ursprung Geheiligte“, Geistlicher Impuls mit Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann, Altena, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

Mi 19.12., 19.30 Uhr: „Immanuel, der Gott mit uns“, Geistlicher Impuls mit Bbr. Vikar Norbert Linden, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

 

Artikel auf www.unitas.org 

Essen: Volles Haus im Ruhrpott
Ruhranen erreichen wichtiges Zwischenziel

von Christof M. Beckmann
31. Oktober 2007

BORBECK. „Volles Haus!“ meldet die UNITAS Ruhrania an den Universitäten Duisburg, Essen und Bochum. Zum Start des Wintersemesters 2007/08 sind neun Kommilitonen in das UNITAS-Zentrum Ruhr gezogen. „Wir hatten über das Internet inseriert und eine unerwartet große Nachfrage“, freut sich der derzeitige Vorsitzende Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über die neuen Mitbewohner aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen, Schwaben oder Hessen. 

War es in den letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind die im Mai 2006 mit viel Eigenarbeit begonnen Renovierungsarbeiten nun im Wesentlichen abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und erschwinglichen Preisen scheint die UNITAS an der Ruhr in eine Marktlücke gestoßen zu sein. Denn aktuell in NRW und an den Ruhr-Universitäten gestiegene Studentenzahlen machten für viele Studienanfänger die Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue Zimmer mit mehreren Bädern stehen nun in den beiden oberen Stockwerken des „Feldschlößchens“ zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche hinter der eigenwilligen Fassade ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im Trend. Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie Medizin, Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten in Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.

Graue Haare inklusive 

Noch gibt es immer noch viel zu tun rund um Haus und Hof. Die Organisation der Dauerbaustelle, wie geschaffen dafür, den Verantwortlichen eine prachtvoll graue Haarpracht zu bescheren, hatte es in sich: Vor allem beim Innenputz, bei dem mehr als 25 Tonnen Material an die Wände kamen. Das über 100-jährige Haus - innen weitgehend Fachwerk - saugte mit großer Geschwindigkeit die Feuchtigkeit aus dem dick aufgebrachten Mörtel, was beträchtliche Rissbildung folgerte. Die Nacharbeitungszeit und der Baustopp für alle anderen Gewerke ließ den angepeilten Zeitplan vollends zusammenstürzen. Und doch haben es die Ruhranen irgendwie schließlich doch geschafft. Als Dauergäste mit „Goldenen Kundenkarten“ in den umliegenden Baumärkten brachten sie zuletzt in mehreren Arbeitseinsätzen nicht nur über 1000 Quadratmeter Tiefengrund, schließlich auch Farbe an die Wand und Lampen an die Decken: Pünktlich während des Einzugs des ersten neuen Hausbewohners kam der zweite Anstrich und der brandneue Laminat-Fußboden. Selbst Zimmertüren stellten sich schließlich ein. Und die Schränke der selbstmontierten Einbauküche haben ihre Aufhängungen bislang noch nicht verlassen.

Pächter ist gefunden

Ermöglicht haben dies nicht zuletzt die Entwicklungen der Verhandlungen mit potenziellen und geeigneten Pächtern für die von Beginn an geplante öffentliche Gastronomie im Erdgeschoss. Über vier Monate zogen sich die Gespräche des örtlichen Hausbauvereins mit den letzten Kandidaten, die sich auf eine ungeplante Regelung einließen. Die Verabredung über einen Baukostenzuschuss ermöglichte schließlich die volle Konzentration der Baumaßnahmen auf den als Studentenhaus genutzten Teil des Gebäudes. Sie haben auch die umfangreichen Berechnungen für die Kostenkontrolle etwas entspannt: Ungezählte Stunden verbrachten die Verantwortlichen bei diesem im ganzen Verband großen Objekt für die Abrechnung der zahlreichen Gewerke. Der Ruhranen-CC gab im Sommer bei einer Klausurtagung zudem grünes Licht für den Anbau eines eigenfinanzierten Wintergartens im Bereich des Biergartens, der damit die ganzjährig nutzbare Gastronomiefläche noch deutlich vergrößert und auf Dauer einen weiteren großen Gewinn für das Gesamtprojekt - und hoffentlich auch für den Verband - darstellt. Am Lukas-Tag kam es im Oktober mit den beiden zukünftigen Betreibern zum lange vorbereiteten Handschlag: Die ausgemachten Profis betreiben u.a. das „alpincenter“, die Skihalle in Bottrop und weitere gut laufende Lokale im Umfeld, verfügen über ausgezeichnete Kontakte und bringen in das Projekt große Investitionen ein. Nach derzeitigem Stand wollen sie das Haus unter seinem alten Namen „Feldschlösschen“ zum April 2008 eröffnen. Sie sind bereits mit Hochdruck an den Ausbau gegangen und setzen auf ein erfolgreiches breites Angebot. „Ein Umstand, der unser Haus noch attraktiver machen wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die sich jetzt schon auf viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird das nicht zu übersehen sein!“ 

UNITAS-Profil bilden

Währenddessen hat die über ein Jahr  wieder durch die Region nomadisierende Ruhrania, die in ihrer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie zuvor ein eigenes Haus nutzten konnte, in ihrem neuen Zentrum den geregelten Semesterbetrieb aufgenommen. „Ohne den UNITAS-Zirkel Essen wäre dies nie möglich gewesen“, stellt Alt-Senior Sebastian Sasse heraus. „Und noch ist es für uns eine ungewohnte Situation“, so sein Nachfolger Bbr. Daniel Muschellik. Denn jetzt gilt es im eigenen Haus auch verstärkt unitarisches Profil auszubauen. Die Bundesbrüder rechnen mit der Sogwirkung des stark vom ZHBV und Verband unterstützten Unternehmens in der ganzen Region. „Alle Zirkel im Umkreis sind herzlich eingeladen, dieses Haus als ihr Haus zu entdecken und zu nutzen“, so die Aktiven, HBV und örtlicher Hausbauverein.

Toller Saal entstanden

Besonders im neuen Veranstaltungssaal unter dem Dach, für den die Hausstatik mit Stahlträger und mächtigen Leimbindern verstärkt wurde: Neben den gemeinsamen Gottesdiensten und Feiern zu den Patronatsfesten im Dezember und Januar begleitet eine Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen Bundesbrüdern den gemeinsamen Weg durch den Advent. Hilfe ist noch bei der Ausstattung des Hauses gefragt: „Nicht nur schöne alte Kronleuchter bekommen hier einen Ehrenplatz“, so der unitarische Ortsverein an der Ruhr. 

Zum Stand der Dinge am „Feldschlößchen“ und zu den laufenden Aktivitäten gibt es immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

CHRISTA LANGEN-PEDUTO schreibt in einem Artikel des aktuellen RHEINISCHE MERKURS (Nr. 32, 09.08.2007) über Bundesbruder Monsignore Christoph Kühn (UNITAS Frankonia Eichstätt), den Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat:

RÖMISCHE NOTIZEN 

August-Stress im Staatssekretariat

VON CHRISTA LANGEN-PEDUTO

Besucher im vatikanischen Staatssekretariat eilen am liebsten gleich an die Fenster der langen Korridore. Der Blick von dort auf die Ewige Stadt ist atemberaubend schön. Und manch einer wird denken: Wie beneidenswert, dort zu arbeiten. Den Mitarbeitern des Staatssekretariats ist das bewusst. Die meisten haben allerdings selten Zeit für bewundernde Panoramablicke. Das gilt, in Benedikt-Zeiten, vor allem für die deutsche Abteilung der ersten Sektion für allgemeine Angelegenheiten. Jetzt herrscht dort Hochbetrieb, weil der Österreichbesuch des Papstes vom 7. bis 9. September ansteht. 2006 ging es um die letzten Vorbereitungen für den Bayernbesuch und 2005 für den Weltjugendtag in Köln.

Die deutsche Abteilung ist etwas aufgestockt worden, seit täglich eine Flut an Korrespondenz eintrifft. Vier Priester und drei Laien arbeiten dort. Letztere sind weiblichen Geschlechts – womit die Durchschnittsquote des Frauenanteils von 16 Prozent der Beschäftigen im Vatikan ganz im Sinne von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone erfreulich hoch überschritten ist. Seit 2001 leitet die Abteilung Monsignore Christoph Kühn. Der Nuntiaturrat ist Träger deutscher und österreichischer Verdienstorden, Commendatore der italienischen Republik und erhielt 2007 das Komturkreuz mit Stern des Fürstentums Liechtenstein.

Der 43-jährige Priester des Bistums Eichstätt und promovierte Kirchenrechtler gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Aufgabe des Staatssekretariats sei es, dem Papst in Fragen des täglichen Dienstes behilflich zu sein, heißt es im Profil der hohen Behörde. Die Mitarbeiter in der deutschen Abteilung sind nicht, wie der Privatsekretär des Papstes, Prälat Georg Gänswein, ins öffentliche Bild des Heiligen Vaters eingebunden. Man wirkt im Hintergrund. Nur mittwochs bei der Generalaudienz hat jeweils einer der Priester der Abteilung einen Auftritt. Er verliest die fast immer sehr lange Liste anwesender Pilgergruppen aus deutschsprachigen Ländern – sein eigener Name als Sprecher wird dabei aber nicht genannt.

Benedikt XVI. inspiriert mit seinen tiefgründigen Aussagen. Besonders Gläubige aus deutschsprachigen Ländern reagieren und schicken Briefe nach Rom. Diese bearbeitet die deutsche Abteilung. Jeder, der sich respektvoll an die Person des Heiligen Vaters wendet, ist einer Antwort würdig. Zum 80. Geburtstag des Papstes im April trafen rund 5000 Glückwunschschreiben allein von privaten Gratulanten aus dem deutschsprachigen Raum ein. So weit möglich, wurde allen gedankt. Bei besonderen Anliegen weist das Staatssekretariat die Schreiber darauf hin, sich vertrauensvoll an den Ortsbischof zu wenden.

Mit Blick auf die Österreichreise haben einzelne Pilger darum gebeten, dem Heiligen Vater während seiner Reise persönlich begegnen zu können. Da wird zumindest auf die vor Ort tätigen Organisation verwiesen.

Österreich sei ein katholisches Kernland Europas, sagte Monsignore Kühn kürzlich vor einer deutschen Pilgergruppe, „und wir wollen natürlich den Glauben durch diesen Papstbesuch stärken und vertiefen helfen“. Zuweilen hält er Vorträge vor besonders interessierten Reisegruppen, die sich über den Heiligen Stuhl und die Vatikan-Behörden informieren wollen. Das ist auch nahezu die einzige Möglichkeit, mit dem diskreten Monsignore ins Gespräch zu kommen.


 

Rechts: BORBECKER NACHRICHTEN vom 2.8.2007


aus: unitas 2/2007

Baustelle Ruhrgebiet: 
UNITAS-Zentrum 
auf der Zielgerade

Vor genau einem Jahr begonnen, geht nun die Totalsanierung des UNITAS-Hauses im Ruhrgebiet auf die Zielgerade. Nach dem Ausräumen und Abreißen, das die Aktiven im Mai/Juni 2006 begonnen hatten, waren ab August die ersten Handwerker an die Arbeit gegangen. Inzwischen sind alle komplett erneuerten Leitungen in der Wand, Trockenbauer und Verputzer, Zimmerleute und Dachdecker sind mit den Hauptgewerken weitgehend fertig.

Inzwischen geht der Innenausbau mit Fliesenarbeiten weiter, Fußböden werden noch abgeschliffen und Türen eingesetzt. Rundum sind die Fenster komplett erneuert und die Fassade soll noch in diesem Jahr in strahlendem Gelb und Weiß leuchten. Ein Highlight, das sogar in der örtlichen Presse gewürdigt wurde, waren statische Sicherungsarbeiten, für ein tonnenschwerer Stahlträger und mächtige Leimbinder in das Haus schwebten. Damit musste die UNITAS Ruhrania auch im Sommersemester wieder improvisieren: Das Programm hatte die Aktivitas mit Senior Sebastian Sasse in enger Zusammenarbeit mit dem Essener UNITAS-Zirkel geplant.

Arbeitseinsätze am Haus

Gemeinsame Arbeitseinsätze auf dem Haus setzten Anfang März den „Akademischen Bautrupp“ erneut in Bewegung: Während die Bauarbeiten fortschritten, sorgte ein „Finales Räumkommando“ außen und innen am UNITAS-Zentrum für Ordnung. In gemeinsamer Aktion von Jung und Alt wirbelten 12 Bundesbrüder an der Flurstraße, entsorgten mit mehreren Anhängerführen alte Polstermöbel, Matratzen, Kühlschranke, eine Menge Müll und mehrere Ladungen Laubsäcke vom Gelände. Einzelne Teams schwärmten in die Zimmer aus, bald schufen Dampfgeräte tropisches Klima, in dem man den letzten Tapetenresten zu Leibe rückte, um die Wände für den Innenputz vorzubereiten. Muster aus 100 Jahren der deutschen Geschichte traten zutage, selbst ursprüngliche Wandmalereien wurden sichtbar. Wo der Putz bröselte, half der Hammer, und an vielen Stellen wurde alles bis auf die mit Drahtgeflecht genagelten Fachwerkbalken freigelegt. Während ein einziges Rumoren das ganze Haus füllte, alterte mancher um Jahre - zumindest optisch: Der allgegenwärtige Staub kroch in jede Pore, weiße Schläfen und die brettharte Haarpracht keltischer Krieger waren der Lohn für eine konzentrierte knüppelharte zwölfstündige Arbeit. Allen ein Vorbild: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese mit verwegener Kappe, seinen 70 Lenzen und unitarischen 100 Semestern. Bald zeigten sich Haus und Hof von einer völlig neuen Seite, weitere 1,5 Tonnen Laub wurden bei einer weiteren Expedition entsorgt. Natürlich fehlten reviertypische Atzung, Currywurst mit Pommes und ein Schluck leckeres Dampfbier nicht …

Wissenschaftsarbeit 
und Flagge zeigen

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Wissenschaftlichen Sitzungen mit dem Essener Zirkel standen zu Beginn vor allem religiöse Themen: Gut 30 Gäste versammelte im März ein Vortrag von Bbr. Rüdiger Duckheim über Aufbau und Wesen der Heiligen Messe. Sein klar gegliedertes Referat zu Aufbau und historischer Entwicklung von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier betrachtete die wesentlichen Neuerungen und Vorschriften der Liturgie-Konstitution des II. Vatikanischen Konzils, aber auch Fehlentwicklungen und neue Ideen. Eine intensive Debatte schloss sich auch dem Vortrag an, den Anfang April Bbr. OStR i.R. Erich Wagner über die Christliche Hoffnung hielt.

Die Aktiven rüsteten bereits für eine politische Aktion: Am 21. April hieß es für die Ruhr-UNITAS bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung der NPD und sogenannter „Freier nationalistischer Kameradschaften“ Flagge zu zeigen. Mitten im Protest eines breiten Bürgerbündnisses aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und vieler gesellschaftlicher Gruppen stand die Ruhrania mit ihrer Ludgerus-Fahne unter 1.000 Demonstranten. Mit dem Slogan „Essen stellt sich quer - Borbeck stellt sich quer“ machten sie unter vollem Geläut vom Kirchturm auf dem Alten Markt in Borbeck unmissverständlich klar, dass rechte Parolen und Neonazis in Borbeck nicht willkommen sind. Geradezu passend starteten der Essener Zirkel und Aktive in den Marienmonat Mai: Ein Vortrag von Bbr. Michael Heliosch berichtete über Entstehen und Botschaft der „Madonna von Stalingrad“, die vor 65 Jahren im Kessel von Stalingrad entstand und heute in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufbewahrt wird.

Europa-Kneipe in Essen

Zur Feier des Europa-Tages Anfang Mai widmete die Ruhrania dem Andenken von Bbr. Robert Schuman erstmalig eine Europakneipe. Dabei bewiesen die Düsseldorfer Rheinfranken mit Alt-VOP Rolf Berweiler wahre bundesbrüderliche Verbundenheit: Sie reisten gleich mit mehreren Bundesbrüdern an und halfen kräftig bei der hervorragend laufenden Versorgung der Corona. Besonderer Höhepunkt des Abends im Kneipsaal der befreundeten CV-Verbindung KdStV Nordmark wurde die vom Bundeslied umrahmte hochoffizielle Aufnahme zweier um die UNITAS an der Ruhr verdienter Borbecker. Feierlich nahm Präside Sebastian Sasse als neue Ehrenmitgliedschaft Vikar Norbert Linden von St. Dionysius Borbeck und Norbert Breiderhoff, Vorsitzender des örtlichen CV-Zirkels „Kohle“ als unitarische Bundesbrüder auf. Die Laudationes übernahmen Bbr. Helmut Wiechmann, aus Altena angereister Geistlicher Verbandsbeirat und Ehrensenior Bbr. Dr. Christof Beckmann. Der Essener Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese überreichte gerahmte Urkunden aus und überbrachte die Grüße der Altherrenschaft. Ein die überverbandlichen Kontakte lobendes Grußwort sprach Martin Niklas, Vorsitzender des CV-Zirkels Essen. UNITAS-Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll appellierte in seiner Grußrede zu konsequenter, gelassener und zuversichtlicher Arbeit für das christliche Fundament des vereinigte Europa. Dazu könne und müsse, so Bbr. Krüll, der Schulterschluss der katholischen Korporationen einen wichtigen Beitrag leisten.

Mit dem Thema hatte sich der Convent bereits seit Beginn des Semesters intensiv beschäftigt. Über mehrere Wochen galt ihm der inhaltliche Schwerpunkt: Die UNITAS an der Ruhr startete ein Internetprojekt mit zahlreichen europarelevanten Dokumenten, rief zu Unterschriften auf und entwickelte in Abstimmung mit den Thüringer Bundesbrüdern von UNITAS Ostfalia in Erfurt eine Resolution, die zeitgleich zum Berliner Europa-Gipfel am 25. März mit drei Anträgen verabschiedet wurde. Sie zielten auf eine nachhaltige Verstärkung des europapolitischen Engagements des Verbandes, auf ein Bewusstwerden der großen Tradition, in der die UNITAS mit ihrem prominenten Mitglied Robert Schuman steht, und auf die Verabschiedung einer Resolution, die als Signal für die Ausrichtung der zukünftigen Verbandsarbeit wirken sollte. Nach der Generalversammlung zogen die Ruhranen eine rundum zufriedene Bilanz: Nicht alle Formulierungen waren erwartungsgemäß auf Zustimmung gestoßen, doch blieb zum Schluss exakt das Ergebnis, das sich die Antragsteller erhofft hatten.

Froher Pfingsttag 2007 an der Ruhr

Während sich seit Ende Mai Trockenbauer, Installateure und Elektriker auf der UNITAS-Baustelle an der Flurstraße die Klinke in die Hand gaben, startete der Innenputz, der sich aus dem ersten Obergeschoss langsam ins Erdgeschoss vorarbeitete. Vorsichtigerweise war das große Fest zu Pfingsten noch nicht im Haus geplant worden, zu dem Bbr. Marc Schmidt in die benachbarte Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata in Borbeck einlud. Zu seiner feierlichen Aufnahme in die katholische Kirche versammelten sich fast 40 Mitfeiernde, seine Familie, Vertreter der Altherrenschaft und Aktive der unitarischen Familie in und um Essen. Zelebrant Bbr. Pater Benedikt Kisters CSsR vom Jugendkloster der Redemptoristen in Kirchhellen, sprach in seiner sehr persönlichen Predigt von einer in der Gemeinschaft der UNITAS lange gereiften Entscheidung. Sie habe Bbr. Marc als evangelischer Christ nicht gegen etwas, sondern für das getroffen habe, was ihm wichtig geworden sei. Im Namen des Bischofs Felix Genn von Essen nahm Benedikt Marc in die Katholische Kirche auf und firmte ihn - eine besondere Freude auch für die beiden Paten seiner Leibfamilie, die mit Marc vor den Altar treten durften und als Zeugen per Unterschrift attestierten. In den Fürbitten nahm ihn die feiernde Gemeinde ins Gebet und bat um Gottes Geist für die UNITAS-Gemeinschaft. Fürbitten, Lesung und Dienst der Ministranten am Altar hatten Aktive und Alte Herren übernommen.

Wesentliche Glaubenswahrheiten stellten sich Zirkel und Aktivitas Anfang Juni: Eine Wissenschaftliche Sitzung von Bbr. Richard Laudage entwickelte am Beispiel des Festes „Christi Himmelfahrt“ mehrere Einzelaspekte, insbesondere die „Verherrlichung Christi“ durch seine „Erhöhung“ und „Inthronisation zur Rechten des Vaters“. Eine Veranschaulichung der Motive brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Tief in die Mystik führten eine ganze Reihe von Fragen in der anschließenden Debatte, die insbesondere die Themen von „Person“, „Identität“, „Verwirklichung“ des Menschen und seine Begegnung mit Gott betrafen.

Unter einem anderen Aspekt setzte das Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius am 10. Juni die Diskussionen fort: Der Bochumer Professor und Studiendirektor für Religion und Deutsch am Abteigymnasium Duisburg, Dr. Gerd Neuhaus, beschäftigte sich bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in Essen-Werden mit dem Satz „Außerhalb der Kirche kein Heil“. Der Zirkelvorsitzende  Bbr. Martin Gewiese begrüßte nach dem gemeinsamen Lateinischen Choralhochamt in der benachbarten Ludgerus-Basilika rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Der knapp einstündige Vortrag lieferte für die anschließende, von Aktivensenior Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. In einer weiteren Wissenschaftlichen berichtete Senior Sebastian Sasse über seine Forschungsergebnisse zu dem christlichen Gewerkschafter und Politiker Adam Stegerwald vorstellen.

Während nun der dick aufgebrachte Putz auf den Wänden in der Baustelle durchtrocknet, wollen die Aktiven das Haus immer mehr wieder voll in Besitz nehmen. Noch gibt es viele Arbeiten, die anstehen, doch soll so schnell wie irgend möglich bereits der Vereinsbetrieb dort wieder anlaufen. Wann die ersten Bundesbrüder wieder einziehen können, wird in Abstimmung mit der Bauleitung entschieden. Gleichzeitig zielen Verhandlungen mit einer Brauerei und einem Bierverlag auf die Eröffnung der Gastronomie im Erdgeschoss mit ihrem Biergarten noch in diesem Jahr. Soviel steht fest: Im Winter gibt’s im Ruhrgebiet freie Zimmer!

 

aus: unitas 2/2007
Friedhelm Ost – 65 Jahre

Bundesbruder Friedhelm Ost vollendete am 15. Juni sein 65. Lebensjahr – Anlass für eine Würdigung auch in der UNITAS-Zeitschrift. Staatssekretär a. D. Friedhelm Ost kann auf ein reich erfülltes und aktives Leben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zurückblicken. Dabei dürfte „sein Rückblick“ nicht der eines angehenden Ruheständlers sein, sondern eher eine Motivation für die zahlreichen Aufgaben, die er auch künftig engagiert wahrnehmen wird.

Nicht zuletzt als Vorsitzender des Krone-Kreises und mit seinem persönlichen Einsatz in den jährlichen Krone-Seminaren trägt er wirksam dazu bei, die UNITAS und ihre Überzeugungen in Politik und Gesellschaft zur Geltung zu bringen. Dazu wünschen wir ihm weiterhin Gottes Segen, Gesundheit und Erfolg. 
Ohne hier einen vollständigen Überblick geben zu können, sei doch an die wichtigsten Stationen seines Wirkens erinnert: Geboren in Castrop-Rauxel, studierte Friedhelm Ost nach dem Abitur von 1961 bis 1965 Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Köln (Abschluss: Dipl.rer.pol.). Sein Studium finanzierte er u.a. als Hilfsarbeiter im Bergbau – eine prägende Lebenserfahrung. Anschließend war er drei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Großbank. Es folgten 12 Jahre als Wirtschaftsredakteur, Moderator und Kommentator beim ZDF. Von 1985 bis 1989 übte er als Staatssekretär das Amt des Chefs des Bundespresse- und Informationsamtes der Bundesregierung aus. Dann war er einige Jahre wirtschaftspolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, freier Journalist und Publizist.
Ein entscheidender Schritt war 1990 seine Direktwahl in den Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Paderborn. Das Mandat hielt er drei Legislaturperioden mit beachtlichen Stimmen-Anteilen (rd. 57 bzw. 54 %). Bis 1998 war Friedhelm Ost vor allem bekannt als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages. Sein Talent, schwierige Zusammenhänge der Wirtschafts- und Sozialpolitik allgemein verständlich zu vermitteln, kam ihm dabei besonders zugute.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2002 blieb Bundesbruder Ost „am Ball“: Die Mitgliedschaft in mehreren Aufsichtsräten und Beiräten sowie seine Beratertätigkeit ebenso wie sein soziales Engagement als Präsident der „Luftbrücke für atemerkrankte Kinder in Deutschland“ sind dafür ein beredtes Zeugnis. Seine Tätigkeit für das Allgemeinwohl fand Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, des Handwerkszeichens in Gold und durch Orden ausländischer Staaten.
So danken auch wir Bundesbrüder Friedhelm Ost für sein verdienstvolles Wirken, insbesondere für unsere UNITAS. 

Dr. Otto Paleczek

 

aus: unitas 2/2007
In memoriam Bbr. Pfarrer Werner Greitemann

WATTENSCHEID. Bbr. Pfarrer Werner Greitemann, geboren am 15. November 1921, zum Priester geweiht am 23. Juli 1959 in der Propsteikirche zu Bochum, ist am Abend des Pfingsttages, 27. Mai 2007, gestorben.

Nach zwei Kaplanstellen in Wattenscheid und Hattingen ernannte ihn der Bischof im April 1968 zum Rektoratspfarrer an St. Paulus in Mühlenrahmede. Im Mai 1976 kehrte er nach Wattenscheid zurück, wo er zunächst 11 Jahre als Krankenhausseelsorger im Marien-Hospital tätig war. Im April 1987 übernahm Bbr. Greitemann die Aufgabe des Hausgeistlichen im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth von Thüringen. Hier hat er bis zu seinem Tode gewirkt und war den Bundesbrüdern vom UNITAS-Zirkel Bochum immer Ansprechpartner. 
Zeitlebens begegnete er den Menschen mit großer Herzlichkeit und ansteckender Freude. Vielfach war er Zelebrant der unitarischen Vereinsfeste.
Beim Auferstehungsamt mit anschließender Beisetzung auf dem Propsteifriedhof der Propsteikirche St. Gertrud in Bochum-Wattenscheid am 2. Juni gaben ihm Bundesbrüder aus Wattenscheid und Bochum das letzte Geleit.

 

Gedenkt unserer verstorbenen Bundesbrüder

Gelsenkirchen: Bbr. Pfarrer i.R. Bernd Hoffs, geboren am 6.9.1929, rezipiert bei UNITAS Reichenau Freiburg im Mai 1954, philistriert zum 4.11.1958, ist am 8. April 2007 gestorben. Er gehörte dem UNITAS-Zirkel Gelsenkirchen an.
Castrop-Rauxel: Bbr. StD i.R. Josef Große-Schware, geboren am 12.2.1929, aktiv seit Juni 1950 bei UNITAS Rhenania Bonn, philistriert zum Januar 1959, ist am 9. Mai gestorben.
Bochum: Bbr. StD i.R. Heinz Wiemers, geboren am 17.1.1927, aktiv seit Dezember 1948 bei UNITAS Burgundia Münster und philistriert zum 1. April 1958, ist am 1. Juni 2007 verstorben.

 

21. Juni 2007
Jugendzentrum in Venezuela feierlich eingeweiht
Christian Lopez Casanava war unser Mann in Caracas

von Christof Beckmann
(www.unitas.org unter Aktuelle Nachrichten")

BONN/CARACAS. Über Viel Lob, viel Dank und großes Interesse an der UNITAS berichtet Bbr. Christian Lopez Casanava von UNITAS-Salia in Bonn. Er hatte sich für eine kurze Woche auf den anstrengenden Weg übers große Meer gemacht und die UNITAS am 9. Mai bei der Einweihung des Verbandsprojekts in Caracas/ Macaracuay vertreten. Bereits bei der Generalversammlung in Trier erstattete er Bericht und präsentierte die Dankesurkunde. Hier in einer Vorabveröffentlichung für die unitas 2/2007 Eindrücke aus seinem aktuell vorliegenden Reisetagebuch.

Wie Bbr. Lopez Casanava berichtet, wurde die Einweihung „unseres“ Jugendzentrums zu einem großen und feierlichen Ereignis: Padre Pascual Chavez Villanueva SDB, römischer Generaloberer der Salesianer weltweit, segnete höchstpersönlich die neue Multifunktionshalle. Sie trägt in Zukunft den Namen "Casa UNITAS" und ist ein wichtiger Beitrag für die Jugendarbeit des Ordens inmitten lebensgefährlicher Zustände in den Armenvierteln der venezolanischen Hauptstadt. Viele Erlebnisse machten dem Vertreter unseres Verbandes in dem lateinamerikanischen Land den großen Umbruch deutlich, in dem sich das ölreiche Venezuela derzeit befindet. Bei den Patres selbst feierte er an jedem Morgen die Messe mit, erlebte Straßenkinder und Alltagsszenen, die sich ein Mitteleuropäer kaum ausmalen könne, wie er schreibt. „Direkt am Basketballfeld wuchert eine Wellblechsiedlung am Hang. Eines von vielen Slumviertel oder „barrios“, wie sie hier genannt werden. Hier herrschen seit Jahren die nackte Gewalt - Armut, Drogen und Waffen. In ihrem Zentrum können die beliebten und hoch angesehenen Salesianerpatres die Jugendlichen versammeln und mit ihnen arbeiten, sie müssen sich nicht auf den teilweise gefährlichen Weg zu ihnen in die Barrios selbst machen.“ Das Land, so Bbr. Christian, bewege sich nach seinen Beobachtungen auf eine unsichere Zukunft zu. Die katholische Kirche versuche sich in einer sehr angespannten Lage als Vermittler zwischen Regierung und Opposition.

Neue Chancen 
für die UNITAS Don Bosco

Zahlreiche Menschen waren zur Einweihung des Zentrums gekommen: Jung und Alt, Reich und Arm, Schüler und Studenten. Mit einem Gottesdienst wurde es in Betrieb genommen, freundlich habe man die Anwesenheit des UNITAS-Verbandes aus Deutschland aus Deutschland registriert. „Ich muss gar Autogramme geben, bis ich länger mit den Architekten reden kann. Sie bedankten sich in höchsten Tönen bei der UNITAS für die Unterstützung“, schreibt Christian in seinem Tagebuch. Nicht nur der Generalobere der Salesianer habe sich eingehend nach dem Verband erkundigt, auch viele andere Gespräche hätten ihm das große Interesse an dem deutschen Studentenverband deutlich gemacht.

Für die 2001 gegründete und zwischenzeitlich eingeschlafene „UNITAS Don Bosco“ scheinen sich mittlerweile neue Möglichkeiten abzuzeichnen. Das Potenzial sei da, man müsse es nur richtig ausschöpfen, so die Meinung der Salesianer, die am Ort universitäre Einrichtungen betreiben. Ein direkter Kontakt durch einen Elektrotechnikstudenten sei an die Uni bereits angebahnt. „Nicht zuletzt“, schreibt Christian, „eine UNITAS in Venezuela kann etwas bewirken, was aus deutscher Sicht kaum vorstellbar ist. Sie kann jungen Menschen eine Sicherheit vor möglichen staatlichen Repressalien geben. Ein Grund mehr, an der Sache dranzubleiben und den neuen Schwung zu nutzen! Tatsächlich wollen also die Salesianer selbst aktiv werden und damit auch ihre Dankbarkeit zeigen.“

Sein Appell an alle Bundesbrüder: „Bundesgeschwister, die mit dem Gedanken spielen, einen Spanischkurs in Venezuela zu belegen oder eine Praktikumsstelle dort bekommen, mögen sich bitte an mich (christian.lopez@gmx.de) oder Christof Beckmann wenden, damit wir alles weitere organisieren können. Wir müssen die UNITAS in Venezuela unterstützen! Was läge da nicht näher, als einen Austausch wie in vergangen Zeiten wieder zu beleben?“

HINWEIS:
Den ganzen Bericht zum Nachlesen mit zahlreichen Bildern auf www.unitas-ruhrania.org/seite30.htm.

 

HIER KLICKEN & ANHÖREN.21. Juni 2007
UNITAS im Radio

160 Jahre lebendige Tradition

BONN/NRW. „Ich studiere katholische Theologie, wollte es  immer schon. Ich habe ich eine Deutschlandtour gemacht, hab mir Bonn angeschaut, mich für Bonn auch entschieden und bin dann über das Internet an die UNITAS gekommen. Und dann wollte ich nicht mehr weg.“ 

So begann heute morgen ein Radiobeitrag in der kirchlichen Sendereihe „Augenblick mal“, mit dem im nordrhein-westfälischen Privatfunk landesweit die UNITAS vorgestellt wurde. Gesprächspartner zur besten Sendezeit in der „Primetime“ zwischen 6 und 9 Uhrauf 46 Lokalsendern  war Bbr. Matthias Schulz, im Sommer- und Jubelsemester amtierender Senior der UNITAS-Salia in Bonn.  

UNITAS: Super-Synergien

Hintergrund für den von Bbr. Christof Beckmann verfassten Beitrag war das gerade gefeierte 160.Stiftungsfest des von Studenten aus dem Ruhrgebiet gegründeten ersten UNITAS-Vereins. Die Salia hatte das unter anderem mit einem Festkommers im Rittersaal der Godesburg in Bad Godesberg gefeiert. Matthias Schulz, gebürtig aus Geesthacht im Speckgürtel von Hamburg, hatte kräftig mitgefeiert und berichtete im Radio von seinen ersten Erfahrungen: „Die Leute waren gut, die Sache war gut, wir hatten ein soziales Projekt auf die Beine gestellt, eine super Synergie, die sich ergeben hat. Und die Leute möchte ich auch nicht mehr missen“, erklärte er am Morgen einem Millionenpublikum. Christliche Grundsätze, so der Bericht, seien für die UNITAS selbstverständlich, katholisch sei der Verband bis heute geblieben und scheine noch immer noch zu überzeugen: Gerade habe die UNITAS-Salia in Bonn einen Pokal für die beste Nachwuchsarbeit im Verband geholt, 13 neue Studenten für die Sache begeistert und damit zum Beispiel die UNITAS in Münster oder Aachen knapp hinter sich gelassen. Nach 160 Jahren im Auf und Ab der deutschen Geschichte wolle die UNITAS eine Gemeinschaft sein, in der der Glaube an Jesus Christus lebendig ist: „Die Tradition, unsere Grundprinzipien Tugend, Freundschaft und Wissenschaft sind immer aktuell“, so Salia-Senior Matthias Schulz.

HINWEIS:
Der ganze Beitrag zum Hören per Klick aufs Bild 
oder mit zahlreichen Zusatzinformationen auf www.kip-nrw.de unter „Augenblick mal“.

Ein Bericht mit Bildern auf www.unitas-ruhrania.org unter „Aktuell“.

 

Unitarier im TV-Programm
Kaiser im Doppelpack: Konstantin und Karl der Große


Historische Themen mit aktuellen Bezügen werden im Fernsehprogramm der nächsten Tage mit Bundesbrüdern der UNITAS bestritten. Bereits beim Festkommers zur Trierer Generalversammlung hatte Bischof Dr. Reinhard Marx (UNITAS Hathumar Paderborn, UNITAS Winfridia Münster) auf die anstehende Ausstrahlung einer Talkrunde über Kaiser Konstantin verwiesen, zu der er als Ortsbischof in Trier eingeladen war. Sie ist am 5. Juni im SWR-Fernsehen zu sehen und im Saarländischen Rundfunk zu hören. Zuvor wird bereits eine weitere SWR-Sendung am 2. Juni die Konstantin-Ausstellung in Trier vorstellen, an der Bbr. Marx ebenfalls als Gesprächspartner beteiligt ist. Zudem steht bereits für Pfingstsonntag die Ausstrahlung einer ZDF-Doku über Kaiser Karl den Großen an. An der Produktion beteiligt war u.a. die im münsterländischen Greven lebende Familie des Ehrenseniors von UNITAS Winfridia in Münster, Dr. Hermann-Josef Drexler.



„Mit Schwert und Kreuz - Karl der Große und die Sachsenmission“, 
27. Mai 2007, 18.15 Uhr, ZDF


„Mit Schwert und Kreuz“ lautet der Titel der Dokumentation zur Christianisierung der Sachsen durch Karl den Großen, die am 27. Mai 2007 um 18.15 Uhr ausgestrahlt wird. Der 45-minütige Film von Gerold Hoffmann, eine Produktion der Berliner EIKON Media im Auftrag des ZDF, wurde an Originalschauplätzen in Deutschland, der Schweiz und in Rom gedreht.

Er stellt die Sachsenmission in den Rahmen der weltpolitischen Bedeutung Karls des Großen, der zu Recht als „Vater Europas“ und Begründer des christlichen Abendlandes bezeichnet wird. Eine besondere Qualität erhält der Film außerdem durch die Mitwirkung von Historikern und Archäologen und durch modernste Computer-Animationen. Der Autor geht der Frage nach, ob das Verdikt vom blutrünstigen Sachsenschlächter Karl (747-814) gerechtfertigt ist. Bei seiner Unterwerfung der heidnischen Nachbarn im Nordosten seines Reichs habe er ihnen das Christentum mit dem Schwert beigebracht, „Tod oder Taufe“ soll seine Losung gewesen sein – so ist es in vielen Geschichtsbüchern zu lesen. 

Die Dokumentation zeigt, dass dieses Geschichtsbild heute korrigiert werden muss, denn Karl hatte die Missionspolitik in der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit deutlich verändert. Was hinter diesem Sinneswandel steckt, verfolgt die ZDF-Doku anhand eines archäologischen Fundes bei Ausgrabungen am Dom von Paderborn, eines Skeletts eines Toten aus der Zeit Karls des Großen, der zur ersten Christengeneration im Norden Deutschlands gehörte. Die Dokumentation beschreibt, wie das Leben dieses Mannes ausgesehen haben könnte. Die Aktionen Karls des Großen werden durch Ausschnitte aus dem italienisch-französischen Spielfilm „Karl der Große“ (Regisseur Clive Donner Produktion 1994) erzählt. Dokumentarische Bilder und nachgestellte Szenen schildern aus der Perspektive eines einfachen Sachsen, wie Karl den christlichen Glauben in Deutschland verbreitet und dabei nicht nur das Schwert benutzt hat. 

Diese Spielszenen wurden im Freilichtmuseum Sachsenhof gedreht, dem die Familie des Münsteraner Ehrenseniors Hermann-Josef "Papi" Drexler (s. Bilder) seit vielen Jahren aktiv verbunden ist. Mit von der Partie sind seine Frau Liesel (oben) und das zweite Enkelkind Carla, das in einer Geburtsszene zu sehen ist. Liesel wird beim Spinnen gezeigt, während sich Bbr. Hermann-Josef Drexler (im Bild rechts), von Hause aus promovierter Chemiker, bei der nächtlichen Eisenherstellung am Rennofen nützlich macht.

Die Rückkehr des Kaisers - Konstantin der Große in Trier
Samstag, 2. Juni 2007, von 21.50 - 22.20 Uhr im SWR Fernsehen

Die Herrschaft Kaiser Konstantins markiert einen Wendepunkt zwischen heidnischer Antike und dem christlichen Mittelalter. Konstantin legte mit seiner christenfreundlichen Politik den Grundstein für das christliche Europa. In der Fernsehreihe „Schätze des Landes“ geben der Historiker Alexander Demandt und der Trierer Bischof Bbr. Reinhard Marx am Samstag, 2. Juni 2007, von 21.50-22.20 Uhr im SWR Fernsehen Auskunft über die bis heute kontrovers diskutierte historische Persönlichkeit.

Unter Konstantin erlebte das römische Imperium eine letzte Blüte. Trier, die älteste Stadt Deutschlands, war zehn Jahre lang die Residenz dieses Kaisers. Vor 1700 Jahren, im Jahr 307, erhielt Flavius Valerius Constantinus die Augustuswürde von Kaiser Maximian - wahrscheinlich in Trier. Das Datum ist Anlass für eine große Landesausstellung, die an drei Museumsstandorten in Trier ausgerichtet wird. Ein Film Utz Kastenholz stellt die Ausstellung vor. Sie ist der Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg und Großregion - das kulturelle Ereignis des Jahres. Drei Trierer Museen wurden dafür völlig umgestaltet. Allein im Rheinischen Landesmuseum stehen nun 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Von den 1000 Exponaten werden ein Drittel wertvolle Leihgaben aus den großen Museen der Welt sein.

Blickfang der Ausstellung ist die originalgetreue Kopie des Kopfes der Kolossalstatue des Kaisers aus dem Konservatorenpalast in Rom. In einem neuartigen Verfahren unter Einsatz modernster Technik und alter Handwerkskunst schuf der Berliner Bildhauer Kai Dräger diese sechs Tonnen schwere Kopie. Wir haben den Herstellungsprozess in allen Phasen dokumentiert. Daneben wird eine dreidimensionale Rekonstruktion der ehemals 12 Meter hohen Kolossalstatue Kaiser Konstantins zu sehen sein. Als Gesprächspartner zeigen der Bundesbruder Bischof Reinhard Marx und der Historiker Alexander Demandt die Dimensionen seines Wirkens, dem wir nebenbei auch den arbeitsfreien Sonntag oder das Datum für Weihnachten und Ostern verdanken.

Infos zur Konstantin-Ausstellung im Internet: http://www.konstantin-trier.de
Media-Mitschnitt: Bei der SWR-Media GmbH lässt sich ein Mitschnitt der Sendung anfordern. Mehr unter Tel. 07221-929-500.
Bilder: SWR


„Wirtschaft oder Werte - Was wird aus dem christlichen Europa?“
Dienstag, 5. Juni, 23 Uhr, 
Saarländischer Rundfunk, SWR-Fernsehprogramme


Mit dem Thema „Wirtschaft oder Werte - Was wird aus dem christlichen Europa?“ ist ein bimediales, 45-minütiges Gespräch mit Bundesbruder Bischof Reinhard Marx, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und der Journalistin Bascha Mika überschrieben. Die für Dienstag, 5. Juni 2007 um 23.00 Uhr im Saarländischen Rundfunk eingeplante Gesprächsrunde, die zeitgleich vom gesamten SWR- Fernsehprogramm gesendet wird, erörtert die unter Fachleuten umstrittene Frage, wie christlich der römische Kaiser Konstantin der Große wirklich war. 

Sicher ist, dass Konstantin im verfallenden Römischen Reich die Grundlage für das heutige Europa schuf, dass eines seiner Hauptwerkzeuge dazu Religion war und dass er mit der Anerkennung des Christentums das religiöse Fundament für das christliche Abendland gelegt hat. Mit seiner christlichen Vergangenheit ringe Europa derzeit, so die Programmankündigung. Das Gespräch will klären, ob Europa „Weltmacht oder Wertemacht“ ist, welche Kriterien Beitrittsländer erfüllen müssen und welche Grenzen Europa hat: „Der Streit kulminiert im Falle der Türkei, interessanterweise dem Zentrum des konstantinischen Reiches. Kann ein muslimischer Staat Vollmitglied in einem christlichen Europa sein? Und welche Rolle spielt die Religion, wenn katholische Länder wie Spanien und Frankreich keinen Gottesbezug in der Verfassung lesen wollen?“ 

Die Sendung geht der Frage nach, was den Machtpolitiker Konstantin bewegt haben mag, der sich erst auf dem Sterbebett, dazu noch von einem ketzerischen Bischof taufen ließ, ausgerechnet das Christentum für seine politischen Interessen zu nutzen? Zudem wird darüber diskutiert, welche Rolle christliche Werthaltungen im vereinigten Europa spielen könnten, das auf eine freiheitlich-demokratische Ordnung Wert legt. 

Schauplatz der Gesprächsrunde ist die römische Gräberstraße des Rheinischen Landesmuseums in Trier. Unter Moderation von Andreas Malessa sind Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx und Bascha Mika, Chefredakteurin der taz, beteiligt. 
CB


in: unitas 1/2007
Kontinentale UNITAS. Oder: Was geht uns die Zukunft Europas an? 
Ruhrania setzte EUROPA-SPECIAL ins Internet 

ESSEN. Die Ruhr-UNITAS hat im Vorfeld der 130. Generalversammlung des UNITAS-Verbandes in Trier und der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Römischen Verträge ein Internet-Projekt gestartet, das sich großer Beliebtheit erfreut. Das zeigen die großen Besucherzahlen auf den Anfang Februar 2007 ins Netz gestellten Internetseiten. „Unser Bundesbruder Robert Schuman. Kirche. Menschenrechte. Beiträge zum Thema“ lautet der Untertitel der Initiative, mit der die UNITAS Ruhrania die Diskussion darüber befördern will, „welche Bedeutung Europa für uns hat, welche Bedeutung wir für Europa haben und welches Europa wir uns wünschen.“ 


HIER ZUR EUROPA.-SEITE!Inzwischen versammelt die ständig neu aktualisierte Leitseite Verweise zu über 50 selbst gestalteten HTML-Seiten, Die Fülle des Gesamtmaterials umfasst weit über 200 normale Druckseiten und ist mit zahlreichen Bildern illustriert. Über die Leitseite lassen sich Ausschnitte aus früheren „unitas“-Ausgaben zum Thema finden, aber auch vielfältige Grundsatzdokumente zur Europäischen Frage, darunter Erklärungen der Europäischen Bischofskonferenz (COMECE) in Brüssel, der Deutschen Bischofskonferenz, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der Katholischen Akademiker-Arbeit (KAD) oder des Europäischen Kartellverbands (EKV). Auch - und gerade - nach den Berliner Festlichkeiten lesen sich viele auch ältere Beiträge immer noch sehr aktuell. 

Wie eine kleine Europa-Chronik der letzten Jahre verzeichnen die hinterlegten Dokumente etwa die Abschlusserklärung des Europäischen Kolloquiums in Berlin zur Rolle der Christen im Aufbau Europas (2002) und das Europäische Symposium in Krakau (2003), Äußerungen von Papst Johannes Paul 11. zur zukünftigen Verfassung der Europäischen Union, sein Apostolisches Schreiben „Ecclesia in Europa“ (2003) oder die gemeinsame Erklärung der Vorortspräsidenten des CV, KV, UV, in der sie die Erwartungen der katholischen Studentenverbände an die Europäische Verfassung formulierten, Jüngste Dokumentationen sind unter anderem einem Gespräch mit Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan zum Gottesbezug im Verfassungsvertrag gewidmet, man findet das Europa-Manifest der „Initiative von Christen für Europa“ (IXE), ein Gespräch mit Dr. Thomas Jansen, dem Europapolitischen Sprecher des ZdK in Brüssel, oder auch ein Interview mit Matthias Belafi, der als Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) am Kongress in Rom teilnahm. Nachzulesen sind das Gemeinsame Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, an die Bundeskanzlerin, die „Botschaft von Rom“ und die „Berliner Erklärung“ im Wortlaut. Zudem ermöglichen Audio-Beiträge per Mausklick das Anhören von Rundfunk-Beiträgen mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Prof. Hans-Gert Pöttering, Joseph Kardinal Ratzinger und Prof. Paul Kirchhof zum Thema. 

Vater Europas: Bbr. Robert Schuman

Nicht zuletzt will das Internet-Projekt daran erinnern, „dass für alle Unitarier seit jeher eine Person eine ganz besondere Rolle spielt“: Was den „Vater und Pilger Europas“ Robert Schuman mit seinem UNITAS-Verband verbindet, soll ebenfalls deutlich werden. Zeit seines Lebens sei er dem Verband treu geblieben: „Dass für ihn die Seligsprechung eingeleitet ist, freut uns sehr. Und wir freuen uns erst recht, wenn es soweit ist. Denn neben Maria, Bonifatius und Thomas von Aquin, den Schutzheiligen der UNITAS, ist der aus benediktinischem Geist geprägte Robert Schuman schon lange ein ganz besonderer unitarischer Verbands-Patron“, heißt es auf der Internetseite. „Ein Mensch unserer Zeit, dessen Vision eines gewaltigen Friedenswerkes in unseren Tagen Wirklichkeit wird. Und dass seine Seele wiederfinden muss.“ 

Mit vielen, teilweise sicher unbekannten Bildern illustriert, sind seine Vita zusammengestellt, seine „Historische Erklärung“ vom 9. Mai 1950, Artikel über unitarische Kontakte, eine Dokumentation der sich im kommenden Jahr zum 50. Mal jährenden Verleihung des Internationalen Karlspreises und seines Seligsprechungsprozesses mit einer Stellungnahme des Postulators in Rom. Neben zahlreichen weiteren Artikeln gibt es dort sogar Robert Schuman im O-Ton zu hören. 

Die Europa-Leitseite der UNITAS Ruhrania ist nach Absprache mit der Verbandsgeschäftsführung auch unter den Informationsseiten der 130. Generalversammlung in Trier unter dem Button „Weitere Infos“ in den Internetauftritt unter www.gv2007.de eingebunden. 

Weitere Infos, aktuelle Berichte aus dem Vereinsleben und das „Bautagebuch“: www.unitas-ruhrania.org. 

 

unitas 1/2007

Über Reiner Wilhelm, den zuständigen Länder- und Beauftragten des Bischöflichen Hilfswerks Adveniat in Essen für das Projekt, erreichte uns Ende März die Einladung von Pater Jonny Reyes (s. rechts), des Salesianerprovinzials in Venezuela, der die Leitung und Mitglieder des UNITAS-Verbandes zum großen Event herzlich willkommen heißt.

Unser Mann in Caracas

Aus Terminzwängen werden Geschäftsführung und Vorort nicht nach Lateinamerika fliegen können, jedoch ist ein prädestinierter Vertreter gefunden: Bei der Eröffnungsfeier des Zentrums Macaracuay in Caracas wird Bbr. Christian López Casanava von „Mutter“ UNITAS-Salia den Verband sicher würdig vertreten. Der gebürtige Spanier aus dem westfälischen Bocholt war im vergangenen Semester Senior und ist derzeit Fuxmajor, folgte also dem aus seinem Verein stammenden Initiator des Projekts, Alt-VOP Stephan Demuth, im Amt.

Wahrscheinlich wird er sich nicht nur am besten verständigen können, sondern auch bei der Rückkehr einen temperamentvollen aktuellen Bericht abgeben. Schon bei der Generalversammlung in Trier wird er Gelegenheit haben, von diesem sicher großen Ereignis zu erzählen, das der UNITAS-Verband mit über 600 000 Euro, von Adveniat klug verwalteten Spendenmitteln erst ermöglicht hat. Wir dürfen auch gespannt sein, was Bbr. Lopez zur Gegenwart und Zukunft der bei der GV in Berlin in den Verband aufgenommenen UNITAS Don Bosco in der venezolanischen Hauptstadt berichtet.
CB

 

unitas 1/2007
Jubiläum: 100 Jahre Weltpfadfinderbewegung
IM GESPRÄCH: BBR. DR. BALDUR HENDRIK HERMANS
GENERALSEKRETÄR DER INTERNATIONALEN KONFERENZ DES KATHOLISCHEN PFADFINDERTUMS (CICS)

VON BBR. CHRISTOF BECKMANN


Rund 40 000 Pfadfinder aus der ganzen Welt werden vom 27. Juli bis 8. August in Hylands Park Chelmsford (Essex) erwartet. Das Riesenlager führt in „Subcamps“ Pfadfinder aus der ganzen Welt zusammen. Denn 2007 begeht die Weltpfadfinderbewegung ihr 100-jähriges Bestehen. Mitorganisiert wird das Jubiläumstreffen von Bundesbruder Dr. Baldur Hendrik Hermans (UNITAS Stolzenfels Bonn), Generalsekretär der Internationalen Konferenz des Katholischen Pfadfindertums (CICS).

Nicht zum ersten Mal ist er bei einem außergewöhnlichen Jubel-Jamboree dabei: Seit Kindesbeinen ist der in Essen-Borbeck lebende Historiker, Jahrgang 1938, mit der Pfadfinderei verbunden. Hier begann der gebürtige Niederländer sein Engagement beim DPSG-Stamm St. Dionysius. 1957, mit 19 Jahren, erlebte er das 50-jährige Bestehen der Weltpfadfinderbewegung in England mit. „Als Queen Elizabeth als britische Oberpfadfinderin ganz nah an mir vorbeifuhr, war ich ganz ergriffen“, schmunzelt er im Gespräch mit der unitas-Redaktion. 50 Jahre später setzt er nun selbst Akzente: Diesmal ist Hermans als Chef der katholischen Pfadfinderbewegung weltweit an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Im Team mit anderen leitet er dort den Bereich der katholischen Initiativen. Sie sollen wie das gesamte Jamboree ganz im Zeichen des Friedens stehen. Wir haben mit ihm gesprochen 
HER KLICKEN ZUM GANZEN TEXT ALS PDF...

 

15. März 2007
Schwebende Lasten an der Flurstraße

ESSEN-BORBECK. Es stand in der "BORBECKER": Über die Arbeiten am "Feldschlösschen" berichteten im Zusammenhang mit der Anlieferung des Stahlträgers und der Großbalken für den Dachstuhl am 15. März die BORBECKER NACHRICHTEN. Das folgende Bild war in der Größe einer Viertelseite Umfang auf Seite 3 plaziert.

 

14. März 2007
www.dionysius.de berichtet über Baufortschritte

BORBECK. Eine der am meisten besuchten Internetseiten im Bistum Essen ist die Homepage der Katholischen Pfarrgemeinde St. Dionysius in Borbeck. Webmaster Andreas Stölker setzte die folgenden Informationen und Bilder von den Bauarbeiten unter http://www.dionysius.kja-essen.de/2007/feldschl.htm ins Netz. Wir freuen uns, dass die Kirchengemeinde die UNITAS Ruhrania seit langem ganz offiziell unter den vielfältigen kirchlichen Gemeinschaften aufzählt, die in Borbeck-Mitte von einem intensiven Gemeindeleben zeugen.

 

Die Deutschen Bischöfe im Heiligen Land 
Das Audio-Interview: Bbr. H.-J. Grossimlinghaus

Es ist eine wirklich außergewöhnlichen Pilgerfahrt – am Montagmorgen ging es es in Frankfurt los, Ankunft Tel Aviv kurz nach 10: Alle Deutschen Bischöfe, der Ständige Rat der Bischofskonferenz auf gewichtiger diplomatischer Mission in Israel und Palästina. Mitorganisiert hat die Fahrt Bbr. Hermann-Josef Grossimlinghaus, Abteilung Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn und Vizepräsident des Vereins vom Heiligen Lande mit Sitz in Köln.

Bbr. Grossimlinghaus, Mitglied der „unitas“-Redaktion und Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV), begleitet die bis zum 4. März terminierte Reise der Deutschen Bischöfe. Auf ihrer Fahrt werden sie mit Politikern, Diplomaten und Vertretern der Christlichen Kirchen zusammentreffen, um ein Signal der Solidarität mit den dortigen Christen zu setzen und um ihren Beitrag auf dem Weg zu einem gerechten Frieden im Hl. Land zu leisten.

Hermann-Josef Grossimlinghaus selbst ist rund 50 Mal selbst in der Region gewesen, u.a. als Organisator der AGV-Wallfahrten. am Sonntag, 25.2., erläuterte er im Gespräch mit Christof Beckmann in dem auf den 46 NRW-Lokalradios von 8-9 Uhr ausgestrahlten Kirchenmagazin „Himmel & Erde“ die Hintergründe der Bischofsreise. Das rund 10-minütiges Telefoninterview ist zu hören unter der Internetadresse www.kip-nrw.de.

 

Bischof Reinhard Marx: Manager sind keine Engel

070224Marx.jpg (421101 Byte)MÜLHEIM. Vor purem Profit-Denken warnte am 22. Februar Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx vor dem Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung. Es gebe keinen ethikfreien Raum, unterstrich Marx bei der Veranstaltung in der Mülheimer „Wolfsburg“. Auch der Manager sei ein „moralisches Subjekt, keine Reiz-Reaktionsmaschine“, äußerte Marx in der Duskission mit EON-Manager Christoph Dänzer-Vanotti. 

Manager müssten alle Interessen im Blick halten, erklärte der Bischof von Trier nach dem im Wirtschaftsteil der RHEINISCHEN POST vom 24. Februar 2007 veröffentlichten Bericht. Es könne nicht sein, dass sie sich allein den Kapitalbesitzern verantwortlich fühlten. Die Reduzierung auf den Profit als einzigem Unternehmensziel habe er nie verstanden.

Mit Klick auf das Bild der ganze Artikel aus der RHEINISCHEN POST vom 24.2.2007

 

Studenten suchen Pächter fürs Feldschlösschen 

UNITAS feiert Stiftungsfest in St. Maria Immaculata

 

BORBECK. Gäste aus anderen Universitätsstädten und Ehemalige aus der ganzen Region erwartet der Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania beim 96. Stiftungsfest und Vereinsfest zu Ehren des Verbandspatrons Hl. Thomas von Aquin im Pfarrsaal der Gemeinde St. Maria Immaculata. .... 

 

Hier der Artikel in der Ausgabe 
der BORBECKER NACHRICHTEN 
vom 18. Januar 2007.

 

 

Immer aktuell: Das UNITAS-Ruhr-Tagebuch
von Christof Beckmann, eingebucht aus der Verbandshomepage www.unitas.org am 1. Februar 2007

ESSEN/DUISBURG/BOCHUM/DORTMUND. Fast täglich stellt die Ruhrpott-Vertretung des UNITAS-Verbandes neue Nachrichten ins Netz, die über das Vereinsleben beim W.k.St.V. UNITAS Ruhrania und über den Fortschritt beim Bau des "UNITAS-ZENTRUM Ruhr" berichten.

Die sehr "internetaktive" Truppe auf dem unitarischen Breitengrad von Dortmund bis Duisburg bietet auf ihrer Homepage www.unitas-ruhrania.org viele Informationen zum Verein, Kontaktadressen in der Region, zahlreiche Pressemeldungen und Dossiers. "Natürlich müssen wir gerade im Internet deutlich präsent sein", so Senior Rüdiger Duckheim. Eine UNITAS-Anlaufstelle in einem so großen Revier müsse besonders regelmäßig über ihre Aktivitäten informieren. "Schließlich errichten wir derzeit einen festen Stützpunkt mit zweifellos großer Attraktivität für die Unitas-Mitglieder in der gesamten Region, aber auch für Studenten und Studentinnen, die sich gerne mal darüber schlau machen wollen, für welche Überzeugungen unser Verband steht", so der Sprecher des Ortsvereins an der Ruhr. 
Das im Sommer 2004 von der "Ruhrania" erworbene "Feldschlösschen" in Essen-Borbeck, über 100 Jahre lang ein beliebtes Ausflugsziel in der Region, wird derzeit mit großem finanziellen Aufwand und viel Eigenleistungen totalrenoviert. Die Gastronomie mit ihrem Biergarten soll im Sommer 2007 wiedereröffnet werden. "Kommen, gucken, staunen, mitmachen" - so die Devise der Ruhr-Unitas, die sich bereits auf die Fertigstellung von neun Studentenzimmern und die festliche Wiederinbetriebnahme ihres Hauses freut. 

 

aus: unitas 4/2006

Gäste sind immer willkommen!
Volles Programm bei UNITAS Ruhrania 


RUHRGEBIET. Zum Winter startete die UNITAS an der Ruhr in ein erneutes „Vagabunden-Semester“: In stiller Vorfreude auf den Abschluss der Totalrenovierung des Unitarischen Zentrums in Essen-Borbeck hat das Team um Senior Rüdiger Duckheim die Termine und Veranstaltungen außerhalb des Hauses organisieren müssen. Kolpingsfamilie Borbeck, die Pfarrgemeinde St. Dionysius, der UV-Zirkel Essen, der CV-Zirkel „Kohle“ und die benachbarte KdStV Nordmark im CV boten der „umbaugeschädigten“ Aktivitas Asyl.

Gut ein Drittel der Bauarbeiten am „Feldschlößchen“ waren zum Jahresende 2006 vollendet. Das unter aktiver Beteiligung der Ruhranen völlig entkernte Gebäude wurde dabei fast in den Rohbauzustand zurückversetzt, Elektriker, Sanitär- und Heizungsinstallateure, Roh- und Trockenbauer geben sich derzeit die Klinke in die Hand. Nach derzeitigem Stand soll das Haus zum Vereinsfest im Juni 2007 wieder in Betrieb genommen sein und mit einer großen Party wiedereröffnet werden.

Trotz baubedingter Einschränkungen und Abgängen in der Aktivitas nach Würzburg und China verzeichnet das im Internet veröffentlichte Ruhranen-Tagebuch Hochbetrieb: So luden die Aktiven zum Erstsemestertreffen mit den neuen Studierenden im Fach Katholische Theologie an der Ruhr-Uni Bochum und informierten mit Experten über die Berufsmöglichkeiten für Theologiestudenten. Sie trafen sich zu gemeinsamen Messen, Veranstaltungen mit dem von Bbr. Martin Gewiese geleiteten Essener Zirkel, zur Fahrt zum Aktiventag in Eichstätt und Wissenschaftlichen Sitzungen. 

Rekordbeteiligung: 25 Jahre Ruhranen-Treffen

Eine Rekordbeteiligung gab es beim Jubiläumstreffen der Ruhrania am 18. November in Münster. Gut 50 Teilnehmer versammelten sich zum 25. traditionellen Treffen aller Ruhranen am prasselnden offenen Kaminfeuer des Heimathauses am Max-Clemens-Kanal in Münster-Sprakel. Wie immer hatten der Altherrenvereins-Vorsitzende Bbr. OStD a.D. Jörg Lahme und seine Frau Doris für ein großes Büffet gesorgt und in der Einladung nicht zu viel versprochen. Auch, was das Rahmenprogramm betraf: Erstmals gemeinsam traten diesmal der Regisseur, Autor und Schauspieler Hannes Demming von der Niederdeutschen Bühne in Münster und Bundesbruder Rainer van Husen (Tenor) für eine „Mule voll Platt“ auf. Behutsam führten die beiden Altmeister mit ihrem kurzweiligen Programm unter dem Titel „Laten Hiärfst“ in die Spezialitäten der niederdeutschen Sprache ein. Ein „Kunstgenuss im Doppelpack“: In hintergründig-witzigen, melancholisch-philosophischen Texten und flott-frechen Liedern sangen sie ihr Loblied auf Westfalen und die „Perle des Münsterlandes“. 
Unter den aus Münster, Ostwestfalen, dem Sauerland, dem hohen Norden und dem Ruhrpott angereisten Mitgliedern war erstmals mit den Bundesbrüdern Werner Niester aus Bonn und Johannes Pfeiffer aus Münster fast das gesamte Vorortsteam der Münsteraner UNITAS Ruhrania von 1956/57 erschienen. Freudig wurde auch das Grußwort des Geistlichen Verbandsbeirats Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann aufgenommen: Er dankte im Namen des Verbands den Ruhranen für ihre Treue auch in schwerer Zeit, insbesondere dem AHV-X Jörg Lahme für sein großes Engagement und schloss nicht zuletzt die Damen in diesen Dank ein. Rund 300 Bilder illustrierten den von Bbr. Dr. Christof Beckmann gegebenen Bericht über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr, die Fortschritte beim Umbau des Hauses und den großen Einsatz der „akademischen Bauhelfer“, für den die Ruhr-Aktiven großen Applaus der Altherrenschaft ernteten. 2007 wollen sich alle Besucher im renovierten Ruhranenhaus in Essen wiedersehen. 

Anfang Dezember stellten die Ruhranen 14 Teilnehmer beim traditionellen Barbara-Ball des „Kohle-Zirkels“ auf Schloss Borbeck und versammelten sich in Essen-Werden, der Heimat von Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff, mit dem Essener Zirkel zum Vereinsfest „Maria Immaculata“. Nach dem lateinischen Hochamt in der Basilika St. Ludgerus referierte Bbr. Dr. Nikolaus Mantel, Latein- und Geschichtspädagoge am Essener Humann-Gymnasium, bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung zum Thema „Der Gang nach Canossa –Episode oder Wendepunkt des Mittelalters?“. Auch hier mit lang nicht mehr erlebter großer Beteiligung: Bbr. Mantel entführte über 40 Teilnehmer aus Essen, Bochum, Velbert und Datteln mit seinem engagiert präsentierten Thema in die Tiefen des Mittelalters und zeigte am Beispiel des „Canossa-Gangs“ des Deutschen Kaisers Heinrich IV. im Winter 1077 zahlreiche politische Zusammenhänge des 11. und 12. Jahrhunderts auf. Um die Kontrahenten der damaligen Auseinandersetzungen zu charakterisieren, zog er neueste Forschungen heran und stellte klar, in welchem Umfeld sich die für das Werden des Abendlandes entscheidende Trennung von Kirche und Staat entwickelte. Mit Blick auf die Verhältnisse in Frankreich und England richtete er dabei auch den Blick über die Grenzen des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, um die bis in die jüngste Zeit spürbaren Auswirkungen deutlich werden zu lassen – ein Aspekt, der nach mehrfach geäußertem Wunsch bei einer weiteren Sitzung weiter vertieft werden soll.

Guter Start ins Jahr 2007

Einen starken Impuls im Advent setzte ein geistliches Abendgespräch mit dem Borbecker Vikar Nobert Linden, mit dem sich die UNITAS Ruhrania auf Weihnachten vorbereitete und wohlgemut ins Neue Jahr ging. Mit einem gelungenen Auftakt: Denn auch beim gemeinsam mit dem Essener Zirkel veranstalteten Neujahrsempfang für die Region mussten am 3. Januar wieder fleißig Tische gerückt werden. Aus Essen, Datteln/Castrop-Rauxel, Oberhausen, Bottrop, Mönchengladbach, Velbert und Gelsenkirchen kamen die Gäste, knapp 50 Besucher konnten der Senior Rüdiger Duckheim und der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese im Pfarrsaal der Gemeinde St. Maria Immaculata begrüßen. Kein Wunder: Galt doch der inhaltliche Schwerpunkt des ersten Treffens im neuen Jahr zudem einer akademischen Auseinandersetzung besonderer Qualität. Denn der emeritierte Philosophieprofessor Dr. Georg Scherer, der bereits beim Vereinsfest im Sommer 2006 hochspannende Überlegungen zum wissenschaftlichen Werk des Kirchenlehrers und unitarischen Verbandspatrons vorgestellt hatte, sprach bei der anschließenden Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema „Vita activa und vita contemplativa beim Hl. Thomas von Aquin“. 

„2007 wird ein besonders turbulentes Jahr für uns“, erklärte der Senior Rüdiger Duckheim - zu Recht. Denn mit dem kurz vorgestellten Fortschritt der Bauarbeiten am UNITAS-Haus finden die UNITAS-Zirkel und Verbandsmitglieder in der Region eine neue Begegnungsstätte. Vor allem aber, so der Essener AHZ-X Martin Gewiese, verbinde man mit dem Projekt auch die Hoffnung, dass nicht zuletzt die studentische Aktivitas viele neue Mitglieder gewinnen könne. Tatsache jedenfalls ist, dass die UNITAS-Veranstaltungen im Revier in den letzten Monaten einen immer größeren Zulauf gewinnen. „Wir sind die UNITAS in einer spannenden Region und laden gerne Gäste ein“, so der Senior. „Bundesgeschwister, die zum Studium oder aus beruflichen Gründen ins Ruhrgebiet wechseln, sind immer herzlich willkommen!“ 

 

 

 

 


Aus: unitas 4/2006

Gesellschaft gerecht gestalten
NEUE INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE SOZIALETHIK 


„Ich werde sie nicht schonen, weil sie die Unschuldigen für Geld und die Armen für ein Paar Schuhe verkaufen. ... Und bei allen Altären schlemmen sie auf den gepfändeten Kleidern und trinken Wein vom Geld der Bestraften im Haus ihres Gottes.“ Wohl kaum ein Buch wie das des Propheten Amos geißelt im Alten Testament so drastisch Missstände seiner Zeit. Mit harten Worten trat Amos in der zweiten Regierungshälfte Jerobeams (760-750 v. Chr.) gegen die Korruption der Richter und Priester auf, gegen die Ausbeutung der Landbevölkerung durch den Königshof und die Jerusalemer Oberschicht. Seine Prophetie aber ist nicht pure Sozialkritik, sondern die Botschaft vom kommenden Gott. Sein Appell zielt auf Umkehr, gesellschaftliche Solidarität, Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit als gelebtem Gottesbund. Seine Vision: „Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Am 5,24).

„Amos“ heißt auch eine neue internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik, die vom Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, der Kommende Dortmund, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker herausgegeben wird. „Die Soziale Frage wird uns in der Zukunft ganz massiv begleiten, daher erscheint mir der Zeitpunkt zur Herausgabe der Zeitschrift richtig gewählt“, erklärte der Paderborner Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei der Vorstellung der Zeitschrift am 24. November 2006 in Dortmund. Sie soll die Positionen der christlichen Sozialethik in den wissenschaftlichen und politischen Diskurs einbringen. Darüber hinaus biete die Zeitschrift auch selbst ein Forum für diesen Diskurs, erläuterte der Chefredakteur und Mitarbeiter der Kommende Dr. Dr. Richard Geisen.

Jedes der viermal im Jahr erscheinenden Hefte ist einem Schwerpunktthema gewidmet. Zu Wort kommen christliche Sozialethiker, aber auch Vertreter anderer Perspektiven und Positionen, Wissenschaftler und Praktiker. „Renommierte Sozialwissenschaftler werden zu aktuellen Themen Stellung beziehen und komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache darlegen“, kündigte Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende, an. Als Schwerpunktthemen für 2007 sind vorgesehen: „Arbeitslohn – lohnt die Arbeit?“, „Familie – Demographie“, „Zuwanderung – Integration“ sowie „Finanzmärkte“. Für den Bochumer Professor Dr. Joachim Wiemeyer, in den letzten sechs Jahren Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, sind diese Themenkomplexe „die zurzeit wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Der Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ lobte die Verbindung von „Amos“ zu einem praktischen Standort des Diskurses in der Kommende Dortmund. Hengsbach hat für die Nullnummer der Zeitschrift einen Beitrag über „die Partner eines revidierten Gesellschaftsvertrages“ geschrieben.


Wem hat AMOS etwas zu bieten?

Motiviert zu diesem anspruchsvollen Projekt sehen sich die Herausgeber (Sozialinstitut Kommende Dortmund, Prälat Dr. theol. Peter Klasvogt, Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, Prof. Dr. theol. Michael Schramm, Prof. Dr. rer. pol., lic. theol. Joachim Wiemeyer) durch die Fragen, die ihnen häufig von Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden gestellt würden. Sie sollen nun prägnant, aber fundiert über christliche Positionen und ethische Orientierung zu aktuellen Gesellschaftlichen Themen informiert werden.

AMOS will Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen christlicher Gesellschaftslehre und neuen sozialen Herausforderungen schlagen. Die Autoren beziehen Stellung zu aktuellen Themen und legen komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache dar. Damit biete sich, so die Absicht der AMOS-Macher, Wissenschaftlern und Erwachsenenbildnern ein Forum für sozialethische Information, Reflexion und Dialog. Zudem verschaffe sie Akteuren in Politik und Gesellschaft ein Repertoire an wissenschaftlich begründeten und theologisch verantworteten Werten und Überzeugungen. Aber auch engagierte und interessierte Christen sollen hier „einen Fundus an Lebenswissen und visionärer Kraft“ gewinnen.

Die Zeitschrift „Amos“ mit dem Untertitel „Gesellschaft gerecht gestalten“ erscheint im Aschendorff-Verlag in Münster. Dort können Abonnements sowie ein kostenloses Probeheft bestellt werden: Verlag Aschendorff, 48135 Münster, Tel. (0251) 69 013 3, Fax (0251) 69 01 43, E-Mail buchverlag@aschendorff.de. Das Jahresabonnement kostet 49,80 Euro (39,80 Euro für Studenten, Assistenten und Referendare). Die Redaktion ist erreichbar im Sozialinstitut Kommende Dortmund, Brackeler Hellweg 144, 44291 Dortmund, E-Mail redaktion-amos@kommendedortmund.de. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Online-Bestellung auf der Internetseite www.zeitschrift-amos.de.
CB

Bild oben: Stellten in der Kommende Dortmund die neue Internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik,„Amos“, vor (v.l.): Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt, Dr. Dirk F. Paßmann, Verlagsleiter beim Aschendorff-Verlag, Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Professor Dr. Joachim Wiemeyer und Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ. Foto: pdp

 

Buchrezension: Die Schule Franz Hitzes

Manfred Hermanns: Sozialethik im Wandel der Zeit. Geschichte des Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre in Münster 1893-1997. (Abhandlungen zur Sozialethik Bd. 49. Herausgegeben von Anton Rauscher und Lothar Roos) , 541 S., Paderborn: Schöningh 2006, Ladenpreis Euro 49.90

Die über hundertjährige Geschichte des im kirchlichen und politischen Leben weithin angesehenen Münsteraner Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre seit der Berufung des Unitariers Franz Hitzes 1893 ist Gegenstand dieser umfassenden und kenntnisreichen Darstellung aus der Feder eines Schülers von Joseph Höffner, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Lehrstuhl und dem 1951 begründeten Institut für Christliche Sozialwissenschaften zu einem neuen Aufschwung verhalf. Der hundertste Geburtstag Höffners, der in diesem Jahr begangen wird, ist ein weiterer Grund, auf das breit angelegte Werk von Hermanns hinzuweisen. Es behandelt die Geschichte des Lehrstuhls von Hitze bis zu dem 1997 verstorbenen Ordinarius Franz Furger. Das Wirken dieser katholischen Sozialwissenschaftler wird durchgehend im Zusammenhang mit ihrer Biographie und ihres wissenschaftlichen Oeuvres herausgearbeitet, was dem Werk Hermanns’ seine besondere Aktualität verleiht.

Der Unitas-Verband hat das Andenken Franz Hitzes, des Nestors der katholischen Soziallehre in Deutschland, stets gepflegt und sein Erbe hochgehalten. Die soziale Tradition des Verbandes ist bis in die Gegenwart mit seinem Namen verbunden. So ist nur zu begrüßen, daß Leben und Werk des katholischen Priesters und Sozialpolitikers aus dem Unitas-Verband ausführlich gewürdigt wird. Seine Arbeit im Verein „Arbeiterwohl“, im „Volksverein für das katholische Deutschland“, im preußischen Landtag und im Reichstag für Arbeitsschutz und Koalitionsrecht werden ebenso berücksichtigt wie seine wissenschaftliche Laufbahn und seine Publikationen zur Sozialen Frage. Dies gilt auch für seine Verdienste um die katholische Arbeiterbewegung und die junge Weimarer Republik.

Dem Theologen und Sozialtheoretiker Hitze in Münster folgte der Wirtschaftswissenschaftler Heinrich Weber, der nach seinem Theologiestudium ausgedehnte wirtschaftswissenschaftliche Studien betrieben hatte, ehe er 1922 von dem preußischen Minister Carl Heinrich Becker nach Münster berufen wurde. Sein besonderes Arbeitsgebiet bis in die vierziger Jahre war die kirchliche Caritas. Nach mehrjähriger Vakanz des Lehrstuhls begann im August 1947 unter Joseph Höffner eine neue Glanzzeit der katholischen Sozialwissenschaft, die mit dessen Weggang 1962 zum Bedauern seiner Schüler und der Universität endete. Höffner, später Bischof von Münster und Köln, erfreute sich als umfassend gebildeter und ausgewiesener Gelehrter eines großen Rufes als Berater kirchlicher und weltlicher Institutionen. Sein Beitrag zur Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft ist unbestritten. 

Dies ist einer größeren Öffentlichkeit sehr wohl bekannt, aber in der hier gebotenen Dichte anderswo kaum zu finden. Die Ära Wilhelm Weber und Franz Furger blieben vom Wirken Hitzes und Höffners geprägt, wobei ersterer ab 1964 einer Vielzahl neuartiger Herausforderungen von der politischen Theologie, der Theologie der Befreiung bis zu den Herausforderungen der „Neuen Linken“ gegenüberstand und die Position der katholischen Soziallehre zu vertreten hatte. In den Jahren 1983 bis 1987 versuchte dann Franz Furger einen Neuaufbau des Instituts im Zeichen einer vornehmlich moraltheologisch orientieren Sozialethik, die unbelastet von vielen gescheiterten ideologischen Konzepten in Zukunft eine neue Chance haben könnte.
Herbert Hömig, Köln

 

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Aktiventag in Eichstätt: Alle Prinzipien in drei Tagen
Von Bbr. Philipp Obergassner

München, Bonn, Freiburg, Aachen. Aus diesen und acht weiteren Städten kamen am Wochenende 72 studierende Mitglieder des UNITAS-Verbandes nach Eichstätt. Der Vorort UNITAS Frankonia hatte zum Aktiventag eingeladen. Am Samstagnachmittag diskutierten Hochschulvertreter mit den Korporationsstudenten über den Bologna-Prozess. Abends feierten die Unitarier im Rittersaal auf der Willibaldsburg einen Festkommers.

„Ich komme mir vor wie im Schlaraffenland. Noch nie in meiner Amtszeit habe ich einen so zahlreich besuchten Aktiventag gesehen“, freute sich Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll. Bereits am Freitagabend füllten die angereisten Vertreter von 17 UNITAS-Vereinen das Frankonenhaus auf allen drei Etagen. In gemütlicher Runde feierten und pflegten die Bundesschwestern und Bundesbrüder unter Zuhilfenahme von 160 Litern Bier eines ihrer drei Verbandsprinzipien, die Amicitia, die Freundschaft. Auch die Ruhranen hatten viel Spaß an der Tagung ....
Den ganzen Artikel zum Nachlesen oben.

 

„Mit Werten zum Erfolg“ - 
Neues Praktikumsprogramm des BKU

bkupraktikum.jpg (175858 Byte)Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) vermittelt ab sofort für den Sommer 2007 über 50 Praktikumsplätze in bekannten Großkonzernen und marktführenden Familienunternehmen mit dem Ziel „fördern und fordern“ durch eine intensive Begleitung von BKU-Mitgliedern als Mentoren. Projektpartner sind der Bund deutscher katholischer Akademikerinnen (BdkA), das Cusanuswerk, der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV), der Hildegardis-Verein, der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, der Kartellverband katholischer Studentenvereine (KV) und der UNITAS-Verband.

Die gemeinsame Aktion von BKU und seinen Partnern will „einen Beitrag dazu leisten, eine neue Generation von Unternehmern hervorzubringen, die risikofreudig und ethisch verantwortlich zugleich handeln.“ Dazu sei es wichtig, junge Menschen, die die Übernahme von unternehmerischer Verantwortung anstreben, bereits während ihrer Ausbildungsphase zu begleiten, ihre fachliche Qualifikation und ihre Persönlichkeitsentwicklung sowie die Vermittlung von ethischen Werten und Führungsqualitäten zu fördern.

Praktikum mit Mehrwert

50 bis 80 Studierenden verschiedener Fachrichtungen sollen während der vorlesungsfreien Zeit im Sommer 2007 interessante und für ihren weiteren beruflichen Werdegang relevante Praktikumsplätze in Unternehmen vermittelt werden, in denen BKU-Mitglieder unternehmerische Verantwortung tragen. Die Praktikumsplätze werden sowohl in bekannten Großunternehmen wie auch bei „hidden Champions“ des deutschen Mittelstandes durchgeführt, die in ihren Segmenten zu den Marktführern gehören. Voraussetzungen für ein Praktikum sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, überdurchschnittliche Studienleistungen, soziales, kulturelles, kirchliches oder politisches Engagement.
Alle Infos s. Artikel!

 

Noch freie Plätze für die UNITAS-Reise ins Baltikum 
vom 1. - 12. Mai 2007


Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr bietet die UNITAS auch im Jahr 2007 wieder eine Fahrt nach Estland, Lettland und Litauen an. Eine Reise dorthin führt nicht mehr in die westlichen Republiken der Sowjetunion, sondern in eine einzigartige Region Nord-Ost-Europas, die nahezu unerschlossen erscheint und dabei doch nur ein paar Flugstunden entfernt ist.

Einige Tage im Frühsommer im Baltikum zu verbringen, bedeutet Muße und Ruhe. Das Leben geht langsam, Rummel gibt es (noch) nicht. Kurt Tucholsky schrieb dazu: „Der Wind weht über die Felder, ein kühler Hauch geht über all die Wiesen – blutrot spiegelt sich der Himmel im Wasser – es wird Abend, wie es nur hier Abend werden kann.“
Unter der Leitung von Bbr. Lambert Stamer, Justus-Liebig-Universität Gießen, findet in der Zeit vom 1. bis zum 12. Mai 2007 wieder eine Reise ins Baltikum statt, wobei die Route über alle wesentlichen Städte und Regionen führt: Tallinn (Reval), Riga, Nida (Nidden) auf der Kurischen Nehrung, Kaunas (Kauen), Vilnius (Wilna) und Tartu (Dorpat). Die Fahrt, welche sich an Unitarier und ihre Ehepartner, gerne aber auch an weitere Interessierte richtet, beinhaltet weiterhin Besuche wichtiger Sehenswürdigkeiten, so u. a. des „Berges der Kreuze“ oder der Wasserburg Trakai.
Neben allen Flug-, Bus- und Fährtransfers beinhaltet der Reisepreis von 1.450 EUR (EZ-Zuschlag 350 EUR) die Unterbringung in sehr guten Hotels, Halbpension und sämtliche Eintritte. Die Anreise ist möglich von allen großen deutschen Flughäfen. Das ausführliche Programm kann angefordert werden bei Bbr. Lambert Stamer, Am Rasselberg 31, 35578 Wetzlar, Telefax: (06441) 4478568, E-Mail:
Lambert.Stamer@uni-giessen.de

 

krisam5.jpg (210954 Byte)In memoriam Bbr. Raymund Krisam
Multis ille bonis flebilis occidit
(Horaz carm. I,24) 

ESSEN. Eine übergroße Trauergemeinde gab am Montag, 20. November 2006, unserem Bundesbruder Professor Dr. Raymund Krisam das letzte Geleit. Er starb im Alter von 78 Jahren am 13. November nach langer schwerer Krankheit, die er ruhig und mit Geduld bis zum Ende ertragen hatte, auch im Krankenhaus ständig begleitet von seiner Frau Ilse und mitbetreut von einer Tochter und zwei Söhnen.

Seinen unitarischen Bundesbrüdern und den Angehörigen des Essener UNITAS-Zirkels war er alle Jahre ein verlässlicher Freund. Monatlicher Stammtisch, Vereinsfeste, Vorträge, Zusammenkünfte und Kommerse der Aktivitas – es dürfte kaum eine Veranstaltung gegeben haben, an der Raymund nicht mit seiner Frau aufmerksam Anteil nahm.Fast alle kamen zum Auferstehungsamt und zur Bestattung auf dem Friedhof an der Raadter Straße, um ihren lieben Verstorbenen mit einem Kranz in den unitarischen Farben auf seinem letzten Weg zu begleiten. Der Geistliche Verbandsbeirat, Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena-Evingsen konzelebrierte. Die Aktivitas der UNITAS Ruhrania führte den Trauerzug mit umflorter Liudger-Fahne an und verneigte sich zuletzt vor dem großen Vorbild eines bescheidenen Wissenschaftlers und vor seinem Gott demütigen Mannes mit großen menschlichen Vorzügen, der die unitarischen Prinzipien mit seinem ganzen Leben bezeugt hat. 
Oben der Artikel aus unitas 4/2006.

 

Generalvikar Bbr. Hardt 
übernimmt Ämter im Verband der Diözesen Deutschlands

Paderborn, 30. November 2006. Bbr. Generalvikar Alfons Hardt (UNITAS Hathumar Paderborn) ist von der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands erneut in den Verbandsausschuss berufen worden. Zugleich wurde er zum Vorsitzenden der Rechtskommission des Verbandes gewählt. Beide Berufungen gelten für die gesamte siebte Amtsperiode des Verbandes. Sie dauert vom 1. Januar 2007 bis zum bis zum 31. Dezember 2011.

Bbr. Alfons Hardt war im Mai 2005 nach dem Ausscheiden des zum Weihbischof ernannten Generalvikars Grothe in den Verbandsausschuss berufen worden, dessen Vorsitz der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch innehat. Unter anderen gehören dem Verbandsausschuss auch die Bischöfe Dr. Felix Genn (Essen), Bbr. Dr. Anton Schlembach (Speyer) und Dr. Joachim Wanke (Erfurt) sowie die Generalvikare Dr. Karl Hillenbrand (Würzburg) und Franz-Peter Spiza (Hamburg) an. Aufgabe des Ausschusses ist es, den Haushalt des Verbandes zu beraten, der Vollversammlung Anregungen zu geben, ihr Vorschläge zu unterbreiten für die Umsetzung ihrer Maßnahmen und Entscheidungen zu sorgen. Generalvikar Hardt ist darüber hinaus Mitglied des Arbeitsausschusses im Verbandsausschuss und Vorsitzender der Rechtskommission.

 

Das historische Datum:
Vor 50 Jahren starb Dominikanerpater Bbr. Laurentius Siemer


Am 25. Oktober 1956 gaben Tausende von Menschen dem verstorbenen Dominikaner Bbr. Laurentius Siemer auf dem Melatenfriedhof in Köln das letzte Geleit. Der Pater war im Alter von 68 Jahren überraschend bei Fernseharbeiten gestorben. Kein Geringerer als Kardinal Josef Frings hielt die Beerdigungsmesse. Bbr. Siemer, rezipiert im Wintersemester 1933 bei UNITAS Deutschritter in Köln, später auch Mitglied der UNITAS Landshut, war entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Als der UNITAS-Verband 1938 als staatsfeindliche Organisation verboten worden war, fanden die Unitarier in Köln bei den Dominikanern Zuflucht und feierten dort ihre Vereinsfeste. Daraus entwickelte sich im Dominikanerkloster Walberberg eine Widerstandsgruppe, die schließlich auch das Kettelerhaus in Köln umfasste und damit über die studentischen Korporationen hinausging (vgl. Heinz-Jürgen Rösgen, o. Laurentius Siemer, in: UNITAS-Handbuch Bd. III, S. 309-319). Nach dem Krieg war der Ordensmann maßgeblich am Gründungsprogramm der CDU beteiligt.

Bbr. Siemer, ein Nachkomme Oldenburger Bauern, wurde als sechstes von zehn Kindern am 8. März 1888 in Elisabethfehn im Hause des dortigen heutigen Museumsgebäudes (früher Kanalwärterhaus) geboren und zwei Tage später in der Pfarrkirche zu Strücklingen auf den Namen Joseph Franz Bernhard getauft. Sein Vater, der Kanalaufseher Franz Joseph Siemer, stammte aus Spreda bei Langförden, seine Mutter, Maria Josephina Franziska geb. Diekhaus aus Repke bei Emstek. Als Kind und Teenager war Joseph Franz Bernhard für ein selbstbewusstes Auftreten, Optimismus und eine originelle Art bekannt – und seine Umwelt war erstaunt, als er nach dem Abitur 1908 in den Predigerorden eintrat und den Ordensnamen Laurentius wählte. Nachdem er zum Provinzial gewählt worden war, verlegte Siemer den Ordenshauptsitz nach Köln. Schließlich lebten und lehrten dort die beiden Dominikaner, die neben dem heiligen Dominikus eine herausragende Rolle im Orden spielen - Albertus Magnus und der unitarische Verbandspatron Thomas von Aquin. Bbr. Siemer war an der Herausgabe der deutschen Thomas-Werke beteiligt und errichtete 1934 in Walberberg zwischen Köln und Bonn die Albertus-Magnus Akademie.

Den Nazis begegnete Pater Laurentius zunächst mit vorsichtigem Taktieren und Skepsis. Aber bald nach der Machtübernahme entschied er, dass deren Ideologie mit der katholischen Glaubenslehre nicht vereinbar sei. 1933 schrieb er in einem Leitartikel der „Germania“, der Parteizeitung des katholischen Zentrums: „Wer in der Nation das Ganze schlechthin sieht, wer sie nicht mehr als Teil erkennt, sondern eine absolute Größe in ihr erblickt, hat die Beziehung zum eigentlichen Ganzen verloren. Es wird schlechthin die Aufgabe aller gotterleuchteten Männer sein, auf die ewige Wertordnung hinzuweisen. Eine Rassenkultur, die der Nation wertvolle Kräfte raubt, wahre Wissenschaft und echte Kunst einengt, Religion abhängig macht von der Rasse, ist Degeneration“.

Siemer überlebt das Gestapo-Gefängnis „Klingelpütz“ 

Die Gestapo nahm den Ordensmann am 9. April 1935 unter dem Vorwand eines Devisenverbrechens in Köln fest. Nach drei Monaten im Kölner „Klingelpütz“ wurde er ins Gefängnis von Oldenburg verlegt. Die dortigen Haftbedingungen haben zwei weitere Dominikaner, der vorherige Provinzial Pater Thomas Stuhlweißenburg und der Missionsprokurator von Vechta, Pater Titus Horten, nicht überlebt. Siemer entwickelte sich nun zu einem entschiedenen NS Gegner. Er rief die Bischofskonferenz auf, sich stärker gegen den Unrechtsstaat zu wehren und traf 1941 auf Vertreter der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Köln. Im dortigen Kettelerhaus fand 1942 eine historische Besprechung statt - es wurden Pläne für ein „Viertes Reich“ entworfen. Zu den engsten Weggefährten im Widerstand von Bbr. Siemer - Mitglied sowohl des Kölner wie auch des Kreisauer Kreises - gehörten der Rechtsanwalt Josef Wirmer, Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus, Monsignore Otto Müller wie auch Pater Eberhard Welty. Als am 20. Juli 1944 der Attentatsversuch auf Hitler fehlschlug, befand sich Bbr. Siemer im Kloster Schwichteler bei Vechta, um eine Bronchitis auszukurieren. Zwei Monate später, am 16. September, spürte ihn die Gestapo dort auf. Doch gelang ihm auf abenteuerliche Weise die Flucht in den Stall eines Landwirts in Schwichteler. Bald darauf begab er sich zu einem entlegenen Hof in Handorf bei Holdorf. Dort hielt er sich auf, bis britische Soldaten am 11. April 1945 durch den Ort zogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Verfechter eines „christlichen Sozialismus“ Der bis Anfang 1947 amtierende Provinzial wurde von 1949 bis 1952 Generalsekretär der Katholischen Deutschen Akademikerschaft in Köln. Der Verfechter eines „christlichen Sozialismus“ widmete sich nun vor allem sozialethischen Fragen und baute Walberberg zu einem geistigen Zentrum der neuen Bundesrepublik aus. Schließlich entdeckte er, als einer der ersten Theologen überhaupt, die modernen Medien als „Kanzeln der modernen Zeit“. Durch Rundfunk- und Fernsehansprachen wurde er weit über Köln hinaus bekannt. Unerwartet starb er während der Vorbereitungen für die Fernsehsendung „Der Regenbogen“ am Abend des 21. Oktober 1956 im Dominikanerkonvent Sankt Andreas zu Köln, wo er die letzten Jahre seines Lebens zugebracht hatte. 

Aktuelle Sonderausstellung
Eine Sonderausstellung im Moor- und Fehnmuseum Elisabethfeen hat sein Leben und Wirken durch Bilder, schriftliche Dokumentationen, Exponate, Ton- und Videoaufnahmen für Besucher der Ausstellung aufbereitet: „Pater Laurentius Siemer“: vom 1. November bis 17. Dezember 2006, dienstags bis sonntags von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Für Gruppen auf Anmeldung auch außerhalb dieser Zeiten! 
Mehr: http://www.fehnmuseum.de/sonderausstellung_pater_laurenti.htm

Bild: Gedenkstein für Bbr. P. Laurentius Siemer auf dem Klostergelände „Christinenhof“ der Gemeinschaftder Kongregation der Ilanzer Dominikanerinnen vom hl. Joseph in Cappeln-Schwichteler.  

 

Ein Minorit, Kardinal Ratzinger und die UNITAS
Römischer Beichtvater im All verewigt

ROM. Pater Adalbert Heußinger (83), aus Unterfranken stammender langjähriger Beichtvater im Petersdom, kam zu himmlischen Ehren, wie seine Heimatzeitung "Bote vom Haßgau" Anfang Oktober berichtete. Nach ihm wurde jetzt ein Kleinplanet benannt. Über 37 Jahre habe der Franziskaner-Minorit im Beichtstuhl in Rom in die Tiefe der menschlichen Seele geblickt. Jetzt tauche sein Name in die Tiefen des Weltraums ein, so der Bericht. 

Der fünf Kilometer im Durchmesser große Himmelskörper zieht seine Bahn 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt zwischen Mars und Jupiter. Und ist auf seine Weise auch dort dem Papst ganz nahe. Auf demselben Asteroidengürtel ist der im Jahr 2000 nach dem heutigen Papst benannte Asteroid "Ratzinger" unterwegs, der einen Durchmesser von etwa 10 Kilometern besitzt. 

Unendliche Weiten ....

Dass auch die UNITAS kosmische Dimensionen hat, hatten wir bereits berichten können. Im übrigens wussten es schon viele. Ein vor 115 Jahren, am 1. März 1891, von Elia Millosevich (Bild links) am Observatorium von Rom entdeckter Kleinplanet gleichen Namens dreht im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter seine Bahn. Er rotiert in rund 8 Stunden und 44 Minuten um die eigene Achse. Und hat immerhin einen Durchmesser von über47 Kilometern. Damit ist der UNITAS-Asteroid weit mehr als doppelt so dick wie die Planetoiden der beiden Theologen. Eigentlich geht das ja nicht .....

 

Bischof Marx neuer Großprior 
des Ritterordens vom Heiligen Grab


AUGSBURG/TRIER. Bundesbruder Dr. Reinhard Marx (53), katholischer Bischof von Trier, ist zum neuen Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt worden. Im Amt folgt er Bundesbruder Bischof Anton Schlembach (74) von Speyer nach, der dieses Amt seit 1991 inne hatte, wie der päpstliche Laienorden am 10. Oktober in Augsburg bekannt gab.

Bbr. Bischof Marx gehört dem Ritterorden seit Mai 1990 an. Seine wichtigste Aufgabe als Großprior ist die Vornahme der Investitur neuer Mitglieder im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes. Den Herren erteilt er dabei einen symbolischen Ritterschlag.

Bbr. Bischof Schlembach hat seit 1991 in 16 Investiturfeiern insgesamt 598 Ritter, Damen und Geistliche in den Ritterorden aufgenommen. "Ich war immer wieder beeindruckt von der Zahl und dem persönlichen Format der Kandidatinnen und Kandidaten", sagte er bei seinem Abschied. In der Deutschen Statthalterei habe er einen bewundernswerten Glaubensmut vorgefunden. Der Ermüdung des Christentums in der westlichen Welt müsse mit aller Kraft ein lebendiges Evangelium entgegen gestellt werden, meinte Bischof Schlembach. Und fügte hinzu: "Ritterliche Menschen sind wach gegen jede Ermüdung und entschlossen zu jeder Auseinandersetzung." In besonderer Weise erinnerte sich Bischof Schlembach bei den Investiturfeiern u. a. an die erste Bischofsmesse im protestantischen Dom zu Bremen und die Messfeier im Berliner Dom, die die erste katholische Messe in dieser Kirche überhaupt gewesen sei. Nicht zuletzt wegen solch eindruckvoller Erlebnisse möchte er das "große Geschenk" dieses Amtes in seinem Leben nicht missen. 

Die Ritter und Ordensdamen verpflichten sich zu einer vorbildlichen christlichen Lebensführung sowie zur geistlichen und materiellen Unterstützung der Christen in Palästina, Gaza, Israel und Jordanien. Mit Spenden werden unter anderem Schulen, Kinderheime, Krankenhäuser, Sozialstationen und Altenheime gefördert. Der Orden ist direkt dem Papst unterstellt und zählt weltweit rund 20.000 Mitglieder, davon 1.300 in Deutschland. Mehr: www.ritterorden.de.
aus: unitas 3/2006



Erzbischof Schick und Bischof Marx 
in wichtige Ämter der Bischofskonferenz gewählt

BAMBERG/TRIER. Bbr. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) wurde von der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die vom 25. bis 28. September in Fulda getagt hat, zum neuen Vorsitzenden der Bischöflichen Kommission Weltkirche gewählt. Diese Kommission ist für die internationalen Beziehungen der Deutschen Bischofskonferenz zuständig, wobei das Hauptaugenmerk auf der Zusammenarbeit mit anderen Bischofskonferenzen liegt. Darüber hinaus trägt sie die Verantwortung für die überdiözesane weltkirchliche Arbeit in Deutschland, vor allem für die Hilfswerke, deren Arbeit sie koordiniert und anleitet. Zum Aufgabenspektrum der Kommission Weltkirche gehört auch der interreligiöse Dialog. Bei Fragen von Entwicklung, Frieden und Menschenrechten arbeitet sie eng mit der Deutschen Kommission Justitia et Pax zusammen, deren Vorsitzender Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx (Trier) ist. Bischof Marx ist auch stellv. Vorsitzender der Kommission Weltkirche. 

Bbr. Bischof Marx (Bild rechts) bleibt für die nächsten fünf Jahre auch Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Die Herbst-Vollversammlung bestätigte den Trierer Bischof in diesem Amt, das er bereits seit zwei Jahren innehat. Diese Kommission bearbeitet wirtschafts-, sozial-, und gesellschaftspolitisch relevante Themenfelder. Einen Schwerpunkt bilden die Funktionsbedingungen der Sozialen Marktwirtschaft in Zeiten einer sich immer stärker vernetzenden Welt aus der Perspektive der katholischen Soziallehre. Bischof Marx ist auch Vorsitzender der Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa und wird die Deutsche Bischofskonferenz zudem weiterhin in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) vertreten. Die ComECE beobachtet und analysiert die politischen Entwicklungen in der Europäischen Union; sie informiert innerhalb der Kirche über die Entwicklungen der EU-Politik und –Rechtsetzung; sie fördert auf der Grundlage der kirchlichen Soziallehre die Reflektion über die Herausforderungen eines vereinten Europas.  
Bbr. Bischof Marx (Bild rechts) bleibt für die nächsten fünf Jahre auch Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Die Herbst-Vollversammlung bestätigte den Trierer Bischof in diesem Amt, das er bereits seit zwei Jahren innehat. Diese Kommission bearbeitet wirtschafts-, sozial-, und gesellschaftspolitisch relevante Themenfelder. Einen Schwerpunkt bilden die Funktionsbedingungen der Sozialen Marktwirtschaft in Zeiten einer sich immer stärker vernetzenden Welt aus der Perspektive der katholischen Soziallehre. Bischof Marx ist auch Vorsitzender der Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa und wird die Deutsche Bischofskonferenz zudem weiterhin in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) vertreten. Die ComECE beobachtet und analysiert die politischen Entwicklungen in der Europäischen Union; sie informiert innerhalb der Kirche über die Entwicklungen der EU-Politik und –Rechtsetzung; sie fördert auf der Grundlage der kirchlichen Soziallehre die Reflektion über die Herausforderungen eines vereinten Europas.  
aus: unitas 3/2006

 

Bbr. Staatssekretär Dr. Jürgen Aretz feierte 60. Geburtstag

ERFURT. Obwohl er seit Jahrzehnten im UNITAS-Verband engagiert ist, ist es dennoch kaum zu glauben, dass er in diesem Jahr schon seinen sechzigsten Geburtstag feiern konnte: Bundesbruder Dr. Jürgen Aretz – weit über „seinen“ Verein, unser aller Mutterkorporation UNITAS-Salia Bonn, hinaus im Verband bekannt unter anderem durch seinen jahrelangen Einsatz für den Zentralen Hausbauverein, für den Heinrich-Pesch-Preis des UNITAS-Verbandes, den er maßgeblich mitinitiierte, und deutschland- und wissenschaftspolitische Kompetenz in den zahlreichen diesbezüglichen Diskussionen der vergangenen Jahre – kann, trotz weiterhin vorhandener jugendlicher Dynamik auf sechs erfüllte Lebensjahrzehnte zurückblicken. Wegen seiner Verdienste um unsere UNITAS hat der Vorstand 2004 beschlossen, ihm die Silberne UNITAS-Nadel zu verleihen.

Am 10.2.1946 geboren in Rheydt als Sohn eines langjährigen treuen Bundesbruders der UNITAS Silesia Aachen, absolvierte er 1965 in seiner Geburtsstadt ein seine tiefe Bildung bis heute grundlegendes humanistisches Abitur, um anschließend Geschichte, Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Politischen Wissenschaft in Bonn zu studieren und Mitglied der UNITAS-Salia Bonn zu werden. Erwähnenswert ist seine 1967-71 ausgeübte hochschulpolitische Tätigkeit, bei der er Mitglied verschiedener Universitätsgremien und des Studentenparlamentes und ausgerechnet 1968/69 dessen 1. Sprecher war. Nach seinem Magister-Examen wurde er mit einer Dissertation über „Katholische Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus“ mit dem Prädikat egregia promoviert. 1971 – in hochschulpolitisch sehr bewegten Jahren - wurde er Assistent des Rektors der Universität Bonn, 1977 arbeitete er als Wissenschaftlicher Referent bei der Katholischen Sozialwissenschaftliche Zentralstelle Mönchengladbach, ab 1978 bei der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, wo er für Menschenrechtsfragen sowie Entwicklungshilfe für Lateinamerika und das südliche Afrika zuständig war; in dieser Zeit reiste u. a. nach Chile, Kolumbien, El Salvador, Nicaragua, Namibia, Südafrika. 1988 wurde er Leiter der Unterabteilung Grundsatzfragen im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen und nahm an den Verhandlungen zum Einigungsvertrag 1990 teil.

1991 wurde er in den Leitungsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung versetzt, 1992 Leiter des Arbeitsstabes neue Länder (Leitungsgruppe) im Bundeskanzleramt und ab Ende 1998 für kulturelle Angelegenheiten zuständig. 1999 als Staatssekretär in das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufen, war er Beauftragter der Landesregierung für Restitutionsangelegenheiten, 2002 Vorsitzender der Amtschefskonferenz der KMK. Seit 8.7.2004 ist Bbr. Dr. Aretz Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit. 

Bbr. Dr. Aretz hat eine beeindruckende Liste wissenschaftlicher Veröffentlichungen vorgelegt. Insbesondere soll hier auf die mittlerweile 200 historische Einzelartikel umfassende Reihe „Zeitgeschichte in Lebensbildern aus dem deutschen Katholiszismus des 19. und 20. Jahrhunderts“ hingewiesen werden, die von ihm gemeinsam mit Rudolf Morsey und Bbr. Anton Rauscher herausgegeben wird – und in der auch zahlreiche andere Bundesbrüder wissenschaftlich publiziert haben. Bbr. Aretz hat hier Einzelartikel zu Bernhard Letterhaus (1894–1944), Otto Müller (1870–1944), Nikolaus Groß (1898–1945), Alois Mertes (1921–1985) und Bruno Heck (1917–1989) verfasst. Aus der Fülle seiner Veröffentlichungen seien an dieser Stelle nur in Auswahl folgende genannt:

·Geschichtsbilder. Weichenstellungen deutscher Geschichte nach 1945 (mit G. Buchstab und J. Gauger), Freiburg i. Br. 2003
·Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, zus. mit R. Morsey und A. Rauscher. (Bisher 11 Bände: Beiträge über Herbert Czaja, Nikolaus Groß, Bruno Heck, Bernhard Letterhaus, Paul Lücke, Alois Mertes, Otto Müller, Hermann-Joseph Schmitt und Franz-Josef Wuermeling. Mainz 1979-1997, Münster seit 1999.) 
·
Die vergessenen Opfer der DDR (mit W. Stock). Bergisch Gladbach 1997
·
Nikolaus Groß. Christ - Arbeiterführer - Widerstandskämpfer. Briefe aus dem Gefängnis. Mainz 1993, 3. aktualisierte Auflage 1998
·
Volksvertretungen. Wahlen, Gremien, Aufgaben, Funktionen (Hg.). München 1992
·
Zentralamerika in der Krise (mit R. May). München 1985
·
Katholische Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus. Der Verband katholischer Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands 1923-1945. Mainz 1978, 2. Auflage 1982 (Dissertation)  

aus: unitas 3/2006

 

Ehrendoktor für Bbr. Marheineke

ESSEN / GREIFSWALD. Bbr. Dr. h.c. Horst Dieter Marheineke vom UNITAS-Zirkel Essen ist von der Universität Greifswald mit der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet worden. Horst Dieter Marheineke wurde 1935 in Flensburg geboren. Der gelernte Jurist, in Kiel bei der UNITAS tom-Kyle aktiv geworden (SS 55), ging anschließend zu UNITAS Norica Innsbruck (WS 55-56), war bei UNITAS Paulus in Freiburg (SS 56 und WS 56-57 -Senior) und zuletzt wieder ab SS 57 in Kiel aktiv (hier im WS57-58 Senior). Die berufliche Laufbahn führte den Juristen aus der Landeshauptstadt Kiel über die Leitung der Abteilung Kiel des Olympischen Organisationskomitees München 1972 für die Olympischen Segelwettbewerbe zunächst zur Landesregierung Schleswig-Holstein. 1987 holte Berthold Beitz den Ministerialrat als heutigen Generalsekretär in den Vorstand der Essener Alfried Krupp-von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Seit dem Beginn seines Ruhestandes 2001 engagiert sich Bundesbruder Marheineke in ehrenamtlichen Positionen. Stadt und Universität GreifswaId ist er durch seine Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Alfried Krupp Kolleg Greifswald eng verbunden. Seine Ehrung im 550. Jubiläumsjahr der Universitätsgründung in Greifswald erfolgte am Freitag, 7. Juli 2006, im Rahmen der Akademischen Feier anlässlich der Verleihung akademischer Grade im Greifswalder Dom St. Nikolai.

Wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Heyo K. Kroemer, in seiner Laudatio ausführte, ehrte die Greifswalder Alma Mater Horst Dieter Marheineke für seine Verdienste für die Wissenschaft, insbesondere für sein langjähriges persönliches Engagement für die Entwicklung der Medizinischen Fakultät

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, bei ihrer Gründung 1967 Erbe des letzten Firmeneigentümers Alfried Krupp und damit Eigentümer des gesamten Krupp-Konzerns, ist heute größter Aktionär von Thyssen Krupp. Die Stiftung hat unter Führung ihres Kuratoriumsvorsitzenden und geschäftsführenden Vorstandsmitglieds, Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz, allein in Greifswald - überwiegend für die Universität und das neugebaute Alfried Krupp Wissenschaftszentrum - über 30 Millionen Euro aufgewendet und damit vielfältige Vorhaben der Universität gefördert. Das Bild der Stadt wird unter anderem durch den Neubau der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie sowie das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg im historischen Stadtzentrum sichtbar geprägt.

Foto oben (Hausmann): Horst Dieter Marheineke (m.) mit Rektor Prof. Rainer Westermann (r.) und Medizindekan Prof. Heyo K. Kroemer.

 

aus: unitas 3/2006

Vor 40 Jahren: 
Gründung der UNITAS Robert Schuman in Bochum 
Festrede von Bbr. Karl Fürst zu Löwenstein


Am 29. Juni 2006 jährte sich der Geburtstag von Bbr. Robert Schuman (1886- 4.9.1963) zum 120. Mal. Immer wieder gab und gibt es Anlass an ihn zu erinnern. Zumal Unitarier und viele andere die Hoffnung hegen, dass der ehemalige französische Ministerpräsident und „Vater Europas” einst zu den von der Katholischen Kirche Seliggesprochenen zählen möge. Schon frühere UNITAS-Generationen haben sich an seinem Beispiel orientiert: Vor 40 Jahren wurde u.a. die nach ihm benannte UNITAS-Robert Schuman in Bochum publiziert. 

Im Sommer 1965 hatte die Bochumer Altherrenschaft den Entschluss gefasst, an der neuen Hochschule eine UNITAS-Korporation zu gründen. „Mit großem Eifer“, berichtet die Verbandszeitschrift damals (1), wurde gleich im Wintersemester 1965/66 ein Programm aufgestellt und durchgeführt. Die 89. Generalversammlung des UV in Trier nahm am 1. Juni 1966 den Antrag auf Aufnahme des jüngsten Sprosses des UNITAS-Verbandes einstimmig an. Die Publikation am 24.-26. Juni – „von vielen Alten Herren und Bundesbrüdern mit geheimer Skepsis erwartet“ - sollte dem neuen Geist, der in Bochum herrschte, in gebührender Weise Rechnung tragen. Unerwartet groß war die Unterstützung besonders beim UNITAS-Altherrenzirkel Münster, so der Bericht: Die Münsteraner Korporationen verlegten ihren gemeinsamen Stiftungsfestkommers ins Ruhrgebiet und erschienen mit 160 Bundesbrüdern und Alten Herren zum Gründungskommers in Bochum.

Über 300 Unitarier konnte cand. phil. Heinz Abels, Senior der UNITAS-Bochum, begrüßen. 17 unitarische Korporationen und die beiden befreundeten Korporationen des CV und KV zu Bochum hatten ihre chargierten Vertreter entsandt – „erster Beweis des Vertrauens und der Unterstützung aller Unitarier für die junge Korporation“, wie die UNITAS-Zeitung bemerkte. Bbr. Abels erinnerte an die Besonderheiten an der gerade aus dem Boden gestampften neuen Universität: „Traditionen und aus Geschichte und Erfahrung resultierende Hilfen gab es nicht. Eine aufstrebende Industriestadt mit all ihrer Dynamik und ihrem Anspruch auf zeitgemäße Formen und Inhalte wurde mit einer Institution konfrontiert, die auf eine ehrwürdige, doch manchmal auch antiquierte Geschichte zurückgreifen konnte.“ In diesem Spannungsfeld zeigten sich neue, wichtige Probleme. „Offenheit für alle Probleme, soziale Bereitschaft und die stetige Überprüfung vorgegebener Ideale in einen Einklang mit unseren unitarischen Prinzipien zu bringen, mußte gerade hier im Ruhrgebiet erste Aufforderung zur Dokumentation sein.“ 

Sehr offen zeigte sich die junge Ruhr-Universität für die unitarischen Aktivitäten: Rektor Prof. Dr. Heinrich Greeven, Prorektor Prof. Dr. Johann Schwartzkopff, Kanzler Dr. Wolfgang Seel und der Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät Prof. Dr. Georg Teichtweier luden zum Gespräch ein. Denn der Gast, den die frisch gegründete Korporation als Festredner zum Kommers hatte gewinnen können, war niemand anderer als der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bundesbruder Dr. phil. Dr. jur. Karl Fürst zu Löwenstein.

Unitarische Prinzipien: Damals und immer aktuell

„Alte Prinzipien in neuer Zeit“, so lautete der Titel seines Vortrags zum Publikationskommers, in dem er Sinn und Inhalt der unitarischen Grundsätze umriss. Bis heute klingt aktuell, was er den versammelten Gästen ins Stammbuch schrieb: 

Das wissenschaftliche Ideal des Verbands, führte er aus, könne nicht bedeuten, über noch mehr Dinge ein wenig wissen zu wollen, sondern sich zum Fachwissen einige grundlegende Bildungswerte anzueignen. Darin könne die freie studentische Gemeinschaft auch heute noch die Bildungsarbeit der Hochschule ergänzen. „Vollreife des Menschlichen als Bildungsideal sehen wir freilich erst dort verwirklicht, wo die sittliche Persönlichkeit in religiöser Überzeugung verwurzelt ist.“ Dieses Minimum gemeinsamer Grundüberzeugung sei Voraussetzung für einen fruchtbaren Dialog, dessen Themen die des geistigen Pluralismus und nicht des Verfalls seien. Diese gemeinsame Grundüberzeugung finde sinnfälligen Ausdruck in der bundesbrüderlichen amicitia, in der mehr stecke als die „Zufälligkeit persönlicher Sympathie.“ Der Geist des Vertrauens und des Verstehens sei die Grundhaltung der unitarischen Freundschaft.

Das religiöse Prinzip übersetzte ZdK-Präsident Karl Fürst zu Löwenstein mit „Formung der sittlichen Persönlichkeit aus dem Glauben.“ Grundlegend für diesen Prozess der Erziehung müssten religiöses Wissen und Laienapostolat sein. Das durch Papst Johannes XXIII. geprägte „aggiornamento“ bedeute zeitgemäße Öffnung nach außen. Für dieses Sich-Öffnen in ökumenischem Zusammenwirken mit allen Christen seien bei aller Bescheidenheit und Demut, wie sie dieser Papst vorgelebt habe, „ein klarer Standpunkt und unzweifelhafte kirchliche Gesinnung die beste Voraussetzung.“

Lebhaftes Echo fanden seine Worte in der Presse: So schrieb u. a. die „Westdeutsche Allgemeine“ unter der Überschrift „Wieder den Dialog pflegen“ von einem „nahezu ... europäischen Programm. Bezogen ... auf die jungen Mitglieder der UNITAS, galten sie im Grunde allen jungen Menschen unserer modernen Gesellschaft. Trotz der Spezialisierung auf allen Gebieten die eigene Bildung vielseitig zu pflegen, vor allem der Sprache wieder den verdienten Platz einzuräumen (der eigenen und der anderer Völker), das Geschichtsbild zu erweitern, das Musische zu pflegen, um reifere Urteilsfähigkeit gegenüber der Gegenwart zu besitzen; sich der falschen Überbewertung des Materiellen zu enthalten; wieder den Dialog zwischen den Menschen zu erlernen, zu erproben, für die eigene, heilige Überzeugung im Umgang mit anderen einzutreten.“

Warum „UNITAS Robert Schuman“ ?

Die Gründung der UNITAS Bochum sei eine „wohlbedachte Antwort an die Skeptiker, die meinen, Korporationen seien - zumal an einer so modern konzipierten Universität - schlechthin eine unzeitgemäße Erscheinung“, erklärte in Anschluss der Vorsitzende des Bochumer Altherrenvereins, Oberstudienrat Johannes Serwe. UNITAS Bochum wachse aus eigener Wurzel. Die junge Korporation habe in echtem Gründergeist „ein berechtigtes Verlangen“, einen Namen zu tragen, der ihrer angestrebten Wesenseigenart entsprechen solle: 

„Nun gibt es aber für uns Unitarier einen uns teuren Namen, der groß genug ist, aller Verengung vorzubeugen, einen Namen, der für europäisch-christliche Tradition steht und zugleich ein Zeichen ist für wirklichkeitsorientiertes politisches Engagement. Ich meine den Namen ROBERT SCHUMAN. Robert Schuman, der unser Bundesbruder war, wäre am 29. Juni dieses Jahres achtzig Jahre alt geworden. Und so ist sein Name an die junge Korporation wie ein Anruf ergangen.“ Namensgebung sei Christen kein magisches Tun, sondern ein Akt des Geistes: „Möge die Rechtfertigung der Namensgebung sich darin zeigen, daß in der Korporation, die seinen Namen von heute ab trägt, Geist von seinem Geiste lebendig sei! Robert Schuman -, er ist der Baumeister des Europas der ersten Stunde genannt worden. Hier, wo im Herzen des deutschen Montangebietes in einem der größten Bauvorhaben Europas dem Geist der Zukunft durch die Entstehung der neuen Universität gehuldigt wird, wird der wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS-ROBERT SCHUMAN an der Ruhruniversität Bochum die mit diesem Namen gegebene Verpflichtung in gleichermaßen demütiger wie stolzer Freude auf sich nehmen.“

Anknüpfend an die Gedanken beider Vorredner verpflichtete VOP Bbr. Ewald Mertes die junge Korporation auf die Prinzipien und das Grundgesetz der unitarischen Gemeinschaft. Zahlreiche schriftliche Glückwünsche kamen: So etwa von Dr. Franz Hengsbach, Bischof von Essen, Generalvikar Krautscheid, Bbr. Heinrich Tenhumberg, Weihbischof von Münster, vom Straßburger Bürgermeister und ehemaligen Ministerpräsidenten Pierre Pflimlin, vom Rektor und Kanzler der Universität Bochum, von Bundesminister und Bundesbruder Dr. Heinrich Krone, vom Oberbürgermeister der Stadt Bochum, aus der evangelischen und katholischen Studentengemeinde. Persönlich gratulierten die Vertreter des Männerringes Neudeutschland, der CV und der KV. Gesellschaftlicher Höhepunkt der Publikation war ein großer Ball am Samstag, das Stiftungsfest klang aus mit dem Festgottesdienst am Sonntagmorgen in der Bochumer Propsteikirche.

Epilog

Bleibt aus heutiger Sicht festzustellen, dass sich die junge Korporation mit dem klingenden Namen trotz großer Vorsätze nach einigen Semestern leider wieder auflöste. Die Bedingungen des Umfelds waren wohl doch nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. Zumal mit den kurz darauf beginnenden 68er-Jahren ein anderer Geist durch die „Ordinarien- und Spectabilitäten-Universitäten“ fegte. 

Doch lässt sich vier Jahrzehnte später andererseits sicher auch feststellen: Eine wirklich gute Idee ist nicht wirklich totzukriegen. Anfang der 90er-Jahre gehörte der Bochumer UNITAS-Zirkel unter damaliger Leitung von Bbr. Dr. Benno Eichholz zu den ersten, die die Wiederbegründung einer UNITAS an den Ruhr-Unis tatkräftig mit unterstützt haben. UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund setzt neben der Tradition der UNITAS St. Luidger in Essen auch die der nach unserem Bundesbruder Robert Schuman benannten ehemaligen Bochumer Korporation fort.

Christof Beckmann

(1): Hier und im Folgenden: „UNITAS-Robert Schuman in Bochum publiziert. Bbr. Karl Fürst zu Löwenstein hielt die Festrede”, aus: UNITAS, 106.Jg., 8/1966, August, 157-159. 
Bild auf dieser Seite: Time Magazine, 1. März 1948

 

aus: unitas 3/2006

Bundesbruder Karl Arnold
Schuhmacher, Gewerkschafter, Ministerpräsident


Vor 60 Jahren wurde er zum Oberbürgermeister von Düsseldorf und zum stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten ernannt, vor 50 Jahren schied der erste Bundesratspräsident der jungen Bundesrepublik als NRW-Ministerpräsident aus dem Amt: Bundesbruder Dr. Karl Arnold, der sich zeitlebens als „christlichen Sozialisten“ bezeichnete.


Arnold, 1901 im württembergischen Herrlishöfen bei Biberach an der Riß geboren, hatte eine Ausbildung als Schuhmacher-Geselle absolviert und studierte 1920/21 an der Sozialen Hochschule Leohaus in München. Seit 1920 Mitglied der Zentrums-Partei, arbeitete er hauptamtlich als Funktionär der christlichen Gewerkschaften, 1924 als Sekretär des Bezirks Düsseldorf des Christlichen Gewerkschaftsbundes. 1925-1933 war er Mitglied der Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung und dort stellvertretender Vorsitzender der Zentrumsfraktion. Nach Heirat 1928 – sein 1933 geborener Sohn Gottfried gehörte 1961-1983 wie schon zuvor sein Vater dem Deutschen Bundestag an – wurde Arnold Miteigentümer eines Installationsgeschäfts in Düsseldorf. Während des Dritten Reichs beobachtet undverfolgt von der Gestapo, wurde er im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 inhaftiert.

Mitbegründer der CDU

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Arnold seine politischen Aktivitäten wieder auf. Er gründete 1945 die Düsseldorfer Christlich-Demokratische Partei, die später Teil der CDU wurde. Mit Jakob Kaiser gehörte er zu der Gruppe ehemaliger christlicher Gewerkschaftsführer, die sich innerhalb der CDU für die Vergesellschaftung von Schlüsselindustrien einsetzten. 1945 beteiligte sich Arnold mit Hans Böckler an der Gründung der Einheitsgewerkschaften, des heutigen DGB, im Rheinland und saß dem Bezirk Düsseldorf vor. Am 29. Januar 1946 wurde Arnold zum Oberbürgermeister von Düsseldorf ernannt und am 26. Oktober 1946 in den ersten freien Kommunalwahlen im Amt bestätigt. Im Dezember 1946 zum stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten im Kabinett Amelunxen ernannt, war Arnold seit 1947 bis 1956 Ministerpräsident verschiedener Koalitionen aus CDU, Zentrumspartei, SPD (bis 1950), FDP (seit 1954) und KPD (bis 1948). 

Arnold, der von der amerikanischen Besatzungsmacht die Tageszeitungslizenz für die bis heute christlich orientierte „Rheinische Post“ erhalten hatte, war von 1946 bis zu seinem Tod Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, 1947-1949 auch Mitglied des Länderrates der Bizone. Im März 1948 legte er unter dem Titel „Manifest an die deutsche Einheit“ Vorschläge zur Wiedervereinigung der vier Besatzungszonen vor. Am 7. September 1949 wurde er (bis zum 6. September 1950) der erste Bundesratspräsident und damit bis zur Wahl von Theodor Heuss am 12. September 1949 amtierendes Staatsoberhaupt. Nach der ersten Bundestagswahl gehörte Arnold in der CDU zu den Befürwortern einer Großen Koalition, konnte sich aber mit diesen Vorstellungen nicht gegen Konrad Adenauer durchsetzen. Zweimal wurde er als Ministerpräsident wiedergewählt. Wichtige politische Handlungen in diesem Amt waren sein Beitrag zur Gründung einer landeseigenen Rundfunkanstalt, zur Montanmitbestimmung und die Etablierung eines Landesjugendplans. Am 20. Februar 1956 wurde Arnold - 1956 bis zu seinem Tode stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender - durch ein konstruktives Misstrauensvotum von SPD und FDP gestürzt. 

Im selben Jahr hatte ihn die nach UNITAS Assindia (1912) und UNITAS Silesia (1952) als dritte in Aachen entstandene UV-Korporation, die nach einem ehemaligen Prämonstratenserkloster in der Eifel benannte UNITAS Reichenstein (1954), an ihrem Stiftungsfest als Ehrenphilister aufgenommen. Die Technische Hochschule in Aachen verlieh ihm die Würde eines Dr. ing. ehrenhalber.

Tod im NRW-Wahlkampf 1958

1957 wurde Arnold mit einem Ergebnis von 72,6 % im Wahlkreis Geilenkirchen-Erkelenz-Jülich in den Bundestag gewählt und wurde dort stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. 1958 - kurz zuvor hatte er als Nachfolger von Jakob Kaiser den Vorsitzend der CDU-Sozialausschüsse übernommen, starb Karl Arnold am 29. Juni eine Woche vor der Wahl im Alter von erst 57 Jahren an Herzversagen während des Landtagswahlkampfes, in dem er Spitzenkandidat seiner Partei war. Er wurde auf dem Südfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.

Nach Bbr. Karl Arnold ist die Karl-Arnold-Stiftung, die der CDU nah stehende politische Bildungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen, benannt. Auch die Karl-Arnold-Schule Biberach, eine gewerbliche Schule im Kreisberufsschulzentrum Biberach an der Riß trägt seinen Namen. Aus Anlass seines 100. Geburtstages veröffentlichte die Deutsche Post AG 2001 eine von der Künstlerin Ursula Maria Kahrl entworfene Briefmarke mit seinem Bild.

C. Beckmann

Bild oben: Bbr. Karl Arnold (CDU) nach seiner Wiederwahl zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 27. Juni 1950

 

 

aus: unitas 3/2006

Neues aus Caracas: In Venezuela geht es weiter
Verbandsvertreter sprachen mit den Salesianern Don Boscos


Längere Zeit hatten wir im Verband nichts mehr aus der südamerikanischen UNITAS-Dependance gehört: Die politischen Verhältnisse in Venzuela, der Streit zwischen Regierung Chavez und Kirche, in den sich sogar Papst Benedikt XVI. zuletzt persönlich eingeschaltet hatte, schien an unserer UNITAS Don Bosco Caracas nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf: Am 18. Mai 2006 trafen sich die Verbandsspitze, die Bbr. Dieter Krüll und Heinrich Sudmann (im Bild rechts), die Redaktion der Zeitschrift und Rainer Wilhelm vom Hilfswerk Adveniat mit hohen Vertretern des Salesianerordens in Bonn.


Der Termin in der Salesianischen Missionsprokur informierte über den aktuellen Stand unseres Sozialen Projekts und die Situation in den von Bandenkriegen geschüttelten Barrios der Hauptstadt. Aktuelle, in mehreren kürzlichen Reisen gemachte Beobachtungen von ADVENIAT vor Ort ergänzten sich mit den Ausführungen des neuen Stellvertreten den Provinzials P. Raul Biord und seines Finanzchefs, die eigens nach Deutschland gekommen waren, um die UNITAS über ihr Projekt "Centro de Formación Juvenil y Popular" in Maracuay auf den neuesten Stand zu bringen. 

Danach hatten sich die Bauarbeiten zunächst hervorragend angelassen und sogar die ersten Veranstaltungen im Gebäude stattgefunden, bis sich bauliche Probleme herausstellten. Dazu kamen ein Wechsel in der Ordensleitung, Um- und Neuplanungen der Nachfolger. Kurz und bündig: Jetzt wird das inzwischen auf 18 Meter tiefe Pylone gegründete und von der UNITAS unterstützte „Zentrum für Jugendpastoral“ sogar noch größer und attraktiver als ursprünglich entworfen. Das in Essen ansässige Hilfswerk ADVENIAT, UNITAS-Partner für das Unternehmen, hatte in klugem Projektmanagement noch nicht alle 300.000 Euro ausgezahlt, die damals in einzigartiger Weise im UNITAS-Verband zusammengekommen waren. Alle Spenden kommen somit dem zugute, was jetzt schon steht oder zusätzlich auf den Plänen existiert, die die Patres in Bonn ausrollten. So wird u.a. ein Sportareal mit Trainings- und Spielstätten entstehen, dazu ein großes weiteres Gebäude, das einen großen Mehrzwecksaal und Büros umfasst.

Die Bilder: Ansicht des bereits errichteten Hauptgebäudes, das die UNITAS finanziert hat; unten: Feierliche Aufnahme der UNITAS DON BOSCO in Caracas/Venezuelain den UNITAS-Verband bei der Generalversammlung in Berlin.

Gute News also aus Caracas: Die Ordensvertreter wagen einen weiteren Kraftakt und machten einen sehr energischen Eindruck. Unter großen Opfern hat sich die Ordensgemeinschaft jetzt ganz auf das UNITAS-Projekt konzentriert. Überwachung und argwöhnische Beobachtung durch den Staat inbegriffen – die Kehrseite der Medaille.

Bewährungsprobe für den Orden

So berichteten die Patres von außergewöhnlichen Ereignissen, die sich der in sicheren Verhältnissen lebende Mitteleuropäer kaum vorstellt. In einer Nacht- und Nebelaktion haben etwa vor kurzem Seminaristen das Gebäude bezogen. Hintergrund: Der populistische Regierungschef Hugo Chavez hatte dazu allgemein aufgefordert, nicht zu Wohnungszwecken genutzte Häuser zu besetzen. Es hätte zweifellos das Ende für das Projekt bedeutet. Der umstrittene Staatschef regiert mit Zuckerbrot und Peitsche, versucht, dem Vorbild seines Nachbarn Fidel Castro nachzueifern, mischt sich sogar in die jüngsten Wahlen der Nachbarländer und wähnt sch offensichtlich als legitimer Nachfolger des großen Staatengründers Simon Bolivar. Während eine Partei längst nur noch von einer Minderheit getragen wird – die Salesianer berichten von Wahlen, an denen nur noch knapp 25 Prozent teilnehmen - bricht das Land zunehmend unter den Auswirkungen von monatelangen Streiks zusammen. Willkür macht sich breit, überall entstehen Parallelstrukturen, die das staatliche Gewaltmonopol aushebeln. Eine außergewöhnliche Situation, in der sich der Orden und sein salesianisches Zentrum bewähren muss.

Oase für Kinder in einem mörderischen Alltag

„Pro Woche gibt es zehn Morde in der Nachbarschaft. Am Wochenende natürlich mehr“, berichtete der stellvertretende Provinzial P. Raul Biord von der „Casa Provincial Salesiana“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Die umliegenden Stadtviertel, die so genannten „Barrios“, werden von kriminellen, bis an die Zähne bewaffneten Banden kontrolliert. Niemand weiß, wie viele Menschen dort auf engstem Raum wohnen – niemand traut sich die besetzten Gassen. Nur die Salesianer und ihre Mitarbeiter haben Zutritt, holen die Kinder von der Straße, laden sie zum Fußball und anderen Gruppenaktivitäten ins bereits bestehende Zentrum ein, das tatsächlich wie ein neutrales Gelände zwischen allen Stadtteilen liegt. „Hier schweigen die Waffen“, freut sich Pater Raul. „Hier wird gelacht und gespielt.“

Neuer Anlauf für die UNITAS

Mit dem ausgeschiedenen Provinzial sei offensichtlich leider auch die unitarische Präsenz vor Ort ins Hintertreffen geraten. Das wolle man nun ändern, so der Vicario Provincial: Die vom Orden betriebene Fakultät mit rund 800 Studenten, von Theologen bis zu Betriebswirten, seien der ideale Hintergrund, die Dinge wieder in Gang zu bringen. Die Runde vereinbarte engeren und direkten Kontakt: Christian López Casanava, am Bonner Treffen beteiligter studentischer Mitarbeiter in der Salesianischen Missionsprokur, gebürtiger Spanier und Bundesbruder von UNITAS Salia, wird sich um die Dinge direkt kümmern können.

Wer gerne unmittelbare Eindrücke vor Ort sammeln möchte, ist herzlich eingeladen. Studentische Engagements in Venezuela sind herzlich willkommen, so die Patres. Und der Kontakt soll keine Einbahnstraße sein. Dies betonte nachdrücklich Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll zum Abschluss des Treffens, bei dem die vorgelegten Pläne einstimmig und mit Handschlag für gut geheißen wurden. Studenten aus Venezuela seien bei der UNITAS in Deutschland jederzeit herzlich willkommen und könnten gerne auf den Häusern wohnen, so Bbr. Krüll und der AHB-Vorsitzende Heinrich Sudmann. Die neu eingerichtete UNITAS-Stiftung eröffne auch hier neue Möglichkeiten und Perspektiven. 

Zweifellos bleibt das Projekt eine bleibende Herausforderung für die unitarische Gemeinschaft: Nicht, weil weitere Finanzhilfen gefragt sind, sondern weil es um den Blick auf die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in einem anderen Teil der Welt geht. Sie sind denkbar schlecht, wie uns der Alt-VOP und Initiator Bbr. Stephan Demuth bereits vor Jahren aus Caracas schrieb. Und es lässt sich etwas daran ändern - auch mit unserer Hilfe. Reiner Wilhelm, Länderreferent von ADVENIAT für die Karibik, Ecuador und Venezuela, bleibt am Ball. Wir werden weiter berichten.

Christof Beckmann

 

aus: unitas 3/2006

Impressionen von den Salzburger Hochschulwochen:
UNITAS stellte stärkste Abordnung

Von Bbr. Sebastian Sasse, UNITAS Ruhrania

Festspiele, Geburtsort Mozarts, Stadt mit viel Geschichte: Salzburg ist immer eine Reise wert. Für Studenten lohnt sich der Besuch in der österreichischen Universitätsstadt aber vor allem jedes Jahr im August. Dann findet nämlich schon seit 75 Jahren eine ganz besondere Sommeruniversität statt: Die Salzburger Hochschulwoche.

Hochkarätig ist die Liste der Referenten, die hier schon auftraten: Karl Rahner, Bbr. Romano Guardini oder aber auch der Theologieprofessor Joseph Ratzinger. In diesem Jahr lautete das Rahmenthema „Gott im Kommen“. Ein Motto, das nicht nur für den Theologen von Interesse ist. Denn die Salzburger Hochschulwochen richten sich an Teilnehmer aus allen Fakultäten. Die Organisatoren haben keine Berührungsängste. Das merkte man den Vorträgen an. Wurde hier doch bewiesen: Eine Vorlesung kann gehaltvoll und trotzdem spannend sein. So gehörten zu den Referenten nicht nur Fachwissenschaftler, sondern auch Medienpraktiker wie der ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen. Immer wieder schafften es die Referenten, Bezugspunkte zu aktuellen Debatten herzustellen.

Dabei wurde vor allem eines deutlich: Wer sich Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft machen will, kommt an der Religion nicht vorbei. In fast allen öffentlichen Bereichen, nicht zuletzt in den Medien, ist eine Renaissance des Religiösen zu spüren. Es gehört zu den besonderen Leistungen der Hochschulwochen, diesen Trend in Bezug zu dem Rahmenthema gesetzt zu haben: Denn, so die Grundfrage, begegnen wir überall da, wo wir im öffentlichen Diskurs auf das Schlagwort „Religion“ stoßen, auch wirklich Gott?

Auch die RUHRANIA war präsent

Endgültige Antworten gab es nicht, dafür viele Anregungen und interessante Gedanken. So waren die wirklichen Höhepunkte der sieben Tage auch nicht die Vorlesungen und Referate, es waren die Gespräche. Beim Mittagessen, abends in der Kneipe. Oder aber auch beim Treffen der Korporationen, das im Stieglbräu, direkt in der Salzburger Altstadt stattfand. Die österreichischen Farbenbrüder vom ÖCV staunten nicht schlecht, als plötzlich die Farbenstrophe des UNITAS-Verbandes erklang. Kein Wunder, waren wir Unitarier doch gut bei Stimme, schließlich stellten wir die größte Abordnung eines deutschen Studentenverbandes. 

Sowohl der neue Vorort UNITAS Frankonia Eichstätt unter VOP Christoph Schmidt als auch eine Delegation von UNITAS Clara-Schumann unter Alt-VOP Elisabeth Fels hatten den Weg nach Salzburg gefunden (Bild rechts). Die Gruppe komplettierte Sebastian Sasse von der UNITAS Ruhrania. Sofort luden uns die österreichischen Farbenbrüder an ihre Tische ein. Ein stimmungsvoller Abend, bei dem auch das studentische Liedgut gepflegt wurde, nahm seinen Anfang. Doch selbstverständlich kam vor der Geselligkeit auch noch die „scientia“ zu ihrem Einsatz: In einem frei vorgetragen Referat macht sich Fbr. Alt-Abt Odilo Lechner gehaltvolle Gedanken über die Aufgaben des Korporationswesens. Vor allem ihre Prinzipien und die Tradition ihrer Korporationen, so Lechner, bildeten für katholische Verbindungsstudenten eine feste Basis, von der aus man getrost die Aufgaben der Zukunft in Angriff nehmen könne.

Umso bedauerlicher war, dass so wenige Farbenbrüder der Einladung der AGV nach Salzburg gefolgt waren. Hatte sich doch das Direktorium der Hochschulwochen beträchtliche Mühe gegeben, die Sommeruni gerade für junge Studenten attraktiv zu machen. So wurde zum ersten Mal ein wissenschaftlicher Nachwuchspreis vergeben. Drei Nachwuchswissenschaftler hielten zu dem Rahmenthema einen je halbstündigen Vortrag. Danach stimmte das Publikum ab. Eine gute Übung für später und außerdem gab es auch einen Geldpreis.

In einem Gespräch mit den studentischen Teilnehmern versicherte der Obmann der Hochschulwochen, Professor Dr. Gregor Maria Hoff, dass im nächsten Jahre die Angebote noch mehr auf die studentischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Außerdem sei er offen für alle Anregungen. „Wir machen das alles für Sie“, lautete Hoffs Hauptbotschaft. In diesem Sinne kann es also nächstes Jahr nur heißen: Auf nach Salzburg!

 

Elterngeld darf Studierende mit Kindern nicht benachteiligen

Eine längere Bezugsdauer für das Mindestelterngeld fordern die Katholischen Hochschulgemeinden. In Deutschland leben zur Zeit rund 120.000 studierende Eltern mit Kindern (gut 6 % der Studierenden). Für die meisten von ihnen bedeute das von der Bundesregierung geplante Elterngeld eine massive Schlechterstellung gegenüber dem bisherigen Erziehungsgeld. Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) fordert deshalb, die Bezugsdauer des Mindestelterngeldes auf wenigstens 24 Monate zu erhöhen und so bald wie möglich ein Kinderbetreuungsgeld bis zum 36. Lebensmonat einzuführen.

Bisher erhalten Studierende mit Kindern erhalten bis zu zwei Jahre Erziehungsgeld in Höhe von 300 € im Monat. Nach dem Gesetzesentwurf zur Einführung des Elterngeldes soll ihnen nun höchstens für 14 Monate ein Mindestelterngeld von 300 € pro Monat zur Verfügung gestellt werden. Das bedeute in den ersten beiden Jahren der Kinderbetreuung einen Einnahmenausfall von mindestens 3.000 €. Ledige Studierende verfügen durchschnittlich über rund 960 € im Monat, bei Verheirateten sind es 1.270 € (17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks). Ein Einnahmenausfall von 300 € monatlich wirke sich da dramatisch aus. Bereits die Senkung der Bezugsdauer des Kindergeldes vom 27. auf das 25. Lebensjahr bedeute für einen Teil dieser Studierendengruppe einen schmerzhaften Verlust an Einkommen, so die Hochschulgemeinden. Insbesondere für Paare, bei denen beide Partner studieren, und für alleinerziehende Studentinnen und Studenten stelle die Einführung des Elterngeldes in der bisher geplanten Form eine echte Bedrohung dar. Staatliche Transferleistungen seien für sie ein wichtiger Bestandteil der monatlichen Einnahmen. Entfallen diese Transferleistungen, so drohe in vielen Fällen der Abbruch des Studiums, der Eintritt in das Erwerbsleben werde nach einem solchen Schritt deutlich erschwert, das Ziel der materiellen Selbstständigkeit grundlegend verfehlt.

Die rund 130 Katholischen Hochschulgemeinden, die in der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) zusammengeschlossen sind, beraten und begleiten Studierende mit Kindern und stellen oft besonderen Wohnraum zur Verfügung; einige Hochschulgemeinden unterhalten auch Kindertagesstätten. Kontakt: Dr. Lukas Rölli, c/o Forum Hochschule und Kirche e.V., Rheinweg 34, 53113 Bonn, Tel. (0228) 9 23 67-0, E-Mail: roelli@fhok.de, mehr: www.fhok.de/akh

 

Bochumer Uni-Ruderer erfolgreich

BOCHUM. Bei der Ruder-Weltmeisterschaft im englischen Eton waren die fünf Sportler der Ruhruniversität Bochum am 27. August 2006 besonders erfolgreich. Medizinstudent Jochen Urban erreichte im Zweier ohne Steuermann im Endlauf den fünften Platz. Zwei seiner Kommilitonen aus anderen Fakultäten saßen im erfolgreichen Deutschlandachter, der Gold gewann. Ein weiterer gewann im Vierer mit Steuermann ebenfalls die Goldmedaille, der fünfte errang im Vierer ohne Steuermann die Silbermedaille. 

Nach Angaben der RUB trainieren die Ruderer alle am Olympiastützpunkt Westfalen. Die Ruderer profitierten von der flexiblen Terminplanung und der Beratung durch ausgewiesene Ansprechpartner an der Ruhr-Universität. Die Ruhr-Uni sei Partnerhochschule des Spitzensports: Die entsprechende Kooperationsvereinbarung hätten der Olympiastützpunkt Westfalen, der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband, das Deutsche Studentenwerk und die Ruhr-Uni unterzeichnet. Ziel sei es, studierenden Spitzensportlern sowohl eine sportliche Karriere als auch eine akademische Ausbildung zu ermöglichen.

 

aus: unitas 3/2006

Geheimnisvolle Botschaft auf dem Ruhranen-Haus

ESSEN. Überraschte Besucher auf der UNITAS-Baustelle im Ruhrgebiet fanden am Abend des 10. August einen weißen Styroporblock im Inneren des Hausflurs. Mit einer Schraube aufgepinnt hing dort ein Zettel mit einer Botschaft: „Die UNITAS-Salia war hier und hat das Erdgeschoss besenrein der Ruhrania übergeben. Der Container ist leider nicht voll geworden. Es waren zwei lustige Tage und wir bedanken uns für Eure Gastfreundschaft. – in unitate ....“

Zwei Bundesbrüder der UNITAS-Salia, Senior Christian Lopez Casanava und Stefan Kurzmann, waren per Bahn mit Schlafsack und Luftmatratze zum Arbeitseinsatz im „Feldschlösschen“ angerückt und hatten tatkräftig in die Hände gespuckt. Hilfe aus dem Verband – sie war herzlich willkommen, als die Aktiven an die Entkernung des ehemaligen Hotels im Essener Westen gingen. Und für diese Unterstützung wollen sich die Ruhranen noch einmal öffentlich bedanken. Denn nach dem monatelangen schweißtreibenden Einsatz zeigt sich das UNITAS-Haus inzwischen in völlig neuen Dimensionen: Weit über vier Meter hohe Decken, ein luftiges Treppenhaus, entfernte Zwischenwände und freigelegte Balkenkonstruktionen lassen heute erahnen, was sich der Architekt einst bei seiner Planung gedacht hat. Mehr als 100 Kubikmeter Wände, Fußböden, Einbauten und Decken wurden von der Aktivitas im Zuge der Totalsanierung entfernt und aus dem Haus geschafft. Mittlerweile kann in dem Gemäuer ein Stück Bauarchäologie betrieben werden: Blutrote Ledertapeten an den Decken tauchten auf und Lampen aus dem Wirtschaftswunder-Deutschland, sämtliche Wände waren einst farbig bemalt und mit Rollbordüren verziert. Original aufgefundene Fliesen sollen wieder in den Originalzustand zurückversetzt werden. Jüngster Fund: Ein Zeitungsfetzen aus dem Baujahr 1900/01, der einen Blick in die schwerindustrielle Kaiserzeit im Revier werfen lässt.

Mit der in Eigenregie begonnenen Totalsanierung ging für alle Beteiligten ein sportives Sommersemester zu Ende. Den Abschluss des letzten eigenen Arbeitstags feierten die akademischen Bauarbeiter nicht nur mit einer Riesenladung Currywurst, Pommes, kühlem Dampfbier und in bester Stimmung. Sie mischten auch beim Pfarrfest in der Gemeinde St. Dionysius aktiv mit und trafen sich zu einer Ferienkneipe, bei der auch mit Michael Heliosch ein neuer Bundesbruder rezipiert werden konnte (s.Bild)

Während im Studentenhaus an der Flurstraße die Profis das Kommando übernehmen, zeichnen sich bei der Revier-UNITAS für das Wintersemester trotz der Einschränkungen durch die Baumaßnahmen bereits einige Highlights ab. Es steht unter dem Titel „Umbruch, Aufbruch, Neubeginn“. Erste Höhepunkte waren Mitte Oktober ein Erstsemestertreffen an der Theologischen Fakultät in Bochum und eine gemeinsam mit dem Berufsberatungszentrum durchgeführte Veranstaltungen zu Berufsmöglichkeiten für Theologiestudenten. Für Vorträge konnte die Ruhrania auch in diesem Semester u.a. wieder den Thomas von Aquin-Spezialisten Prof. Dr. Georg Scherer gewinnen, auch der traditionelle Barbara-Ball mit dem CV-Zirkel „Kohle“ steht im Winter an. Das neue Programm ist „online“ und die Ruhranen laden herzlich zu ihren Veranstaltungen ein. 
Aktuelle Mitteilungen und Berichte werden laufend im Internet veröffentlicht unter: www.UNITAS-ruhrania.org.

 


Essener Katholiken trauern um Hanns Sobek
Alt-Bürgermeister und Ehrenmitglied


ESSEN. Die Katholiken der Stadt Essen trauern um Alt-Bürgermeister Bbr. Hanns Sobek. Er war bei UNITAS Liudger in Essen als Ehrenmitglied aufgenommen worden, von 1984 bis 1994 1. Bürgermeister und damit direkter Vertreter des Essener Oberbürgermeisters. 

Zeitlebens hatte sich der im Alter von 78 Jahren verstorbene CDU-Politiker in der katholischen Kirche engagiert. Er war von 1995 bis 1998 Vorsitzender des Stadtkatholikenausschusses und bekleidete damit das höchste Wahlamt für katholische Laien in der Stadt. „Er war ein Überzeugter, der überzeugen konnte“, würdigte Weihbischof Franz Grave den verstorbenen Essener Altbürgermeister. Mit dem Verstorbenen verliere das Ruhrbistum einen Mann der ersten Stunde, der mit großem Engagement und Tatkraft das 1958 gegründete Bistum Essen mit aufgebaut habe. Essen verliere einen engagierten, überzeugten Christen und Politiker, übermittelte Stadtdechant Otmar Vieth seine Anteilnahme. 

Von Jugend an hatte Bbr. Sobek in der Essener Kirche Verantwortung übernommen. So war er ab 1952 Dekanatsjugendführer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Werden, ab 1954 Stadtjugendführer und schließlich ab 1958 der erste Diözesanvorsitzende. Auch im Pfarrgemeinderat von St. Theresia Rellinghausen war er lange tätig. 1959 gehörte Sobek zu den Mitbegründern der Essener Pax-Christi-Gruppe, deren Vorsitz er bis 1962 inne hatte. Seine Vertrautheit mit kirchlichen wie städtischen Strukturen ermöglichte es ihm, prägend am Jubiläumsjahr „1150 Jahre Stift und Stadt Essen“ 2002 mitzuarbeiten. In November desselben Jahres wurde ihm der Gregoriusorden verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen des Papstes für katholische Laien. Begründung: „Hanns Sobeks katholische Überzeugung und seine Beheimatung in der katholischen Kirche haben sein Wirken als Kommunalpolitiker bestimmt.“

„Wir wussten von seiner schweren Krankheit, hatten aber gehofft, er hätte sie überwunden. Wir alle trauern um einen guten Freund, einen Sympathieträger in unserer Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger in seiner Würdigung Bbr. Sobeks, der 1961 – 1994 dem Rat der Stadt Essen angehörte. Sein Amt als 1. Bürgermeister der Stadt habe Sobek stets mit viel Humor und Gespür für die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ausgeübt. Besonders engagiert hatte sich Hanns Sobek in der Sportpolitik. Als Sportsmann, Experte und Vorsitzender des Sportausschusses galt für ihn das Motto des „Fairplay“, das sich auch in seinem Wirken niederschlug und ihm große Anerkennung eingebracht habe.

In der Christlich Demokratischen Union aktiv seit 1952, übte Hanns Sobek in den mehr als 50 Jahren seiner Mitgliedschaft vielfältige Ämter aus. So war er Mitglied des Kreisvorstandes und 1981 bis 1991 stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. 1984 bis 1989 war er Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU in Essen. „Die CDU verliert mit ihm einen engagierten und bodenständigen Politiker, der sich weit über die politischen Grenzen hinweg höchstes Ansehen erworben hat“, würdige Franz-Josef Britz, Vorsitzender der CDU Essen und der CDU Ratsfraktion, unser verstorbenes Ehrenmitglied.
CB


Region West: Fußballturnier geplant


BONN/REGION WEST. Kaum ist die WM 2006 im eigenen Land vorbei, geht die Kickerei weiter. „Damit das kommende Semester weiterhin sportlich bleibt, wollen der AKV-West, Patrick Hollands, und Christian López Casanava, Senior der UNITAS-Salia des Wintersemesters 06/07, in der Region West ein Fußballturnier veranstalten. Aufgerufen zum Match sind alle aktiven West-Vereine, UNITAS-Salia und Patrick Hollands wollen sich um die Organisation kümmern. „Wir bräuchten nur ein Feedback, ob Interesse diesbezüglich besteht“, so die Organisatoren. „So eine Veranstaltung hätte viele Vorteile: Wir können u. a. neuen Füxen und Hausgästen zeigen, dass der UNITAS-Verband eine große Familie ist und die Amicitia nicht nur ein lateinischer Begriff ist, sondern aktiv gelebt wird.“

Nach dem vorläufigen Plan besteht eine Mannschaft aus fünf Spielern. Die Startgebühr beträgt ca. zehn Euro pro Mannschaft, abhängig von der Anzahl der Mannschaften. Ein Verein kann auch mehrere Mannschaften stellen (Füxe/Burschen/evtl. AHAH). Die Veranstalter wollen das Turnier schon am Anfang des Semesters austragen. Der Termin wäre somit Ende Oktober (28.10) an einem Wochenende. Da alles wie z. B. Fußballplatz etc. organisiert werden muss, wäre eine schnelle Antwort von Vorteil, damit alle West-Vereine den Programmpunkt ins Semesterprogramm mit aufnehmen könnten.
Kontakt: Christian López Casanava, Senior UNITAS-Salia, E-Mail: christian.lopez@gmx.de; Patrick Hollands, AKV-West, E-Mail: fauli-hollands@gmx.de.



Goldenes Priesterjubiläum: 
Bbr. Pfarrer Eberhard Stute


NIEDERWENIGERN. In der Gemeinde St. Mauritius in Niederwenigern konnte Bbr. Pfarrer Eberhard Stute am Sonntag, dem 25. Juni 2006, sein goldenes Priesterjubiläum und seinen 75. Geburtstag feiern. 

Von 1973 bis 2001 war Eberhard Stute Pfarrer in St. Mauritius, der Heimatgemeinde des im Dritten Reich ermordeten Nikolaus Groß. Eberhard Stute hat während seiner Amtszeit unermüdlich Daten und Fakten über den Märtyrer des Gewissens gesammelt, eine Lebensaufgabe, die gekrönt wurde mit der Seligsprechung von Nikolaus Groß am 7. Oktober 2001 auf dem Petersplatz in Rom durch Papst Johannes Paul II. Bischof Dr. Hubert Luthe würdigte in der Festpredigt die Tätigkeit von Eberhard Stute. Nach dem feierlichen Hochamt gratulierten auch Bundesbrüder des AH-Zirkels Niederberg dem Jubilar und dankten ihm für die Ausrichtung zahlreicher Vereinsfeste mit Morgensitzungen.
Kurt Lembeck


Verdienstkreuz für Bbr. Konrad Weber

DORTMUND. Das Verdienstkreuz am Bande hat Bundespräsident Horst Köhler unserem Bbr. Konrad Weber verliehen. Der Dortmunder Bürgermeister Adolf Miksch überreichte die Auszeichnung während einer Feierstunde.

Konrad Weber hat Geschichte, katholische Theologie, Pädagogik, öffentliches Recht und Musikgeschichte studiert. Er ist seit 1961 Mitglied der CDU und seitdem in verschiedenen Gremien des politischen und sozialen Bereichs tätig. Als Vorsitzender der CDU-Fraktion von Dortmund-Brackel von 1979 bis 1999 zog er zahlreiche politische Fäden. Für diese Tätigkeit wurde er 1995 mit der Ehrennadel der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Durch gute Sachkenntnis und Geradlinigkeit in der Aussage erwarb er sich Respekt und Ansehen sowohl in der eigenen Fraktion als auch beim politischen Gegner. 

1999 wurde Bbr. Weber in den Rat der Stadt Dortmund gewählt, dem er bis zu den Kommunalwahlen im Herbst 2004 angehörte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Konrektor ist er seit 1975 als ehrenamtlicher Organist in der Kommende, dem Sozialinstitut der Erzdiözese Paderborn, tätig. Wir wünschen unserem Bundesbruder für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und vor allem eine stabile Gesundheit.
Gerd Stolte, Vors. AHZ-Dortmund

 

Bbr. Alfred Bertelsmeier feierte 80. Geburtstag

DORTMUND. Bbr. Alfred Bertelsmeier, stv. Schulleiter a. D., wurde am 25. Mai 1926 in Dortmund geboren. Sein Vater und seine Mutter waren ebenfalls gebürtige Dortmunder. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise in den zwanziger Jahren ermöglichten die Eltern Alfred sowie seinen beiden Geschwistern den Besuch des Gymnasiums. Anfang des 2. Weltkriegs erhielt Bbr. Bertelsmeier das sog. „Notabitur“ und wurde zur Heimatflak eingezogen. 

Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, Ende 1945 wurde er entlassen. Der Stadtkern lag in Schutt und Asche. Jetzt hieß es, sich am Wiederaufbau der Heimat zu beteiligen – eine Voraussetzung, um eine Lebensmittelkarte zu erhalten. Bbr. Bertelsmeier ging noch einmal zum Gymnasium, um die fehlende Abiturprüfung nachzuholen, und absolvierte das Praktikum für die Zulassung zum Studium. An der Universität Münster belegte er Ende 1947 aufgrund seiner Neigungen die Fächer Mathematik, Physik und Erdkunde. Im Januar 1948 trat er in die UNITAS Burgundia Münster ein. 

Seine Begabung für naturwissenschaftliche Fächer erlaubte ihm, sein Studium zügig durchzuführen. Im Januar 1954 wurde er philistriert. Nach dem Abschluss seines Studiums trat Alfred Bertelsmeier in den Schuldienst der Stadt Dortmund ein. Aufgrund seines ruhigen Wesens und seiner guten pädagogischen Begabung konnte er den Schülerinnen und Schülern die theoretischen Grundlagen gut erklären. Diese Eigenschaften wirkten sich auch auf den privaten Bereich aus. Spannend konnte er von seinen Auslandsreisen berichten. Wir wünschen Bbr. Alfred Bertelsmeier weiterhin von Herzen alles Gute. Möge er noch viele Jahre in unserer Gemeinschaft verleben.
Gerd Stolte, Vors. AHZ-Dortmund

 

aus: unitas 2/2006
Studiengang "Abrisswissenschaften"
Großes Bausemester bei der UNITAS Ruhrania

ESSEN. Immerhin steckte schon ein 5-Pfennigstück mit Reichsadler von 1921 irgendwo zwischen den freigelegten Dielen. Zugegeben - nicht gerade ein Sensationsfund, aber die Mitglieder der UNITAS Ruhrania bauen unverdrossen weiter an der Totalrenovierung ihres im Sommer 2004 erworbenen „Feldschlößchens“ im Essener Westen.

Drückende Temperaturen, Staub, Dreck, wohin das Auge blickte und der Schweiß floss in Strömen: Auf der Baustelle der Ruhr-Unitarier füllte sich in den letzten Wochen Container um Container. Über 70 Kubikmeter Schutt - Mauersteine, Trockenbauwände und -decken, Gips, Putz, Holzeinbauten, Fliesen, Bodenbeläge, Glasfaserballen, Tapete – verließen das Gebäude im freien Fall durch die Schüttröhre. Bislang vollständig in Eigenarbeit: Fünf Aktive und drei Ehemalige schufen mit Entrümpelungsaktionen Fakten und ließen für die Gesamtentkernung des eigenwilligen Gründerzeithauses den Abrisshammer kreisen. Nun sollen die Handwerker das Regiment übernehmen. Das Ziel: Das „Feldschlößchen“ als Studentenheim mit einladender Gastronomie wieder zu einem echten Hingucker in Borbeck zu machen.

 Schöne Grüße aus dem Dreck!

„Getreu der unitarischen Prinzipien sollten Idee und Theorie wohl übereinstimmen“, meinen die Ruhr-Aktiven. Und man darf es glauben, wenn gestern noch heftig über „Got­tesbilder in der Antike“ diskutiert wurde und sich die „Philosophen“ am Tag drauf mit schwarzen Gesichtern und völlig verschwitzt mit ihren Schubkarren durch das nach und nach völlig freigelegte Innenfachwerk des Hauses an der Flurstraße schlängelten. Alle Versorgungsleitungen wurden lahm gelegt, die verschiedenen Materialien auf dem 900 Quadratmeter großen Grundstück sortiert. „Schöne Grüße aus dem Dreck!“, meldete die Homepage mit dem Bautagebuch, gute Stimmung und hin und wieder eine gute Erfrischung gehörten natürlich dazu. Und doch schnaufte mancher wohl insgeheim „Eine ziemliche Wahnsinnsidee...“, wenn gegen Mitternacht die Puste ausging, morgens um 8 Uhr aber wieder Seminare in der Uni anstanden. Eines lässt sich sicher sagen: Den zusätzlichen Leistungsschein in „Abrisswissenschaften“ haben sich die Ruhranen inzwischen mehr als verdient. Doch trotz kraftraubendem Umbau kam aber auch die unitarische Wissenschaft im Sommersemester nicht zu kurz: So gab es im von Senior Sebastian Sasse geleiteten Semester gut besuchte Vortragsabende etwa über „Die kopernikanische Wende“ und das Entstehen der modernen Naturwissenschaften (AHV-X OSTD a.D. Jörg Lahme). Der bekannte Professor Dr. Georg Scherer sprach beim Vereinsfest zu Ehren des HI. Bonifatius über den Verbandspatron Thomas von Aquin – ein wunderbarer Tag, der mit einer Bootsfahrt auf dem Baldeneysee ausklang.

„Kneipnovene“ zum Abschied vom Haus

Nicht zuletzt fand die Geselligkeit ihren Platz im Programm. So wurde unter anderem eine ganze Woche lang im Anschluss an die „Große Borbecker Prozession“ zünftig „Abschied vom Haus“ gefeiert. Eine veritable Schnapsidee: Unter dem Titel „Große Borbecker Pfingstnovene“ lud die Aktivitas nach der „Großen Borbecker Gottestracht“ ab 27. Mai zum allabendlichen Kneip-Marathon (Bild rechts oben). Zu den Höhepunkten zählte zweifellos ein überraschender Besuch der Vorortspräsidentin Elisabeth Fels und ihrer Bundesschwestern vom W.K.St.V. UNITAS Clara Schumann. Inhaltliche Schwerpunkte galten dem antiken Philosophen Plato, dem unitarischen Verbandspatron Bonifatius, den „wahren Glücksbarometern des Lebens“ oder Adolf Kolping als Zeitgenossen von UNITAS-Gründer Hermann Ludger Potthoffs, auch feierliche Ruhr-Salamander zu frisch bestandenen Abiturprüfungen oder zu Diplomexamen des frischgebackenen Diplomingenieurs Bbr. Peter Helmus.

Mitte Juli wurden schließlich auch in der ehemaligen Gastronomie alle Einbauten entfernt, Fahnen, Vereinsfotos und Devotionalien verschwanden in Umzugskartons und warten nun auf ihre Wiederverwendung. Der neu gewählte Vorstand von Senior Richie Duckheim, den Consenioren Daniel Muschellik, Peter Helmus und Fuxmajor Sebastian Sasse geht bereits in die Planungen für das Wintersemester.

Bilder oben: Völlig freigelegte Dachkonstruktion für den „Unitarischen Himmel“, den späteren Kneipsaal, darunter: Schutt ohne Ende. Unten: Wie „unter Tage“ - zwischendurch mal Luft schnappen im Biergarten

Entscheidender Schub für die UNITAS im Revier

Den Bauarbeiten vorausgegangen war am 22. April eine entscheidende Sitzung des Vorstands des Zentralen Hausbauvereins (ZHBV) in Essen-Borbeck. Sie gab grünes Licht für den Baubeginn im Ruhrgebiet. Nach den einstimmig gefassten Beschlüssen steht damit die Finanzierung des von der UNITAS Ruhrania in Essen-Borbeck betriebenen Hausbaus. Mit seiner Entscheidung folgte das von Bbr. Dr. Dieter Rehbein geleitete Verbandsgremium dem positiven Urteil der Bewilligungskommission. Ihr Vorsitzender, Bbr. Hans Stumpf, hatte die Entwicklung vor Ort in den letzten Jahren aktiv begleitet.

Bereits im August 2004 hatten die Planungen für den Umbau des „Feldschlößchens“ an der Flurstraße im Essener Westen begonnen. Architekt Bbr. Otfried Jäger (Wesel) hatte seine Entwürfe in beeindruckende 3-D-Bilder umgesetzt, Dipl-Ing. Reiner Schlenkermannn (Oberhausen) kalkulierte die Baumaßnahmen. Vorgesehen sind die weitgehende Entkernung des durch vielfältige Ein- und Umbauten veränderten Gebäudes und die Herstellung von Neubauqualität. Die Totalrenovierung wird das 1901 als Hotel eröffnete, traditionsreiche Haus mit seiner Jugendstil-Fassade wieder zu einem Blickfang im Stadtviertel machen. Im „Unitarischen Zentrum Ruhr“ werden neun Studenten wohnen, die nach Fertigstellung verpachtete öffentliche Gastronomie im Erdgeschoss soll mit ihrem Biergarten ein einladender, offener Treffpunkt für die unitarische Familie, aber auch Gäste aus Borbeck und der ganzen Region werden - so das Konzept.

Als herausragend würdigten Bewilligungskommission und ZHBV insbesondere die Patronatserklärung des AHV Ruhrania und die Zeichnung von Mitglieder-Bürgschaften in Höhe von über 100.000 Euro. Mit seinem auf rund 700.000 Euro bezifferten Gesamtvolumen, unterstrich der Vorsitzende Dr. Dieter Rehbein aus St. Augustin, sei das Ruhr-Projekt das größte seit der Gründung des ZHBV vor genau 40 Jahren überhaupt. „Der heute gefasste Beschluss ist auch ein besonderer Vertrauensbeweis für die im Ruhrgebiet - damit in der Heimat des Verbandes - tätigen Bundesbrüder in Aktivitas und Altherrenschaft“, hob Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll hervor und sprach seine Hoffnung auf ein blühendes unitarischen Leben aus. Der mit dem Projekt eingegangenen Verpflichtung und Herausforderung der ganzen UNITAS gegenüber, so der Vorstand des UNITAS Ruhrania-Studentenheim e.V., seien sich die Bundesbrüder an der Ruhr bewusst. Die Entscheidung sei ein entscheidender Schub für die UNITAS im Revier - damit, so die Hoffnung, aber auch für den gesamten Verband. Der Vorstand dankte allen an dem Projekt Beteiligten, insbesondere auch der Aktivitas, herzlich für die große Unterstützung bei der bisherigen Arbeit. Für die angereisten Gremienvertreter hielten die Ruhranen als Erinnerungsstücke eigens gefertigte, symbolischen „Hausbau-Aktien“ mit Ausgabedatum vom 22. April 2006 bereit. „Dieser Tag ist ein historischer Tag für die gesamte UNITAS an der Ruhr“, stellte Senior Sebastian Sasse vor den 15 Sitzungsteilnehmern heraus. Im Anschluss an die intern weitergeführte Sitzung luden Aktivitas und Hausbauverein zu einer kräftigen Gulaschsuppe in der Gaststube ein. Ein Bier vom frisch angestochenen Fass besiegelte die gefassten Beschlüsse.

Noch immer sind Mithelfer gefragt

Auch für andere praktische Mithelfer wird im Revier immer mindestens eine kühle Brause bereit stehen. Und es wäre schön, meinen die Ruhr-Aktiven, wenn sich auch Bundesbrüder anderer Vereine fänden, die sich auf die Bahn setzen und im Ruhrpott kräftig mit anpacken: „Dieses Projekt ist verbandsweit einzigartig. Toll, wenn viele Bundesbrüder sagen könnten, dass sie einst dabei waren.“ Hilfe bei den Renovierungsarbeiten des neuen UNITAS-Zentrums im Ruhrgebiet ist also immer noch herzlich willkommen. „Essen ist das ideale Ziel für spontane Bauwut, die Fuxenfahrt der anderen Art!“, meinen die Ruhries. Damit so schnell wie möglich Studenten einziehen, wieder Gastronomie und ihrem Biergarten eröffnen und das „Feldschlößchen“ ein echtes unitarisches Schmuckstück im Stadtteil wird. 
CB

Pächter gesucht!

Die in verschiedenen Internetdiensten und Gründerbörsen geschaltete Anzeige zur Verpachtung der Gastronomie im Borbecker Studentenhaus erfreut sich reger Nachfrage. In den nächsten Wochen will der örtliche Hausbauverein eine Entscheidung treffen, einen Zuschlag geben und einen Vorvertrag schließen. Wer an der Pacht des „Feldschlößchens“ Interesse hat, oder jemanden kennt, ist gebeten, Kontakt aufzunehmen!

 Kontakt: UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund, Flurstr. 67, 45355 Essen-Borbeck, E-Mail: ruhrania@UNITAS.org.

 Hingucken: Adressen, regelmäßige Berichte, alles Aktuelle mit animierten Bildern auf der Homepage des Ruhr-Vereins - www.UNITAS-ruhrania.org.

 


„Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht“
Treffpunkt UNITAS
beim Katholikentag 
in Saarbrücken


Nicht mehr weit bis zum nächsten Katholikentag vom 24. bis 28. Mai 2006 in Saarbrücken! Sein Motto: „Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht“ – in Thema aus dem Lukas-Evangelium (Lk 1,75). Auch der UNITAS-Verband wird sich wieder mit einem Informationsstand in der „Kirchenmeile“ an dem Katholikentreffen beteiligen. 

In einer Zeit tief greifender sozialer und gesellschaftlicher Umbrüche, die gerade an einem Ort wie Saarbrücken mit der ganzen Breite ihrer Chancen und Gefährdungen deutlich werden, will der Katholikentag ein klares soziales Profil aufzeigen. Unter dem Begriff „Gerechtigkeit“, der wie ein „Roter Faden“ durch das Katholikentreffen führen soll, widmet sich das Programm des Katholikentages vier Themenbereichen: Gerechtigkeit – Schlüsselbegriff biblischer Theologie; Gerechtigkeit – Prüfstein für ein Land im Umbruch; Gerechtigkeit – Maßstab für das neue Europa; Gerechtigkeit – Hoffnung der Menschen weltweit. 

Das Leitwort, so der gastgebende Trierer Bischof, unser Bundesbruder Dr. Reinhard Marx, sei vor dem Hintergrund zu betrachten, dass nach der Botschaft der Bibel die Menschen Gottes Geschöpfe und Abbild sind. Folglich seien alle Menschen gleich durch die ihnen von Gott gegebene Würde und stelle sie auf die gleiche Augenhöhe. Hier knüpfe die Forderung nach Beteiligungsgerechtigkeit an. Es gehe nicht darum, Lebensrisiken zu individualisieren, sondern allen in einem wertorientierten Ordnungsrahmen gleiche Chancen, beispielsweise bei Bildung, Arbeit und Familie, zu ermöglichen. Weltweit müsse Kirche als „Global Player und Global Prayer“ Werkzeug zu dieser Einheit aller Menschen sein. 

Katholikentage gibt es seit 1848 ...

.... Sie dienen dem Dialog der Katholischen Kirche mit den relevanten gesellschaftlichen Kräften, sie fördern den Austausch verschiedener Alters- und Zielgruppen, sind aber auch der Ort des Austauschs zwischen den christlichen Konfessionen und des Dialogs mit anderen Religionen. Es werden rund 20.000 Dauerteilnehmer und jeweils rund 10.000 Tagesteilnehmer erwartet, darunter tausend Gäste aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Rund tausend Veranstaltungen an 50 Veranstaltungsorten wird es an den fünf Tagen in Saarbrücken geben: Diskussionsforen, Vorträge, Werkstätten und vieles mehr. Gottesdienste, Gebetszeiten und Bibelarbeiten bilden das geistliche Gerüst des Katholikentags. Feste und ein attraktives Kulturprogramm ergänzen dieses Angebot. 

Schwerpunktstandorte sind die Innenstadt von Saarbrücken und das Messegelände. Im Rahmen des Programms wird es Zentren zu den Themen Liturgie, christlich-jüdischer sowie christlich-islamischer Dialog, dazu das Bibelzentrum, ein Geistliches Zentrum, das Zentrum „Partnerschaft in Europa und in der einen Welt“, das Zentrum Frauen und Männer, das Zentrum Generationen, das Jugendzentrum und ein Ökumenisches Begegnungszentrum geben. Natürlich steht gerade in Saarbrücken der Europa-Gedanke im Vordergrund.

Der Katholikentag in Saarbrücken ist auch eine Chance zu einer Art Nachtreffen für die vielen Jugendlichen, die aus Deutschland und Nachbarländern am Weltjugendtag 2005 in Köln teilgenommen haben. Bischof Marx wünscht sich, dass etwas vom Schwung des Weltjugendtreffens auch beim Katholikentag spürbar wird. Denn der Katholikentag ist neben Diskussion und Forum auch ein Fest des Glaubens. 

Auf der „Kirchenmeile“ vom Hauptbahnhof bis zum St. Johanner Markt haben rund 200 katholische und ökumenische Verbände, Vereine und Initiativen Raum, die Vielfalt kirchlichen Lebens zu präsentieren. Darunter auch die katholischen Korporationsverbände, die unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) in einem Zelt-Pavillon ihre Arbeit vorstellen und Ansprechpartner für interessierte Katholikentagsbesucher sein werden. Mit dabei der UNITAS-Verband. Das Zelt ist natürlich auch Treffpunkt für alle nach Saarbrücken angereisten Bundesgeschwister, die herzlich eingeladen sind, am UNITAS-Stand auf eine Tasse Kaffee vorbeizuschauen, sich zu informieren, zu orientieren oder sich einfach nur vom Katholikentagsmarathon ein wenig auszuruhen (Standort s. Kasten unten).

Treffpunkt UNITAS: Helfer sind willkommen

Zur Betreuung des UNITAS-Standes sucht der Vorort noch Aktive, die bereit sind, sich stundenweise dort zu engagieren. Interessierte Bundesgeschwister melden sich bitte bei VOP Elisabeth Fels, Königswinterer Str. 727, 53227 Bonn; Email: elisabeth.fels@gmx.de. Der Verband übernimmt für die am Stand Mitwirkenden die Teilnehmergebühren für den Katholikentag in Höhe von 60,- € (Studierende) und bei Bedarf die Vermittlung einer Übernachtungsmöglichkeit in einer Gemeinschaftsunterkunft bzw. einem Privatquartier, nach Möglichkeit bei Alten Herren.

Am Abend des 27. Mai ist im Rahmen des Katholikentags auch wieder ein Begegnungsabend der in Saarbrücken anwesenden Unitarierinnen und Unitarier geplant (Ort und Zeit s. Kasten). Der Vorort und die Saarbrücker Bundesbrüder würden sich freuen, möglichst viele Bundesschwestern und Bundesbrüder dort begrüßen zu können.

Weitere Hinweise und Informationen unter: www.katholikentag.de, Servicetelefon 0681 - 9351351



TREFFPUNKT: UNITAS beim Katholikentag in Saarbrücken

UNITAS in der „Kirchenmeile“: 
Stand-Nr. B 706Bahnhofstrasse/Ecke Duttweilerstrasse(gegenüber liegt das Lokal „Alex’ Brasserie“; weiterer Orientierungspunkt: Kaufhaus Esprit)
Unitarischer Begegnungsabend: 
Freitag, 26. Mai, ab 18 Uhr im Ratskeller (König von Bayern) (Seiteneingang links am Rathaus, Rathausplatz 1) 






Deutsche Bischofskonferenz: 
„Studierende sollen Salzburger Hochschulwochen besser nutzen“

AGV lädt katholische Korporationsstudenten in die Mozartstadt ein


75 Jahre Salzburger Hochschulwochen – ein Jubiläum, das vom 31. Juli bis 6. August 2006 gebührend begangen werden soll. Für das Jubiläumsjahr wurde ein gerade für junge Menschen aktuelles und kirchlich wie auch gesellschaftlich sehr relevantes Thema gewählt: „Gott im Kommen“. In Vorlesungen, Seminaren und Workshops soll die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln behandelt werden. Überschriften wie etwa „Gottes Gründe – Gottes Abgründe: Zwischen Glaubensmotiven und Gottesverlust“, „Widerstand und Ergebung – Auseinandersetzung mit dem politischen Faktor Gott“, und „Religion in der Werbung“ versprechen spannende Diskussionen und wecken Neugier.

Neben den Vorträgen und Seminaren mit kompetenten und prominenten Referenten, einem glanzvollen Pontifikalamt mit dem Salzburger Erzbischof im Dom und einer Festakademie am Abschlusstag gibt es ein interessantes kulturelles und liturgisches Rahmenprogramm. Nicht zu vergessen: die vielen Anreize, die Salzburg und sein Umland als „Nebenprogramm“ zu den Hochschulwochen zu bieten haben. Da wäre zunächst Salzburg selbst, das mit seinem alten Stadtkern als Ganzes eine festliche Kulisse bildet – eine Manifestation barocken Lebensgefühls. Nicht zuletzt der Genius loci war es, der, in Verbindung mit dem Genius musici der Geburtsstadt Mozarts, die Anregung für die Salzburger Festspiele gab, die sich mit den Hochschulwochen überschneiden. Im Schatten der großen Konzerte und Aufführungen im Mozartjahr gibt es viele kleinere und größere Veranstaltungen, die den Darbietungen der Festspiele in nichts nachstehen, oft sogar mit denselben berühmten Künstlern – und das zu für Studenten noch erschwinglichen Eintrittspreisen. Und während der ganzen Woche gibt es ein CulturCafé mit musikalischer und literarischer Unterhaltung.

Auch abends hat man bei den Hochschulwochen keine Langeweile. Da wäre nicht nur die gemütliche Salzburger Gastronomie zu nennen, etwa in der zünftigen Atmosphäre eines der berühmten Bierkeller. Es gibt auch ein Treffen der Verbände, Begegnungen der Studierenden, verschiedene Konzerte, ein Empfang durch die Stadt Salzburg, aber auch eine Liturgische Nacht und eine Nachtwallfahrt. - Und es nimmt niemand übel, wenn man tagsüber die Vorlesungen und Seminare einmal für einen Ausflug ins Salzburger Land „schwänzt“, etwa zum nahe gelegenen Wallfahrtsort Maria Plain oder an den Wolfgangsee, dessen Reize bei weitem noch nicht mit der Operettenszenerie von St. Wolfgang erschöpft sind. Also Gründe gibt es genug, das attraktive Angebot der Salzburger Hochschulwochen zu nutzen. Erwähnt sei noch ein besonderer Akzent zum Jubiläum: Erstmals wird 2006 ein Preis für ein theologisches Gesamtwerk verliehen und ein Publikumspreis vergeben, der auf drei Vorträgen basiert, die dann von den Zuhörern beurteilt werden. (Mehr dazu s.u.)

Vor 75 Jahren wurden die Salzburger Hochschulwochen ins Leben gerufen, um sich mit den geistigen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Das Programm der ursprünglich auf zwei Wochen angelegten Sommerakademie wurde in den letzten Jahren verschlankt, die Dauer auf eine Woche verkürzt. Neue Programmelemente wurden entwickelt, um das Angebot insbesondere für Studierende attraktiver zu machen.

Studierende aus Deutschland sollten Angebot besser nutzen

Leider sind die Hochschulwochen unter katholischen Studenten in Deutschland zu wenig bekannt. Dies gilt auch für die deutschen Korporationsverbände. Die Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz hat auf die neuen Chancen in der Ansprache junger Studierender jetzt besonders hingewiesen, die nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Hochschulpastoral genutzt werden sollten. Auch die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) wurde gebeten mit zu helfen. Unter ihrer Federführung – so ein Beschluss der Mitgliederversammlung der AGV - sollen die Studierenden aus CV, KV, UV, RKDB und TCV neu motiviert werden, das Angebot der Salzburger Hochschulwochen stärker wahrzunehmen, als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Das Jubiläum bietet hierzu eine gute Chance. 

Studierende erhalten einen Freiplatz, also ein „Stipendium“, bei dem die Teilnehmer lediglich die Kosten für An- und Abreise selbst tragen müssen. Unterkunft im Gemeinschaftsquartier und Verpflegung werden von den Trägern der Hochschulwochen finanziert, die Teilnehmergebühren in Höhe von 55,- € pro Person für die ersten 20 angemeldeten Studierenden aus ihren Mitgliedsverbänden übernimmt die AGV, und bei den Reisekosten lässt sich vielleicht über die Verbände oder die örtlichen Altherren-Vereine auch noch etwas machen. 

Interessierte Studierende aus den Mitgliedsverbänden der AGV wenden sich bitte an ihren Vorort oder direkt an die AGV (eMail: info@agvnet.de). Weitere Informationen über die Salzburger Hochschulwochen auch direkt aus dem Internet: www.salzburger-hochschulwochen.at 

H.-J. Großimlinghaus




Publikumspreis der Salzburger Hochschulwochen

Die Salzburger Hochschulwochen schreiben aus Anlass ihres 75-jährigen Bestehens im Jahr 2006 den Publikumspreis der Salzburger Hochschulwochen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Graduierte WissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen der Jahrgänge 1971 und jünger werden herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Erbeten werden Texte im Umfang eines 30-minütigen Vortrags zum Thema der Salzburger Hochschulwochen 2006 „Gott im Kommen“. Vortragssprache ist Deutsch. Eine Jury wählt drei Beiträge aus, das Publikum der Salzburger Hochschulwochen wird die Preisträger bestimmen. Kriterien sind fachwissenschaftliche Qualität, inhaltliche Originalität sowie die kommunikative Transferleistung. Der Preis zielt in besonderem Maße auf die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breiteres Publikum.

Die Preise sind in ihrer Reihung ausgestattet:
1. Preis € 1000,-- gestiftet vom Katholischen Akademikerverband Deutschlands
2. Preis € 300,-- gestiftet von der Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands
3. Preis € 200,-- gestiftet von der Kultur- und Sozialstiftung des Kartellverbandes katholischer deutscher Studentenvereine.

Anreise und Unterbringung der Vortragenden übernimmt das Direktorium. Mit dem Publikumspreis ist der Abdruck des Vortrags im Tagungsband verbunden. 
Die Manuskripte müssen bis zum 1.5.2006 eingereicht werden. Um eine unabhängige Jury-Entscheidung zu gewährleisten, muss die Zusendung zwei Umschläge enthalten, die jeweils mit einem identischen Passwort zu versehen sind. Kuvert A enthält alle relevanten Angaben zur Person sowie eine Text-Diskette, Kuvert B den anonymen Redetext. Bis zum 15.6.2006 werden alle Einsender benachrichtigt. Die Manuskripte können nicht zurück gesendet werden. 
Die Zusendungen sind zu richten an: Sekretariat der Salzburger Hochschulwochen, Univ.-Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Obmann des Direktoriums, Mönchsberg 2, A-5020 Salzburg, office@salzburger-hochschulwochen.at.

 

 

Die Ruhr-Netzwerker: 
Pralles Programm
Ruhranen ziehen Semesterbilanz – 
Großbaustelle voraus


RUHRGEBIET. Ein strammes und ambitioniertes Wintersemester-Programm liegt hinter der Aktivitas der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund. „Das war wenig zu toppen – aber wir haben es durchgezogen“, so die zufriedene Bilanz beim Dechargeconvent. Es habe den Anspruch des Verbandes und das Selbstverständnis der Ruhrania im Ruhrgebiet deutlich markiert. Immerhin legte die Ruhr-UNITAS unter dem Seniorat von Sebastian Sasse allein 12 Wissenschaftliche Sitzungen hin – nicht gezählt die religiösen und geselligen Veranstaltungen. Das kommende Semester im Essen-Borbecker „Feldschlösschen“ steht mehr im Zeichen von Hammer und Schuttcontainer – das im Juli 2004 erworbene Ruhranenhaus steht vor dem Umbau.

Philosophische, historische, religiöse Fragen, aber auch ganz praktische Themen standen im WS 2005/06 auf der Wissenschafts-Agenda. Zur letzteren Kategorie gehörte in der zweiten Semesterhälfte etwa Mitte Dezember eine Sitzung mit Bbr. Marc Schmidt von der renommierten Frankfurter Beraterfirma „Societät für Unternehmensplanung“ (SUP), einer der ältesten Personalberatungen in Deutschland und in der Schweiz. Bbr. Schmidt motivierte mit seinem Thema „Netzwerken: Berufs- und Karriereplanung für Studenten zu zielgerichtetem Studium und Kontaktpflege bereits während des Studiums. Nachdrücklich unterstrich er die Notwendigkeit, auch in der UNITAS den Netzwerkgedanken aktiv zu leben.

Das Vereinsfest Maria Immaculata wurde gleich doppelt gefeiert – in der gleichnamigen Kirche am neuen Standort der Verbindung und gemeinsam mit dem Essener UNITAS-Zirkel natürlich in der Geburtsstadt unseres Verbandsgründers Hermann Ludger Potthoff in Werden. Dort beschlossen die Ruhr-Aktiven das Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Verbandsbestehen.

Authentische Erfahrungen aus dem Nahen Osten bot Bbr. Dr. Baldur Hermans, der über die aktuelle Lage in Israel und Palästina berichtete. Brisante Nachrichten gaben der Sitzung mit dem Generalsekretär der Internationalen Katholischen Konferenz des Pfadfindertums (CICS) brennende Aktualität. Er konfrontierte mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen zur Lage in den Ländern des Nahen Ostens und revidierte in engagiertem und detailreichem Vortrag zu den vielschichtigen politischen, religiösen, wirtschaftlichen und militärischen Aspekten das meist eindimensionale Bild, das aus den gängigen Medien gewonnen wird. 

Das Jahr 2005 schloss mit geselligen Veranstaltungen, die wieder viele Gäste auf das Haus brachten: Nicht nur die Feuerzangenbowle mit dem gleichnamigen Film, sondern vor allem auch die Silvesterfète, bei der rund 100 Gäste in der Silvesternacht das UNITAS-Haus in Borbeck bevölkerten. Kneipe und Gesellschaftsraum an der Flurstraße füllten sich mit tatendurstigen Messdienern, engagierten Jung-Kolpingern, Aktivisten der Jungen Union, Tanzsportbegeisterten, unitarischen Bundesbrüdern und Bundesschwestern zu einem gelungenen Start ins Neue Jahr. 

„Heraus mit der Sprache!“ 

Anfang Januar versammelten sich über 40 Bundesbrüder und Gäste, Mitglieder der UNITAS-Zirkel in Essen, Bochum, Bottrop, Oberhausen, Castrop-Rauxel und Datteln, zum Neujahrsempfang mit Vortrag von Bbr. Pfr. em. Alfons Riesener. Er stellte klärende und provozierende Gedanken zur Situation der Kirche in der modernen Gesellschaft in den Mittelpunkt und erörterte anhand vielfältiger Quellen - von Descartes über Johannes Paul II. bis zu den Schriften von Benedikt XVI. - die Genese und Gestalt der Ideologien des 19. Jahrhunderts bis zum „Relativismus“ unserer Tage. Christen, so der in Billerbeck lebende Theologe, müssten jederzeit in der Lage sein, mit Argumenten die Bedeutung ihres Glaubens zu verteidigen und zu erklären, warum die christliche Lebensführung das „bessere Lebenskonzept“ sei. Reine Binnenverkündigung sei nicht hilfreich. „Für Christen lautet das Gebot der Zeit: Heraus mit der Sprache!“, betonte er. 

In diesem Geist stand am 12. Januar auch eine lebhafte Podiumsdiskussion der UNITAS Ruhrania an der Universität Essen zum Thema „Student sein .... – wozu dient das Studium?“ Unter Leitung von Ruhranen-Senior Bbr. Sebastian Sasse diskutierten Prof. Dr. Dieter Sturma, Institut für Philosophie, Prof. Dr. Wolfgang Hartung, Historiker und Vertrauensdozent der Konrad Adenauer-Stiftung, Daniel Feldmann von der DPSG und Jörg Miller (Projekt „Uni aktiv“). Die lebhafte Debatte zum Wesen und Nutzen von Universität und Wissenschaft, zur Situation von Lehrenden und Lehrenden, bot als entscheidender Beitrag zum Oberthema des Semesterprogramms genug Stoff für die einen großen Bogen spannende Debatte. Nicht ohne die Erkenntnis, dass mit dem Mimikri von studentischen Verbänden an den Unis Schluss sein muss. 

Einem ganz anderen Thema widmete sich die ausgezeichnete WS zur Entstehung und Bedeutung des Kirchenrechts (CIC), zu dem der Bischöfliche Offizial des Bistums Essen, Pfr. Dr. Cleve von der unitarischen Heimatgemeinde St. Dionysius sprach. Viele Aspekte und Auswirkungen des 1983 zuletzt durch Papst Johannes Paul II. geregelten „Corpus“ des kanonischen Rechts goss der Kirchenjurist Dr. Jürgen Cleve in einem gut dreistündigen konzentrierten Vortrag und Austausch vor knapp 30 Bundesgeschwistern und Gästen in ein viele Diskussionen anregendes Gesamtbild. 



Das 95. Stiftungsfest: An der Ruhr vor Anker gegangen

Ruhrbischof Dr. Felix Genn und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger richteten besondere und sehr persönliche Grüße zum 95. Stiftungsfest am 28. Januar aus. Nach der von Pf. Dr. Cleve gefeierten Messe in St. Maria Immaculata trafen sich rund 70 Gäste zum von Senior Sebastian Sasse schwungvoll, mit Humor und Tiefgang in freier Rede geschlagenen Festkommers. Unter den Gästen im bis zum allerletzten Platz gefüllten Saal des Hauses: der hohe Vorort UNITAS Clara Schumann unter Leitung von VOP Elisabeth Fels, der mit großem Applaus bedachte Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll, Vertreter der UNITAS Winfridia aus Münster, angeführt vom designierten Senior Dirk Sandbrink, Angehörige der UNITAS-Zirkel Essen, Dortmund, Bochum, St. Augustin/Bonn und Datteln/Castrop-Rauxel. 

Als Festredner sprach Andreas Schmidt, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Mülheim/Essen, über christliche Grundwerte in der Politik. „Christliche Überzeugungen lehren Demut vor der übernommen Aufgabe und Verantwortung, sie motivieren uns helfen uns aber auch, angesichts der riesigen Herausforderungen in einer der größten Industrienationen der Welt nicht den Mut zu verlieren“, äußerte der CDU-Rechtspolitiker in seinem halbstündigen Parforceritt durch alle Themen der aktuellen Politik. Nachdrücklich bekannte er sich zu den Leitlinien der katholischen Gesellschaftslehre und der evangelischen Sozialethik. Sie seien in vielen Politikfeldern unverzichtbare Entscheidungsgrundlagen, erklärte er, und nannte insbesondere die Diskussionen um Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe. „Die Würde des Menschen muss unantastbar sein“, unterstrich Schmidt unter großem Beifall. Die Familie bleibe die entscheidende Keimzelle der Gesellschaft. Sie allein garantiere eine stabile Grundlage für ein Land, das jetzt nicht „die Zukunft der nachfolgenden Generationen verfrühstücken“ dürfe. Viel Zustimmung erhielt sein Plädoyer für mehr familien- und kinderfreundliche Politik.

Ein bewegendes Wort richtete der Altherrenvereinsvorsitzende OStD Jörg Lahme an seine Aktivitas: „Wir erleben heute einen historischen Tag. Die Ruhranen sind im 95. Jahr ihres Bestehens im Revier fest vor Anker gegangen. Und die Arbeit geht jetzt richtig los.“ Der Aktivitas sprach er seinen Respekt für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit aus. Mit den Beschlüssen vom Nachmittag werde nun die Anschlussfinanzierung für die anstehenden Bauarbeiten im Haus angegangen, in fester Hoffnung, dass die Ruhrania im Ruhrgebiet eine klare Chance habe. „Die Unterstützung des Altherrenvereins ist dabei sicher“, unterstrich der AHV-Chef. Diese Signale nahmen die Aktiven gerne auch vom Vorstand des Verbandes an: „Ihr habt ein tolles Haus, eine wachsende Altherrenschaft und die Zukunft vor euch! Packt´s an – mit uns könnt ihr rechnen“, ermunterte Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll die Ruhranen unter donnerndem Applaus. Mit dem Bau des neuen Heims mute sich die Revier-UNITAS viel zu, aber es werde sich lohnen. Dies unterstrichen auch die Vertreterinnen des Vororts UNITAS Clara Schumann: „Respekt für eure Semesterprogramme – das lässt sich mehr als sehen!“, lobte Vorortspräsidentin Elisabeth Fels. Schon oft sei sie immer wieder von der Gastfreundschaft, Begeisterung und wirklich unitarischen Gemeinschaft in Essen beeindruckt gewesen. „Was ihr hier mit einer vergleichsweise kleinen Aktivitas auf die Beine stellt, ist erstaunlich und wirklich vorbildlich!“ Ein Kompliment, das Senior Sebastian Sasse gerne entgegennahm: „Wir sind sicher: Borbeck wird das Heidelberg des Ruhrgebiets!“, erklärte er schmunzelnd unter großem Beifall der Festcorona. 

Alltagstaugliche Philosophie - und mehr ...

Die Reihe der Debatten auf dem Haus beschlossen weitere Wissenschaftliche Sitzungen, die sich etwa mit den philosophischen Grundfragen nach Wahrheit und Wirklichkeit beschäftigten. Einem durchaus nicht nur „akademischen“ Thema, wie die WS mit Diplom-Mathematiker Winfrid Knobloch zeigte. Er zerlegte die Dimensionen der Begriffe nach logischen Kriterien und Methoden und ermunterte, noch stärker hinter für „wahr“ oder „unwahr“ gehaltene Sachverhalte zu schauen. Es gelte, insbesondere die Techniken, Bedingungen und Auswirkungen medialer Vermittlung von Wirklichkeit, die Macht der Sprache und der Bilder einzuordnen. Eine Frage, die insbesondere in der Begegnung mit anderen Kulturkreisen eine große Rolle spielt. Dies unterstrich nicht zuletzt die von Martin Schwarz gestaltete Sitzung „Das Studium der Ostasienwissenschaften – Profile eines neuen Studienfachs“. Er berichtete, wie das Studium des Fachs an der Uni Duisburg/Essen angelegt ist, welche Entwicklungen im Kontakt zwischen dem Westen und dem Osten stattfinden, worauf ein solches Studium zielt und was ihn persönlich an der Beschäftigung mit dem boomenden „Land des Großen Drachen“ reizt.

Große Aufgaben voraus! - Gastronom gesucht

Für die Sommermonate wird die Ruhr-UNITAS nun Flexibilität zeigen müssen. Nach dem Stand der Dinge werden die Aktiven nun das Haus an Handwerkerkolonnen abtreten. Bis die Bauarbeiten starten, werden die Hausbewohner für ein gutes halbes Jahr eine neue Bleibe beziehen. Neun Studentenzimmer sollen in dem über 100-jährigen Borbecker Traditionshaus entstehen. Für die totalrenovierte Gaststätte im Erdgeschoss sucht der Verein nun ein geeignetes Pächterehepaar für die öffentliche Gastronomie: Wie im gesamten Haus sollen bei zügigem Fortschritt der Arbeiten spätestens bis zum Herbst sämtliche Böden, Wände, Decken, Heizung, Strom und Wasser erneuert sein. Hohe Raumdecken und neu eingebaute Fenster werden den ursprünglichen Raumeindruck wieder herstellen, die sanitären Anlagen sind vergrößert und komplett neu eingerichtet. Nach der vollständigen Renovierung stehen im Erdgeschoss mit Gastraum, Gesellschaftszimmer, großer Küche und Personalraum 178 m2 Nutzfläche zur Verfügung, zudem im Sommer der von großen, alten Platanen bestandenen Biergarten. Die unitarische Familie und Gäste von nah und fern sollen sich hier ganz zuhause fühlen. Das Motto: „Bei Freunden zu Gast“ – mit ihm soll zugleich auch die Beziehung zum Studentenverein deutlich werden. Bereits jetzt zeigen sich mehrere potenzielle Pächter interessiert.

Mehr Infos im Semestertagebuch auf www.unitas-ruhrania.org
Kontakt zum Hausbauverein: Dr. Christof Beckmann, Hülsmannstr. 74, 45355 Essen-Borbeck, Tel. 0201 / 66 47 57, 0171 / 41 48 620. 

(aus: unitas 2006, 2. Ausgabe)


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