W.K.St.V. UNITAS
RUHRANIA Bochum - Duisburg - Essen - Dortmund
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aus: unitas
2/2008
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CHRISTA
LANGEN-PEDUTO schreibt in einem Artikel des aktuellen RHEINISCHE
MERKURS (Nr. 32, 09.08.2007) über Bundesbruder Monsignore
Christoph Kühn (UNITAS Frankonia Eichstätt), den Leiter der
deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat: |
RÖMISCHE
NOTIZEN
August-Stress im
Staatssekretariat
VON
CHRISTA LANGEN-PEDUTO
Besucher
im vatikanischen Staatssekretariat eilen am liebsten gleich an die Fenster
der langen Korridore. Der Blick von dort auf die Ewige Stadt ist
atemberaubend schön. Und manch einer wird denken: Wie beneidenswert, dort
zu arbeiten. Den Mitarbeitern des Staatssekretariats ist das bewusst. Die
meisten haben allerdings selten Zeit für bewundernde Panoramablicke. Das
gilt, in Benedikt-Zeiten, vor allem für die deutsche Abteilung der ersten
Sektion für allgemeine Angelegenheiten. Jetzt herrscht dort Hochbetrieb,
weil der Österreichbesuch des Papstes vom 7. bis 9. September ansteht.
2006 ging es um die letzten Vorbereitungen für den Bayernbesuch und 2005
für den Weltjugendtag in Köln.
Die
deutsche Abteilung ist etwas aufgestockt worden, seit täglich eine Flut
an Korrespondenz eintrifft. Vier Priester und drei Laien arbeiten dort.
Letztere sind weiblichen Geschlechts – womit die Durchschnittsquote des
Frauenanteils von 16 Prozent der Beschäftigen im Vatikan ganz im Sinne
von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone erfreulich hoch überschritten
ist. Seit 2001 leitet die Abteilung Monsignore Christoph Kühn. Der
Nuntiaturrat ist Träger deutscher und österreichischer Verdienstorden,
Commendatore der italienischen Republik und erhielt 2007 das Komturkreuz
mit Stern des Fürstentums Liechtenstein.
Der
43-jährige Priester des Bistums Eichstätt und promovierte
Kirchenrechtler gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Aufgabe des
Staatssekretariats sei es, dem Papst in Fragen des täglichen Dienstes
behilflich zu sein, heißt es im Profil der hohen Behörde. Die
Mitarbeiter in der deutschen Abteilung sind nicht, wie der Privatsekretär
des Papstes, Prälat Georg Gänswein, ins öffentliche Bild des Heiligen
Vaters eingebunden. Man wirkt im Hintergrund. Nur mittwochs bei der
Generalaudienz hat jeweils einer der Priester der Abteilung einen
Auftritt. Er verliest die fast immer sehr lange Liste anwesender
Pilgergruppen aus deutschsprachigen Ländern – sein eigener Name als
Sprecher wird dabei aber nicht genannt.
Benedikt
XVI. inspiriert mit seinen tiefgründigen Aussagen. Besonders Gläubige
aus deutschsprachigen Ländern reagieren und schicken Briefe nach Rom.
Diese bearbeitet die deutsche Abteilung. Jeder, der sich respektvoll an
die Person des Heiligen Vaters wendet, ist einer Antwort würdig. Zum 80.
Geburtstag des Papstes im April trafen rund 5000 Glückwunschschreiben
allein von privaten Gratulanten aus dem deutschsprachigen Raum ein. So
weit möglich, wurde allen gedankt. Bei besonderen Anliegen weist das
Staatssekretariat die Schreiber darauf hin, sich vertrauensvoll an den
Ortsbischof zu wenden.
Mit
Blick auf die Österreichreise haben einzelne Pilger darum gebeten, dem
Heiligen Vater während seiner Reise persönlich begegnen zu können. Da
wird zumindest auf die vor Ort tätigen Organisation verwiesen.
Österreich
sei ein katholisches Kernland Europas, sagte Monsignore Kühn kürzlich
vor einer deutschen Pilgergruppe, „und wir wollen natürlich den Glauben
durch diesen Papstbesuch stärken und vertiefen helfen“. Zuweilen hält
er Vorträge vor besonders interessierten Reisegruppen, die sich über den
Heiligen Stuhl und die Vatikan-Behörden informieren wollen. Das ist auch
nahezu die einzige Möglichkeit, mit dem diskreten Monsignore ins Gespräch
zu kommen.
Rechts:
BORBECKER NACHRICHTEN vom 2.8.2007
aus: unitas 2/2007
Baustelle
Ruhrgebiet:
UNITAS-Zentrum
auf der Zielgerade
Vor
genau einem Jahr begonnen, geht nun die Totalsanierung des UNITAS-Hauses
im Ruhrgebiet auf die Zielgerade. Nach dem Ausräumen und Abreißen, das
die Aktiven im Mai/Juni 2006 begonnen hatten, waren ab August die ersten
Handwerker an die Arbeit gegangen. Inzwischen sind alle komplett
erneuerten Leitungen in der Wand, Trockenbauer und Verputzer, Zimmerleute
und Dachdecker sind mit den Hauptgewerken weitgehend fertig.
Inzwischen
geht der Innenausbau mit Fliesenarbeiten weiter, Fußböden werden noch
abgeschliffen und Türen eingesetzt. Rundum sind die Fenster komplett
erneuert und die Fassade soll noch in diesem Jahr in strahlendem Gelb und
Weiß leuchten. Ein Highlight, das sogar in der örtlichen Presse gewürdigt
wurde, waren statische Sicherungsarbeiten, für ein tonnenschwerer Stahlträger
und mächtige Leimbinder in das Haus schwebten. Damit musste die UNITAS
Ruhrania auch im Sommersemester wieder improvisieren: Das Programm hatte
die Aktivitas mit Senior Sebastian Sasse in enger Zusammenarbeit mit dem
Essener UNITAS-Zirkel geplant.
Arbeitseinsätze
am Haus
Gemeinsame
Arbeitseinsätze auf dem Haus setzten Anfang März den „Akademischen
Bautrupp“ erneut in Bewegung: Während die Bauarbeiten fortschritten,
sorgte ein „Finales Räumkommando“ außen und innen am UNITAS-Zentrum
für Ordnung. In gemeinsamer Aktion von Jung und Alt wirbelten 12 Bundesbrüder
an der Flurstraße, entsorgten mit mehreren Anhängerführen alte Polstermöbel,
Matratzen, Kühlschranke, eine Menge Müll und mehrere Ladungen Laubsäcke
vom Gelände. Einzelne Teams schwärmten in die Zimmer aus, bald schufen
Dampfgeräte tropisches Klima, in dem man den letzten
Tapetenresten zu
Leibe rückte, um die Wände für den Innenputz vorzubereiten. Muster aus
100 Jahren der deutschen Geschichte traten zutage, selbst ursprüngliche
Wandmalereien wurden sichtbar. Wo der Putz bröselte, half der Hammer, und
an vielen Stellen wurde alles bis auf die mit Drahtgeflecht genagelten
Fachwerkbalken freigelegt. Während ein einziges Rumoren das ganze Haus füllte,
alterte mancher um Jahre - zumindest optisch: Der allgegenwärtige Staub
kroch in jede Pore, weiße Schläfen und die brettharte Haarpracht
keltischer Krieger waren der Lohn für eine konzentrierte knüppelharte zwölfstündige
Arbeit. Allen ein Vorbild: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese
mit verwegener Kappe, seinen 70 Lenzen und unitarischen 100 Semestern.
Bald zeigten sich Haus und Hof von einer völlig neuen Seite, weitere 1,5
Tonnen Laub wurden bei einer weiteren Expedition entsorgt. Natürlich
fehlten reviertypische Atzung, Currywurst mit Pommes und ein Schluck
leckeres Dampfbier nicht …
Wissenschaftsarbeit
und Flagge zeigen
Im
Mittelpunkt der gemeinsamen Wissenschaftlichen Sitzungen mit dem Essener
Zirkel standen zu Beginn vor allem religiöse Themen: Gut 30 Gäste
versammelte im März ein Vortrag von Bbr. Rüdiger Duckheim über Aufbau
und Wesen der Heiligen Messe. Sein klar gegliedertes Referat zu Aufbau und
historischer Entwicklung von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier
betrachtete die wesentlichen Neuerungen und Vorschriften der
Liturgie-Konstitution des II. Vatikanischen Konzils, aber auch
Fehlentwicklungen und neue Ideen. Eine intensive Debatte schloss sich auch
dem Vortrag an, den Anfang April Bbr. OStR i.R. Erich Wagner über die
Christliche Hoffnung hielt.
Die
Aktiven rüsteten bereits für eine politische Aktion: Am 21. April hieß
es für die Ruhr-UNITAS bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung der
NPD und sogenannter „Freier nationalistischer Kameradschaften“ Flagge
zu zeigen. Mitten im Protest eines breiten Bürgerbündnisses aus
Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und vieler gesellschaftlicher Gruppen
stand die Ruhrania mit ihrer Ludgerus-Fahne unter 1.000 Demonstranten. Mit
dem Slogan „Essen stellt sich quer - Borbeck stellt sich quer“ machten
sie unter vollem Geläut vom Kirchturm auf dem Alten Markt in Borbeck
unmissverständlich klar, dass rechte Parolen und Neonazis in Borbeck
nicht willkommen sind. Geradezu
passend starteten der
Essener Zirkel und Aktive in den Marienmonat Mai: Ein Vortrag von Bbr.
Michael Heliosch berichtete über Entstehen und Botschaft der „Madonna
von Stalingrad“, die vor 65 Jahren im Kessel von Stalingrad entstand und
heute in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufbewahrt wird.

Europa-Kneipe
in Essen
Zur
Feier des Europa-Tages Anfang Mai widmete die Ruhrania dem
Andenken von Bbr. Robert Schuman erstmalig eine Europakneipe. Dabei
bewiesen die Düsseldorfer Rheinfranken mit Alt-VOP Rolf Berweiler wahre
bundesbrüderliche Verbundenheit: Sie reisten gleich mit mehreren Bundesbrüdern
an und halfen kräftig bei der hervorragend laufenden Versorgung der
Corona. Besonderer Höhepunkt des Abends im Kneipsaal der befreundeten
CV-Verbindung KdStV Nordmark wurde die vom Bundeslied umrahmte
hochoffizielle Aufnahme zweier um die UNITAS an der Ruhr verdienter
Borbecker. Feierlich nahm Präside Sebastian Sasse als neue
Ehrenmitgliedschaft Vikar Norbert Linden von St. Dionysius Borbeck und
Norbert Breiderhoff, Vorsitzender
des örtlichen CV-Zirkels „Kohle“ als unitarische Bundesbrüder auf.
Die Laudationes übernahmen Bbr. Helmut Wiechmann, aus Altena angereister
Geistlicher Verbandsbeirat
und Ehrensenior Bbr. Dr. Christof Beckmann.
Der Essener Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese überreichte gerahmte
Urkunden aus und überbrachte die Grüße der Altherrenschaft.
Ein die überverbandlichen Kontakte lobendes Grußwort sprach Martin
Niklas, Vorsitzender des CV-Zirkels Essen.
UNITAS-Verbandsgeschäftsführer
Bbr. Dieter Krüll appellierte in seiner Grußrede zu konsequenter,
gelassener und zuversichtlicher Arbeit für das christliche Fundament des
vereinigte Europa. Dazu könne und müsse, so Bbr. Krüll, der
Schulterschluss der katholischen Korporationen einen wichtigen Beitrag
leisten.
Mit
dem Thema hatte sich der Convent bereits seit Beginn des Semesters
intensiv beschäftigt. Über mehrere Wochen galt ihm der inhaltliche
Schwerpunkt: Die UNITAS an der Ruhr startete ein Internetprojekt mit
zahlreichen europarelevanten Dokumenten, rief zu Unterschriften auf und
entwickelte in Abstimmung mit den Thüringer Bundesbrüdern von UNITAS
Ostfalia in Erfurt eine Resolution, die zeitgleich zum Berliner
Europa-Gipfel am 25. März mit drei Anträgen verabschiedet wurde. Sie
zielten auf eine nachhaltige Verstärkung des europapolitischen
Engagements des Verbandes, auf ein Bewusstwerden der großen Tradition, in
der die UNITAS mit ihrem prominenten Mitglied Robert Schuman steht, und
auf die Verabschiedung einer Resolution, die als Signal für die
Ausrichtung der zukünftigen Verbandsarbeit wirken sollte. Nach der
Generalversammlung zogen die Ruhranen eine rundum zufriedene Bilanz: Nicht
alle Formulierungen waren erwartungsgemäß auf Zustimmung gestoßen, doch
blieb zum Schluss exakt das Ergebnis, das sich die Antragsteller erhofft
hatten.
Froher
Pfingsttag 2007 an der Ruhr
Während
sich seit Ende Mai Trockenbauer, Installateure und Elektriker auf der
UNITAS-Baustelle an der Flurstraße die Klinke in die Hand gaben, startete
der Innenputz, der sich aus dem ersten Obergeschoss langsam ins
Erdgeschoss vorarbeitete. Vorsichtigerweise war das große Fest zu
Pfingsten noch nicht im Haus geplant worden, zu dem
Bbr. Marc Schmidt in die benachbarte Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata in
Borbeck einlud. Zu seiner feierlichen Aufnahme in die katholische Kirche
versammelten sich fast 40 Mitfeiernde, seine Familie, Vertreter der
Altherrenschaft und Aktive der unitarischen Familie in und um Essen.
Zelebrant Bbr. Pater Benedikt Kisters CSsR vom Jugendkloster der
Redemptoristen in Kirchhellen, sprach in seiner sehr persönlichen Predigt
von einer in der Gemeinschaft der UNITAS lange gereiften Entscheidung. Sie
habe Bbr. Marc als evangelischer Christ nicht gegen etwas, sondern für
das getroffen habe, was ihm wichtig geworden sei. Im Namen des Bischofs
Felix Genn von Essen nahm Benedikt Marc in die Katholische Kirche auf und
firmte ihn - eine besondere Freude auch für die beiden Paten seiner
Leibfamilie, die mit Marc vor den Altar treten durften und als Zeugen per
Unterschrift attestierten. In den Fürbitten nahm ihn die feiernde
Gemeinde ins Gebet und bat um Gottes Geist für die UNITAS-Gemeinschaft. Fürbitten,
Lesung und Dienst der Ministranten am Altar hatten Aktive und Alte Herren
übernommen.
Wesentliche
Glaubenswahrheiten stellten sich Zirkel und Aktivitas Anfang Juni: Eine
Wissenschaftliche Sitzung von Bbr. Richard Laudage entwickelte am Beispiel
des Festes „Christi Himmelfahrt“ mehrere Einzelaspekte, insbesondere
die „Verherrlichung Christi“ durch seine „Erhöhung“ und
„Inthronisation zur Rechten des Vaters“. Eine Veranschaulichung der
Motive brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische
Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche
Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Tief in die Mystik führten
eine ganze Reihe von Fragen in der anschließenden Debatte, die
insbesondere die Themen von „Person“, „Identität“,
„Verwirklichung“ des Menschen und seine Begegnung mit Gott betrafen.
Unter
einem anderen Aspekt setzte das Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius am
10. Juni die Diskussionen fort: Der Bochumer Professor und Studiendirektor
für Religion und Deutsch am Abteigymnasium Duisburg, Dr. Gerd Neuhaus,
beschäftigte sich bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in
Essen-Werden mit dem Satz „Außerhalb der Kirche kein Heil“. Der
Zirkelvorsitzende Bbr. Martin
Gewiese begrüßte nach dem gemeinsamen Lateinischen Choralhochamt in der
benachbarten Ludgerus-Basilika rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Der knapp
einstündige Vortrag lieferte für die anschließende, von Aktivensenior
Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von
Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. In einer
weiteren Wissenschaftlichen berichtete Senior Sebastian Sasse über seine
Forschungsergebnisse zu dem christlichen Gewerkschafter und Politiker Adam
Stegerwald vorstellen.
Während
nun der dick aufgebrachte Putz auf den Wänden in der Baustelle
durchtrocknet, wollen die Aktiven das Haus immer mehr wieder voll in
Besitz nehmen. Noch gibt es viele Arbeiten, die anstehen, doch soll so
schnell wie irgend möglich bereits der Vereinsbetrieb dort wieder
anlaufen. Wann die ersten Bundesbrüder wieder einziehen können, wird in
Abstimmung mit der Bauleitung entschieden. Gleichzeitig zielen
Verhandlungen mit einer Brauerei und einem Bierverlag auf die Eröffnung
der Gastronomie im Erdgeschoss mit ihrem Biergarten noch in diesem Jahr.
Soviel steht fest: Im Winter gibt’s im Ruhrgebiet freie Zimmer!
aus:
unitas 2/2007
Friedhelm
Ost – 65 Jahre
Bundesbruder
Friedhelm Ost vollendete am 15. Juni sein 65. Lebensjahr – Anlass für
eine Würdigung auch in der UNITAS-Zeitschrift. Staatssekretär a. D.
Friedhelm Ost kann auf ein reich erfülltes und aktives Leben in Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft zurückblicken. Dabei dürfte „sein Rückblick“
nicht der eines angehenden Ruheständlers sein, sondern eher eine
Motivation für die zahlreichen Aufgaben, die er auch künftig engagiert
wahrnehmen wird.
Nicht
zuletzt als Vorsitzender des Krone-Kreises und mit seinem persönlichen
Einsatz in den jährlichen Krone-Seminaren trägt er wirksam dazu bei, die
UNITAS und ihre Überzeugungen in Politik und Gesellschaft zur Geltung zu
bringen. Dazu wünschen wir ihm weiterhin Gottes Segen, Gesundheit und
Erfolg.
Ohne hier einen vollständigen Überblick geben zu können, sei doch an
die wichtigsten Stationen seines Wirkens erinnert: Geboren in
Castrop-Rauxel, studierte Friedhelm Ost nach dem Abitur von 1961 bis 1965
Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Köln (Abschluss: Dipl.rer.pol.).
Sein Studium finanzierte er u.a. als Hilfsarbeiter im Bergbau – eine prägende
Lebenserfahrung. Anschließend war er drei Jahre wissenschaftlicher
Mitarbeiter einer Großbank. Es folgten 12 Jahre als Wirtschaftsredakteur,
Moderator und Kommentator beim ZDF. Von 1985 bis 1989 übte er als
Staatssekretär das Amt des Chefs des Bundespresse- und Informationsamtes
der Bundesregierung aus. Dann war er einige Jahre wirtschaftspolitischer
Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, freier Journalist und Publizist.
Ein entscheidender Schritt war 1990 seine Direktwahl in den Deutschen
Bundestag für den Wahlkreis Paderborn. Das Mandat hielt er drei
Legislaturperioden mit beachtlichen Stimmen-Anteilen (rd. 57 bzw. 54 %).
Bis 1998 war Friedhelm Ost vor allem bekannt als Vorsitzender des
Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages. Sein Talent, schwierige
Zusammenhänge der Wirtschafts- und Sozialpolitik allgemein verständlich
zu vermitteln, kam ihm dabei besonders zugute.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2002 blieb Bundesbruder Ost
„am Ball“: Die Mitgliedschaft in mehreren Aufsichtsräten und Beiräten
sowie seine Beratertätigkeit ebenso wie sein soziales Engagement als Präsident
der „Luftbrücke für atemerkrankte Kinder in Deutschland“ sind dafür
ein beredtes Zeugnis. Seine Tätigkeit für das Allgemeinwohl fand
Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, des
Handwerkszeichens in Gold und durch Orden ausländischer Staaten.
So danken auch wir Bundesbrüder Friedhelm Ost für sein verdienstvolles
Wirken, insbesondere für unsere UNITAS.
Dr. Otto Paleczek
aus:
unitas 2/2007
In
memoriam Bbr.
Pfarrer Werner Greitemann
WATTENSCHEID.
Bbr. Pfarrer Werner Greitemann, geboren am 15. November 1921, zum Priester
geweiht am 23. Juli 1959 in der Propsteikirche zu Bochum, ist am Abend des
Pfingsttages, 27. Mai 2007,
gestorben.
Nach
zwei Kaplanstellen in Wattenscheid und Hattingen ernannte ihn der Bischof
im April 1968 zum Rektoratspfarrer an St. Paulus in Mühlenrahmede. Im Mai
1976 kehrte er nach Wattenscheid zurück, wo er zunächst 11 Jahre als
Krankenhausseelsorger im Marien-Hospital tätig war. Im April 1987 übernahm
Bbr. Greitemann die Aufgabe des Hausgeistlichen im Alten- und Pflegeheim
St. Elisabeth von Thüringen. Hier hat er bis zu seinem Tode gewirkt und
war den Bundesbrüdern vom UNITAS-Zirkel Bochum immer
Ansprechpartner.
Zeitlebens begegnete er den Menschen mit großer Herzlichkeit und
ansteckender Freude. Vielfach war er Zelebrant der unitarischen
Vereinsfeste. Beim
Auferstehungsamt mit anschließender Beisetzung auf dem Propsteifriedhof
der Propsteikirche St. Gertrud in Bochum-Wattenscheid am 2. Juni gaben ihm
Bundesbrüder aus Wattenscheid und Bochum das letzte Geleit.
Gedenkt unserer verstorbenen Bundesbrüder
Gelsenkirchen:
Bbr. Pfarrer i.R. Bernd Hoffs, geboren am 6.9.1929, rezipiert bei UNITAS Reichenau Freiburg im
Mai 1954, philistriert zum 4.11.1958, ist am 8. April 2007 gestorben. Er gehörte dem UNITAS-Zirkel Gelsenkirchen an.
Castrop-Rauxel: Bbr. StD i.R. Josef Große-Schware, geboren am 12.2.1929, aktiv seit Juni 1950 bei UNITAS Rhenania Bonn, philistriert zum Januar 1959, ist am 9. Mai gestorben.
Bochum: Bbr. StD i.R. Heinz Wiemers, geboren am 17.1.1927, aktiv seit Dezember 1948 bei UNITAS Burgundia Münster und philistriert zum 1. April 1958, ist am
1. Juni 2007 verstorben.
21.
Juni 2007
Jugendzentrum in
Venezuela feierlich eingeweiht
Christian Lopez Casanava war unser Mann in Caracas
(www.unitas.org
unter Aktuelle Nachrichten")
BONN/CARACAS.
Über Viel Lob, viel Dank und großes Interesse an der UNITAS berichtet
Bbr. Christian Lopez Casanava von UNITAS-Salia in Bonn. Er hatte sich für
eine kurze Woche auf den anstrengenden Weg übers große Meer gemacht und
die UNITAS am 9. Mai bei der Einweihung des Verbandsprojekts in Caracas/
Macaracuay vertreten. Bereits bei der Generalversammlung in Trier
erstattete er Bericht und präsentierte die Dankesurkunde. Hier in einer
Vorabveröffentlichung für die unitas 2/2007 Eindrücke aus seinem
aktuell vorliegenden Reisetagebuch.
Wie Bbr. Lopez Casanava berichtet, wurde die Einweihung „unseres“ Jugendzentrums zu einem großen und feierlichen Ereignis: Padre Pascual Chavez Villanueva SDB, römischer Generaloberer der Salesianer weltweit, segnete höchstpersönlich die neue Multifunktionshalle. Sie trägt in Zukunft den Namen "Casa UNITAS" und ist ein wichtiger Beitrag für die Jugendarbeit des Ordens inmitten lebensgefährlicher Zustände in den Armenvierteln der venezolanischen Hauptstadt. Viele Erlebnisse machten dem Vertreter unseres Verbandes in dem lateinamerikanischen Land den großen Umbruch deutlich, in dem sich das ölreiche Venezuela derzeit befindet. Bei den Patres selbst feierte er an jedem Morgen die Messe mit, erlebte Straßenkinder und Alltagsszenen, die sich ein Mitteleuropäer kaum ausmalen könne, wie er schreibt. „Direkt am Basketballfeld wuchert eine Wellblechsiedlung am Hang. Eines von vielen Slumviertel oder „barrios“, wie sie hier genannt werden. Hier herrschen seit Jahren die nackte Gewalt - Armut, Drogen und Waffen. In ihrem Zentrum können die beliebten und hoch angesehenen Salesianerpatres die Jugendlichen versammeln und mit ihnen arbeiten, sie müssen sich nicht auf den teilweise gefährlichen Weg zu ihnen in die Barrios selbst machen.“ Das Land, so Bbr. Christian, bewege sich nach seinen Beobachtungen auf eine unsichere Zukunft zu. Die katholische Kirche versuche sich in einer sehr angespannten Lage als Vermittler zwischen Regierung und Opposition.
Neue
Chancen Zahlreiche Menschen
waren zur Einweihung des Zentrums gekommen: Jung und Alt, Reich und Arm,
Schüler und Studenten. Mit einem Gottesdienst wurde es in Betrieb
genommen, freundlich habe man die Anwesenheit des UNITAS-Verbandes aus
Deutschland aus Deutschland registriert. „Ich muss gar Autogramme geben,
bis ich länger mit den Architekten reden kann. Sie bedankten sich in höchsten
Tönen bei der UNITAS für die Unterstützung“, schreibt Christian in
seinem Tagebuch. Nicht nur der Generalobere der Salesianer habe sich
eingehend nach dem Verband erkundigt, auch viele andere Gespräche hätten
ihm das große Interesse an dem deutschen Studentenverband deutlich
gemacht.
Für die 2001 gegründete und zwischenzeitlich eingeschlafene „UNITAS
Don Bosco“ scheinen sich mittlerweile neue Möglichkeiten abzuzeichnen.
Das Potenzial sei da, man müsse es nur richtig ausschöpfen, so die
Meinung der Salesianer, die am Ort universitäre Einrichtungen betreiben.
Ein direkter Kontakt durch einen Elektrotechnikstudenten sei an die Uni
bereits angebahnt. „Nicht zuletzt“, schreibt Christian, „eine UNITAS
in Venezuela kann etwas bewirken, was aus deutscher Sicht kaum vorstellbar
ist. Sie kann jungen Menschen eine Sicherheit vor möglichen staatlichen
Repressalien geben. Ein Grund mehr, an der Sache dranzubleiben und den
neuen Schwung zu nutzen! Tatsächlich wollen also die Salesianer selbst
aktiv werden und damit auch ihre Dankbarkeit zeigen.“
Sein Appell an alle Bundesbrüder: „Bundesgeschwister, die mit dem
Gedanken spielen, einen Spanischkurs in Venezuela zu belegen oder eine
Praktikumsstelle dort bekommen, mögen sich bitte an mich (christian.lopez@gmx.de)
oder Christof Beckmann wenden, damit wir alles weitere organisieren können.
Wir müssen die UNITAS in Venezuela unterstützen! Was läge da nicht näher,
als einen Austausch wie in vergangen Zeiten wieder zu beleben?“
HINWEIS:
Den ganzen Bericht zum Nachlesen mit zahlreichen Bildern auf www.unitas-ruhrania.org/seite30.htm.
21.
Juni 2007
UNITAS im Radio
160 Jahre lebendige Tradition
BONN/NRW. „Ich studiere katholische Theologie, wollte es immer schon. Ich habe ich eine Deutschlandtour gemacht, hab mir Bonn angeschaut, mich für Bonn auch entschieden und bin dann über das Internet an die UNITAS gekommen. Und dann wollte ich nicht mehr weg.“
So
begann heute morgen ein Radiobeitrag in der kirchlichen Sendereihe
„Augenblick mal“, mit dem im nordrhein-westfälischen Privatfunk
landesweit die UNITAS vorgestellt wurde. Gesprächspartner zur besten
Sendezeit in der „Primetime“ zwischen 6 und 9 Uhrauf 46 Lokalsendern
war Bbr. Matthias Schulz, im Sommer- und Jubelsemester amtierender Senior
der UNITAS-Salia in Bonn.
UNITAS: Super-Synergien
Hintergrund
für den von Bbr. Christof Beckmann verfassten Beitrag war das gerade
gefeierte 160.Stiftungsfest des von Studenten aus dem Ruhrgebiet gegründeten
ersten UNITAS-Vereins. Die Salia hatte das unter anderem mit einem
Festkommers im Rittersaal der Godesburg in Bad Godesberg gefeiert.
Matthias Schulz, gebürtig aus Geesthacht im Speckgürtel von Hamburg,
hatte kräftig mitgefeiert und berichtete im Radio von seinen ersten
Erfahrungen: „Die Leute waren gut, die Sache war gut, wir hatten ein
soziales Projekt auf die Beine gestellt, eine super Synergie, die sich
ergeben hat. Und die Leute möchte ich auch nicht mehr missen“, erklärte
er am Morgen einem Millionenpublikum. Christliche Grundsätze, so der
Bericht, seien für die UNITAS selbstverständlich, katholisch sei der
Verband bis heute geblieben und scheine noch immer noch zu überzeugen:
Gerade habe die UNITAS-Salia in Bonn einen Pokal für die beste
Nachwuchsarbeit im Verband geholt, 13 neue Studenten für die Sache
begeistert und damit zum Beispiel die UNITAS in Münster oder Aachen knapp
hinter sich gelassen. Nach 160 Jahren im Auf und Ab der deutschen
Geschichte wolle die UNITAS eine Gemeinschaft sein, in der der Glaube an
Jesus Christus lebendig ist: „Die Tradition, unsere Grundprinzipien
Tugend, Freundschaft und Wissenschaft sind immer aktuell“, so
Salia-Senior Matthias Schulz.
HINWEIS:
Der ganze Beitrag zum Hören per Klick aufs Bild
oder mit zahlreichen Zusatzinformationen auf www.kip-nrw.de
unter „Augenblick mal“.
Ein Bericht mit Bildern auf www.unitas-ruhrania.org
unter „Aktuell“.
Unitarier im TV-Programm
Kaiser im Doppelpack: Konstantin und Karl der Große
Historische Themen mit aktuellen Bezügen werden im Fernsehprogramm der nächsten Tage mit Bundesbrüdern der UNITAS bestritten. Bereits beim Festkommers zur Trierer Generalversammlung hatte Bischof Dr. Reinhard Marx (UNITAS Hathumar Paderborn, UNITAS Winfridia Münster) auf die anstehende Ausstrahlung einer Talkrunde über Kaiser Konstantin verwiesen, zu der er als Ortsbischof in Trier eingeladen war. Sie ist am 5. Juni im SWR-Fernsehen zu sehen und im Saarländischen Rundfunk zu hören.
Zuvor wird bereits eine weitere SWR-Sendung am 2. Juni die
Konstantin-Ausstellung in Trier vorstellen, an der Bbr. Marx ebenfalls als
Gesprächspartner beteiligt ist. Zudem steht bereits für Pfingstsonntag die Ausstrahlung einer ZDF-Doku über Kaiser Karl den Großen an. An der Produktion beteiligt war u.a. die im münsterländischen Greven lebende Familie des Ehrenseniors von UNITAS Winfridia in Münster, Dr. Hermann-Josef Drexler.
„Mit Schwert und Kreuz - Karl der Große und die Sachsenmission“,
27. Mai 2007, 18.15 Uhr, ZDF
„Mit Schwert und Kreuz“ lautet der Titel der Dokumentation zur Christianisierung der Sachsen durch Karl den Großen, die am 27. Mai 2007 um 18.15 Uhr ausgestrahlt wird. Der 45-minütige Film von Gerold Hoffmann, eine Produktion der Berliner EIKON Media im Auftrag des ZDF, wurde an Originalschauplätzen in Deutschland, der Schweiz und in Rom gedreht.
Er stellt die Sachsenmission in den Rahmen der weltpolitischen Bedeutung Karls des Großen, der zu Recht als „Vater Europas“ und Begründer des christlichen Abendlandes bezeichnet wird. Eine besondere Qualität erhält der Film außerdem durch die Mitwirkung von Historikern und Archäologen und durch modernste Computer-Animationen. Der Autor geht der Frage nach, ob das Verdikt vom blutrünstigen Sachsenschlächter Karl (747-814) gerechtfertigt ist. Bei seiner Unterwerfung der heidnischen Nachbarn im Nordosten seines Reichs habe er ihnen das Christentum mit dem Schwert beigebracht, „Tod oder Taufe“ soll seine Losung gewesen sein – so ist es in vielen Geschichtsbüchern zu lesen.
Die Dokumentation zeigt, dass dieses Geschichtsbild heute korrigiert werden muss, denn Karl hatte die Missionspolitik in der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit deutlich verändert. Was hinter diesem Sinneswandel steckt, verfolgt die ZDF-Doku anhand eines archäologischen Fundes bei Ausgrabungen am Dom von Paderborn, eines Skeletts eines Toten aus der Zeit Karls des Großen, der zur ersten Christengeneration im Norden Deutschlands gehörte. Die Dokumentation beschreibt, wie das Leben dieses Mannes ausgesehen haben könnte. Die
Aktionen Karls des Großen werden durch Ausschnitte aus dem italienisch-französischen Spielfilm „Karl der Große“ (Regisseur Clive Donner Produktion 1994) erzählt. Dokumentarische Bilder und nachgestellte Szenen schildern aus der Perspektive eines einfachen Sachsen, wie Karl den christlichen Glauben in Deutschland verbreitet und dabei nicht nur das Schwert benutzt hat.
Diese Spielszenen wurden im Freilichtmuseum Sachsenhof gedreht, dem die Familie des Münsteraner Ehrenseniors Hermann-Josef
"Papi" Drexler (s. Bilder) seit vielen Jahren aktiv verbunden ist. Mit von der Partie sind seine Frau Liesel
(oben) und das zweite Enkelkind Carla, das in einer Geburtsszene zu sehen ist. Liesel wird beim Spinnen gezeigt, während sich Bbr. Hermann-Josef
Drexler (im Bild rechts), von Hause aus promovierter Chemiker, bei der nächtlichen Eisenherstellung am Rennofen nützlich macht.
Die
Rückkehr des Kaisers - Konstantin der Große in Trier
2.
Juni 2007,
Die Herrschaft Kaiser Konstantins markiert einen Wendepunkt zwischen heidnischer Antike und dem christlichen Mittelalter. Konstantin legte mit seiner christenfreundlichen Politik den Grundstein für das christliche Europa. In der Fernsehreihe „Schätze des Landes“ geben der Historiker Alexander Demandt und der Trierer Bischof Bbr. Reinhard Marx am 2. Juni 2007, Auskunft über die bis heute kontrovers diskutierte historische Persönlichkeit.
Unter
Konstantin erlebte das römische Imperium eine letzte Blüte. Trier, die
älteste Stadt Deutschlands, war zehn Jahre lang die Residenz dieses
Kaisers. Vor
1700 Jahren, im Jahr 307, erhielt Flavius Valerius Constantinus die
Augustuswürde von Kaiser Maximian - wahrscheinlich in Trier. Das Datum
ist Anlass für eine große Landesausstellung, die an drei
Museumsstandorten in Trier ausgerichtet wird.
Ein Film Utz Kastenholz stellt die Ausstellung vor. Sie ist der Beitrag
des
Landes
Rheinland-Pfalz zur Europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg und Großregion
- das kulturelle Ereignis des Jahres. Drei Trierer Museen wurden dafür völlig
umgestaltet. Allein im Rheinischen Landesmuseum stehen nun 2000
Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Von den 1000 Exponaten
werden ein Drittel wertvolle Leihgaben aus den großen Museen der Welt
sein.
Blickfang
der Ausstellung ist die originalgetreue Kopie des Kopfes der
Kolossalstatue des Kaisers aus dem Konservatorenpalast in Rom. In einem
neuartigen Verfahren unter Einsatz modernster Technik und alter
Handwerkskunst schuf der Berliner Bildhauer Kai Dräger diese sechs Tonnen
schwere Kopie. Wir haben den Herstellungsprozess in allen Phasen
dokumentiert. Daneben wird eine dreidimensionale Rekonstruktion der
ehemals 12 Meter hohen Kolossalstatue Kaiser Konstantins zu sehen sein.
Als Gesprächspartner zeigen der
Bundesbruder Bischof Reinhard Marx und der Historiker Alexander Demandt
die Dimensionen seines Wirkens, dem wir nebenbei
auch den arbeitsfreien Sonntag oder das Datum für Weihnachten und Ostern
verdanken.
Infos zur Konstantin-Ausstellung im Internet: http://www.konstantin-trier.de
„Wirtschaft oder Werte - Was wird aus dem christlichen Europa?“
Dienstag, 5. Juni, 23 Uhr,
Saarländischer Rundfunk, SWR-Fernsehprogramme
Mit dem Thema „Wirtschaft oder Werte - Was wird aus dem christlichen Europa?“ ist ein bimediales, 45-minütiges Gespräch mit Bundesbruder Bischof Reinhard Marx, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und der Journalistin Bascha Mika überschrieben. Die für Dienstag, 5. Juni 2007 um 23.00 Uhr im Saarländischen Rundfunk eingeplante Gesprächsrunde, die zeitgleich vom gesamten SWR- Fernsehprogramm gesendet wird, erörtert die unter Fachleuten umstrittene Frage, wie christlich der römische Kaiser Konstantin der Große wirklich war.
Sicher ist, dass Konstantin im verfallenden Römischen Reich die Grundlage für das heutige Europa schuf, dass eines seiner Hauptwerkzeuge dazu Religion war und dass er mit der Anerkennung des Christentums das religiöse Fundament für das christliche Abendland gelegt hat. Mit seiner christlichen Vergangenheit ringe Europa derzeit, so die Programmankündigung. Das Gespräch will klären, ob Europa „Weltmacht oder Wertemacht“ ist, welche Kriterien Beitrittsländer erfüllen müssen und welche Grenzen Europa hat: „Der Streit kulminiert im Falle der Türkei, interessanterweise dem Zentrum des konstantinischen Reiches. Kann ein muslimischer Staat Vollmitglied in einem christlichen Europa sein? Und welche Rolle spielt die Religion, wenn katholische Länder wie Spanien und Frankreich keinen Gottesbezug in der Verfassung lesen wollen?“
Die Sendung geht der Frage nach, was den Machtpolitiker Konstantin bewegt haben mag, der sich erst auf dem Sterbebett, dazu noch von einem ketzerischen Bischof taufen ließ, ausgerechnet das Christentum für seine politischen Interessen zu nutzen? Zudem wird darüber diskutiert, welche Rolle christliche Werthaltungen im vereinigten Europa spielen könnten, das auf eine freiheitlich-demokratische Ordnung Wert legt.
Schauplatz der Gesprächsrunde ist die römische Gräberstraße des Rheinischen Landesmuseums in Trier. Unter Moderation von Andreas Malessa sind Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx und Bascha Mika, Chefredakteurin der taz, beteiligt.
CB
in: unitas 1/2007
Kontinentale UNITAS. Oder: Was geht uns die Zukunft Europas an?
Ruhrania setzte EUROPA-SPECIAL ins Internet
ESSEN. Die Ruhr-UNITAS hat im Vorfeld der 130. Generalversammlung des UNITAS-Verbandes in Trier und der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Römischen Verträge ein Internet-Projekt gestartet, das sich großer Beliebtheit erfreut. Das zeigen die großen Besucherzahlen auf den Anfang Februar 2007 ins Netz gestellten Internetseiten. „Unser Bundesbruder Robert Schuman. Kirche. Menschenrechte. Beiträge zum Thema“ lautet der Untertitel der Initiative, mit der die UNITAS Ruhrania die Diskussion darüber befördern will, „welche Bedeutung Europa für uns hat, welche Bedeutung wir für Europa haben und welches Europa wir uns wünschen.“
Inzwischen versammelt die ständig neu aktualisierte Leitseite Verweise zu über 50 selbst gestalteten HTML-Seiten, Die Fülle des Gesamtmaterials umfasst weit über 200 normale Druckseiten und ist mit zahlreichen Bildern illustriert. Über die Leitseite lassen sich Ausschnitte aus früheren „unitas“-Ausgaben zum Thema finden, aber auch vielfältige Grundsatzdokumente zur Europäischen Frage, darunter Erklärungen der Europäischen Bischofskonferenz (COMECE) in Brüssel, der Deutschen Bischofskonferenz, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der Katholischen Akademiker-Arbeit (KAD) oder des Europäischen Kartellverbands (EKV). Auch - und gerade - nach den Berliner Festlichkeiten lesen sich viele auch ältere Beiträge immer noch sehr aktuell.
Wie eine kleine Europa-Chronik der letzten Jahre verzeichnen die hinterlegten Dokumente etwa die Abschlusserklärung des Europäischen Kolloquiums in Berlin zur Rolle der Christen im Aufbau Europas (2002) und das Europäische Symposium in Krakau (2003), Äußerungen von Papst Johannes Paul 11. zur zukünftigen Verfassung der Europäischen Union, sein Apostolisches Schreiben „Ecclesia in Europa“ (2003) oder die gemeinsame Erklärung der Vorortspräsidenten des CV, KV, UV, in der sie die Erwartungen der katholischen Studentenverbände an die Europäische Verfassung formulierten, Jüngste Dokumentationen sind unter anderem einem Gespräch mit Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan zum Gottesbezug im Verfassungsvertrag gewidmet, man findet das Europa-Manifest der „Initiative von Christen für Europa“ (IXE), ein Gespräch mit Dr. Thomas Jansen, dem Europapolitischen Sprecher des ZdK in Brüssel, oder auch ein Interview mit Matthias Belafi, der als Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) am Kongress in Rom teilnahm. Nachzulesen sind das Gemeinsame Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, an die Bundeskanzlerin, die „Botschaft von Rom“ und die „Berliner Erklärung“ im Wortlaut. Zudem ermöglichen Audio-Beiträge per Mausklick das Anhören von Rundfunk-Beiträgen mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Prof. Hans-Gert Pöttering, Joseph Kardinal Ratzinger und Prof. Paul Kirchhof zum Thema.
Vater Europas: Bbr. Robert Schuman
Nicht zuletzt will das Internet-Projekt daran erinnern, „dass für alle Unitarier seit jeher eine Person eine ganz besondere Rolle spielt“: Was den „Vater und Pilger Europas“ Robert Schuman mit seinem UNITAS-Verband verbindet, soll ebenfalls deutlich werden. Zeit seines Lebens sei er dem Verband treu geblieben: „Dass für ihn die Seligsprechung eingeleitet ist, freut uns sehr. Und wir freuen uns erst recht, wenn es soweit ist. Denn neben Maria, Bonifatius und Thomas von Aquin, den Schutzheiligen der UNITAS, ist der aus benediktinischem Geist geprägte Robert Schuman schon lange ein ganz besonderer unitarischer Verbands-Patron“, heißt es auf der Internetseite. „Ein Mensch unserer Zeit, dessen Vision eines gewaltigen Friedenswerkes in unseren Tagen Wirklichkeit wird. Und dass seine Seele wiederfinden muss.“
Mit vielen, teilweise sicher unbekannten Bildern illustriert, sind seine Vita zusammengestellt, seine „Historische Erklärung“ vom 9. Mai 1950, Artikel über unitarische Kontakte, eine Dokumentation der sich im kommenden Jahr zum 50. Mal jährenden Verleihung des Internationalen Karlspreises und seines Seligsprechungsprozesses mit einer Stellungnahme des Postulators in Rom. Neben zahlreichen weiteren Artikeln gibt es dort sogar Robert Schuman im O-Ton zu hören.
Die Europa-Leitseite der UNITAS Ruhrania ist nach Absprache mit der Verbandsgeschäftsführung auch unter den Informationsseiten der 130. Generalversammlung in Trier unter dem Button „Weitere Infos“ in den Internetauftritt unter www.gv2007.de eingebunden.
Weitere Infos, aktuelle Berichte aus dem Vereinsleben und das „Bautagebuch“: www.unitas-ruhrania.org.
unitas 1/2007
Über Reiner Wilhelm, den zuständigen Länder- und Beauftragten des Bischöflichen Hilfswerks Adveniat in Essen für das Projekt, erreichte uns Ende März die Einladung von Pater Jonny Reyes (s. rechts), des Salesianerprovinzials in Venezuela, der die Leitung und Mitglieder des UNITAS-Verbandes zum großen Event herzlich willkommen heißt.
Unser Mann in Caracas
Aus Terminzwängen werden Geschäftsführung und Vorort nicht nach Lateinamerika fliegen können, jedoch ist ein prädestinierter Vertreter gefunden: Bei der Eröffnungsfeier des Zentrums Macaracuay in Caracas wird Bbr. Christian López Casanava von „Mutter“
UNITAS-Salia den Verband sicher würdig vertreten. Der gebürtige Spanier aus dem westfälischen Bocholt war im vergangenen Semester Senior und ist derzeit Fuxmajor, folgte also dem aus seinem Verein stammenden Initiator des Projekts, Alt-VOP Stephan Demuth, im Amt.
Wahrscheinlich wird er sich nicht nur am besten verständigen können, sondern auch bei der Rückkehr einen temperamentvollen aktuellen Bericht abgeben. Schon bei der Generalversammlung in Trier wird er Gelegenheit haben, von diesem sicher großen Ereignis zu erzählen, das der UNITAS-Verband mit über 600 000 Euro, von Adveniat klug verwalteten Spendenmitteln erst ermöglicht hat. Wir dürfen auch gespannt sein, was Bbr. Lopez zur Gegenwart und Zukunft der bei der GV in Berlin in den Verband aufgenommenen UNITAS Don Bosco in der venezolanischen
Hauptstadt berichtet.
CB
unitas 1/2007
Jubiläum: 100 Jahre Weltpfadfinderbewegung
IM GESPRÄCH: BBR. DR. BALDUR HENDRIK HERMANS
GENERALSEKRETÄR DER INTERNATIONALEN KONFERENZ DES KATHOLISCHEN PFADFINDERTUMS
(CICS)
VON BBR. CHRISTOF BECKMANN
Rund 40 000 Pfadfinder aus der ganzen Welt werden vom 27. Juli bis 8. August in Hylands Park Chelmsford (Essex) erwartet. Das Riesenlager führt in „Subcamps“ Pfadfinder aus der ganzen Welt zusammen. Denn 2007 begeht die Weltpfadfinderbewegung ihr 100-jähriges Bestehen. Mitorganisiert wird das Jubiläumstreffen von Bundesbruder Dr. Baldur Hendrik Hermans (UNITAS Stolzenfels Bonn), Generalsekretär der Internationalen Konferenz des Katholischen Pfadfindertums (CICS).
Nicht zum ersten Mal ist er bei einem außergewöhnlichen Jubel-Jamboree dabei: Seit Kindesbeinen ist der in Essen-Borbeck lebende Historiker, Jahrgang 1938, mit der Pfadfinderei verbunden. Hier begann der gebürtige Niederländer sein Engagement beim DPSG-Stamm St. Dionysius. 1957, mit 19 Jahren, erlebte er das 50-jährige Bestehen
der Weltpfadfinderbewegung in England mit. „Als Queen Elizabeth als britische Oberpfadfinderin ganz nah an mir vorbeifuhr, war ich ganz ergriffen“, schmunzelt er im Gespräch mit der unitas-Redaktion. 50 Jahre später setzt er nun selbst Akzente: Diesmal ist Hermans als Chef der katholischen Pfadfinderbewegung weltweit an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Im Team mit anderen leitet er dort den Bereich der katholischen Initiativen. Sie sollen wie das gesamte Jamboree ganz im Zeichen des Friedens stehen. Wir haben mit ihm gesprochen
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15. März 2007
Schwebende Lasten an der Flurstraße
ESSEN-BORBECK. Es stand in der "BORBECKER": Über die
Arbeiten am "Feldschlösschen" berichteten im Zusammenhang mit
der Anlieferung des Stahlträgers und der Großbalken für den Dachstuhl
am 15. März die BORBECKER NACHRICHTEN. Das folgende Bild war in der
Größe einer Viertelseite Umfang auf Seite 3 plaziert.
14. März 2007
www.dionysius.de
berichtet über Baufortschritte
BORBECK. Eine der am meisten besuchten Internetseiten im Bistum Essen ist
die Homepage der Katholischen Pfarrgemeinde St. Dionysius in Borbeck.
Webmaster Andreas Stölker setzte die folgenden Informationen und Bilder
von den Bauarbeiten unter http://www.dionysius.kja-essen.de/2007/feldschl.htm
ins Netz. Wir freuen uns, dass die Kirchengemeinde die UNITAS Ruhrania
seit langem ganz offiziell unter den vielfältigen kirchlichen
Gemeinschaften aufzählt, die in Borbeck-Mitte von einem intensiven
Gemeindeleben zeugen.
Die
Deutschen Bischöfe im Heiligen Land
Das Audio-Interview: Bbr. H.-J. Grossimlinghaus
Es
ist eine wirklich außergewöhnlichen Pilgerfahrt – am Montagmorgen ging
es es in Frankfurt los, Ankunft Tel Aviv kurz nach 10: Alle Deutschen
Bischöfe, der Ständige Rat der Bischofskonferenz auf gewichtiger
diplomatischer Mission in Israel und Palästina. Mitorganisiert hat die
Fahrt Bbr. Hermann-Josef Grossimlinghaus, Abteilung Weltkirche bei der
Deutschen Bischofskonferenz in Bonn und Vizepräsident des Vereins vom
Heiligen Lande mit Sitz in Köln.
Bbr.
Grossimlinghaus, Mitglied der „unitas“-Redaktion und Ehrenvorsitzender
der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV), begleitet
die bis zum 4. März terminierte Reise der Deutschen Bischöfe. Auf ihrer
Fahrt werden sie mit Politikern, Diplomaten und Vertretern der
Christlichen Kirchen zusammentreffen, um ein Signal der Solidarität mit
den dortigen Christen zu setzen und um ihren Beitrag auf dem Weg zu einem
gerechten Frieden im Hl. Land zu leisten.
Hermann-Josef Grossimlinghaus selbst ist rund 50 Mal selbst in der Region gewesen, u.a. als Organisator der AGV-Wallfahrten. am Sonntag, 25.2., erläuterte er im Gespräch mit Christof Beckmann in dem auf den 46 NRW-Lokalradios von 8-9 Uhr ausgestrahlten Kirchenmagazin „Himmel & Erde“ die Hintergründe der Bischofsreise. Das rund 10-minütiges Telefoninterview ist zu hören unter der Internetadresse www.kip-nrw.de.
Bischof Reinhard Marx: Manager sind keine Engel
MÜLHEIM.
Vor purem Profit-Denken warnte am 22. Februar Bbr. Bischof Dr. Reinhard
Marx vor dem Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung. Es gebe keinen
ethikfreien Raum, unterstrich Marx bei der Veranstaltung in der Mülheimer
„Wolfsburg“. Auch der Manager sei ein „moralisches Subjekt, keine
Reiz-Reaktionsmaschine“, äußerte Marx in der Duskission mit
EON-Manager Christoph Dänzer-Vanotti.
Manager müssten alle Interessen im Blick halten, erklärte der Bischof von Trier nach dem im Wirtschaftsteil der RHEINISCHEN POST vom 24. Februar 2007 veröffentlichten Bericht. Es könne nicht sein, dass sie sich allein den Kapitalbesitzern verantwortlich fühlten. Die Reduzierung auf den Profit als einzigem Unternehmensziel habe er nie verstanden.
Mit Klick auf das Bild der ganze Artikel aus der RHEINISCHEN POST vom 24.2.2007
Studenten
suchen Pächter
fürs Feldschlösschen
UNITAS feiert Stiftungsfest in St. Maria Immaculata
BORBECK. Gäste aus anderen Universitätsstädten und Ehemalige aus der ganzen Region erwartet der Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania beim 96. Stiftungsfest und Vereinsfest zu Ehren des Verbandspatrons Hl. Thomas von Aquin im Pfarrsaal der Gemeinde St. Maria Immaculata. ....
Hier
der
Artikel in der Ausgabe
der BORBECKER NACHRICHTEN
vom 18. Januar 2007.
Immer aktuell: Das UNITAS-Ruhr-Tagebuch
von Christof Beckmann, eingebucht aus der Verbandshomepage www.unitas.org
am 1. Februar 2007
ESSEN/DUISBURG/BOCHUM/DORTMUND. Fast täglich stellt die Ruhrpott-Vertretung des UNITAS-Verbandes neue Nachrichten ins Netz, die über das Vereinsleben beim W.k.St.V. UNITAS Ruhrania und über den Fortschritt beim Bau des "UNITAS-ZENTRUM Ruhr" berichten.
Die sehr "internetaktive" Truppe auf dem unitarischen Breitengrad von Dortmund bis Duisburg bietet auf ihrer Homepage www.unitas-ruhrania.org viele
Informationen zum Verein, Kontaktadressen in der Region, zahlreiche Pressemeldungen und Dossiers. "Natürlich müssen wir gerade im Internet deutlich präsent sein", so Senior Rüdiger Duckheim. Eine UNITAS-Anlaufstelle in einem so großen Revier müsse besonders regelmäßig über ihre Aktivitäten informieren. "Schließlich errichten wir derzeit einen festen Stützpunkt mit zweifellos großer Attraktivität für die Unitas-Mitglieder in der gesamten Region, aber auch für Studenten und Studentinnen, die sich gerne mal darüber schlau machen wollen, für welche Überzeugungen unser Verband steht", so der Sprecher des Ortsvereins an der Ruhr.
Das im Sommer 2004 von der "Ruhrania" erworbene "Feldschlösschen" in
Essen-Borbeck, über 100 Jahre lang ein beliebtes Ausflugsziel in der Region, wird derzeit mit großem finanziellen Aufwand und viel Eigenleistungen totalrenoviert. Die Gastronomie mit ihrem Biergarten soll im Sommer 2007 wiedereröffnet werden. "Kommen, gucken, staunen, mitmachen" - so die Devise der Ruhr-Unitas, die sich bereits auf die Fertigstellung von neun Studentenzimmern und die festliche Wiederinbetriebnahme ihres Hauses freut.
aus: unitas 4/2006
Gäste sind immer willkommen!
Volles Programm bei UNITAS Ruhrania
RUHRGEBIET. Zum Winter startete die UNITAS an der Ruhr in ein erneutes „Vagabunden-Semester“: In stiller Vorfreude auf den Abschluss der Totalrenovierung des Unitarischen Zentrums in Essen-Borbeck hat das Team um Senior Rüdiger Duckheim die Termine und Veranstaltungen außerhalb des Hauses organisieren müssen. Kolpingsfamilie Borbeck, die Pfarrgemeinde St. Dionysius, der UV-Zirkel Essen, der CV-Zirkel „Kohle“ und die benachbarte KdStV Nordmark im CV boten der „umbaugeschädigten“ Aktivitas Asyl.
Gut ein Drittel der Bauarbeiten am
„Feldschlößchen“ waren zum Jahresende 2006 vollendet. Das unter aktiver Beteiligung der Ruhranen völlig entkernte Gebäude wurde dabei fast in den Rohbauzustand zurückversetzt, Elektriker, Sanitär- und Heizungsinstallateure, Roh- und Trockenbauer geben sich derzeit die Klinke in die Hand. Nach derzeitigem Stand soll das Haus zum Vereinsfest im Juni 2007 wieder in Betrieb genommen sein und mit einer großen Party wiedereröffnet werden.
Trotz baubedingter Einschränkungen und Abgängen in der Aktivitas nach Würzburg und China verzeichnet das im Internet veröffentlichte Ruhranen-Tagebuch Hochbetrieb: So luden die Aktiven zum Erstsemestertreffen mit den neuen Studierenden im Fach Katholische Theologie an der Ruhr-Uni Bochum und informierten mit Experten über die Berufsmöglichkeiten für Theologiestudenten. Sie trafen sich zu gemeinsamen Messen, Veranstaltungen mit dem von Bbr. Martin Gewiese geleiteten Essener Zirkel, zur Fahrt zum Aktiventag in Eichstätt und Wissenschaftlichen Sitzungen.
Rekordbeteiligung: 25 Jahre Ruhranen-Treffen
Eine Rekordbeteiligung gab es beim Jubiläumstreffen der Ruhrania am 18. November in Münster. Gut 50 Teilnehmer versammelten sich zum 25. traditionellen Treffen aller Ruhranen am prasselnden offenen Kaminfeuer des Heimathauses am Max-Clemens-Kanal in Münster-Sprakel. Wie immer hatten der Altherrenvereins-Vorsitzende Bbr. OStD a.D. Jörg Lahme und seine Frau Doris für ein großes Büffet gesorgt und in der Einladung nicht zu viel versprochen. Auch, was das Rahmenprogramm betraf: Erstmals gemeinsam traten diesmal der Regisseur, Autor und Schauspieler Hannes Demming von der Niederdeutschen Bühne in Münster und Bundesbruder Rainer van Husen (Tenor) für eine „Mule voll Platt“ auf. Behutsam führten die beiden Altmeister mit ihrem kurzweiligen Programm unter dem Titel „Laten Hiärfst“ in die Spezialitäten der niederdeutschen Sprache ein. Ein „Kunstgenuss im Doppelpack“: In hintergründig-witzigen, melancholisch-philosophischen Texten und flott-frechen Liedern sangen sie ihr Loblied auf Westfalen und die „Perle des Münsterlandes“.
Unter den aus Münster, Ostwestfalen, dem Sauerland, dem hohen Norden und dem Ruhrpott angereisten Mitgliedern war erstmals mit den Bundesbrüdern Werner Niester aus Bonn und Johannes Pfeiffer aus Münster fast das gesamte Vorortsteam der Münsteraner UNITAS Ruhrania von 1956/57 erschienen. Freudig wurde auch das Grußwort des Geistlichen Verbandsbeirats Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann aufgenommen: Er dankte im Namen des Verbands den Ruhranen für ihre Treue auch in schwerer Zeit, insbesondere dem AHV-X Jörg Lahme für sein großes Engagement und schloss nicht zuletzt die Damen in diesen Dank ein. Rund 300 Bilder illustrierten den von Bbr. Dr. Christof Beckmann gegebenen Bericht über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr, die Fortschritte beim Umbau des Hauses und den großen Einsatz der „akademischen Bauhelfer“, für den die Ruhr-Aktiven großen Applaus der Altherrenschaft ernteten. 2007 wollen sich alle Besucher im renovierten Ruhranenhaus in Essen wiedersehen.
Anfang Dezember stellten die Ruhranen 14 Teilnehmer beim traditionellen Barbara-Ball des „Kohle-Zirkels“ auf Schloss Borbeck und versammelten sich in Essen-Werden, der Heimat von Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff, mit dem Essener Zirkel zum Vereinsfest „Maria Immaculata“. Nach dem lateinischen Hochamt in der Basilika St. Ludgerus referierte Bbr. Dr. Nikolaus Mantel, Latein- und Geschichtspädagoge am Essener Humann-Gymnasium, bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung zum Thema „Der Gang nach Canossa –Episode oder Wendepunkt des Mittelalters?“. Auch hier mit lang nicht mehr erlebter großer Beteiligung: Bbr. Mantel entführte über 40 Teilnehmer aus Essen, Bochum, Velbert und Datteln mit seinem engagiert präsentierten Thema in die Tiefen des Mittelalters und zeigte am Beispiel des „Canossa-Gangs“ des Deutschen Kaisers Heinrich IV. im Winter 1077 zahlreiche politische Zusammenhänge des 11. und 12. Jahrhunderts auf. Um die Kontrahenten der damaligen Auseinandersetzungen zu charakterisieren, zog er neueste Forschungen heran und stellte klar, in welchem Umfeld sich die für das Werden des Abendlandes entscheidende Trennung von Kirche und Staat entwickelte. Mit Blick auf die Verhältnisse in Frankreich und England richtete er dabei auch den Blick über die Grenzen des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, um die bis in die jüngste Zeit spürbaren Auswirkungen deutlich werden zu lassen – ein Aspekt, der nach mehrfach geäußertem Wunsch bei einer weiteren Sitzung weiter vertieft werden soll.
Guter Start ins Jahr 2007
Einen starken Impuls im Advent setzte ein geistliches Abendgespräch mit dem Borbecker Vikar Nobert Linden, mit dem sich die UNITAS Ruhrania auf Weihnachten vorbereitete und wohlgemut ins Neue Jahr ging. Mit einem gelungenen Auftakt: Denn auch beim gemeinsam mit dem Essener Zirkel veranstalteten Neujahrsempfang für die Region mussten am 3. Januar wieder fleißig Tische gerückt werden. Aus Essen, Datteln/Castrop-Rauxel, Oberhausen, Bottrop, Mönchengladbach, Velbert und Gelsenkirchen kamen die Gäste, knapp 50 Besucher konnten der Senior Rüdiger Duckheim und der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese im Pfarrsaal der Gemeinde St. Maria Immaculata begrüßen. Kein Wunder: Galt doch der inhaltliche Schwerpunkt des ersten Treffens im neuen Jahr zudem einer akademischen Auseinandersetzung besonderer Qualität. Denn der emeritierte Philosophieprofessor Dr. Georg Scherer, der bereits beim Vereinsfest im Sommer 2006 hochspannende Überlegungen zum wissenschaftlichen Werk des Kirchenlehrers und unitarischen Verbandspatrons vorgestellt hatte, sprach bei der anschließenden Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema „Vita activa und vita contemplativa beim Hl. Thomas von Aquin“.
„2007 wird ein besonders turbulentes Jahr für uns“, erklärte der Senior Rüdiger Duckheim - zu Recht. Denn mit dem kurz vorgestellten Fortschritt der Bauarbeiten am UNITAS-Haus finden die UNITAS-Zirkel und Verbandsmitglieder in der Region eine neue Begegnungsstätte. Vor allem aber, so der Essener AHZ-X Martin Gewiese, verbinde man mit dem Projekt auch die Hoffnung, dass nicht zuletzt die studentische Aktivitas viele neue Mitglieder gewinnen könne. Tatsache jedenfalls ist, dass die UNITAS-Veranstaltungen im Revier in den letzten Monaten einen immer größeren Zulauf gewinnen. „Wir sind die UNITAS in einer spannenden Region und laden gerne Gäste ein“, so der Senior. „Bundesgeschwister, die zum Studium oder aus beruflichen Gründen ins Ruhrgebiet wechseln, sind immer herzlich willkommen!“
Aus: unitas 4/2006
Gesellschaft gerecht gestalten
NEUE INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE SOZIALETHIK
„Ich werde sie nicht schonen, weil sie die Unschuldigen für Geld und die Armen für ein Paar Schuhe verkaufen. ... Und bei allen Altären schlemmen sie auf den gepfändeten Kleidern und trinken Wein vom Geld der Bestraften im Haus ihres Gottes.“ Wohl kaum ein Buch wie das des Propheten Amos geißelt im Alten Testament so drastisch Missstände seiner Zeit. Mit harten Worten trat Amos in der zweiten Regierungshälfte Jerobeams (760-750 v. Chr.) gegen die Korruption der Richter und Priester auf, gegen die Ausbeutung der Landbevölkerung durch den Königshof und die Jerusalemer Oberschicht. Seine Prophetie aber ist nicht pure Sozialkritik, sondern die Botschaft vom kommenden Gott. Sein Appell zielt auf Umkehr, gesellschaftliche Solidarität, Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit als gelebtem Gottesbund. Seine Vision: „Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Am 5,24).
„Amos“ heißt auch eine neue internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik, die vom Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, der Kommende Dortmund, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker herausgegeben wird. „Die Soziale Frage wird uns in der Zukunft ganz massiv begleiten, daher erscheint mir der Zeitpunkt zur Herausgabe der Zeitschrift richtig gewählt“, erklärte der Paderborner Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei der Vorstellung der Zeitschrift am 24. November 2006 in Dortmund. Sie soll die Positionen der christlichen Sozialethik in den wissenschaftlichen und politischen Diskurs einbringen. Darüber hinaus biete die Zeitschrift auch selbst ein Forum für diesen Diskurs, erläuterte der Chefredakteur und Mitarbeiter der Kommende Dr. Dr. Richard Geisen.
Jedes der viermal im Jahr erscheinenden Hefte ist einem Schwerpunktthema gewidmet. Zu Wort kommen christliche Sozialethiker, aber auch Vertreter anderer Perspektiven und Positionen, Wissenschaftler und Praktiker. „Renommierte Sozialwissenschaftler werden zu aktuellen Themen Stellung beziehen und komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache darlegen“, kündigte Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende, an. Als Schwerpunktthemen für 2007 sind vorgesehen: „Arbeitslohn – lohnt die Arbeit?“, „Familie – Demographie“, „Zuwanderung – Integration“ sowie „Finanzmärkte“. Für den Bochumer Professor Dr. Joachim Wiemeyer, in den letzten sechs Jahren Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, sind diese Themenkomplexe „die zurzeit wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Der Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ lobte die Verbindung von „Amos“ zu einem praktischen Standort des Diskurses in der Kommende Dortmund. Hengsbach hat für die Nullnummer der Zeitschrift einen Beitrag über „die Partner eines revidierten Gesellschaftsvertrages“ geschrieben.
Wem hat AMOS etwas zu bieten?
Motiviert zu diesem anspruchsvollen Projekt sehen sich die Herausgeber (Sozialinstitut Kommende Dortmund, Prälat Dr. theol. Peter Klasvogt, Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, Prof. Dr. theol. Michael Schramm, Prof. Dr. rer. pol., lic. theol. Joachim Wiemeyer) durch die Fragen, die ihnen häufig von Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden gestellt würden. Sie sollen nun prägnant, aber fundiert über christliche Positionen und ethische Orientierung zu aktuellen Gesellschaftlichen Themen informiert werden.
AMOS will Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen christlicher Gesellschaftslehre und neuen sozialen Herausforderungen schlagen. Die Autoren beziehen Stellung zu aktuellen Themen und legen komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache dar. Damit biete sich, so die Absicht der AMOS-Macher, Wissenschaftlern und Erwachsenenbildnern ein Forum für sozialethische Information, Reflexion und Dialog. Zudem verschaffe sie Akteuren in Politik und Gesellschaft ein Repertoire an wissenschaftlich begründeten und theologisch verantworteten Werten und Überzeugungen. Aber auch engagierte und interessierte Christen sollen hier „einen Fundus an Lebenswissen und visionärer Kraft“ gewinnen.
Die Zeitschrift „Amos“ mit dem Untertitel „Gesellschaft gerecht gestalten“ erscheint
im Aschendorff-Verlag in Münster. Dort können Abonnements sowie ein kostenloses Probeheft bestellt werden: Verlag Aschendorff, 48135 Münster, Tel. (0251) 69 013 3, Fax (0251) 69 01 43, E-Mail buchverlag@aschendorff.de. Das Jahresabonnement kostet 49,80 Euro (39,80 Euro für Studenten, Assistenten und Referendare). Die Redaktion ist erreichbar im Sozialinstitut Kommende Dortmund, Brackeler Hellweg 144, 44291 Dortmund, E-Mail redaktion-amos@kommendedortmund.de. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Online-Bestellung auf der Internetseite www.zeitschrift-amos.de.
CB
Bild oben: Stellten in der Kommende Dortmund die neue Internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik,„Amos“, vor (v.l.): Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt, Dr. Dirk F. Paßmann, Verlagsleiter beim Aschendorff-Verlag, Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Professor Dr. Joachim Wiemeyer und Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ. Foto: pdp
Buchrezension: Die Schule Franz Hitzes
Manfred Hermanns: Sozialethik im Wandel der Zeit. Geschichte des Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre in Münster 1893-1997. (Abhandlungen zur Sozialethik Bd. 49. Herausgegeben von Anton Rauscher und Lothar Roos) , 541 S., Paderborn: Schöningh 2006, Ladenpreis Euro 49.90
Die über hundertjährige Geschichte des im kirchlichen und politischen Leben weithin angesehenen Münsteraner Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre seit der Berufung des Unitariers Franz Hitzes 1893 ist Gegenstand dieser umfassenden und kenntnisreichen Darstellung aus der Feder eines Schülers von Joseph Höffner, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Lehrstuhl und dem 1951 begründeten Institut für Christliche Sozialwissenschaften zu einem neuen Aufschwung verhalf. Der hundertste Geburtstag Höffners, der in diesem Jahr begangen wird, ist ein weiterer Grund, auf das breit angelegte Werk von Hermanns hinzuweisen. Es behandelt die Geschichte des Lehrstuhls von Hitze bis zu dem 1997 verstorbenen Ordinarius Franz Furger. Das Wirken dieser katholischen Sozialwissenschaftler wird durchgehend im Zusammenhang mit ihrer Biographie und ihres wissenschaftlichen Oeuvres herausgearbeitet, was dem Werk Hermanns’ seine besondere Aktualität verleiht.
Der Unitas-Verband hat das Andenken Franz Hitzes, des Nestors der katholischen Soziallehre in Deutschland, stets gepflegt und sein Erbe hochgehalten. Die soziale Tradition des Verbandes ist bis in die Gegenwart mit seinem Namen verbunden. So ist nur zu begrüßen, daß Leben und Werk des katholischen Priesters und Sozialpolitikers aus dem Unitas-Verband ausführlich gewürdigt wird. Seine Arbeit im Verein „Arbeiterwohl“,
im „Volksverein für das katholische Deutschland“, im preußischen Landtag und im Reichstag für Arbeitsschutz und Koalitionsrecht werden ebenso berücksichtigt wie seine wissenschaftliche Laufbahn und seine Publikationen zur Sozialen Frage. Dies gilt auch für seine Verdienste um die katholische Arbeiterbewegung und die junge Weimarer Republik.
Dem Theologen und Sozialtheoretiker Hitze in Münster folgte der Wirtschaftswissenschaftler Heinrich Weber, der nach seinem Theologiestudium ausgedehnte wirtschaftswissenschaftliche Studien betrieben hatte, ehe er 1922 von dem preußischen Minister Carl Heinrich Becker nach Münster berufen wurde. Sein besonderes Arbeitsgebiet bis in die vierziger Jahre war die kirchliche Caritas. Nach mehrjähriger Vakanz des Lehrstuhls begann im August 1947 unter Joseph Höffner eine neue Glanzzeit der katholischen Sozialwissenschaft, die mit dessen Weggang 1962 zum Bedauern seiner Schüler und der Universität endete. Höffner, später Bischof von Münster und Köln, erfreute sich als umfassend gebildeter und ausgewiesener Gelehrter eines großen Rufes als Berater kirchlicher und weltlicher Institutionen. Sein Beitrag zur Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft ist unbestritten.
Dies ist einer größeren Öffentlichkeit sehr wohl bekannt, aber in der hier gebotenen Dichte anderswo kaum zu finden. Die Ära Wilhelm Weber und Franz Furger blieben vom Wirken Hitzes und Höffners geprägt, wobei ersterer ab 1964 einer Vielzahl neuartiger Herausforderungen von der politischen Theologie, der Theologie der Befreiung bis zu den Herausforderungen der „Neuen Linken“ gegenüberstand und die Position der katholischen Soziallehre zu vertreten hatte. In den Jahren 1983 bis 1987 versuchte dann Franz Furger einen Neuaufbau des Instituts im Zeichen einer vornehmlich moraltheologisch orientieren Sozialethik, die unbelastet von vielen gescheiterten ideologischen Konzepten in Zukunft eine neue Chance haben könnte.
Herbert Hömig, Köln
Aktiventag in Eichstätt:
Alle Prinzipien in drei Tagen
Von Bbr. Philipp Obergassner
München, Bonn, Freiburg, Aachen. Aus diesen und acht weiteren Städten kamen am Wochenende 72 studierende Mitglieder des UNITAS-Verbandes nach Eichstätt. Der Vorort UNITAS Frankonia hatte zum Aktiventag eingeladen. Am Samstagnachmittag diskutierten Hochschulvertreter mit den Korporationsstudenten über den Bologna-Prozess. Abends feierten die Unitarier im Rittersaal auf der Willibaldsburg einen Festkommers.
„Ich komme mir vor wie im
Schlaraffenland. Noch nie in meiner Amtszeit habe ich einen so zahlreich besuchten
Aktiventag gesehen“, freute sich Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll. Bereits am Freitagabend füllten die angereisten
Vertreter von 17 UNITAS-Vereinen das Frankonenhaus auf allen drei Etagen. In gemütlicher Runde feierten und pflegten die Bundesschwestern und Bundesbrüder unter Zuhilfenahme von 160 Litern Bier eines ihrer drei Verbandsprinzipien, die Amicitia, die Freundschaft.
Auch die Ruhranen hatten viel Spaß an der Tagung ....
Den ganzen Artikel zum Nachlesen oben.
„Mit Werten zum Erfolg“ -
Neues Praktikumsprogramm des BKU
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) vermittelt ab sofort für den Sommer 2007 über 50 Praktikumsplätze in bekannten Großkonzernen und marktführenden Familienunternehmen mit dem Ziel „fördern und fordern“ durch eine intensive Begleitung von BKU-Mitgliedern als Mentoren. Projektpartner sind der Bund deutscher katholischer Akademikerinnen (BdkA), das Cusanuswerk, der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV), der Hildegardis-Verein, der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, der Kartellverband katholischer Studentenvereine (KV) und der UNITAS-Verband.
Die gemeinsame Aktion von BKU und seinen Partnern will „einen Beitrag dazu leisten, eine neue Generation von Unternehmern hervorzubringen, die risikofreudig und ethisch verantwortlich zugleich handeln.“ Dazu sei es wichtig, junge Menschen, die die Übernahme von unternehmerischer Verantwortung anstreben, bereits während ihrer Ausbildungsphase zu begleiten, ihre fachliche Qualifikation und ihre Persönlichkeitsentwicklung sowie die Vermittlung von ethischen Werten und Führungsqualitäten zu fördern.
Praktikum mit Mehrwert
50 bis 80 Studierenden verschiedener Fachrichtungen sollen während der vorlesungsfreien Zeit im Sommer 2007 interessante und für ihren weiteren beruflichen Werdegang relevante Praktikumsplätze in Unternehmen vermittelt werden, in denen BKU-Mitglieder unternehmerische Verantwortung tragen. Die Praktikumsplätze werden sowohl in bekannten Großunternehmen wie auch bei „hidden Champions“ des deutschen Mittelstandes durchgeführt, die in ihren Segmenten zu den Marktführern gehören. Voraussetzungen für ein Praktikum sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, überdurchschnittliche Studienleistungen, soziales, kulturelles, kirchliches oder politisches Engagement.
Alle Infos s. Artikel!
Noch freie Plätze für die UNITAS-Reise ins Baltikum
vom 1. - 12. Mai 2007
Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr bietet die UNITAS auch im Jahr 2007 wieder eine Fahrt nach Estland, Lettland und Litauen an. Eine Reise dorthin führt nicht mehr in die westlichen Republiken der Sowjetunion, sondern in eine einzigartige Region Nord-Ost-Europas, die nahezu unerschlossen erscheint und dabei doch nur ein paar Flugstunden entfernt ist.
Einige Tage im Frühsommer im Baltikum zu verbringen, bedeutet Muße und Ruhe. Das Leben geht langsam, Rummel gibt es (noch) nicht. Kurt Tucholsky schrieb dazu: „Der Wind weht über die Felder, ein kühler Hauch geht über all die Wiesen – blutrot spiegelt sich der Himmel im Wasser – es wird Abend, wie es nur hier Abend werden kann.“
Unter der Leitung von Bbr. Lambert Stamer, Justus-Liebig-Universität Gießen, findet in der Zeit vom 1. bis zum 12. Mai 2007 wieder eine Reise ins Baltikum statt, wobei die Route über alle wesentlichen Städte und Regionen führt: Tallinn (Reval), Riga, Nida (Nidden) auf der Kurischen Nehrung, Kaunas (Kauen), Vilnius (Wilna) und Tartu (Dorpat). Die Fahrt, welche sich an Unitarier und ihre Ehepartner, gerne aber auch an weitere Interessierte richtet, beinhaltet weiterhin Besuche wichtiger Sehenswürdigkeiten, so u. a. des „Berges der Kreuze“ oder der Wasserburg
Trakai.
Neben allen Flug-, Bus- und Fährtransfers beinhaltet der Reisepreis von 1.450 EUR (EZ-Zuschlag 350 EUR) die Unterbringung in sehr guten Hotels, Halbpension und sämtliche Eintritte. Die Anreise ist möglich von allen großen deutschen Flughäfen. Das ausführliche Programm kann angefordert werden bei Bbr. Lambert Stamer, Am Rasselberg 31, 35578 Wetzlar, Telefax: (06441) 4478568, E-Mail:
Lambert.Stamer@uni-giessen.de
In memoriam Bbr. Raymund Krisam
Multis ille bonis flebilis occidit
(Horaz carm. I,24)
ESSEN. Eine übergroße Trauergemeinde gab am Montag, 20. November 2006, unserem Bundesbruder Professor Dr. Raymund Krisam das letzte Geleit. Er starb im Alter von 78 Jahren am 13. November nach langer schwerer Krankheit, die er ruhig und mit Geduld bis zum Ende ertragen hatte, auch im Krankenhaus ständig begleitet von seiner Frau Ilse und mitbetreut von einer Tochter und zwei Söhnen.
Seinen unitarischen Bundesbrüdern und den Angehörigen des Essener UNITAS-Zirkels war er alle Jahre ein verlässlicher Freund. Monatlicher Stammtisch, Vereinsfeste, Vorträge, Zusammenkünfte und Kommerse der Aktivitas – es dürfte kaum eine Veranstaltung gegeben haben, an der Raymund nicht mit seiner Frau aufmerksam Anteil nahm.Fast alle kamen zum Auferstehungsamt und zur Bestattung auf dem Friedhof an der Raadter Straße, um ihren lieben Verstorbenen mit einem Kranz in den unitarischen Farben auf seinem letzten Weg zu begleiten. Der Geistliche Verbandsbeirat, Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena-Evingsen konzelebrierte. Die Aktivitas der UNITAS Ruhrania führte den Trauerzug mit umflorter Liudger-Fahne an und verneigte sich zuletzt vor dem großen Vorbild eines bescheidenen Wissenschaftlers und vor seinem Gott demütigen
Mannes mit großen menschlichen Vorzügen, der die unitarischen Prinzipien mit seinem ganzen Leben bezeugt hat.
Oben der Artikel aus unitas 4/2006.
Generalvikar Bbr. Hardt
übernimmt Ämter im Verband der Diözesen Deutschlands
Paderborn, 30. November 2006. Bbr. Generalvikar Alfons Hardt (UNITAS Hathumar Paderborn) ist von der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands erneut in den
Verbandsausschuss berufen worden. Zugleich wurde er zum Vorsitzenden der Rechtskommission des Verbandes gewählt. Beide Berufungen gelten für die gesamte siebte Amtsperiode des Verbandes. Sie dauert vom 1. Januar 2007 bis zum bis zum 31. Dezember 2011.
Bbr. Alfons Hardt war im Mai 2005 nach dem Ausscheiden des zum Weihbischof ernannten
Generalvikars Grothe in den Verbandsausschuss berufen worden, dessen Vorsitz der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch innehat. Unter anderen gehören dem Verbandsausschuss auch die Bischöfe Dr. Felix Genn (Essen), Bbr. Dr. Anton Schlembach (Speyer) und Dr. Joachim Wanke (Erfurt) sowie die Generalvikare Dr. Karl Hillenbrand (Würzburg) und Franz-Peter Spiza (Hamburg) an. Aufgabe des Ausschusses ist es, den Haushalt des Verbandes zu beraten, der Vollversammlung Anregungen zu geben, ihr Vorschläge zu unterbreiten für die Umsetzung ihrer Maßnahmen und Entscheidungen zu sorgen. Generalvikar Hardt ist darüber hinaus Mitglied des Arbeitsausschusses im
Verbandsausschuss und Vorsitzender der Rechtskommission.
Das
historische Datum:
Vor 50 Jahren starb Dominikanerpater Bbr. Laurentius Siemer
Am
25. Oktober 1956 gaben Tausende von Menschen dem verstorbenen Dominikaner
Bbr. Laurentius Siemer auf dem Melatenfriedhof in Köln das letzte Geleit.
Der Pater war im Alter von 68 Jahren überraschend bei Fernseharbeiten
gestorben. Kein Geringerer als Kardinal Josef Frings hielt die
Beerdigungsmesse. Bbr. Siemer, rezipiert im Wintersemester 1933 bei UNITAS
Deutschritter in Köln, später auch Mitglied der UNITAS Landshut, war
entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Als der UNITAS-Verband 1938
als staatsfeindliche Organisation verboten worden war, fanden die
Unitarier in Köln bei den Dominikanern Zuflucht und feierten dort ihre
Vereinsfeste. Daraus entwickelte sich im Dominikanerkloster Walberberg
eine Widerstandsgruppe, die schließlich auch das Kettelerhaus in Köln
umfasste und damit über die studentischen Korporationen hinausging (vgl.
Heinz-Jürgen Rösgen, o. Laurentius Siemer, in: UNITAS-Handbuch Bd. III,
S. 309-319). Nach dem Krieg war der Ordensmann maßgeblich am Gründungsprogramm
der CDU beteiligt.
Bbr.
Siemer, ein Nachkomme Oldenburger Bauern, wurde als sechstes von zehn
Kindern am 8. März 1888 in Elisabethfehn im Hause des dortigen heutigen
Museumsgebäudes (früher Kanalwärterhaus) geboren und zwei Tage später
in der Pfarrkirche zu Strücklingen auf den Namen Joseph Franz Bernhard
getauft. Sein Vater, der Kanalaufseher Franz Joseph Siemer, stammte aus
Spreda bei Langförden, seine Mutter, Maria Josephina Franziska geb.
Diekhaus aus Repke bei Emstek.
Den Nazis begegnete Pater Laurentius zunächst mit vorsichtigem Taktieren
und Skepsis. Aber bald nach der Machtübernahme entschied er, dass deren
Ideologie mit der katholischen Glaubenslehre nicht vereinbar sei. 1933
schrieb er in einem Leitartikel der „Germania“, der Parteizeitung des
katholischen Zentrums: „Wer in der Nation das Ganze schlechthin sieht,
wer sie nicht mehr als Teil erkennt, sondern eine absolute Größe in ihr
erblickt, hat die Beziehung zum eigentlichen Ganzen verloren. Es wird
schlechthin die Aufgabe aller gotterleuchteten Männer sein, auf die ewige
Wertordnung hinzuweisen. Eine Rassenkultur, die der Nation wertvolle Kräfte
raubt, wahre Wissenschaft und echte Kunst einengt, Religion abhängig
macht von der Rasse, ist Degeneration“.
Die Gestapo nahm den Ordensmann am 9. April 1935 unter dem Vorwand eines
Devisenverbrechens in Köln fest. Nach drei Monaten im Kölner „Klingelpütz“
wurde er ins Gefängnis von Oldenburg verlegt. Die dortigen
Haftbedingungen haben zwei weitere Dominikaner, der vorherige Provinzial
Pater Thomas Stuhlweißenburg und der Missionsprokurator von Vechta, Pater
Titus Horten, nicht überlebt. Siemer entwickelte sich nun
zu
einem entschiedenen NS Gegner. Er rief die Bischofskonferenz auf, sich stärker
gegen den Unrechtsstaat zu wehren und traf 1941 auf Vertreter der
Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Köln. Im dortigen Kettelerhaus
fand 1942 eine historische Besprechung statt - es wurden Pläne für ein
„Viertes Reich“ entworfen. Zu den engsten Weggefährten im Widerstand
von Bbr. Siemer - Mitglied sowohl des Kölner wie auch des Kreisauer
Kreises - gehörten der Rechtsanwalt Josef Wirmer, Nikolaus Groß,
Bernhard Letterhaus, Monsignore Otto Müller wie auch Pater Eberhard Welty.
Als am 20. Juli 1944 der Attentatsversuch auf Hitler fehlschlug, befand
sich Bbr. Siemer im Kloster Schwichteler bei Vechta, um eine Bronchitis
auszukurieren. Zwei Monate später, am 16. September, spürte ihn die
Gestapo dort auf. Doch gelang ihm auf abenteuerliche Weise die Flucht in
den Stall eines Landwirts in Schwichteler. Bald darauf begab er sich zu
einem entlegenen Hof in Handorf bei Holdorf. Dort hielt er sich auf, bis
britische Soldaten am 11. April 1945 durch den Ort zogen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg Verfechter eines „christlichen Sozialismus“
Der bis Anfang 1947 amtierende Provinzial wurde von 1949 bis 1952
Generalsekretär der Katholischen Deutschen Akademikerschaft in Köln. Der
Verfechter eines „christlichen Sozialismus“ widmete sich nun vor allem
sozialethischen Fragen und baute Walberberg zu einem geistigen Zentrum der
neuen Bundesrepublik aus. Schließlich entdeckte er, als einer der ersten
Theologen überhaupt, die modernen Medien als „Kanzeln der modernen
Zeit“. Durch Rundfunk- und Fernsehansprachen wurde er weit über Köln
hinaus bekannt. Unerwartet starb er während der Vorbereitungen für die
Fernsehsendung „Der Regenbogen“ am Abend des 21. Oktober 1956 im
Dominikanerkonvent Sankt Andreas zu Köln, wo er die letzten Jahre seines
Lebens zugebracht hatte.
Aktuelle Sonderausstellung
Eine Sonderausstellung im Moor- und Fehnmuseum Elisabethfeen hat sein
Leben und Wirken durch Bilder,
schriftliche Dokumentationen, Exponate, Ton- und Videoaufnahmen für
Besucher der Ausstellung aufbereitet: „Pater Laurentius Siemer“: vom
1. November bis 17. Dezember 2006, dienstags bis sonntags von 14.00 Uhr
bis 17.00 Uhr. Für Gruppen auf Anmeldung auch außerhalb dieser
Zeiten!
Mehr: http://www.fehnmuseum.de/sonderausstellung_pater_laurenti.htm
Bild:
Gedenkstein für Bbr. P. Laurentius Siemer auf dem Klostergelände „Christinenhof“
der Gemeinschaftder
Kongregation der Ilanzer Dominikanerinnen vom hl. Joseph in
Cappeln-Schwichteler.
Ein Minorit, Kardinal Ratzinger und die UNITAS
Römischer Beichtvater
im All verewigt
ROM. Pater Adalbert Heußinger (83), aus Unterfranken stammender langjähriger Beichtvater im Petersdom, kam zu himmlischen Ehren, wie seine Heimatzeitung "Bote vom Haßgau" Anfang Oktober berichtete. Nach ihm wurde jetzt ein Kleinplanet benannt. Über 37 Jahre habe der Franziskaner-Minorit im Beichtstuhl in Rom in die Tiefe der menschlichen Seele geblickt. Jetzt tauche sein Name in die Tiefen des Weltraums ein, so der Bericht.
Der fünf Kilometer im Durchmesser große Himmelskörper zieht seine Bahn 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt zwischen Mars und Jupiter. Und ist auf
seine Weise auch dort dem Papst ganz nahe. Auf demselben Asteroidengürtel ist der im Jahr 2000 nach dem heutigen Papst benannte Asteroid "Ratzinger" unterwegs, der einen Durchmesser von etwa 10
Kil
ometern besitzt.
Unendliche Weiten ....
Dass auch die UNITAS kosmische Dimensionen hat, hatten wir bereits berichten können. Im übrigens wussten es schon viele. Ein vor 115 Jahren, am 1. März 1891, von Elia Millosevich
(Bild links) am Observatorium von Rom entdeckter Kleinplanet gleichen Namens dreht im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter seine Bahn. Er rotiert in rund 8 Stunden und 44 Minuten um die eigene Achse. Und hat immerhin einen Durchmesser von
über47 Kilometern. Damit ist der UNITAS-Asteroid weit mehr als doppelt so dick wie die
Planetoiden der beiden Theologen. Eigentlich geht das ja nicht .....
Bischof
Marx neuer Großprior
des Ritterordens vom Heiligen Grab
AUGSBURG/TRIER. Bundesbruder Dr. Reinhard Marx (53),
katholischer Bischof von Trier, ist zum neuen Großprior der Deutschen
Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt
worden. Im Amt folgt er Bundesbruder Bischof Anton Schlembach (74) von
Speyer nach, der dieses Amt seit 1991 inne hatte, wie der päpstliche
Laienorden am 10. Oktober in Augsburg bekannt gab.
Bbr. Bischof Marx gehört dem Ritterorden seit Mai 1990 an. Seine wichtigste Aufgabe als Großprior ist die Vornahme der Investitur neuer Mitglieder im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes. Den Herren erteilt er dabei einen symbolischen Ritterschlag.
Bbr. Bischof
Schlembach hat seit 1991 in 16 Investiturfeiern insgesamt 598 Ritter,
Damen und Geistliche in den Ritterorden aufgenommen. "Ich war immer
wieder beeindruckt von der Zahl und dem persönlichen Format der
Kandidatinnen und Kandidaten", sagte er bei seinem Abschied. In der
Deutschen Statthalterei habe er einen bewundernswerten Glaubensmut
vorgefunden. Der Ermüdung des
Christentums in der westlichen Welt müsse mit aller Kraft ein lebendiges
Evangelium entgegen gestellt werden, meinte Bischof Schlembach. Und fügte
hinzu: "Ritterliche Menschen sind wach gegen jede Ermüdung und
entschlossen zu jeder Auseinandersetzung." In
besonderer Weise erinnerte sich Bischof Schlembach bei den
Investiturfeiern u. a. an die erste Bischofsmesse im protestantischen Dom
zu Bremen und die Messfeier im Berliner Dom, die die erste katholische
Messe in dieser Kirche überhaupt gewesen sei. Nicht zuletzt wegen solch
eindruckvoller Erlebnisse möchte er das "große Geschenk"
dieses Amtes in seinem Leben nicht missen.
Die Ritter
und Ordensdamen verpflichten sich zu einer vorbildlichen christlichen
Lebensführung sowie zur geistlichen und materiellen Unterstützung der
Christen in Palästina, Gaza, Israel und Jordanien. Mit Spenden werden
unter anderem Schulen, Kinderheime, Krankenhäuser, Sozialstationen und
Altenheime gefördert. Der Orden ist direkt dem Papst unterstellt und zählt
weltweit rund 20.000 Mitglieder, davon 1.300 in Deutschland. Mehr: www.ritterorden.de.
aus: unitas 3/2006
Erzbischof
Schick und Bischof Marx
in wichtige Ämter der Bischofskonferenz gewählt
BAMBERG/TRIER.
Bbr. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) wurde von der
Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die vom 25. bis
28. September in Fulda getagt hat, zum neuen Vorsitzenden der Bischöflichen
Kommission Weltkirche gewählt. Diese Kommission ist für die
internationalen Beziehungen der Deutschen Bischofskonferenz zuständig,
wobei das Hauptaugenmerk auf der Zusammenarbeit mit anderen
Bischofskonferenzen liegt. Darüber hinaus trägt sie die Verantwortung für
die überdiözesane weltkirchliche Arbeit in Deutschland, vor allem für
die Hilfswerke, deren Arbeit sie koordiniert und anleitet. Zum
Aufgabenspektrum der Kommission Weltkirche gehört auch der interreligiöse
Dialog. Bei Fragen von Entwic
klung,
Frieden und Menschenrechten arbeitet sie eng mit der Deutschen Kommission
Justitia et Pax zusammen, deren Vorsitzender Bbr. Bischof Dr. Reinhard
Marx (Trier) ist. Bischof Marx ist auch stellv. Vorsitzender der
Kommission Weltkirche.
Bbr.
Bischof Marx (Bild rechts) bleibt für die nächsten fünf Jahre
auch Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für gesellschaftliche und
soziale Fragen. Die Herbst-Vollversammlung bestätigte den Trierer Bischof
in diesem Amt, das er bereits seit zwei Jahren innehat. Diese Kommission
bearbeitet wirtschafts-, sozial-, und gesellschaftspolitisch relevante
Themenfelder. Einen Schwerpunkt bilden die Funktionsbedingungen der
Sozialen Marktwirtschaft in Zeiten einer sich immer stärker vernetzenden
Welt aus der Perspektive der katholischen Soziallehre. Bischof Marx ist
auch Vorsitzender der Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa und wird die
Deutsche Bischofskonferenz zudem weiterhin in der Kommission der
Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) vertreten. Die
ComECE beobachtet und analysiert die politischen Entwicklungen in der
Europäischen Union; sie informiert innerhalb der Kirche über die
Entwicklungen der EU-Politik und –Rechtsetzung; sie fördert auf der
Grundlage der kirchlichen Soziallehre die Reflektion über die
Herausforderungen eines vereinten Europas.
aus: unitas 3/2006
Bbr. Staatssekretär Dr. Jürgen Aretz
feierte 60. Geburtstag
ERFURT.
Obwohl er seit
Jahrzehnten im UNITAS-Verband engagiert ist, ist es dennoch kaum zu
glauben, dass er in diesem Jahr schon seinen sechzigsten Geburtstag feiern
konnte: Bundesbruder Dr. Jürgen Aretz – weit über „seinen“ Verein, unser aller
Mutterkorporation UNITAS-Salia Bonn, hinaus im Verband bekannt unter
anderem durch seinen jahrelangen Einsatz für den Zentralen Hausbauverein,
für den Heinrich-Pesch-Preis des UNITAS-Verbandes, den er maßgeblich
mitinitiierte, und deutschland- und wissenschaftspolitische Kompetenz in
den zahlreichen diesbezüglichen Diskussionen der vergangenen Jahre –
kann, trotz weiterhin vorhandener jugendlicher Dynamik auf sechs erfüllte
Lebensjahrzehnte zurückblicken. Wegen seiner Verdienste um unsere UNITAS
hat der Vorstand 2004 beschlossen, ihm die Silberne UNITAS-Nadel zu
verleihen.
Am 10.2.1946 geboren in Rheydt als Sohn eines langjährigen treuen
Bundesbruders der UNITAS Silesia Aachen, absolvierte er 1965 in seiner
Geburtsstadt ein seine tiefe Bildung bis heute grundlegendes
humanistisches Abitur, um anschließend Geschichte, Germanistik,
Philosophie, Pädagogik und Politischen Wissenschaft in Bonn zu studieren
und Mitglied der UNITAS-Salia Bonn zu werden. Erwähnenswert ist seine
1967-71 ausgeübte hochschulpolitische Tätigkeit, bei der er Mitglied
verschiedener Universitätsgremien und des Studentenparlamentes und
ausgerechnet 1968/69 dessen 1. Sprecher war. Nach seinem Magister-Examen
wurde er mit einer Dissertation über „Katholische Arbeiterbewegung und
Nationalsozialismus“ mit dem Prädikat egregia promoviert. 1971 – in
hochschulpolitisch sehr bewegten Jahren - wurde er Assistent des Rektors
der Universität Bonn, 1977 arbeitete er als Wissenschaftlicher Referent
bei der Katholischen Sozialwissenschaftliche Zentralstelle
Mönchengladbach, ab 1978 bei der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, wo
er für Menschenrechtsfragen sowie Entwicklungshilfe für Lateinamerika
und das südliche Afrika zuständig war; in dieser Zeit reiste u. a. nach
Chile, Kolumbien, El Salvador, Nicaragua, Namibia, Südafrika. 1988 wurde
er Leiter der Unterabteilung Grundsatzfragen im Bundesministerium für
innerdeutsche Beziehungen und nahm an den Verhandlungen zum
Einigungsvertrag 1990 teil.
1991 wurde er in den Leitungsbereich des Bundesministeriums der
Verteidigung versetzt, 1992 Leiter des Arbeitsstabes neue Länder
(Leitungsgruppe) im Bundeskanzleramt und ab Ende 1998 für kulturelle
Angelegenheiten zuständig. 1999 als Staatssekretär in das Thüringer
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufen, war er
Beauftragter der Landesregierung für Restitutionsangelegenheiten, 2002
Vorsitzender der Amtschefskonferenz der KMK. Seit 8.7.2004 ist Bbr. Dr. Aretz Staatssekretär im
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit.
Bbr. Dr. Aretz hat eine beeindruckende Liste wissenschaftlicher
Veröffentlichungen vorgelegt. Insbesondere soll hier auf die mittlerweile
200 historische Einzelartikel umfassende Reihe „Zeitgeschichte in
Lebensbildern aus dem deutschen Katholiszismus des 19. und 20.
Jahrhunderts“ hingewiesen
werden, die von ihm gemeinsam mit Rudolf Morsey und Bbr. Anton Rauscher
herausgegeben wird – und in der auch zahlreiche andere Bundesbrüder
wissenschaftlich publiziert haben. Bbr. Aretz hat hier Einzelartikel zu Bernhard
Letterhaus (1894–1944), Otto Müller (1870–1944), Nikolaus
Groß (1898–1945), Alois Mertes (1921–1985) und Bruno
Heck (1917–1989) verfasst. Aus der Fülle seiner Veröffentlichungen
seien an dieser Stelle nur in Auswahl folgende genannt:
·Geschichtsbilder.
Weichenstellungen deutscher Geschichte nach 1945 (mit G. Buchstab und J.
Gauger), Freiburg i. Br. 2003
·Zeitgeschichte
in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20.
Jahrhunderts, zus. mit R. Morsey und A. Rauscher. (Bisher 11 Bände:
Beiträge über Herbert Czaja, Nikolaus Groß, Bruno Heck, Bernhard
Letterhaus, Paul Lücke, Alois Mertes, Otto Müller, Hermann-Joseph
Schmitt und Franz-Josef Wuermeling. Mainz 1979-1997, Münster seit 1999.)
·Die
vergessenen Opfer der DDR (mit W. Stock). Bergisch Gladbach 1997
·Nikolaus
Groß. Christ - Arbeiterführer - Widerstandskämpfer. Briefe aus dem
Gefängnis. Mainz 1993, 3. aktualisierte Auflage 1998
·Volksvertretungen.
Wahlen, Gremien, Aufgaben, Funktionen (Hg.). München 1992
·Zentralamerika
in der Krise (mit R. May). München 1985
·Katholische
Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus. Der Verband katholischer
Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands 1923-1945. Mainz 1978, 2.
Auflage 1982 (Dissertation)
aus: unitas 3/2006
Ehrendoktor
für Bbr. Marheineke
ESSEN / GREIFSWALD.
Bbr. Dr. h.c. Horst Dieter
Marheineke vom UNITAS-Zirkel Essen ist von der Universität Greifswald mit
der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet worden.
Horst Dieter Marheineke wurde 1935 in Flensburg geboren. Der gelernte
Jurist, in Kiel bei der UNITAS tom-Kyle aktiv geworden (SS 55), ging anschließend zu UNITAS Norica
Innsbruck (WS 55-56), war bei UNITAS Paulus in Freiburg (SS 56 und WS
56-57 -Senior) und zuletzt wieder ab SS 57 in Kiel aktiv (hier im WS57-58
Senior). Die berufliche Laufbahn führte den Juristen aus der
Landeshauptstadt Kiel über die Leitung der Abteilung Kiel des Olympischen
Organisationskomitees München 1972 für die Olympischen Segelwettbewerbe
zunächst zur Landesregierung Schleswig-Holstein. 1987 holte Berthold
Beitz den Ministerialrat als heutigen Generalsekretär in
den Vorstand der Essener Alfried Krupp-von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Seit dem Beginn seines
Ruhestandes 2001 engagiert sich Bundesbruder Marheineke in ehrenamtlichen
Positionen. Stadt und Universität GreifswaId ist er durch seine
Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Alfried Krupp
Kolleg Greifswald eng verbunden. Seine Ehrung im 550. Jubiläumsjahr der
Universitätsgründung in Greifswald erfolgte am Freitag, 7. Juli 2006, im
Rahmen der Akademischen Feier anlässlich der Verleihung akademischer
Grade im Greifswalder Dom St. Nikolai.
Wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Heyo K. Kroemer, in seiner Laudatio ausführte, ehrte die Greifswalder Alma Mater Horst Dieter Marheineke für seine Verdienste für die Wissenschaft, insbesondere für sein langjähriges persönliches Engagement für die Entwicklung der Medizinischen Fakultät
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, bei ihrer Gründung 1967 Erbe des letzten Firmeneigentümers Alfried Krupp und damit Eigentümer des gesamten Krupp-Konzerns, ist heute größter Aktionär von Thyssen Krupp. Die Stiftung hat unter Führung ihres Kuratoriumsvorsitzenden und geschäftsführenden Vorstandsmitglieds, Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz, allein in Greifswald - überwiegend für die Universität und das neugebaute Alfried Krupp Wissenschaftszentrum - über 30 Millionen Euro aufgewendet und damit vielfältige Vorhaben der Universität gefördert. Das Bild der Stadt wird unter anderem durch den Neubau der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie sowie das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg im historischen Stadtzentrum sichtbar geprägt.
Foto oben (Hausmann): Horst Dieter Marheineke (m.) mit Rektor Prof. Rainer Westermann (r.) und Medizindekan Prof. Heyo K. Kroemer.
aus: unitas 3/2006
Vor 40 Jahren:
Gründung der UNITAS Robert Schuman in Bochum
Festrede von Bbr. Karl Fürst zu Löwenstein
Am 29. Juni 2006 jährte sich der Geburtstag von Bbr.
Robert Schuman (1886- 4.9.1963) zum 120. Mal. Immer wieder gab und gibt es Anlass an ihn zu erinnern. Zumal Unitarier und viele andere die Hoffnung hegen, dass der ehemalige französische Ministerpräsident und „Vater Europas” einst zu den von der Katholischen Kirche Seliggesprochenen zählen möge. Schon frühere UNITAS-Generationen haben sich an seinem Beispiel orientiert: Vor 40 Jahren wurde u.a. die nach ihm benannte UNITAS-Robert Schuman in Bochum publiziert.
Im Sommer 1965 hatte die Bochumer Altherrenschaft den Entschluss gefasst, an der neuen Hochschule eine UNITAS-Korporation zu gründen. „Mit großem Eifer“, berichtet die Verbandszeitschrift damals (1), wurde gleich im Wintersemester 1965/66 ein Programm aufgestellt und durchgeführt. Die 89. Generalversammlung des UV in Trier nahm am 1. Juni 1966 den Antrag auf Aufnahme des jüngsten Sprosses des UNITAS-Verbandes einstimmig an. Die Publikation am 24.-26. Juni – „von vielen Alten Herren und Bundesbrüdern mit geheimer Skepsis erwartet“ - sollte dem neuen Geist, der in Bochum herrschte, in gebührender Weise Rechnung tragen. Unerwartet groß war die Unterstützung besonders beim UNITAS-Altherrenzirkel Münster, so der Bericht: Die Münsteraner Korporationen verlegten ihren gemeinsamen Stiftungsfestkommers ins Ruhrgebiet und erschienen mit 160 Bundesbrüdern und Alten Herren zum Gründungskommers in Bochum.
Über 300 Unitarier konnte cand. phil. Heinz Abels, Senior der UNITAS-Bochum, begrüßen. 17 unitarische Korporationen und die beiden befreundeten Korporationen des CV und KV zu Bochum hatten ihre chargierten Vertreter entsandt – „erster Beweis des Vertrauens und der Unterstützung aller Unitarier für die junge Korporation“, wie die UNITAS-Zeitung bemerkte. Bbr. Abels erinnerte an die Besonderheiten an der gerade aus dem Boden gestampften neuen Universität: „Traditionen und aus Geschichte und Erfahrung resultierende Hilfen gab es nicht. Eine aufstrebende Industriestadt mit all ihrer Dynamik und ihrem Anspruch auf zeitgemäße Formen und Inhalte wurde mit einer Institution konfrontiert, die auf eine ehrwürdige, doch manchmal auch antiquierte Geschichte zurückgreifen konnte.“ In diesem Spannungsfeld zeigten sich neue, wichtige Probleme. „Offenheit für alle Probleme, soziale Bereitschaft und die stetige Überprüfung vorgegebener Ideale in einen Einklang mit unseren unitarischen Prinzipien zu bringen, mußte gerade hier im Ruhrgebiet erste Aufforderung zur Dokumentation sein.“
Sehr offen zeigte sich die junge Ruhr-Universität für die unitarischen Aktivitäten: Rektor Prof.
Dr. Heinrich Greeven, Prorektor Prof. Dr. Johann Schwartzkopff, Kanzler Dr. Wolfgang Seel und der Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät Prof. Dr. Georg Teichtweier luden zum Gespräch ein. Denn der Gast, den die frisch gegründete Korporation als Festredner zum Kommers hatte gewinnen können, war niemand anderer als der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bundesbruder Dr. phil. Dr. jur.
Karl Fürst zu Löwenstein.
Unitarische Prinzipien:
Damals und immer aktuell
„Alte Prinzipien in neuer Zeit“, so lautete der Titel seines Vortrags zum Publikationskommers, in dem er Sinn und Inhalt der unitarischen Grundsätze umriss. Bis heute klingt aktuell, was er den versammelten Gästen ins Stammbuch schrieb:
Das wissenschaftliche Ideal des Verbands, führte er aus, könne nicht bedeuten, über noch mehr Dinge ein wenig wissen zu wollen, sondern sich zum Fachwissen einige grundlegende Bildungswerte anzueignen. Darin könne die freie studentische Gemeinschaft auch heute noch die Bildungsarbeit der Hochschule ergänzen. „Vollreife des Menschlichen als Bildungsideal sehen wir freilich erst dort verwirklicht, wo die sittliche Persönlichkeit in religiöser Überzeugung verwurzelt ist.“ Dieses Minimum gemeinsamer Grundüberzeugung sei Voraussetzung für einen fruchtbaren Dialog, dessen Themen die des geistigen Pluralismus und nicht des Verfalls seien. Diese gemeinsame Grundüberzeugung finde sinnfälligen Ausdruck in der bundesbrüderlichen amicitia, in der mehr stecke als die „Zufälligkeit persönlicher Sympathie.“ Der Geist des Vertrauens und des Verstehens sei die
Grundhaltung der unitarischen Freundschaft.
Das religiöse Prinzip übersetzte ZdK-Präsident Karl Fürst zu Löwenstein mit „Formung der sittlichen Persönlichkeit aus dem Glauben.“ Grundlegend für diesen Prozess der Erziehung müssten religiöses Wissen und Laienapostolat sein. Das durch Papst Johannes XXIII. geprägte „aggiornamento“ bedeute zeitgemäße Öffnung nach außen. Für dieses Sich-Öffnen in ökumenischem Zusammenwirken mit allen Christen seien bei aller Bescheidenheit und Demut, wie sie dieser Papst vorgelebt habe, „ein klarer Standpunkt und unzweifelhafte kirchliche Gesinnung die beste Voraussetzung.“
Lebhaftes Echo fanden seine Worte in der Presse: So schrieb u. a. die „Westdeutsche Allgemeine“ unter der Überschrift „Wieder den Dialog pflegen“ von einem „nahezu ... europäischen Programm. Bezogen ... auf die jungen Mitglieder der UNITAS, galten sie im Grunde allen jungen Menschen unserer modernen Gesellschaft. Trotz der Spezialisierung auf allen Gebieten die eigene Bildung vielseitig zu pflegen, vor allem der Sprache wieder den verdienten Platz einzuräumen (der eigenen und der anderer Völker), das Geschichtsbild zu erweitern, das Musische zu pflegen, um reifere Urteilsfähigkeit gegenüber der Gegenwart zu besitzen; sich der falschen Überbewertung des Materiellen zu enthalten; wieder den Dialog zwischen den Menschen zu erlernen, zu erproben, für die eigene, heilige Überzeugung im Umgang mit anderen einzutreten.“
Warum „UNITAS
Robert Schuman“ ?
Die Gründung der UNITAS Bochum sei eine „wohlbedachte Antwort an die Skeptiker, die meinen, Korporationen seien - zumal an einer so modern konzipierten Universität - schlechthin eine unzeitgemäße Erscheinung“, erklärte in Anschluss der Vorsitzende des Bochumer Altherrenvereins, Oberstudienrat Johannes Serwe. UNITAS Bochum wachse aus eigener Wurzel. Die junge Korporation habe in echtem Gründergeist „ein berechtigtes Verlangen“, einen Namen zu tragen, der ihrer angestrebten Wesenseigenart entsprechen solle:
„Nun gibt es aber für uns Unitarier einen uns teuren Namen, der groß genug ist, aller Verengung vorzubeugen, einen Namen, der für europäisch-christliche Tradition steht und zugleich ein Zeichen ist für wirklichkeitsorientiertes politisches Engagement. Ich meine den Namen ROBERT SCHUMAN. Robert Schuman, der unser Bundesbruder war, wäre am 29. Juni dieses Jahres achtzig Jahre alt geworden. Und so ist sein Name an die junge Korporation wie ein Anruf ergangen.“ Namensgebung sei Christen kein magisches Tun, sondern ein Akt des Geistes: „Möge die Rechtfertigung der Namensgebung sich darin zeigen, daß in der Korporation, die seinen Namen von heute ab trägt, Geist von seinem Geiste lebendig sei! Robert Schuman -, er ist der Baumeister des Europas der ersten Stunde genannt worden. Hier, wo im Herzen des deutschen Montangebietes in einem der größten Bauvorhaben Europas dem Geist der Zukunft durch die Entstehung der neuen Universität gehuldigt wird, wird der wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS-ROBERT SCHUMAN an der Ruhruniversität Bochum die mit diesem Namen gegebene Verpflichtung in gleichermaßen demütiger wie stolzer Freude auf sich nehmen.“
Anknüpfend an die Gedanken beider Vorredner verpflichtete VOP Bbr. Ewald Mertes die junge Korporation auf die Prinzipien und das Grundgesetz der unitarischen Gemeinschaft. Zahlreiche schriftliche Glückwünsche kamen: So etwa von Dr. Franz Hengsbach, Bischof von Essen, Generalvikar Krautscheid, Bbr. Heinrich Tenhumberg, Weihbischof von Münster, vom Straßburger Bürgermeister und ehemaligen Ministerpräsidenten Pierre Pflimlin, vom Rektor und Kanzler der Universität Bochum, von Bundesminister und Bundesbruder Dr. Heinrich Krone, vom Oberbürgermeister der Stadt Bochum, aus der evangelischen und katholischen Studentengemeinde. Persönlich gratulierten die Vertreter des Männerringes Neudeutschland, der CV und der KV. Gesellschaftlicher Höhepunkt der Publikation war ein großer Ball am Samstag, das Stiftungsfest klang aus mit dem Festgottesdienst am Sonntagmorgen in der Bochumer Propsteikirche.
Epilog
Bleibt aus heutiger Sicht festzustellen, dass sich die junge Korporation mit dem klingenden Namen trotz großer Vorsätze nach einigen Semestern leider wieder auflöste. Die Bedingungen des Umfelds waren wohl doch nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. Zumal mit den kurz darauf beginnenden 68er-Jahren ein anderer Geist durch die „Ordinarien- und Spectabilitäten-Universitäten“ fegte.
Doch lässt sich vier Jahrzehnte später andererseits sicher auch feststellen: Eine wirklich gute Idee ist nicht wirklich totzukriegen. Anfang der 90er-Jahre gehörte der Bochumer UNITAS-Zirkel unter damaliger Leitung von Bbr. Dr. Benno Eichholz zu den ersten, die die Wiederbegründung einer UNITAS an den Ruhr-Unis tatkräftig mit unterstützt haben. UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund setzt neben der Tradition der UNITAS St. Luidger in Essen auch die der nach unserem Bundesbruder Robert Schuman benannten ehemaligen Bochumer Korporation fort.
Christof Beckmann
(1): Hier und im Folgenden: „UNITAS-Robert Schuman in Bochum publiziert. Bbr. Karl Fürst zu Löwenstein hielt die Festrede”, aus: UNITAS, 106.Jg., 8/1966, August, 157-159.
Bild auf dieser Seite: Time Magazine, 1. März 1948
aus: unitas 3/2006
Bundesbruder Karl
Arnold
Schuhmacher, Gewerkschafter, Ministerpräsident
Vor 60 Jahren wurde er zum Oberbürgermeister von Düsseldorf und zum stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten ernannt, vor 50 Jahren schied der erste Bundesratspräsident der jungen Bundesrepublik als NRW-Ministerpräsident aus dem Amt: Bundesbruder
Dr. Karl Arnold, der sich zeitlebens als „christlichen Sozialisten“ bezeichnete.
Arnold, 1901 im württembergischen Herrlishöfen bei Biberach an der Riß geboren, hatte eine Ausbildung als Schuhmacher-Geselle absolviert und studierte 1920/21 an der Sozialen Hochschule Leohaus in München. Seit 1920 Mitglied der Zentrums-Partei, arbeitete er hauptamtlich als Funktionär der christlichen Gewerkschaften, 1924 als Sekretär des Bezirks Düsseldorf des Christlichen Gewerkschaftsbundes. 1925-1933 war er Mitglied der Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung und dort stellvertretender Vorsitzender der Zentrumsfraktion. Nach Heirat 1928 – sein 1933 geborener Sohn Gottfried gehörte 1961-1983 wie schon zuvor sein Vater dem Deutschen Bundestag an – wurde Arnold Miteigentümer eines Installationsgeschäfts in Düsseldorf. Während des Dritten Reichs beobachtet undverfolgt von der Gestapo, wurde er im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 inhaftiert.
Mitbegründer der CDU
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Arnold seine politischen Aktivitäten wieder auf. Er gründete 1945 die Düsseldorfer Christlich-Demokratische Partei, die später Teil der CDU wurde. Mit Jakob Kaiser gehörte er zu der Gruppe ehemaliger christlicher
Gewerkschaftsführer, die sich innerhalb der CDU für die Vergesellschaftung von Schlüsselindustrien einsetzten. 1945 beteiligte sich Arnold mit Hans Böckler an der Gründung der Einheitsgewerkschaften, des heutigen DGB, im Rheinland und saß dem Bezirk Düsseldorf vor. Am 29. Januar 1946 wurde Arnold zum Oberbürgermeister von Düsseldorf ernannt und am 26. Oktober 1946 in den ersten freien Kommunalwahlen im Amt bestätigt. Im Dezember 1946 zum stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten im Kabinett Amelunxen ernannt, war Arnold seit 1947 bis 1956 Ministerpräsident verschiedener Koalitionen aus CDU, Zentrumspartei, SPD (bis 1950), FDP (seit 1954) und KPD (bis 1948).
Arnold, der von der amerikanischen Besatzungsmacht die Tageszeitungslizenz für die bis heute christlich orientierte „Rheinische Post“ erhalten hatte, war von 1946 bis zu seinem Tod Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, 1947-1949 auch Mitglied des Länderrates der Bizone. Im März 1948 legte er unter dem Titel „Manifest an die deutsche Einheit“ Vorschläge zur Wiedervereinigung der vier Besatzungszonen vor. Am 7. September 1949 wurde er (bis zum 6. September 1950) der erste Bundesratspräsident und damit bis zur Wahl von Theodor Heuss am 12. September 1949 amtierendes Staatsoberhaupt. Nach der ersten Bundestagswahl gehörte Arnold in der CDU zu den Befürwortern einer Großen Koalition, konnte sich
aber mit diesen Vorstellungen nicht gegen Konrad Adenauer durchsetzen. Zweimal wurde er als Ministerpräsident wiedergewählt. Wichtige politische Handlungen in diesem Amt waren sein Beitrag zur Gründung einer landeseigenen Rundfunkanstalt, zur Montanmitbestimmung und die Etablierung eines Landesjugendplans. Am 20. Februar 1956 wurde Arnold - 1956 bis zu seinem Tode stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender - durch ein konstruktives Misstrauensvotum von SPD und FDP gestürzt.
Im selben Jahr hatte ihn die nach UNITAS Assindia (1912) und UNITAS Silesia (1952) als dritte in Aachen entstandene UV-Korporation, die nach einem ehemaligen Prämonstratenserkloster in der Eifel benannte UNITAS Reichenstein (1954), an ihrem Stiftungsfest als Ehrenphilister aufgenommen. Die Technische Hochschule in Aachen verlieh ihm die Würde eines Dr. ing.
ehrenhalber.
Tod im NRW-Wahlkampf
1958
1957 wurde Arnold mit einem Ergebnis von 72,6 % im Wahlkreis Geilenkirchen-Erkelenz-Jülich in den Bundestag gewählt und wurde dort stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. 1958 - kurz zuvor hatte er als Nachfolger von Jakob Kaiser den Vorsitzend der CDU-Sozialausschüsse übernommen, starb Karl Arnold am 29. Juni eine Woche vor der Wahl im Alter von erst 57 Jahren an Herzversagen während des Landtagswahlkampfes, in dem er Spitzenkandidat seiner Partei war. Er wurde auf dem Südfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.
Nach Bbr. Karl Arnold ist die Karl-Arnold-Stiftung, die der CDU nah stehende politische Bildungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen, benannt. Auch die Karl-Arnold-Schule Biberach, eine gewerbliche Schule im Kreisberufsschulzentrum Biberach an der Riß trägt seinen Namen. Aus Anlass seines 100. Geburtstages veröffentlichte die Deutsche Post AG 2001 eine von der Künstlerin Ursula Maria Kahrl entworfene Briefmarke mit seinem Bild.
C. Beckmann
Bild oben: Bbr. Karl Arnold (CDU) nach seiner Wiederwahl
zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf,
27. Juni 1950
aus: unitas 3/2006
Neues aus Caracas: In Venezuela geht es weiter
Verbandsvertreter sprachen mit den Salesianern Don Boscos
Längere Zeit hatten wir im Verband nichts mehr aus der südamerikanischen UNITAS-Dependance gehört: Die politischen Verhältnisse in Venzuela, der Streit zwischen Regierung Chavez und Kirche, in den sich sogar Papst Benedikt XVI. zuletzt persönlich eingeschaltet hatte, schien an unserer UNITAS Don Bosco Caracas nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf: Am 18. Mai 2006 trafen sich die Verbandsspitze, die Bbr. Dieter Krüll und Heinrich
Sudmann (im Bild rechts), die Redaktion der Zeitschrift und Rainer Wilhelm vom Hilfswerk Adveniat mit hohen Vertretern des Salesianerordens in Bonn.
Der Termin in der Salesianischen Missionsprokur informierte über den aktuellen Stand unseres Sozialen Projekts und die Situation in den von Bandenkriegen geschüttelten Barrios der Hauptstadt. Aktuelle, in mehreren kürzlichen Reisen gemachte Beobachtungen von ADVENIAT vor Ort ergänzten sich mit den Ausführungen des neuen Stellvertreten
den Provinzials P. Raul Biord und seines Finanzchefs, die eigens nach Deutschland gekommen waren, um die UNITAS über ihr Projekt "Centro de Formación Juvenil y Popular"
in Maracuay auf den neuesten Stand zu bringen.
Danach hatten sich die Bauarbeiten zunächst hervorragend angelassen und sogar die ersten Veranstaltungen im Gebäude stattgefunden, bis sich bauliche Probleme herausstellten. Dazu kamen ein Wechsel in der Ordensleitung, Um- und Neuplanungen der Nachfolger. Kurz und bündig: Jetzt wird das inzwischen auf 18 Meter tiefe Pylone gegründete und von der UNITAS unterstützte „Zentrum für Jugendpastoral“ sogar noch größer und attraktiver als ursprünglich entworfen. Das in Essen ansässige Hilfswerk ADVENIAT, UNITAS-Partner für das Unternehmen, hatte in klugem Projektmanagement noch nicht alle 300.000 Euro ausgezahlt, die damals in einzigartiger Weise im UNITAS-Verband zusammengekommen waren. Alle Spenden kommen somit dem zugute, was jetzt schon steht oder zusätzlich auf den Plänen existiert, die die Patres in Bonn ausrollten. So wird u.a. ein Sportareal mit Trainings- und Spielstätten entstehen, dazu ein großes weiteres Gebäude, das einen großen Mehrzwecksaal und Büros umfasst.


Die Bilder: Ansicht des bereits errichteten Hauptgebäudes, das die UNITAS finanziert hat; unten: Feierliche Aufnahme der UNITAS DON BOSCO in Caracas/Venezuelain den UNITAS-Verband bei der Generalversammlung in Berlin.
Gute News also aus Caracas: Die Ordensvertreter wagen einen weiteren Kraftakt und machten einen sehr energischen Eindruck. Unter großen Opfern hat sich die Ordensgemeinschaft jetzt ganz auf das UNITAS-Projekt konzentriert. Überwachung und argwöhnische Beobachtung durch den Staat inbegriffen – die Kehrseite der Medaille.
Bewährungsprobe für den Orden
So berichteten die Patres von außergewöhnlichen Ereignissen, die sich der in sicheren Verhältnissen lebende Mitteleuropäer kaum vorstellt. In einer Nacht- und Nebelaktion haben etwa vor kurzem Seminaristen das Gebäude bezogen. Hintergrund: Der populistische Regierungschef Hugo Chavez hatte dazu allgemein aufgefordert, nicht zu Wohnungszwecken genutzte Häuser zu besetzen. Es hätte zweifellos das Ende für das Projekt bedeutet. Der umstrittene Staatschef regiert mit Zuckerbrot und Peitsche, versucht, dem Vorbild seines Nachbarn Fidel Castro nachzueifern, mischt sich sogar in die jüngsten Wahlen der Nachbarländer und wähnt sch offensichtlich als legitimer Nachfolger des großen Staatengründers Simon Bolivar. Während eine Partei längst nur noch von einer Minderheit getragen wird – die Salesianer berichten von Wahlen, an denen nur noch knapp 25 Prozent teilnehmen - bricht das Land zunehmend unter den Auswirkungen von monatelangen Streiks zusammen. Willkür macht sich breit, überall entstehen Parallelstrukturen, die das staatliche Gewaltmonopol aushebeln. Eine außergewöhnliche Situation, in der sich der Orden und sein salesianisches Zentrum bewähren muss.
Oase für Kinder in einem mörderischen Alltag
„Pro Woche gibt es zehn Morde in der Nachbarschaft. Am Wochenende natürlich mehr“, berichtete der stellvertretende Provinzial P. Raul Biord von der „Casa Provincial Salesiana“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Die umliegenden Stadtviertel, die so genannten „Barrios“, werden von kriminellen, bis an die Zähne bewaffneten Banden kontrolliert. Niemand weiß, wie viele Menschen dort auf engstem Raum wohnen – niemand traut sich die besetzten Gassen. Nur die Salesianer und ihre Mitarbeiter haben Zutritt, holen die Kinder von der Straße, laden sie zum Fußball und anderen Gruppenaktivitäten ins bereits bestehende Zentrum ein, das tatsächlich wie ein neutrales Gelände zwischen allen Stadtteilen liegt. „Hier schweigen die Waffen“, freut sich Pater Raul. „Hier wird gelacht und gespielt.“
Neuer Anlauf für die UNITAS
Mit dem ausgeschiedenen Provinzial sei offensichtlich leider auch die unitarische Präsenz vor Ort ins Hintertreffen geraten. Das wolle man nun ändern, so der Vicario Provincial: Die vom Orden betriebene Fakultät mit rund 800 Studenten, von Theologen bis zu Betriebswirten, seien der ideale Hintergrund, die Dinge wieder in Gang zu bringen. Die Runde vereinbarte engeren und direkten Kontakt: Christian López Casanava, am Bonner Treffen beteiligter studentischer Mitarbeiter in der Salesianischen Missionsprokur, gebürtiger Spanier und Bundesbruder von UNITAS Salia, wird sich um die Dinge direkt kümmern können.
Wer gerne unmittelbare Eindrücke vor Ort sammeln möchte, ist herzlich eingeladen. Studentische Engagements in Venezuela sind herzlich willkommen, so die Patres. Und der Kontakt soll keine Einbahnstraße sein. Dies betonte nachdrücklich Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll zum Abschluss des Treffens, bei dem die vorgelegten Pläne einstimmig und mit Handschlag für gut geheißen wurden. Studenten aus Venezuela seien bei der UNITAS in Deutschland
jederzeit herzlich willkommen und könnten gerne auf den Häusern wohnen, so Bbr. Krüll und der AHB-Vorsitzende Heinrich Sudmann. Die neu eingerichtete UNITAS-Stiftung eröffne auch hier neue Möglichkeiten und Perspektiven.
Zweifellos bleibt das Projekt eine bleibende Herausforderung für die unitarische Gemeinschaft: Nicht, weil weitere Finanzhilfen gefragt sind, sondern weil es um den Blick auf die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in einem anderen Teil der Welt geht. Sie sind denkbar schlecht, wie uns der Alt-VOP und Initiator Bbr. Stephan Demuth bereits vor Jahren aus Caracas schrieb. Und es lässt sich etwas daran ändern - auch mit unserer Hilfe. Reiner Wilhelm, Länderreferent von ADVENIAT für die Karibik, Ecuador und Venezuela, bleibt am Ball. Wir werden weiter berichten.
Christof Beckmann
aus: unitas 3/2006
Impressionen
von den Salzburger Hochschulwochen:
UNITAS
stellte stärkste Abordnung
Von Bbr. Sebastian Sasse, UNITAS Ruhrania
Festspiele,
Geburtsort Mozarts, Stadt mit viel Geschichte: Salzburg ist immer eine
Reise wert. Für Studenten lohnt sich der Besuch in der österreichischen
Universitätsstadt aber vor allem jedes Jahr im August. Dann findet nämlich
schon seit 75 Jahren eine ganz besondere Sommeruniversität statt: Die
Salzburger Hochschulwoche.
Hochkarätig ist die Liste der Referenten, die hier schon auftraten: Karl Rahner, Bbr. Romano Guardini oder aber auch der Theologieprofessor Joseph Ratzinger. In diesem Jahr lautete das Rahmenthema „Gott im Kommen“. Ein Motto, das nicht nur für den Theologen von Interesse ist. Denn die Salzburger Hochschulwochen richten sich an Teilnehmer aus allen Fakultäten. Die Organisatoren haben keine Berührungsängste. Das merkte man den Vorträgen an. Wurde hier doch bewiesen: Eine Vorlesung kann gehaltvoll und trotzdem spannend sein. So gehörten zu den Referenten nicht nur Fachwissenschaftler, sondern auch Medienpraktiker wie der ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen. Immer wieder schafften es die Referenten, Bezugspunkte zu aktuellen Debatten herzustellen.
Dabei
wurde vor allem eines deutlich: Wer sich Gedanken über die Zukunft
unserer Gesellschaft machen will, kommt an der Religion nicht vorbei. In
fast allen öffentlichen Bereichen, nicht zuletzt in den Medien, ist eine
Renaissance des Religiösen zu spüren. Es gehört zu den besonderen
Leistungen der Hochschulwochen, diesen Trend in Bezug zu dem Rahmenthema
gesetzt zu haben: Denn, so die Grundfrage, begegnen wir überall da, wo
wir im öffentlichen Diskurs auf das Schlagwort „Religion“ stoßen,
auch wirklich Gott?
Auch die RUHRANIA war präsent
Endgültige
Antworten gab es nicht, dafür viele Anregungen und interessante Gedanken.
So waren die wirklichen Höhepunkte der sieben Tage auch nicht die
Vorlesungen und Referate, es waren die Gespräche. Beim Mittagessen,
abends in der Kneipe. Oder aber auch beim Treffen der Korporationen, das
im Stieglbräu, direkt in der Salzburger Altstadt stattfand. Die österreichischen
Farbenbrüder vom ÖCV staunten nicht schlecht, als plötzlich die
Farbenstrophe des UNITAS-Verbandes erklang. Kein Wunder, waren wir
Unitarier doch gut bei Stimme, schließlich stellten wir die größte
Abordnung eines deutschen Studentenverbandes.
Sowohl der neue Vorort UNITAS Frankonia Eichstätt unter VOP
Christoph Schmidt als auch eine Delegation von UNITAS Clara-Schumann unter
Alt-VOP Elisabeth Fels hatten den Weg nach Salzburg gefunden (Bild
rechts). Die Gruppe komplettierte Sebastian Sasse von der UNITAS
Ruhrania. Sofort luden uns die österreichischen Farbenbrüder an ihre
Tische ein. Ein stimmungsvoller Abend, bei dem auch das studentische
Liedgut gepflegt wurde, nahm seinen Anfang. Doch selbstverständlich kam
vor der Geselligkeit auch noch die „scientia“ zu ihrem Einsatz: In
einem frei vorgetragen Referat macht sich Fbr. Alt-Abt Odilo Lechner
gehaltvolle Gedanken über die Aufgaben des Korporationswesens. Vor allem
ihre Prinzipien und die Tradition ihrer Korporationen, so Lechner,
bildeten für katholische Verbindungsstudenten eine feste Basis, von der
aus man getrost die Aufgaben der Zukunft in Angriff nehmen könne.
Umso
bedauerlicher war, dass so wenige Farbenbrüder der Einladung der AGV nach
Salzburg gefolgt waren. Hatte sich doch das Direktorium der
Hochschulwochen beträchtliche Mühe gegeben, die Sommeruni gerade für
junge Studenten attraktiv zu machen. So wurde zum ersten Mal ein
wissenschaftlicher Nachwuchspreis vergeben. Drei Nachwuchswissenschaftler
hielten zu dem Rahmenthema einen je halbstündigen Vortrag. Danach stimmte
das Publikum ab. Eine gute Übung für später und außerdem gab es auch
einen Geldpreis.
In
einem Gespräch mit den studentischen Teilnehmern versicherte der Obmann
der Hochschulwochen, Professor Dr. Gregor Maria Hoff, dass im nächsten
Jahre die Angebote noch mehr auf die studentischen Bedürfnisse
zugeschnitten sind. Außerdem sei er offen für alle Anregungen. „Wir
machen das alles für Sie“, lautete Hoffs Hauptbotschaft. In diesem
Sinne kann es also nächstes Jahr nur heißen: Auf nach Salzburg!
Elterngeld
darf Studierende mit Kindern nicht benachteiligen
Eine
längere Bezugsdauer für das Mindestelterngeld fordern die Katholischen
Hochschulgemeinden. In Deutschland leben zur Zeit rund 120.000 studierende
Eltern mit Kindern (gut 6 % der Studierenden). Für die meisten von ihnen
bedeute das von der Bundesregierung geplante Elterngeld eine massive
Schlechterstellung gegenüber dem bisherigen Erziehungsgeld. Die
Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) fordert deshalb,
die Bezugsdauer des Mindestelterngeldes auf wenigstens 24 Monate zu erhöhen
und so bald wie möglich ein Kinderbetreuungsgeld bis zum 36. Lebensmonat
einzuführen.
Bisher
erhalten Studierende mit Kindern erhalten bis zu zwei Jahre Erziehungsgeld
in Höhe von 300 € im Monat. Nach dem Gesetzesentwurf zur Einführung
des Elterngeldes soll ihnen nun höchstens für 14 Monate ein
Mindestelterngeld von 300 € pro Monat zur Verfügung gestellt werden.
Das bedeute in den ersten beiden Jahren der Kinderbetreuung einen
Einnahmenausfall von mindestens 3.000 €. Ledige Studierende verfügen
durchschnittlich über rund 960 € im Monat, bei Verheirateten sind es
1.270 € (17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks). Ein
Einnahmenausfall von 300 € monatlich wirke sich da dramatisch aus.
Bereits die Senkung der Bezugsdauer des Kindergeldes vom 27. auf das 25.
Lebensjahr bedeute für einen Teil dieser Studierendengruppe einen
schmerzhaften Verlust an Einkommen, so die Hochschulgemeinden.
Insbesondere für Paare, bei denen beide Partner studieren, und für
alleinerziehende Studentinnen und Studenten stelle die Einführung des
Elterngeldes in der bisher geplanten Form eine echte Bedrohung dar.
Staatliche Transferleistungen seien für sie ein wichtiger Bestandteil der
monatlichen Einnahmen. Entfallen diese Transferleistungen, so drohe in
vielen Fällen der Abbruch des Studiums, der Eintritt in das Erwerbsleben
werde nach einem solchen Schritt deutlich erschwert, das Ziel der
materiellen Selbstständigkeit grundlegend verfehlt.
Die
rund 130 Katholischen Hochschulgemeinden, die in der Arbeitsgemeinschaft
Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) zusammengeschlossen sind, beraten
und begleiten Studierende mit Kindern und stellen oft besonderen Wohnraum
zur Verfügung; einige Hochschulgemeinden unterhalten auch Kindertagesstätten.
Kontakt: Dr. Lukas Rölli, c/o Forum Hochschule und Kirche e.V., Rheinweg
34, 53113 Bonn, Tel. (0228) 9 23 67-0, E-Mail: roelli@fhok.de,
mehr: www.fhok.de/akh
Bochumer
Uni-Ruderer erfolgreich
BOCHUM. Bei der Ruder-Weltmeisterschaft im englischen Eton waren die fünf Sportler der Ruhruniversität Bochum am 27. August 2006 besonders erfolgreich. Medizinstudent Jochen Urban erreichte im Zweier ohne Steuermann im Endlauf den fünften Platz. Zwei seiner Kommilitonen aus anderen Fakultäten saßen im erfolgreichen Deutschlandachter, der Gold gewann. Ein weiterer gewann im Vierer mit Steuermann ebenfalls die Goldmedaille, der fünfte errang im Vierer ohne Steuermann die Silbermedaille.
Nach Angaben der RUB trainieren die Ruderer alle am
Olympiastützpunkt Westfalen. Die Ruderer profitierten von der flexiblen
Terminplanung und der Beratung durch ausgewiesene Ansprechpartner an der
Ruhr-Universität. Die Ruhr-Uni sei Partnerhochschule des Spitzensports:
Die entsprechende Kooperationsvereinbarung hätten der Olympiastützpunkt
Westfalen, der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband, das Deutsche
Studentenwerk und die Ruhr-Uni unterzeichnet. Ziel sei es, studierenden
Spitzensportlern sowohl eine sportliche Karriere als auch eine akademische
Ausbildung zu ermöglichen.
aus: unitas 3/2006
Geheimnisvolle
Botschaft auf dem Ruhranen-Haus
ESSEN.
Überraschte
Besucher auf der UNITAS-Baustelle im Ruhrgebiet fanden am Abend des 10.
August einen weißen Styroporblock im Inneren des Hausflurs. Mit einer
Schraube aufgepinnt hing dort ein Zettel mit einer Botschaft: „Die
UNITAS-Salia war hier und hat das Erdgeschoss besenrein der Ruhrania übergeben.
Der Container ist leider nicht voll geworden. Es waren zwei lustige Tage
und wir bedanken uns für Eure Gastfreundschaft. – in unitate ....“
Zwei Bundesbrüder der UNITAS-Salia, Senior
Christian Lopez Casanava und Stefan Kurzmann, waren per Bahn mit
Schlafsack und Luftmatratze zum Arbeitseinsatz im „Feldschlösschen“
angerückt und hatten tatkräftig in die Hände gespuckt. Hilfe aus dem
Verband – sie war herzlich willkommen, als die Aktiven an die Entkernung
des ehemaligen Hotels im Essener Westen gingen. Und für diese Unterstützung
wollen sich die Ruhranen noch einmal öffentlich bedanken. Denn nach dem
monatelangen schweißtreibenden Einsatz zeigt sich das UNITAS-Haus
inzwischen in völlig neuen Dimensionen: Weit über vier Meter hohe
Decken, ein luftiges Treppenhaus, entfernte Zwischenwände und freigelegte
Balkenkonstruktionen lassen heute erahnen, was sich der Architekt einst
bei seiner Planung gedacht hat.
Mehr
als 100 Kubikmeter Wände, Fußböden, Einbauten und Decken wurden von der
Aktivitas im Zuge der Totalsanierung entfernt und aus dem Haus geschafft.
Mittlerweile kann in dem Gemäuer ein Stück Bauarchäologie betrieben
werden: Blutrote Ledertapeten an den Decken tauchten auf und Lampen aus
dem Wirtschaftswunder-Deutschland, sämtliche Wände waren einst farbig
bemalt und mit Rollbordüren verziert. Original aufgefundene Fliesen
sollen wieder in den Originalzustand zurückversetzt werden. Jüngster
Fund: Ein Zeitungsfetzen aus dem Baujahr 1900/01, der einen Blick in die
schwerindustrielle Kaiserzeit im Revier werfen lässt.
Mit der in Eigenregie begonnenen Totalsanierung
ging für alle Beteiligten ein sportives Sommersemester zu Ende. Den
Abschluss des letzten eigenen Arbeitstags feierten die akademischen
Bauarbeiter nicht nur mit einer Riesenladung Currywurst, Pommes, kühlem
Dampfbier und in bester Stimmung. Sie mischten auch beim Pfarrfest in
der Gemeinde St. Dionysius aktiv mit und trafen sich zu einer
Ferienkneipe, bei der auch mit Michael Heliosch ein neuer Bundesbruder
rezipiert werden konnte (s.Bild)
Während im Studentenhaus an der Flurstraße die Profis das Kommando übernehmen,
zeichnen sich bei der Revier-UNITAS für das Wintersemester trotz der
Einschränkungen durch die Baumaßnahmen bereits einige Highlights ab. Es
steht unter dem Titel „Umbruch, Aufbruch, Neubeginn“. Erste Höhepunkte
waren Mitte Oktober ein Erstsemestertreffen an der Theologischen Fakultät
in Bochum und eine gemeinsam mit dem Berufsberatungszentrum durchgeführte
Veranstaltungen zu Berufsmöglichkeiten für Theologiestudenten. Für
Vorträge konnte die Ruhrania auch in diesem Semester u.a. wieder den
Thomas von Aquin-Spezialisten Prof. Dr. Georg Scherer gewinnen, auch der
traditionelle Barbara-Ball mit dem CV-Zirkel „Kohle“ steht im Winter
an. Das neue Programm ist „online“ und die Ruhranen laden
herzlich zu ihren Veranstaltungen ein.
Aktuelle Mitteilungen und
Berichte werden laufend im Internet veröffentlicht unter: www.UNITAS-ruhrania.org.
Essener Katholiken trauern um Hanns Sobek
Alt-Bürgermeister und Ehrenmitglied
ESSEN. Die Katholiken der Stadt Essen trauern um Alt-Bürgermeister
Bbr. Hanns Sobek. Er war bei UNITAS Liudger in Essen als Ehrenmitglied aufgenommen worden, von 1984 bis 1994 1. Bürgermeister und damit direkter Vertreter des Essener Oberbürgermeisters.
Zeitlebens hatte sich der im Alter von 78 Jahren verstorbene CDU-Politiker in der katholischen Kirche engagiert. Er war von 1995 bis 1998 Vorsitzender des Stadtkatholikenausschusses und bekleidete damit das höchste Wahlamt für katholische Laien in der Stadt. „Er war ein Überzeugter, der überzeugen konnte“, würdigte Weihbischof Franz Grave den verstorbenen Essener Altbürgermeister. Mit dem Verstorbenen verliere das Ruhrbistum einen Mann der ersten Stunde, der mit großem Engagement und Tatkraft das 1958 gegründete Bistum Essen mit aufgebaut habe. Essen verliere einen engagierten, überzeugten Christen und Politiker, übermittelte Stadtdechant Otmar Vieth seine Anteilnahme.
Von Jugend an hatte Bbr. Sobek in der Essener Kirche Verantwortung übernommen. So war er ab 1952 Dekanatsjugendführer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Werden, ab 1954 Stadtjugendführer und schließlich ab 1958 der erste Diözesanvorsitzende. Auch im Pfarrgemeinderat von St. Theresia Rellinghausen war er lange tätig. 1959 gehörte Sobek zu den Mitbegründern der Essener Pax-Christi-Gruppe, deren Vorsitz er bis 1962 inne hatte. Seine Vertrautheit mit kirchlichen wie städtischen Strukturen ermöglichte es ihm, prägend am Jubiläumsjahr „1150 Jahre Stift und Stadt Essen“ 2002 mitzuarbeiten. In November desselben Jahres wurde ihm der Gregoriusorden verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen des Papstes für katholische Laien. Begründung: „Hanns Sobeks katholische Überzeugung und seine Beheimatung in der katholischen Kirche haben sein Wirken als Kommunalpolitiker bestimmt.“
„Wir wussten von seiner schweren Krankheit, hatten aber gehofft, er hätte sie überwunden. Wir alle trauern um einen guten Freund, einen Sympathieträger in unserer Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger in seiner Würdigung Bbr. Sobeks, der 1961 – 1994 dem Rat der Stadt Essen angehörte. Sein Amt als 1. Bürgermeister der Stadt habe Sobek stets mit viel Humor und Gespür für die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ausgeübt. Besonders engagiert hatte sich Hanns Sobek in der Sportpolitik. Als Sportsmann, Experte und Vorsitzender des Sportausschusses galt für ihn das Motto des „Fairplay“, das sich auch in seinem Wirken niederschlug und ihm große Anerkennung eingebracht habe.
In der Christlich Demokratischen Union aktiv seit 1952, übte Hanns Sobek in den mehr als 50 Jahren seiner Mitgliedschaft vielfältige Ämter aus. So war er Mitglied des Kreisvorstandes und 1981 bis 1991 stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. 1984 bis 1989 war er Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU in Essen. „Die CDU verliert mit ihm einen engagierten und bodenständigen Politiker, der sich weit über die politischen Grenzen hinweg höchstes Ansehen erworben hat“, würdige Franz-Josef
Britz, Vorsitzender der CDU Essen und der CDU Ratsfraktion, unser verstorbenes Ehrenmitglied.
CB
Region West: Fußballturnier geplant
BONN/REGION WEST. Kaum ist die WM 2006 im eigenen Land vorbei, geht die Kickerei weiter. „Damit das kommende Semester weiterhin sportlich bleibt, wollen der AKV-West, Patrick Hollands, und Christian López Casanava, Senior der UNITAS-Salia des Wintersemesters 06/07, in der Region West ein Fußballturnier veranstalten. Aufgerufen zum Match sind alle aktiven West-Vereine, UNITAS-Salia und Patrick Hollands wollen sich um die Organisation kümmern. „Wir bräuchten nur ein Feedback, ob Interesse diesbezüglich besteht“, so die Organisatoren. „So eine Veranstaltung hätte viele Vorteile: Wir können u. a. neuen Füxen und Hausgästen zeigen, dass der UNITAS-Verband eine große Familie ist und die Amicitia nicht nur ein lateinischer Begriff ist, sondern aktiv gelebt wird.“
Nach dem vorläufigen Plan besteht eine Mannschaft aus fünf Spielern. Die Startgebühr beträgt ca. zehn Euro pro Mannschaft, abhängig von der Anzahl der Mannschaften. Ein Verein kann auch mehrere Mannschaften stellen (Füxe/Burschen/evtl. AHAH).
Die Veranstalter wollen das Turnier schon am Anfang des Semesters austragen. Der Termin wäre somit Ende Oktober (28.10) an einem Wochenende. Da alles wie z. B. Fußballplatz etc. organisiert werden muss, wäre eine schnelle Antwort von Vorteil, damit alle West-Vereine den Programmpunkt ins Semesterprogramm mit aufnehmen könnten.
Kontakt: Christian López Casanava, Senior UNITAS-Salia, E-Mail: christian.lopez@gmx.de; Patrick Hollands, AKV-West, E-Mail: fauli-hollands@gmx.de.
Goldenes Priesterjubiläum:
Bbr. Pfarrer Eberhard Stute
NIEDERWENIGERN. In der Gemeinde St. Mauritius in Niederwenigern konnte Bbr. Pfarrer Eberhard Stute am Sonntag, dem 25. Juni 2006, sein goldenes Priesterjubiläum und seinen 75. Geburtstag feiern.
Von 1973 bis 2001 war Eberhard Stute Pfarrer in St. Mauritius, der Heimatgemeinde des im Dritten Reich ermordeten Nikolaus Groß. Eberhard Stute hat während seiner Amtszeit unermüdlich Daten und Fakten über den Märtyrer des Gewissens gesammelt, eine Lebensaufgabe, die gekrönt wurde mit der Seligsprechung von Nikolaus Groß am 7. Oktober 2001 auf dem Petersplatz in Rom durch Papst Johannes Paul II. Bischof Dr. Hubert Luthe würdigte in der Festpredigt die Tätigkeit von Eberhard Stute. Nach dem feierlichen Hochamt gratulierten auch Bundesbrüder des AH-Zirkels Niederberg dem Jubilar und dankten ihm für die Ausrichtung zahlreicher Vereinsfeste mit Morgensitzungen.
Kurt Lembeck
Verdienstkreuz für Bbr. Konrad Weber
DORTMUND. Das Verdienstkreuz am Bande hat Bundespräsident Horst Köhler unserem Bbr. Konrad Weber verliehen. Der Dortmunder Bürgermeister Adolf Miksch überreichte die Auszeichnung während einer Feierstunde.
Konrad Weber hat Geschichte, katholische Theologie, Pädagogik, öffentliches Recht und Musikgeschichte studiert. Er ist seit 1961 Mitglied der CDU und seitdem in verschiedenen Gremien des politischen und sozialen Bereichs tätig. Als Vorsitzender der CDU-Fraktion von Dortmund-Brackel von 1979 bis 1999 zog er zahlreiche politische Fäden. Für diese Tätigkeit wurde er 1995 mit der Ehrennadel der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Durch gute Sachkenntnis und Geradlinigkeit in der Aussage erwarb er sich Respekt und Ansehen sowohl in der eigenen Fraktion als auch beim politischen Gegner.
1999 wurde Bbr. Weber in den Rat der Stadt Dortmund gewählt, dem er bis zu den Kommunalwahlen im Herbst 2004 angehörte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Konrektor ist er seit 1975 als ehrenamtlicher Organist in der Kommende, dem Sozialinstitut der Erzdiözese Paderborn, tätig. Wir wünschen unserem Bundesbruder für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und vor allem eine stabile Gesundheit.
Gerd Stolte, Vors. AHZ-Dortmund
Bbr. Alfred Bertelsmeier feierte 80. Geburtstag
DORTMUND. Bbr. Alfred Bertelsmeier, stv. Schulleiter a. D., wurde am 25. Mai 1926 in Dortmund geboren. Sein Vater und seine Mutter waren ebenfalls gebürtige Dortmunder. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise in den zwanziger Jahren ermöglichten die Eltern Alfred sowie seinen beiden Geschwistern den Besuch des Gymnasiums. Anfang des 2. Weltkriegs erhielt Bbr. Bertelsmeier das sog. „Notabitur“ und wurde zur Heimatflak eingezogen.
Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, Ende 1945 wurde er entlassen. Der Stadtkern lag in Schutt und Asche. Jetzt hieß es, sich am Wiederaufbau der Heimat zu beteiligen – eine Voraussetzung, um eine Lebensmittelkarte zu erhalten. Bbr. Bertelsmeier ging noch einmal zum Gymnasium, um die fehlende Abiturprüfung nachzuholen, und absolvierte das Praktikum für die Zulassung zum Studium. An der Universität Münster belegte er Ende 1947 aufgrund seiner Neigungen die Fächer Mathematik, Physik und Erdkunde. Im Januar 1948 trat er in die UNITAS Burgundia Münster ein.
Seine Begabung für naturwissenschaftliche Fächer erlaubte ihm, sein Studium zügig durchzuführen. Im Januar 1954 wurde er philistriert. Nach dem Abschluss seines Studiums trat Alfred Bertelsmeier in den Schuldienst
der Stadt Dortmund ein. Aufgrund seines ruhigen Wesens und seiner guten pädagogischen Begabung konnte er den Schülerinnen und Schülern die theoretischen Grundlagen gut erklären. Diese Eigenschaften wirkten sich auch auf den privaten Bereich aus. Spannend konnte er von seinen Auslandsreisen berichten. Wir wünschen Bbr. Alfred Bertelsmeier weiterhin von Herzen alles Gute. Möge er noch viele Jahre in unserer Gemeinschaft verleben.
Gerd Stolte, Vors. AHZ-Dortmund
aus:
unitas 2/2006
Studiengang
"Abrisswissenschaften"
Großes Bausemester bei der UNITAS Ruhrania
ESSEN.
Immerhin steckte schon ein
5-Pfennigstück mit Reichsadler von 1921 irgendwo zwischen den
freigelegten Dielen. Zugegeben - nicht gerade ein Sensationsfund, aber die
Mitglieder der UNITAS Ruhrania bauen unverdrossen weiter an der
Totalrenovierung ihres im Sommer 2004 erworbenen „Feldschlößchens“
im Essener Westen.
Drückende Temperaturen, Staub, Dreck, wohin das Auge blickte und der Schweiß floss in Strömen: Auf der Baustelle der Ruhr-Unitarier füllte sich in den letzten Wochen Container um Container. Über 70 Kubikmeter Schutt - Mauersteine, Trockenbauwände und -decken, Gips, Putz, Holzeinbauten, Fliesen, Bodenbeläge, Glasfaserballen, Tapete – verließen das Gebäude im freien Fall durch die Schüttröhre. Bislang vollständig in Eigenarbeit: Fünf Aktive und drei Ehemalige schufen mit Entrümpelungsaktionen Fakten und ließen für die Gesamtentkernung des eigenwilligen Gründerzeithauses den Abrisshammer kreisen. Nun sollen die Handwerker das Regiment übernehmen. Das Ziel: Das „Feldschlößchen“ als Studentenheim mit einladender Gastronomie wieder zu einem echten Hingucker in Borbeck zu machen.
Schöne
Grüße aus dem Dreck!
„Getreu der unitarischen Prinzipien sollten Idee und Theorie wohl übereinstimmen“, meinen die Ruhr-Aktiven. Und man darf es glauben, wenn gestern noch heftig über „Gottesbilder in der Antike“ diskutiert wurde und sich die „Philosophen“ am Tag drauf mit schwarzen Gesichtern und völlig verschwitzt mit ihren Schubkarren durch das nach und nach völlig freigelegte Innenfachwerk des Hauses an der Flurstraße schlängelten. Alle Versorgungsleitungen wurden lahm gelegt, die verschiedenen Materialien auf dem 900 Quadratmeter großen Grundstück sortiert. „Schöne Grüße aus dem Dreck!“, meldete die Homepage mit dem Bautagebuch, gute Stimmung und hin und wieder eine gute Erfrischung gehörten natürlich dazu. Und doch schnaufte mancher wohl insgeheim „Eine ziemliche Wahnsinnsidee...“, wenn gegen Mitternacht die Puste ausging, morgens um 8 Uhr aber wieder Seminare in der Uni anstanden. Eines lässt sich sicher sagen: Den zusätzlichen Leistungsschein in „Abrisswissenschaften“ haben sich die Ruhranen inzwischen mehr als verdient. Doch trotz kraftraubendem Umbau kam aber auch die unitarische Wissenschaft im Sommersemester nicht zu kurz: So gab es im von Senior Sebastian Sasse geleiteten Semester gut besuchte Vortragsabende etwa über „Die kopernikanische Wende“ und das Entstehen der modernen Naturwissenschaften (AHV-X OSTD a.D. Jörg Lahme). Der bekannte Professor Dr. Georg Scherer sprach beim Vereinsfest zu Ehren des HI. Bonifatius über den Verbandspatron Thomas von Aquin – ein wunderbarer Tag, der mit einer Bootsfahrt auf dem Baldeneysee ausklang.
„Kneipnovene“ zum Abschied vom Haus
Nicht
zuletzt fand die Geselligkeit ihren Platz im Programm. So wurde unter
anderem eine ganze Woche lang im Anschluss an die „Große Borbecker
Prozession“ zünftig „Abschied vom Haus“ gefeiert. Eine veritable
Schnapsidee: Unter dem Titel „Große Borbecker Pfingstnovene“ lud die
Aktivitas nach der „Großen Borbecker Gottestracht“ ab 27. Mai zum
allabendlichen Kneip-Marathon (Bild rechts oben). Zu den Höhepunkten
zählte zweifellos ein überraschender Besuch der Vorortspräsidentin
Elisabeth Fels und ihrer Bundesschwestern vom W.K.St.V. UNITAS Clara
Schumann. Inhaltliche Schwerpunkte galten dem antiken Philosophen Plato,
dem unitarischen Verbandspatron Bonifatius, den „wahren Glücksbarometern
des Lebens“ oder Adolf Kolping als Zeitgenossen von UNITAS-Gründer
Hermann Ludger Potthoffs, auch feierliche Ruhr-Salamander zu frisch
bestandenen Abiturprüfungen oder zu Diplomexamen des frischgebackenen
Diplomingenieurs Bbr. Peter Helmus.
Mitte
Juli wurden schließlich auch in der ehemaligen Gastronomie alle Einbauten
entfernt, Fahnen, Vereinsfotos und Devotionalien verschwanden in
Umzugskartons und warten nun auf ihre Wiederverwendung. Der neu gewählte
Vorstand von Senior Richie Duckheim, den Consenioren Daniel Muschellik,
Peter Helmus und Fuxmajor Sebastian Sasse geht bereits in die Planungen für
das Wintersemester.
Bilder oben:
Völlig
freigelegte Dachkonstruktion für den „Unitarischen Himmel“, den späteren
Kneipsaal, darunter: Schutt ohne Ende. Unten: Wie „unter Tage“ -
zwischendurch mal Luft schnappen im Biergarten
Entscheidender
Schub für die UNITAS im Revier
Den Bauarbeiten vorausgegangen war am 22. April eine entscheidende Sitzung des Vorstands des Zentralen Hausbauvereins (ZHBV) in Essen-Borbeck. Sie gab grünes Licht für den Baubeginn im Ruhrgebiet. Nach den einstimmig gefassten Beschlüssen steht damit die Finanzierung des von der UNITAS Ruhrania in Essen-Borbeck betriebenen Hausbaus. Mit seiner Entscheidung folgte das von Bbr. Dr. Dieter Rehbein geleitete Verbandsgremium dem positiven Urteil der Bewilligungskommission. Ihr Vorsitzender, Bbr. Hans Stumpf, hatte die Entwicklung vor Ort in den letzten Jahren aktiv begleitet.
Bereits
im August 2004 hatten die Planungen für den Umbau des „Feldschlößchens“
an der Flurstraße im Essener Westen begonnen. Architekt Bbr. Otfried Jäger
(Wesel) hatte seine Entwürfe in beeindruckende 3-D-Bilder umgesetzt,
Dipl-Ing. Reiner Schlenkermannn (Oberhausen) kalkulierte die Baumaßnahmen.
Vorgesehen sind die weitgehende Entkernung des durch vielfältige Ein- und
Umbauten veränderten Gebäudes und die Herstellung von Neubauqualität.
Die Totalrenovierung wird das 1901 als Hotel eröffnete, traditionsreiche
Haus mit seiner Jugendstil-Fassade wieder zu einem Blickfang im
Stadtviertel machen. Im „Unitarischen Zentrum Ruhr“ werden neun
Studenten wohnen, die nach Fertigstellung verpachtete öffentliche
Gastronomie im Erdgeschoss soll mit ihrem Biergarten ein einladender,
offener Treffpunkt für die unitarische Familie, aber auch Gäste aus
Borbeck und der ganzen Region werden - so das Konzept.
Als herausragend würdigten Bewilligungskommission und ZHBV insbesondere die Patronatserklärung des AHV Ruhrania und die Zeichnung von Mitglieder-Bürgschaften in Höhe von über 100.000 Euro. Mit seinem auf rund 700.000 Euro bezifferten Gesamtvolumen, unterstrich der Vorsitzende Dr. Dieter Rehbein aus St. Augustin, sei das Ruhr-Projekt das größte seit der Gründung des ZHBV vor genau 40 Jahren überhaupt. „Der heute gefasste Beschluss ist auch ein besonderer Vertrauensbeweis für die im Ruhrgebiet - damit in der Heimat des Verbandes - tätigen Bundesbrüder in Aktivitas und Altherrenschaft“, hob Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll hervor und sprach seine Hoffnung auf ein blühendes unitarischen Leben aus. Der mit dem Projekt eingegangenen Verpflichtung und Herausforderung der ganzen UNITAS gegenüber, so der Vorstand des UNITAS Ruhrania-Studentenheim e.V., seien sich die Bundesbrüder an der Ruhr bewusst. Die Entscheidung sei ein entscheidender Schub für die UNITAS im Revier - damit, so die Hoffnung, aber auch für den gesamten Verband. Der Vorstand dankte allen an dem Projekt Beteiligten, insbesondere auch der Aktivitas, herzlich für die große Unterstützung bei der bisherigen Arbeit. Für die angereisten Gremienvertreter hielten die Ruhranen als Erinnerungsstücke eigens gefertigte, symbolischen „Hausbau-Aktien“ mit Ausgabedatum vom 22. April 2006 bereit. „Dieser Tag ist ein historischer Tag für die gesamte UNITAS an der Ruhr“, stellte Senior Sebastian Sasse vor den 15 Sitzungsteilnehmern heraus. Im Anschluss an die intern weitergeführte Sitzung luden Aktivitas und Hausbauverein zu einer kräftigen Gulaschsuppe in der Gaststube ein. Ein Bier vom frisch angestochenen Fass besiegelte die gefassten Beschlüsse.
Noch immer sind Mithelfer gefragt
Auch
für andere praktische Mithelfer wird im Revier immer mindestens eine kühle
Brause bereit stehen. Und es wäre schön, meinen die Ruhr-Aktiven, wenn
sich auch Bundesbrüder anderer Vereine fänden, die sich auf die Bahn
setzen und im Ruhrpott kräftig mit anpacken: „Dieses Projekt ist
verbandsweit einzigartig. Toll, wenn viele Bundesbrüder sagen könnten,
dass sie einst dabei waren.“ Hilfe bei den Renovierungsarbeiten des
neuen UNITAS-Zentrums im Ruhrgebiet ist also immer noch herzlich
willkommen. „Essen ist das ideale Ziel für spontane Bauwut, die
Fuxenfahrt der anderen Art!“, meinen die Ruhries. Damit so schnell wie möglich
Studenten einziehen, wieder Gastronomie und ihrem Biergarten eröffnen und
das „Feldschlößchen“ ein echtes unitarisches Schmuckstück im
Stadtteil wird.
CB
Pächter gesucht!
Die in verschiedenen Internetdiensten und Gründerbörsen geschaltete Anzeige zur Verpachtung der Gastronomie im Borbecker Studentenhaus erfreut sich reger Nachfrage. In den nächsten Wochen will der örtliche Hausbauverein eine Entscheidung treffen, einen Zuschlag geben und einen Vorvertrag schließen. Wer an der Pacht des „Feldschlößchens“ Interesse hat, oder jemanden kennt, ist gebeten, Kontakt aufzunehmen!
Kontakt: UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund, Flurstr. 67, 45355 Essen-Borbeck, E-Mail: ruhrania@UNITAS.org.
Hingucken:
Adressen,
regelmäßige Berichte, alles Aktuelle mit animierten Bildern auf der
Homepage des Ruhr-Vereins - www.UNITAS-ruhrania.org.
„Gerechtigkeit
vor Gottes Angesicht“
Treffpunkt UNITAS
beim Katholikentag
in Saarbrücken
Nicht mehr weit bis zum nächsten Katholikentag vom 24. bis 28. Mai
2006 in Saarbrücken! Sein Motto: „Gerechtigkeit vor Gottes
Angesicht“ – in Thema aus dem Lukas-Evangelium (Lk 1,75). Auch der
UNITAS-Verband wird sich wieder mit einem Informationsstand in der „Kirchenmeile“
an dem Katholikentreffen beteiligen.
In
einer Zeit tief greifender sozialer und gesellschaftlicher Umbrüche, die
gerade an einem Ort wie Saarbrücken mit der ganzen Breite ihrer Chancen
und Gefährdungen deutlich werden, will der Katholikentag ein klares
soziales Profil aufzeigen. Unter dem Begriff „Gerechtigkeit“, der wie
ein „Roter Faden“ durch das Katholikentreffen führen soll, widmet
sich das Programm des Katholikentages vier Themenbereichen: Gerechtigkeit
– Schlüsselbegriff biblischer Theologie; Gerechtigkeit – Prüfstein
für ein Land im Umbruch; Gerechtigkeit – Maßstab für das neue Europa;
Gerechtigkeit – Hoffnung der Menschen weltweit.
Das Leitwort, so der gastgebende Trierer Bischof, unser Bundesbruder Dr.
Reinhard Marx, sei vor dem Hintergrund zu betrachten, dass nach der
Botschaft der Bibel die Menschen Gottes Geschöpfe und Abbild sind.
Folglich seien alle Menschen gleich durch die ihnen von Gott gegebene
Würde und stelle sie auf die gleiche Augenhöhe. Hier knüpfe die
Forderung nach Beteiligungsgerechtigkeit an. Es gehe nicht darum,
Lebensrisiken zu individualisieren, sondern allen in einem
wertorientierten Ordnungsrahmen gleiche Chancen, beispielsweise bei
Bildung, Arbeit und Familie, zu ermöglichen. Weltweit müsse Kirche als
„Global Player und Global Prayer“ Werkzeug zu dieser Einheit aller
Menschen sein.
Katholikentage gibt es seit
1848 ...
.... Sie dienen dem Dialog der
Katholischen Kirche mit den relevanten gesellschaftlichen Kräften, sie
fördern den Austausch verschiedener Alters- und Zielgruppen, sind aber
auch der Ort des Austauschs zwischen den christlichen Konfessionen und des
Dialogs mit anderen Religionen. Es werden rund 20.000 Dauerteilnehmer und
jeweils rund 10.000 Tagesteilnehmer erwartet, darunter tausend Gäste aus
dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Rund tausend
Veranstaltungen an 50 Veranstaltungsorten wird es an den fünf Tagen in
Saarbrücken geben: Diskussionsforen, Vorträge, Werkstätten und vieles
mehr. Gottesdienste, Gebetszeiten und Bibelarbeiten bilden das geistliche
Gerüst des Katholikentags. Feste und ein attraktives Kulturprogramm
ergänzen dieses Angebot.
Schwerpunktstandorte sind die Innenstadt von Saarbrücken und das
Messegelände. Im Rahmen des Programms wird es Zentren zu den Themen
Liturgie, christlich-jüdischer sowie christlich-islamischer Dialog, dazu
das Bibelzentrum, ein Geistliches Zentrum, das Zentrum „Partnerschaft in
Europa und in der einen Welt“, das Zentrum Frauen und Männer, das
Zentrum Generationen, das Jugendzentrum und ein Ökumenisches
Begegnungszentrum geben. Natürlich steht gerade in Saarbrücken der
Europa-Gedanke im Vordergrund.
Der
Katholikentag in Saarbrücken ist auch eine Chance zu einer Art
Nachtreffen für die vielen Jugendlichen, die aus Deutschland und
Nachbarländern am Weltjugendtag 2005 in Köln teilgenommen haben. Bischof
Marx wünscht sich, dass etwas vom Schwung des Weltjugendtreffens auch
beim Katholikentag spürbar wird. Denn der Katholikentag ist neben
Diskussion und Forum auch ein Fest des Glaubens.
Auf der „Kirchenmeile“ vom Hauptbahnhof bis zum St. Johanner Markt
haben rund 200 katholische und ökumenische Verbände, Vereine und
Initiativen Raum, die Vielfalt kirchlichen Lebens zu präsentieren.
Darunter auch die katholischen Korporationsverbände, die unter
Federführung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände
(AGV) in einem Zelt-Pavillon ihre Arbeit vorstellen und Ansprechpartner
für interessierte Katholikentagsbesucher sein werden. Mit dabei der
UNITAS-Verband. Das Zelt ist natürlich auch Treffpunkt für alle nach
Saarbrücken angereisten Bundesgeschwister, die herzlich eingeladen sind,
am UNITAS-Stand auf eine Tasse Kaffee vorbeizuschauen, sich zu
informieren, zu orientieren oder sich einfach nur vom
Katholikentagsmarathon ein wenig auszuruhen (Standort s. Kasten unten).
Treffpunkt UNITAS: Helfer sind
willkommen
Zur Betreuung des UNITAS-Standes sucht der Vorort noch Aktive, die bereit
sind, sich stundenweise dort zu engagieren. Interessierte
Bundesgeschwister melden sich bitte bei VOP Elisabeth Fels,
Königswinterer Str. 727, 53227 Bonn; Email: elisabeth.fels@gmx.de. Der
Verband übernimmt für die am Stand Mitwirkenden die Teilnehmergebühren
für den Katholikentag in Höhe von 60,- € (Studierende) und bei Bedarf
die Vermittlung einer Übernachtungsmöglichkeit in einer
Gemeinschaftsunterkunft bzw. einem Privatquartier, nach Möglichkeit bei
Alten Herren.
Am Abend des 27. Mai ist im Rahmen des Katholikentags auch wieder ein
Begegnungsabend der in Saarbrücken anwesenden Unitarierinnen und
Unitarier geplant (Ort und Zeit s. Kasten). Der Vorort und die
Saarbrücker Bundesbrüder würden sich freuen, möglichst viele
Bundesschwestern und Bundesbrüder dort begrüßen zu können.
Weitere Hinweise und Informationen unter: www.katholikentag.de,
Servicetelefon 0681 - 9351351
TREFFPUNKT: UNITAS beim Katholikentag in
Saarbrücken
UNITAS in der „Kirchenmeile“:
Stand-Nr. B 706Bahnhofstrasse/Ecke Duttweilerstrasse(gegenüber liegt
das Lokal „Alex’ Brasserie“; weiterer Orientierungspunkt: Kaufhaus
Esprit)
Unitarischer Begegnungsabend:
Freitag, 26. Mai, ab 18 Uhr im Ratskeller (König von Bayern)
(Seiteneingang links am Rathaus, Rathausplatz 1)
Deutsche Bischofskonferenz:
„Studierende sollen Salzburger
Hochschulwochen besser nutzen“
AGV lädt katholische Korporationsstudenten in die Mozartstadt ein
75 Jahre Salzburger Hochschulwochen – ein Jubiläum, das vom 31. Juli
bis 6. August 2006 gebührend begangen werden soll. Für das
Jubiläumsjahr wurde ein gerade für junge Menschen aktuelles und
kirchlich wie auch gesellschaftlich sehr relevantes Thema gewählt: „Gott
im Kommen“. In Vorlesungen, Seminaren und Workshops soll die Thematik
aus verschiedenen Blickwinkeln behandelt werden. Überschriften wie etwa
„Gottes Gründe – Gottes Abgründe: Zwischen Glaubensmotiven und
Gottesverlust“, „Widerstand und Ergebung – Auseinandersetzung mit
dem politischen Faktor Gott“, und „Religion in der Werbung“
versprechen spannende Diskussionen und wecken Neugier.
Neben
den Vorträgen und Seminaren mit kompetenten und prominenten Referenten,
einem glanzvollen Pontifikalamt mit dem Salzburger Erzbischof im Dom und
einer Festakademie am Abschlusstag gibt es ein interessantes kulturelles
und liturgisches Rahmenprogramm. Nicht zu vergessen: die vielen Anreize,
die Salzburg und sein Umland als „Nebenprogramm“ zu den
Hochschulwochen zu bieten haben. Da wäre zunächst Salzburg selbst, das
mit seinem alten Stadtkern als Ganzes eine festliche Kulisse bildet –
eine Manifestation barocken Lebensgefühls. Nicht zuletzt der Genius loci
war es, der, in Verbindung mit dem Genius musici der Geburtsstadt Mozarts,
die Anregung für die Salzburger Festspiele gab, die sich mit den
Hochschulwochen überschneiden. Im Schatten der großen Konzerte und
Aufführungen im Mozartjahr gibt es viele kleinere und größere
Veranstaltungen, die den Darbietungen der Festspiele in nichts nachstehen,
oft sogar mit denselben berühmten Künstlern – und das zu für
Studenten noch erschwinglichen Eintrittspreisen. Und während der ganzen
Woche gibt es ein CulturCafé mit musikalischer und literarischer
Unterhaltung.
Auch abends hat man bei den Hochschulwochen keine Langeweile. Da wäre
nicht nur die gemütliche Salzburger Gastronomie zu nennen, etwa in der
zünftigen Atmosphäre eines der berühmten Bierkeller. Es gibt auch ein
Treffen der Verbände, Begegnungen der Studierenden, verschiedene
Konzerte, ein Empfang durch die Stadt Salzburg, aber auch eine Liturgische
Nacht und eine Nachtwallfahrt. - Und es nimmt niemand übel, wenn man
tagsüber die Vorlesungen und Seminare einmal für einen Ausflug ins
Salzburger Land „schwänzt“, etwa zum nahe gelegenen Wallfahrtsort
Maria Plain oder an den Wolfgangsee, dessen Reize bei weitem noch nicht
mit der Operettenszenerie von St. Wolfgang erschöpft sind. Also Gründe
gibt es genug, das attraktive Angebot der Salzburger Hochschulwochen zu
nutzen. Erwähnt sei noch ein besonderer Akzent zum Jubiläum: Erstmals
wird 2006 ein Preis für ein theologisches Gesamtwerk verliehen und ein
Publikumspreis vergeben, der auf drei Vorträgen basiert, die dann von den
Zuhörern beurteilt werden. (Mehr dazu s.u.)
Vor 75 Jahren wurden die Salzburger Hochschulwochen ins Leben gerufen, um
sich mit den geistigen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen.
Das Programm der ursprünglich auf zwei Wochen angelegten Sommerakademie
wurde in den letzten Jahren verschlankt, die Dauer auf eine Woche
verkürzt. Neue Programmelemente wurden entwickelt, um das Angebot
insbesondere für Studierende attraktiver zu machen.
Studierende aus
Deutschland sollten Angebot besser nutzen
Leider sind die Hochschulwochen unter katholischen Studenten in
Deutschland zu wenig bekannt. Dies gilt auch für die deutschen
Korporationsverbände. Die Kommission für Wissenschaft und Kultur der
Deutschen Bischofskonferenz hat auf die neuen Chancen in der Ansprache
junger Studierender jetzt besonders hingewiesen, die nicht zuletzt unter
dem Gesichtspunkt der Hochschulpastoral genutzt werden sollten. Auch die
Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) wurde gebeten
mit zu helfen. Unter ihrer Federführung – so ein Beschluss der
Mitgliederversammlung der AGV - sollen die Studierenden aus CV, KV, UV,
RKDB und TCV neu motiviert werden, das Angebot der Salzburger
Hochschulwochen stärker wahrzunehmen, als es in den vergangenen Jahren
der Fall war. Das Jubiläum bietet hierzu eine gute Chance.
Studierende erhalten einen Freiplatz, also ein „Stipendium“, bei dem
die Teilnehmer lediglich die Kosten für An- und Abreise selbst tragen
müssen. Unterkunft im Gemeinschaftsquartier und Verpflegung werden von
den Trägern der Hochschulwochen finanziert, die Teilnehmergebühren in
Höhe von 55,- € pro Person für die ersten 20 angemeldeten Studierenden
aus ihren Mitgliedsverbänden übernimmt die AGV, und bei den Reisekosten
lässt sich vielleicht über die Verbände oder die örtlichen
Altherren-Vereine auch noch etwas machen.
Interessierte Studierende aus den Mitgliedsverbänden der AGV wenden
sich bitte an ihren Vorort oder direkt an die AGV (eMail: info@agvnet.de).
Weitere Informationen über die Salzburger Hochschulwochen auch direkt aus
dem Internet: www.salzburger-hochschulwochen.at
H.-J. Großimlinghaus

Publikumspreis der
Salzburger Hochschulwochen
Die Salzburger Hochschulwochen schreiben aus Anlass ihres 75-jährigen
Bestehens im Jahr 2006 den Publikumspreis der Salzburger Hochschulwochen
für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Graduierte
WissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen der Jahrgänge 1971 und jünger
werden herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Erbeten werden Texte im
Umfang eines 30-minütigen Vortrags zum Thema der Salzburger
Hochschulwochen 2006 „Gott im Kommen“. Vortragssprache ist Deutsch.
Eine Jury wählt drei Beiträge aus, das Publikum der Salzburger
Hochschulwochen wird die Preisträger bestimmen. Kriterien sind
fachwissenschaftliche Qualität, inhaltliche Originalität sowie die
kommunikative Transferleistung. Der Preis zielt in besonderem Maße auf
die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breiteres Publikum.
Die Preise sind in ihrer Reihung ausgestattet:
1. Preis € 1000,-- gestiftet vom Katholischen Akademikerverband
Deutschlands
2. Preis € 300,-- gestiftet von der Katholischen Akademikerarbeit
Deutschlands
3. Preis € 200,-- gestiftet von der Kultur- und Sozialstiftung des
Kartellverbandes katholischer deutscher Studentenvereine.
Anreise und Unterbringung der Vortragenden übernimmt das Direktorium. Mit
dem Publikumspreis ist der Abdruck des Vortrags im Tagungsband
verbunden.
Die Manuskripte müssen bis zum 1.5.2006 eingereicht werden. Um eine
unabhängige Jury-Entscheidung zu gewährleisten, muss die Zusendung zwei
Umschläge enthalten, die jeweils mit einem identischen Passwort zu
versehen sind. Kuvert A enthält alle relevanten Angaben zur Person sowie
eine Text-Diskette, Kuvert B den anonymen Redetext. Bis zum 15.6.2006
werden alle Einsender benachrichtigt. Die Manuskripte können nicht
zurück gesendet werden.
Die Zusendungen sind zu richten an: Sekretariat der Salzburger
Hochschulwochen, Univ.-Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Obmann des
Direktoriums, Mönchsberg 2, A-5020 Salzburg, office@salzburger-hochschulwochen.at.
Die
Ruhr-Netzwerker:
Pralles Programm
Ruhranen ziehen Semesterbilanz –
Großbaustelle voraus
RUHRGEBIET. Ein strammes und ambitioniertes
Wintersemester-Programm
liegt hinter der Aktivitas der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund. „Das
war wenig zu toppen – aber wir haben es durchgezogen“, so die
zufriedene Bilanz beim Dechargeconvent. Es habe den Anspruch des Verbandes
und das Selbstverständnis der Ruhrania im Ruhrgebiet deutlich markiert.
Immerhin legte die Ruhr-UNITAS unter dem Seniorat von Sebastian Sasse
allein 12 Wissenschaftliche Sitzungen hin – nicht gezählt die
religiösen und geselligen Veranstaltungen. Das kommende Semester im
Essen-Borbecker „Feldschlösschen“ steht mehr im Zeichen von Hammer
und Schuttcontainer – das im Juli 2004 erworbene Ruhranenhaus steht vor
dem Umbau.
Philosophische, historische, religiöse Fragen, aber auch ganz praktische
Themen standen im WS 2005/06 auf der Wissenschafts-Agenda. Zur letzteren
Kategorie gehörte in der zweiten Semesterhälfte etwa Mitte Dezember eine
Sitzung mit Bbr. Marc Schmidt von der renommierten Frankfurter
Beraterfirma „Societät für Unternehmensplanung“ (SUP), einer der
ältesten Personalberatungen in Deutschland und in der Schweiz. Bbr.
Schmidt motivierte mit seinem Thema „Netzwerken: Berufs- und
Karriereplanung für Studenten zu zielgerichtetem Studium und
Kontaktpflege bereits während des Studiums. Nachdrücklich unterstrich er
die Notwendigkeit, auch in der UNITAS den Netzwerkgedanken aktiv zu leben.
Das Vereinsfest Maria Immaculata wurde gleich doppelt gefeiert – in der
gleichnamigen Kirche am neuen Standort der Verbindung und gemeinsam mit
dem Essener UNITAS-Zirkel natürlich in der Geburtsstadt unseres
Verbandsgründers Hermann Ludger Potthoff in Werden. Dort beschlossen die
Ruhr-Aktiven das Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Verbandsbestehen.
Authentische Erfahrungen aus dem Nahen Osten bot Bbr. Dr. Baldur Hermans,
der über die aktuelle Lage in Israel und Palästina berichtete. Brisante
Nachrichten gaben der Sitzung mit dem Generalsekretär der Internationalen
Katholischen Konferenz des Pfadfindertums (CICS) brennende Aktualität. Er
konfrontierte mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen zur Lage in den
Ländern des Nahen Ostens und revidierte in engagiertem und detailreichem
Vortrag zu den vielschichtigen politischen, religiösen, wirtschaftlichen
und militärischen Aspekten das meist eindimensionale Bild, das aus den
gängigen Medien gewonnen wird.
Das
Jahr 2005 schloss mit geselligen Veranstaltungen, die wieder viele Gäste
auf das Haus brachten: Nicht nur die Feuerzangenbowle mit dem
gleichnamigen Film, sondern vor allem auch die Silvesterfète, bei der
rund 100 Gäste in der Silvesternacht das UNITAS-Haus in Borbeck
bevölkerten. Kneipe und Gesellschaftsraum an der Flurstraße füllten
sich mit tatendurstigen Messdienern, engagierten Jung-Kolpingern,
Aktivisten der Jungen Union, Tanzsportbegeisterten, unitarischen
Bundesbrüdern und Bundesschwestern zu einem gelungenen Start ins Neue
Jahr.
„Heraus mit der Sprache!“
Anfang Januar versammelten sich über 40 Bundesbrüder und Gäste,
Mitglieder der UNITAS-Zirkel in Essen, Bochum, Bottrop, Oberhausen,
Castrop-Rauxel und Datteln, zum Neujahrsempfang mit Vortrag von Bbr. Pfr.
em. Alfons Riesener. Er stellte klärende und provozierende Gedanken zur
Situation der Kirche in der modernen Gesellschaft in den Mittelpunkt und
erörterte anhand vielfältiger Quellen - von Descartes über Johannes
Paul II. bis zu den Schriften von Benedikt XVI. - die Genese und Gestalt
der Ideologien des 19. Jahrhunderts bis zum „Relativismus“ unserer
Tage. Christen, so der in Billerbeck lebende Theologe, müssten jederzeit
in der Lage sein, mit Argumenten die Bedeutung ihres Glaubens zu
verteidigen und zu erklären, warum die christliche Lebensführung das „bessere
Lebenskonzept“ sei. Reine Binnenverkündigung sei nicht hilfreich. „Für
Christen lautet das Gebot der Zeit: Heraus mit der Sprache!“, betonte
er.
In diesem Geist stand am 12. Januar auch eine lebhafte Podiumsdiskussion der UNITAS Ruhrania an der Universität Essen zum Thema „Student sein .... – wozu dient das Studium?“ Unter Leitung von Ruhranen-Senior Bbr. Sebastian Sasse diskutierten Prof. Dr. Dieter Sturma, Institut für Philosophie, Prof. Dr. Wolfgang Hartung, Historiker und Vertrauensdozent der Konrad Adenauer-Stiftung, Daniel Feldmann von der DPSG und Jörg Miller (Projekt „Uni aktiv“). Die lebhafte Debatte zum Wesen und Nutzen von Universität und Wissenschaft, zur Situation von Lehrenden und Lehrenden, bot als entscheidender Beitrag zum Oberthema des Semesterprogramms genug Stoff für die einen großen Bogen spannende Debatte. Nicht ohne die Erkenntnis, dass mit dem Mimikri von studentischen Verbänden an den Unis Schluss sein muss.
Einem ganz anderen Thema widmete sich die ausgezeichnete WS zur Entstehung
und Bedeutung des Kirchenrechts (CIC), zu dem der Bischöfliche Offizial
des Bistums Essen, Pfr. Dr. Cleve von der unitarischen Heimatgemeinde St.
Dionysius sprach. Viele Aspekte und Auswirkungen des 1983 zuletzt durch
Papst Johannes Paul II. geregelten „Corpus“ des kanonischen Rechts
goss der Kirchenjurist Dr. Jürgen Cleve in einem gut dreistündigen
konzentrierten Vortrag und Austausch vor knapp 30 Bundesgeschwistern und
Gästen in ein viele Diskussionen anregendes Gesamtbild.



Das 95. Stiftungsfest: An der Ruhr vor Anker gegangen
Ruhrbischof Dr. Felix Genn und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger
richteten besondere und sehr persönliche Grüße zum 95. Stiftungsfest am
28. Januar aus. Nach der von Pf. Dr. Cleve gefeierten Messe in St. Maria
Immaculata trafen sich rund 70 Gäste zum von Senior Sebastian Sasse
schwungvoll, mit Humor und Tiefgang in freier Rede geschlagenen
Festkommers. Unter den Gästen im bis zum allerletzten Platz gefüllten
Saal des Hauses: der hohe Vorort UNITAS Clara Schumann unter Leitung von
VOP Elisabeth Fels, der mit großem Applaus bedachte
Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll, Vertreter der UNITAS
Winfridia aus Münster, angeführt vom designierten Senior Dirk Sandbrink,
Angehörige der UNITAS-Zirkel Essen, Dortmund, Bochum, St. Augustin/Bonn
und Datteln/Castrop-Rauxel.
Als
Festredner sprach Andreas Schmidt, Bundestagsabgeordneter für den
Wahlkreis Mülheim/Essen, über christliche Grundwerte in der Politik. „Christliche
Überzeugungen lehren Demut vor der übernommen Aufgabe und Verantwortung,
sie motivieren uns helfen uns aber auch, angesichts der riesigen
Herausforderungen in einer der größten Industrienationen der Welt nicht
den Mut zu verlieren“, äußerte der CDU-Rechtspolitiker in seinem
halbstündigen Parforceritt durch alle Themen der aktuellen Politik.
Nachdrücklich bekannte er sich zu den Leitlinien der katholischen
Gesellschaftslehre und der evangelischen Sozialethik. Sie seien in vielen
Politikfeldern unverzichtbare Entscheidungsgrundlagen, erklärte er, und
nannte insbesondere die Diskussionen um Stammzellenforschung,
Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe. „Die Würde des Menschen
muss unantastbar sein“, unterstrich Schmidt unter großem Beifall. Die
Familie bleibe die entscheidende Keimzelle der Gesellschaft. Sie allein
garantiere eine stabile Grundlage für ein Land, das jetzt nicht „die
Zukunft der nachfolgenden Generationen verfrühstücken“ dürfe. Viel
Zustimmung erhielt sein Plädoyer für mehr familien- und
kinderfreundliche Politik.
Ein bewegendes Wort richtete der Altherrenvereinsvorsitzende OStD Jörg
Lahme an seine Aktivitas: „Wir erleben heute einen historischen Tag. Die
Ruhranen sind im 95. Jahr ihres Bestehens im Revier fest vor Anker
gegangen. Und die Arbeit geht jetzt richtig los.“ Der Aktivitas sprach
er seinen Respekt für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit aus.
Mit den Beschlüssen vom Nachmittag werde nun die Anschlussfinanzierung
für die anstehenden Bauarbeiten im Haus angegangen, in fester Hoffnung,
dass die Ruhrania im Ruhrgebiet eine klare Chance habe. „Die
Unterstützung des Altherrenvereins ist dabei sicher“, unterstrich der
AHV-Chef. Diese Signale nahmen die Aktiven gerne auch vom Vorstand des
Verbandes an: „Ihr habt ein tolles Haus, eine wachsende Altherrenschaft
und die Zukunft vor euch! Packt´s an – mit uns könnt ihr rechnen“,
ermunterte Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll die Ruhranen unter
donnerndem Applaus. Mit dem Bau des neuen Heims mute sich die
Revier-UNITAS viel zu, aber es werde sich lohnen. Dies unterstrichen auch
die Vertreterinnen des Vororts UNITAS Clara Schumann: „Respekt für eure
Semesterprogramme – das lässt sich mehr als sehen!“, lobte
Vorortspräsidentin Elisabeth Fels. Schon oft sei sie immer wieder von der
Gastfreundschaft, Begeisterung und wirklich unitarischen Gemeinschaft in
Essen beeindruckt gewesen. „Was ihr hier mit einer vergleichsweise
kleinen Aktivitas auf die Beine stellt, ist erstaunlich und wirklich
vorbildlich!“ Ein Kompliment, das Senior Sebastian Sasse gerne
entgegennahm: „Wir sind sicher: Borbeck wird das Heidelberg des
Ruhrgebiets!“, erklärte er schmunzelnd unter großem Beifall der
Festcorona.
Alltagstaugliche Philosophie - und mehr ...
Die Reihe der Debatten auf dem Haus beschlossen weitere Wissenschaftliche
Sitzungen, die sich etwa mit den philosophischen Grundfragen nach Wahrheit
und Wirklichkeit beschäftigten. Einem durchaus nicht nur „akademischen“
Thema, wie die WS mit Diplom-Mathematiker Winfrid Knobloch zeigte. Er
zerlegte die Dimensionen der Begriffe nach logischen Kriterien und
Methoden und ermunterte, noch stärker hinter für „wahr“ oder „unwahr“
gehaltene Sachverhalte zu schauen. Es gelte, insbesondere die Techniken,
Bedingungen und Auswirkungen medialer Vermittlung von Wirklichkeit, die
Macht der Sprache und der Bilder einzuordnen. Eine Frage, die insbesondere
in der Begegnung mit anderen Kulturkreisen eine große Rolle spielt. Dies
unterstrich nicht zuletzt die von Martin Schwarz gestaltete Sitzung „Das
Studium der Ostasienwissenschaften – Profile eines neuen Studienfachs“.
Er berichtete, wie das Studium des Fachs an der Uni Duisburg/Essen
angelegt ist, welche Entwicklungen im Kontakt zwischen dem Westen und dem
Osten stattfinden, worauf ein solches Studium zielt und was ihn
persönlich an der Beschäftigung mit dem boomenden „Land des Großen
Drachen“ reizt.
Große Aufgaben voraus! - Gastronom gesucht
Für
die Sommermonate wird die Ruhr-UNITAS nun Flexibilität zeigen müssen.
Nach dem Stand der Dinge werden die Aktiven nun das Haus an
Handwerkerkolonnen abtreten. Bis die Bauarbeiten starten, werden die
Hausbewohner für ein gutes halbes Jahr eine neue Bleibe beziehen. Neun
Studentenzimmer sollen in dem über 100-jährigen Borbecker Traditionshaus
entstehen. Für die totalrenovierte Gaststätte im Erdgeschoss sucht der
Verein nun ein geeignetes Pächterehepaar für die öffentliche
Gastronomie: Wie im gesamten Haus sollen bei zügigem Fortschritt der
Arbeiten spätestens bis zum Herbst sämtliche Böden, Wände, Decken,
Heizung, Strom und Wasser erneuert sein. Hohe Raumdecken und neu
eingebaute Fenster werden den ursprünglichen Raumeindruck wieder
herstellen, die sanitären Anlagen sind vergrößert und komplett neu
eingerichtet. Nach der vollständigen Renovierung stehen im Erdgeschoss
mit Gastraum, Gesellschaftszimmer, großer Küche und Personalraum 178 m2
Nutzfläche zur Verfügung, zudem im Sommer der von großen, alten Platanen bestandenen
Biergarten. Die unitarische Familie und Gäste von nah und fern sollen
sich hier ganz zuhause fühlen. Das Motto: „Bei Freunden zu Gast“ –
mit ihm soll zugleich auch die Beziehung zum Studentenverein deutlich
werden. Bereits jetzt zeigen sich mehrere potenzielle Pächter
interessiert.
Mehr Infos im Semestertagebuch auf www.unitas-ruhrania.org.
Kontakt zum Hausbauverein: Dr. Christof Beckmann, Hülsmannstr.
74, 45355 Essen-Borbeck, Tel. 0201 / 66 47 57, 0171 / 41 48 620.